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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Die Auktion mit Zeichnungen und Druckgrafiken Alter Meister lief bei Kornfeld in Bern eher sachlich ab; vieles kam zu den Erwartungen ans Ziel

Löwe und Hahn



Albrecht Dürer, Das Löwenwappen mit dem Hahn, um 1503

Albrecht Dürer, Das Löwenwappen mit dem Hahn, um 1503

Traditionell etwas ruhiger als die Modernen verläuft bei Kornfeld in Bern stets die Altmeisterauktion. Am 18. Juni blieben die großen Sensationen aus. Fast geschäftsmäßig wurde eine Reihe von Albrecht Dürer-Blättern wie das „Löwenwappen mit dem Hahn“ um 1503 für taxgerechte 25.000 Franken oder die „Maria mit dem Kind am Baum“ von 1513 für 18.000 Franken etwas unterhalb der Schätzung versteigert, mit etwas mehr Schwung Dürers Holzschnitt „Joachim vom Hohenpriester zurückgewiesen“, Blatt 2 aus dem Marienleben um 1504, für 18.000 Franken oder sein ein Jahr jüngere Kupferstich „Das große Pferd“ für 16.500 Franken oberhalb der Erwartungen, ging es über zwei Kupferstiche Israhel van Meckenems mit den heiligen Frauen Agatha und Ursula für 12.500 Franken und 19.000 Franken ebenfalls nicht ganz im Soll auf den maßvollen Höhepunkt zu: eine komplette Folge der 16 Radierungen von Giovanni Battista Piranesis berühmten „Carceri“ in der Ausgabe von 1765 bis 1770 für 58.000 Franken. 40.000 Franken waren erwartet worden.


Insgesamt lag die losbezogene Zuschlagsquote bei 63 Prozent – kein schlechter Wert, doch keineswegs so hoch wie bei der jüngeren Kunst. So war auf diesem Treffen der Zeichnungen und Druckgrafiken der großen Alten Meister eine gewisse Zurückhaltung zu spüren. Vor allem die ganz frühen Arbeiten, ein kolorierter Einblattholzschnitt um 1460/75 mit Christus am Ölberg für geschätzte 70.000 Franken und ein etwa gleichzeitiger Kupferstich des oberrheinischen Meisters ES, der auf winzigem Format die Szene „Simson zerreißt den Löwen“ für 50.000 Franken verbildlicht, wurden aussortiert; hier siegte berechnender Bedacht über ungezügelte Sammelleidenschaft.

Auch Rembrandt wurde keineswegs euphorisch aufgenommen. Sein Hauptlos, „Die Landschaft mit dem Meilenstein bei Halfweg“ um 1650, blieb an 40.000 Franken hängen, immerhin 10.000 Franken unterhalb der Schätzung. 37.000 Franken wurden es bei der kleinen und seltenen Radierung „Das Pärchen und der schlafende Hirt“ um 1644 (Taxe 40.000 SFR). Mit 22.000 Franken schloss die berühmtere „Darstellung im Tempel“ um 1639 dagegen etwas besser ab als erwartet (Taxe 15.000 SFR). Seine Schüler Ferdinand Bol und Jan Lievens waren mit den Radierungen „Der Astrologe“ und „Büste eines alten Mannes“ für 3.600 Franken und 3.800 Franken etwas über den Erwartungen zugegen.

Auf italienischer Seite beeindruckte Cristofano Robetta mit seiner Ende des 15ten Jahrhunderts in Kupfer gestochenen personenreichen „Allegorie der Liebe“ zu 12.500 Franken (Taxe 7.500 SFR). Ihm stand aus jüngerer Zeit Giovanni Domenico Tiepolo zur Seite, der einige schöne, jeweils auf 2.000 Franken taxierte Blätter aus seiner Folge „Fuga in Egitto“ zur Auktion gab. Die sechs Radierungen von 1750 bis 1753 wurden komplett übernommen, teils deutlich über der Schätzung: „Giuseppe e Maria chiedono ospitalità“ für 6.600 Franken, „La Sacra Famiglia procede a destra in prossimità delle mura di una città“ für 6.000 Franken und „Giuseppe adora il Bambino fra le braccia di Maria sull’asinello“ für 7.000 Franken.

