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Von Liebe, Sex und Leidenschaft: Die Ausstellung „I Love You“ im Kunstmuseum ARoS im dänischen Aarhus hält einen großen Parcours der Gefühle bereit

All you need is love



Dieser Satz hat über 400 Millionen Fundstellen bei Google: „I love You“ ertönt in Hollywood-Liebesfilmen ebenso wie in fast jedem zweiten Popsong. Er steht in Liebesbriefen und in Teenager-SMS, in den Drehbüchern von TV-Soaps, in Schmachtromanen und auf Lebkuchenherzen. Abgenutzt und doch griffig – ein Satz, der auf der ganzen Welt verstanden wird und dabei klingt wie der geniale Werbeslogan einer Markenkampagne. Nun ist er auch noch Titel einer Ausstellung geworden. Das Kunstmuseum ARoS im dänischen Aarhus zeigt Arbeiten zum Thema Liebe von 40 Künstlern des 19., 20. und 21. Jahrhunderts. Das Spektrum reicht dabei von Auguste Rodins anmutiger Marmorskulptur eines Liebespaares mit dem Titel „Ewiger Frühling“ von 1884 über Jeff Koons’ berühmt-berüchtigten Geschlechtsakt mit dem Pornostar Cicciolina bis zum lakonisch-konzeptuellen Video „Smoke“ aus dem Jahr 2003 der in Zürich lebenden Amerikanerin Elodie Pong: Die Zigarette danach in 3:47 Minuten Länge, so lang wie man im Schnitt eben auch zum Aufrauchen des Glimmstängels braucht.


Die Bandbreite der ambitionierten Schau über die Liebe ist groß. Es geht um romantische Hingabe, um unerfüllte Liebe, um Sex, Porno und Sado-Maso, Macht, Unterdrückung, Enttäuschung, Homoerotik, die große Leidenschaft, Aufopferung und Abhängigkeiten bis hin zum Hass. Die Gegenpole liegen oft dicht beieinander: Der Brite Isaac Julien zeigt zwei Fotos mit geballten Fäusten eines Schwarzen mit kantigen Goldringen, wie sie gern von Rappern getragen werden. Auf der linken Faust prangt „Love“, auf der rechten „Hate“. Stiller und intellektueller geht es dann in der Installation „Ich liebe dich“ des Münchners Stephan Huber aus dem Jahr 1983 zu. Zu sehen sind ein Designerstuhl, ein plüschiges Fauteuil und ein schwankender Kronleuchter. Zu hören ist ein endloser, verbitterter Streit zwischen einem alternden Paar.

Die Ausstellung gliedert sich als lockerer Parcours mit interessanten Gegenüberstellungen und Überlagerungen, Nischen, Durchsichten und Videokapseln. Genau wie in der viel diskutierten Thomas Demand-Ausstellung 2009 der Neuen Nationalgalerie in Berlin konnte auch im ARoS Kunstmuseum der Textilhersteller Kvadrat als Partner gewonnen werden. Die dänische Architektin Dorte Mandrup hat die Ausstellungsarchitektur aus verschiedenfarbigen, sanft fallenden Stoffen entworfen. Dadurch ergeben sich an manchen Stellen sehr pointierte Akzente. So läuft im Zentrum der Ausstellung die Projektion des Videos „Pickel Porno“ von Pipilotti Rist aus dem Jahr 1992, mittlerweile fast ein Klassiker der jüngeren Videokunst: eine sinnlich-erotische Körpererforschung mit der Fisheye-Kamera. Im Nebenraum geht es dann wortgewaltig und tatkräftig zur Sache. Die Australierin Tracey Moffatt hat für ihren 21minütigen Sampling-Film „Love“ von 2001 Szenen aus Hollywoodklassikern zusammenmontiert, in denen leidenschaftlich gestritten, geohrfeigt und Versöhnung gefeiert wird. Ein „Best Of“ der Gefühlsausbrüche.

Klassiker der jüngeren Fotokunst wie Nobuyoshi Arakis Bilder von gefesselten Frauen und Nan Goldins offenherzig-einfühlsame Porträts befreundeter Szenegänger in New York fehlen in der Ausstellung ebensowenig wie die bunten Schmetterlingsherzen von Damien Hirst oder Liebesbekenntnisse in Neonschrift des weiblichen Brit Art-Stars Tracey Emin. Aber auch Mona Hatoums minimalistische Skulptur von siamesischen Teetassen, Yoko Onos gläserner Schlüssel auf einem Schaumstoffherz, der laut Titel eine verblasste Erinnerung hervorzaubern soll, oder Louise Bourgeois’ düstere Installation „In and Out“, ein Eisenbett mit metallenen Körperteilen in eindeutiger Position von 1997, setzen starke Akzente als sensible und tiefgehende Arbeiten von Frauen mit poetischer Ausrichtung, die sich meist aus biografischen Erfahrungen speist.

Einen Spielplatz für Erwachsene hält dann die in Berlin lebende Italienerin Monica Bonvicini bereit. Ihre Installation „Never Again“ von 2005 besteht aus rund einem Dutzend Lederschaukeln, die an schweren Eisenketten hängen. Die eindeutigen Sado-Maso-Anklänge und Darkroom-Assoziationen werden im Museum entweder zur Kenntnis genommen oder schlichtweg ignoriert. Die anspielungsreiche Spielwiese wird von turtelnden Paaren ebenso erobert wie von ganz jungen Besuchern mit ihren Eltern und Großeltern. „I Love You“ ist in Aarhus bereits ein Publikumsrenner. Ein wichtiger Vorläufer dieser abwechslungsreichen Schau rund um das Thema Liebe ist jedoch sicherlich in der Ausstellung „True Romance“ zu sehen, die 2008 in der Kunsthalle zu Kiel und zuvor in Wien zu sehen war.

Die Ausstellung „I Love You“ ist noch bis zum 12. September zu sehen. Das ARoS – Aarhus Kunstmuseum hat täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr, mittwochs zusätzlich bis 22 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 95 Kronen, ermäßigt 75 Kronen. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Zutritt. Der 98seitige Katalog kostet 129 Kronen.

Kontakt:

Aros Aarhus Kunstmuseum

Aros Allé 2

DK-8000 Århus C

Telefon:+45 () 8730 6600

Telefax:+45 () 8730 6601

E-Mail: info@aros.dk



03.08.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Veranstaltung vom:


27.03.2010, I love you

Bei:


Aros Aarhus Kunstmuseum

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Verschiedene Herzen mit echten Schmetterlingen von Damien Hirst,
 2008
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Monica Bonvicini, Never Again, 2005
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Verschiedene Herzen mit echten Schmetterlingen von Damien Hirst, 2008

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Paul Chan, Sade for Sade’s Sake, 2009

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I Love You: Am Eingang zur Ausstellung

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