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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Ergebnisse: Kunst und Antiquitäten bei Fischer in Luzern

Rettung aus Frankreich



Camille Pissarro, Pièce d’eau à Kew, Londres, 1892

Camille Pissarro, Pièce d’eau à Kew, Londres, 1892

Französische Impressionen waren die Erfolgsgarantie für Fischers große Frühjahrsauktion Mitte Juni in Luzern. Sie retteten die insgesamt nicht gerade berauschende Bilanz einer Versteigerung, die nicht nur unter ihrer eigenen Masse ächzte, sondern auch im Hochpreissegment vor allem der Alten Meister unter einer zunehmenden Zurückhaltung kundiger und ehrgeiziger Interessenten gegenüber Unsicherem und Zweitklassigem litt. Die fünf Werke aber, die im Laufe der Zeit alle über die renommierte Galerie Gattlen in Lausanne in Schweizer Privatbesitz vermittelt worden waren, ließen zumindest die Abteilung Moderne Kunst mit gutem Ergebnis abschließen. Zwei duftige Landschaften Camille Pissarros unter den Titeln „Pièce d’eau à Kew, Londres“ von 1892 für 780.000 Franken und „Brouillard à Éragny“ von 1884 für 320.000 Franken, Pierre-Auguste Renoirs kleine Studie „Le pont à Biot“ für 270.000 Franken sowie Albert Marquets bereits zur Neuen Sachlichkeit tendierende „Pointe de Territet, Montreux“ für 100.000 Franken fanden sich allesamt im Rahmen ihrer realistischen Schätzungen wieder. Louis Valtats kraftvoll durchmodelliertes Stillleben „Fruits du Midi“ kletterte mit einem Ergebnis von 95.000 Franken sogar noch erheblich darüber hinaus.


Moderne und Zeitgenössische Kunst

Die moderne Kunst der anderen Länder war dagegen nicht besonders stark vertreten. Max Liebermanns Studie zum Gemälde „Arbeiter im Rübenfeld“ aus dem Jahr 1873 wurde bei 120.000 bis 160.000 Franken zum Rückgang, ebenso die einzige bedeutende Schweizer Offerte, Giovanni Giacomettis „Steilhang mit Lärchen am Seeufer“ für 250.000 bis 350.000 Franken. So setzte sich Marianne von Werefkins frühes Bildnis von Vera Repin, der Ehefrau des berühmten russischen Künstlers Ilja Repin, aus dem Jahr 1881 bei 38.000 Franken an die Spitze. Pikant an der Sache war, dass Werefkin zur Entstehungszeit des Gemäldes eine intensive Liaison mit dem sechzehn Jahre älteren Lehrer unterhielt. Ein Jahr später trennte sich Repin von seiner Frau (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR). Einen Sprung von 12.000 bis 16.000 Franken auf 26.000 Franken schaffte eine breitformatige Ölzeichnung Jean-François Raffaëllis, die eine Szene am Ufer der Seine mit der Pont des Arts zeigt. Ein wirklichkeitsnaher, plastischer Strauß weißer Pfingstrosen in einer Delfter Vase Gabriel Schachingers aus dem Jahr 1907 verabschiedete sich bei 32.000 Franken (Taxe 10.000 bis 15.000 SFR) und die gar nicht so ausgelassene Jugendstil-Lithografie „La morphinomane“ von Eugène Samuel Grasset bei 9.000 Franken (Taxe 7.000 bis 8.000 SFR).