Wenig Bewegung ließen die zahlreichen Handzeichnungen mehrheitlich niederländischer und italienischer Künstler zu. Eine Skizze Hendrick Avercamps um 1625 mit Schlittschuhläufern vor einer kleinen Dorflandschaft kletterte leicht von 12.500 Franken auf 15.000 Franken, eine Gewandstudie zweier Frauen Pietro Longhis um 1752 fiel kaum merklich von 15.000 auf 12.000 Franken. Die höchsten Preise erzielten auf diesem Sektor eine Federzeichnung Hubert Roberts mit einem sitzenden Künstler im Hof einer italienischen Villa um 1757/65 für 22.000 Franken (Taxe 15.000 SFR) und Giovanni Domenico Tiepolos fliegende Putten im Himmel nach 1770 für 20.000 Franken (Taxe 15.000 SFR). Beide Künstler reüssierten noch mit weiteren Arbeiten.

Eine der besten Steigerungen gelang Giuseppe Ghezzi mit der gewissenhaften Federzeichnung eines knienden Jünglings mit Zirkel in den Händen um 1700 für 10.500 Franken statt 4.000 Franken. Auch Giovanni Francesco Barbieris flott skizzierte und lavierte „Ohnmacht Mariens“ schnitt mit 10.000 Franken gut ab (Taxe 6.000 SFR), ebenso Jacopo Confortinis Rötelzeichnung des Evangelisten Johannes mit Buch in den Händen bei 5.600 Franken (Taxe 3.000 SFR) oder ein leidender Christus mit Dornenkrone für 10.000 Franken, der Jan Harmensz Muller zugeschrieben wird (Taxe 5.000 SFR).

In etwa bei ihren Schätzpreisen kamen die fantasievollen Architekturcapricci Francesco Galli Bibienas für bis zu 7.400 Franken, Domenico Maria Canutis spontane Federzeichnungen von Herkules im Kampf mit dem Löwen für 4.400 Franken und die beiden Stadtansichten von Valletri und Pozzuole für 2.000 Franken ans Ziel, die Francesco Zucchi II um 1740 genau niedergelegt hat. Der Klassizismus entsandte Bartolomeo Pinellis Soldaten und Treiber mit beladenen Eseln vor einer Schenke für 6.000 Franken und die Romantik Friedrich Salathés Aquarell einer Reusstallandschaft mit Bauernfamilie am Bach für 4.800 Franken (Taxen je 5.000 SFR). Keine Anhänger fanden dagegen Luca Cambiasos Kreuzabnahme, Jean-Baptiste Huets feine Rokokozeichnung einer Schäferin mit Kind, Hund und Esel in einer idealisierten Landschaft (Taxen je 10.000 SFR) oder Giuseppe Bernardino Bisons Gruppe rastender Krieger um 1800 (Taxe 25.000 SFR).

Großteils übernommen wurde eine Privatsammlung mit Helvetica, die den Alten Meistern vorgeschaltet war. Hier blieben nur rund zwanzig Prozent der gut neunzig Positionen unverkauft. Allerdings waren die Preise für die Stadt- und Landschaftsveduten, Genreszenen und Personendarstellungen aus dem späten 18ten und frühen 19ten Jahrhundert auch nicht so hoch. 9.500 Franken für Johann Ludwig Aberlis aquarellierte Ansicht von Schloss und Dorf Nidau wohl aus den 1770er Jahren (Taxe 10.000 SFR), 8.800 Franken für Sigmund Freudenbergers idyllisches Familiebild am klapprigen Bauernhof (Taxe 8.000 SFR) und 6.800 Franken für die kolorierte Umrissradierung „Vue de Moutru et du Chateau de Chillon“ von Gabriel Lory père aus dem Jahr 1790 waren bereits das Höchst der Gefühle (Taxe 8.000 SFR). Mit einer Ausnahme, die das letzte Los bot: Das 1827 von Johann Jakob Wetzel herausgegebene Werk „Voyage pittoresque aux Lacs de Thoune, Lungern et Sarnen“ mit zwölf kolorierten Radierungen von Franz Hegi und Conrad Caspar Rordorf kostete, wie gefordert, 30.000 Franken.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Galerie Kornfeld

Laupenstrasse 41

CH-3008 Bern

Telefon:+41 (031) 381 46 73

Telefax:+41 (031) 382 18 91

E-Mail: galerie@kornfeld.ch



03.08.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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