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Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Genauer Ausgang ungewiss: Der amerikanische Künstler Dan Peterman öffnet den Ausstellungspavillon der Lübecker Overbeck-Gesellschaft für allerlei natürliche Prozesse. Ganz vordergründig jedoch geht es dabei um Käse

Im Zwischenreich von Kunst, Natur und Technik



Wenn es um die vielfältigen thematischen Berührungen zwischen Kunst und Natur, Ökologie und Ökonomie geht, dann ist der in Chicago lebende amerikanische Künstler Dan Peterman, Jahrgang 1960, immer ganz vorne mit dabei. Berühmt ist seine Fahrradreparaturwerkstatt, die er zusammen mit benachteiligten Jugendlichen in einem Nebengebäude der Universität von Chicago betreibt. Der interdisziplinäre Austausch mit Naturwissenschaftlern und Umweltaktivisten gehört zu seinen Markenzeichen. Peterman, der seit über 20 Jahren künstlerisch arbeitet, wurde jetzt von der Lübecker Overbeck-Gesellschaft eingeladen, den Ausstellungspavillon des Kunstvereins in ein vielschichtiges Ensemble aus skulpturalen Setzungen und organischen, durchaus schwer kontrollierbaren Prozessen zu verwandeln.


Sommerlich warme Temperaturen machen es möglich: Peterman öffnet den Ausstellungsraum durch eine schmale Tür an der Seite. Der Betrachter wird auf einen mit Rindenmulch bestreuten Pfad gelockt, der durch ein kleines Treibhaus hindurch direkt ins Zentrum der Ausstellung führt. Das organische Material Mulch besetzt auch den Boden im Inneren des Pavillons und verklammert so Natur und Kultur. Pflanzensamen, Insekten und Kleintiere haben leichtes Spiel. Sie können ungehindert ins Gebäude vordringen. Der normalerweise von der Natur separierte Kunstort wird so zum temporären Vivarium für Kleinlebewesen.

Beim Passieren der Ausstellung erlebt der Besucher verschiedene Temperaturzonen, unterschiedliche Grade von Luftfeuchtigkeit und vor allem auch diverse miteinander konkurrierende Gerüche. Der dezente Nadelbaumduft des Rindenmulches beginnt sich nach und nach mit dem Geruch von reifendem Ziegenkäse zu vermischen. Der steht nämlich als sinnliche Metapher für alles Werden und Vergehen im Zentrum der Schau. Peterman hat sich von einer Ziegenkäsemanufaktur aus dem Lübecker Umland etliche ganz frische Laibe besorgt, die er jetzt auf einem knapp über dem Boden angebrachten altarähnlichen Brett präsentiert. Eine schräggestellte Konstruktion aus Holzlatten und Treibhausfolie sorgt für eine gewisse Abschirmung. Der Käse reift langsam vor sich hin. Einmal am Tag wird er mit Salzlake behandelt.

Dennoch dürfte der Reifeprozess wesentlich unkontrollierter ablaufen als im sterilen Ambiente einer Käsemanufaktur. Peterman überlässt das Naturprodukt bewusst den unterschiedlichsten Einflüssen. Bakterien und Schimmel, Käfer und Würmer und vielleicht sogar die ein oder andere Maus werden den Käse im Laufe der sechswöchigen Ausstellung besiedeln oder anfressen. Mit „künstlerischen Versuchsreihen“ wie dieser beschäftigt sich Peterman schon seit über zehn Jahren. Und so hat er auch ältere vollständig ausgetrocknete Käseexemplare aus seinem Archiv mitgebracht, die er in grauen Regalen aus selbstrecyceltem Plastikmüll ausstellt. Kleine Ensembles von benutzbaren Kunststoffhockern laden zudem dazu ein, sich in der Ausstellung niederzulassen und vielleicht über deren leicht resignativ klingenden Titel zu diskutieren: „Was gibt es noch zu tun?“

Für Dan Peterman ist das durchaus keine rein rhetorische Frage. Wenngleich seine Kunst sehr sinnlich ist und Spaß macht, so stellt sie doch dringliche Fragen zur Ökonomie des Konsums und unserem Umgang mit begrenzten Ressourcen. Gleichzeitig führt sie uns auf spielerische Art und Weise und ohne erhobenen Zeigefinger vor, dass noch Zeit ist, Mensch und Natur wieder miteinander in Einklang zu bringen und die schlimmsten Auswirkungen von Umwelt- und Klimakatastrophe, Rohstoff- und Nahrungsmittelknappheit zu bekämpfen. Eine gehörige Portion Skepsis trifft in dieser sommerlich-luftigen Ausstellung auf die durchaus berechtigte Hoffnung, dass es für die notwendigen Schritte noch nicht zu spät ist.

Die Ausstellung „Dan Peterman – Was bleibt zu tun?“ ist bis zum 15. August zu sehen. Die Overbeck-Gesellschaft – Kunstverein Lübeck hat dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Es erscheint kein Katalog. Verschiedene ältere Publikationen zu Dan Peterman sind in der Ausstellung erhältlich.

Kontakt:

Overbeck-Gesellschaft - Verein von Kunstfreunden e.V.

Königstraße 11

DE-23552 Lübeck

Telefon:+49 (0451) 747 60

Telefax:+49 (0451) 747 60

E-Mail: info@overbeck-gesellschaft.de



23.07.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Veranstaltung vom:


04.07.2010, Dan Peterman - Was bleibt zu tun?

Bei:


Overbeck-Gesellschaft - Verein von Kunstfreunden e.V.

Künstler:

Dan Peterman










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