Bei der jüngeren Kunst standen zwei surreale Raumbilder Edgar Endes mit statischem, fast leblosem Aktfigurenpersonal weiter oben: die ihm zugeschriebene „Anatomie“ für 15.000 Franken (Taxe 5.000 bis 7.000 SFR) und die von ihm 1920 datierte Leinwand „Im Treibhaus“ für 38.000 Franken (Taxe 18.000 bis 24.000 SFR). Beliebt waren auch Heinrich Danioths spät- und neoexpressionistische Bilder wie „Urner Alpsegen“ von 1946 für 30.000 Franken (Taxe 15.000 bis 20.000 SFR) und das um 1915 entstandene Frühwerk „Stillleben mit Teekanne“ für 28.000 Franken (Taxe 18.000 bis 20.000 SFR). Zu ihm gesellten sich aus der Schweizer Kunst Serge Brignonis flirrende „Paysage à Bellinzona“ von 1940 bei taxgerechten 9.000 Franken, Luciano Castellis grünblauer Akt „Morgentau“ von 1992 bei 25.000 Franken (Taxe 30.000 bis 50.000 SFR) oder Niklaus Stoecklins neusachliches Stillleben mit Kamelien von 1954 bei 9.500 Franken (Taxe 7.000 bis 9.000 SFR) und aus Ungarn Béla Czóbels kraftvolles Ölgemälde „Atelierhof des Künstlers“ für 12.000 Franken (Taxe 8.000 bis 10.000 SFR).

Auf rege Nachfrage stieß dann eine ungewöhnliche Offerte aus der Türkei in Form von Fikret Muallas „Familienspaziergang“. Mualla lebte seit jungen Jahren in Frankreich und schloss sich dort der einfachen Bildsprache der Fauves und der Naiven an. Für das in Gouache gemalte Gruppenportrait zahlte ein Sammler schließlich stattliche 34.000 Franken (Taxe 6.000 bis 8.000 SFR). Unübertreffbar aber waren die beiden Künstler von internationalem Format: Fernand Léger mit seiner um 1951/52 datierten Komposition „Vie“ mit schwebenden Farbformen für 190.000 Franken (Taxe 130.000 bis 160.000 SFR) und Jean Dubuffet mit der wild gestischen wie expressiven „Site avec deux personnages“ von 1981 für 360.000 Franken (Taxe 200.000 bis 300.000 SFR). Bei den Arbeiten auf Papier erreichte Gustave Buchets kubistische Komposition die unteren anvisierten 8.000 Franken, teuerste Position der Rubrik war Roy Lichtensteins bekannte Farblithografie „Crak!“ für 17.000 Franken (Taxe 10.000 bis 15.000 SFR), und Andy Warhol schloss sich mit der grünen Farbserigrafie eines „Electric chair“ von 1971 bei 6.200 Franken an (Taxe 4.500 bis 5.500 SFR).

Alte und Neuere Meister

Mit 75.000 Franken für ein kleines Altarretabel mit einer geschnitzten Vermählungsszene wohl zwischen Joachim und Anna und bemalten Seitenflügeln aus Antwerpen des frühen 16ten Jahrhunderts und bei einer Schätzung von 4.000 bis 5.000 Franken sensationellen 59.000 Franken für eine Zeichnung holländischer Kriegsschiffe von Ludolf Backhuysen waren die Höchstpreise bei den Alten Meistern bereits erreicht. Die vielen hochgehandelte Stücke aber, darunter ein Tod Mariä eines sächsischen Tafelmalers mit dem Notnamen „Meister des Pflockschen Altars“ für 290.000 bis 350.000 Franken, Gerrit Adriaensz Berckheydes feine, aber mit 380.000 bis 450.000 Franken eben doch zu teure Ansicht „Het Huis te Spijk aan de Linge“ und eine weite Waldlandschaft mit berittener Soldatenschar von Jan Breughel d.J. und Pieter Snayers (Taxe 190.000 bis 250.000 SFR), wurden auf dieser Auktion zu schmerzlichen Rückgängen.

Übernommen wurde diesmal zu unteren Schätzung von 10.000 Franken Jacob Peeters’ „Aufbruch zur Falkenjagd“ vor der fantasievollen Architekturkulisse eines Renaissancepalastes, Thomas Heeremans’ geschäftiges Treiben vor einem Dorfgasthof ebenfalls zu den unteren 14.000 Franken, die Francesco Casanova zugewiesene weite Landschaften mit einem Überfall bei 9.000 Franken (Taxe 9.000 bis 12.000 SFR) oder bei den Zeichnungen die fein ausgearbeitete graubraune „Gegend des Rheins unweit Zurzach“ aus dem Jahr 1795 von Johann Heinrich Meyer für 1.500 Franken (Taxe 2.000 bis 3.000 SFR).

Bei den Neueren Meistern konnte das Interesse von vornherein nicht allzu groß werden, doch gerade bei Hans Zatzkas opulent-vordergründiger Kitschantike „Faun und Nymphen“ kam bei 37.000 Franken wieder etwas Leben in den Auktionssaal (Taxe 12.000 bis 18.000 SFR). Dagegen taten Konrad Grobs noch echt empfundenes Genre „Die Verführung“ aus dem Jahr 1884 für angemessene 26.000 Franken, Eugène-Alexis Girardets heiterer Sommertag auf einer Walliser Alp für 12.000 Franken (Taxe 12.000 bis 18.000 SFR), Robert Zünds Ölstudie zum Gemälde „Am Reichenbach bei Meiringen“ für 18.000 Franken (Taxe 18.000 bis 24.000 SFR), die sommerliche römische Campagna bei Pisis von Károly Markó d.Ä. für 15.000 Franken (Taxe 15.000 bis 20.000 SFR) oder Johan Barthold Jongkinds Aquarell der „Windmühlen bei Arnhem“ von 1859 für 4.000 Franken in ihrer unprätentiösen Art richtig gut (Taxe 4.000 bis 6.000 SFR). Bei zwei Kosakendarstellungen Hugo Ungewitters von 1927 und 1934 für jeweils 28.000 Franken sprang in der Abteilung mit Russischer Kunst an einigen Werken die Kauflust wieder an (Taxen zwischen 15.000 und 20.000 SFR), ebenso innerhalb der Zeichnungen bei Anne Louis Girodet-Triosons Studie mit dem Gott Neptun für 4.600 Franken (Taxe 800 bis 1.000 SFR).

Design, Skulpturen und Kunsthandwerk

Bei der Designofferte ragten eine Jugendstillampe namens „Cobra“ um 1925 aus der Pariser Firma Edgar William Brandt für 26.000 Franken (Taxe 25.000 bis 30.000 SFR), ihr schmiedeeisernes Gartentor mit stilisierten Blütenmotiven um 1930 bei 12.500 Franken (Taxe 14.000 bis 16.000 SFR) und eine wie immer originelle Demi-Lune-Kommode Piero Fornasettis aus den 1950er Jahren mit Architekturwiedergaben unter dem Titel „Palladiana“ für 20.000 Franken heraus (Taxe 12.000 bis 18.000 SFR). Auch Daniel Cléments verspielte Konsole „Aquarium“ aus farbigen Glasscherben fand bei 15.000 Franken ihre Interessenten (Taxe 10.000 bis 15.000 SFR).

Die Skulpturen kürten ein kleines Alabasterrelief Landolin Ohnmachts mit Mutter mit Kind in klassizistischer Gemessenheit zur Königin. Das Hochoval war lediglich auf 600 bis 800 Franken angesetzt worden, kletterte aber auf beachtliche, seiner Qualität aber mehr entsprechende 20.000 Franken. Die Marke Fabergé zog bei einem Moskauer Miniaturkovsch um 1900 alle Blick auf sich und schloss im Bereich der Silber- und Goldobjekte bei 34.000 Franken am besten ab (Taxe 25.000 bis 30.000 SFR). Bei den Möbeln blieb ein kleiner Rokokokonsoltisch Johann Michael Hoppenhaupts II in charakteristischer Silberfassung von 1760 nicht unentdeckt. Die Kundschaft verhalf ihm zu 30.000 Franken (Taxe 7.000 bis 9.000 SFR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Galerie Fischer Auktionen AG

Haldenstrasse 19

CH-6006 Luzern

Telefax:+41 (041) 418 10 80

Telefon:+41 (041) 418 10 10

E-Mail: info@fischerauktionen.ch



02.08.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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