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Am 01.12.2017 Auktion 1099: Moderne Kunst

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Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach

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Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von  Stuck

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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Moderne und zeitgenössische Kunst sowie Kunsthandwerk bei Neumeister

Dünne Luft an der Spitze



So ganz konnten auch die ausgewählten Werke des Münchner Auktionshauses Neumeister das Publikum am 10. Juni nicht überzeugen. Das doch recht magere Ergebnis von nur 17 Verkäufen bei 53 Positionen – mit dem Nachverkauf waren es dann immerhin 23 – zeigt vor allem eines: Es bleibt schwierig, ein nicht eben schillerndes, spektakuläres Angebot den Sammlern, Händlern und Institutionen zu vermitteln. Es ist aber auch für die deutschen Auktionshäuser derzeit schwierig, an wirklich gute Werke heranzukommen. Eben erst hatte Neumeister mit der Sammlung Liebermeister einen solchen Glücksfall gemacht, doch im regulären Programm muss es sich in München gegen die mächtige Konkurrenz von Robert Ketterer behaupten, der mit seinen Modernen und Zeitgenossen zur gleichen Zeit deutlich erfolgreicher war. Hinzu kommen noch Karl & Faber, die mit einem ähnlichen Programm durchschnittlicher besser punkteten als Neumeister. Es ist für Katrin Stoll und ihre Mitstreiterinnen also trotz Überwindung des allgemeinen Durchhängers im vergangenen Jahr keineswegs einfacher geworden, sich auf dem an der Spitze zunehmend engeren Markt durchzusetzen.


Auch insgesamt verlief der Auktionstag nicht gerade rosig. Losebezogen kam nur eine Zuschlagsquote von knapp 37 Prozent heraus, die mit einem kräftigen Nachverkauf noch auf gute 50 Prozent gesteigert werden konnte. Vor allem in der klassischen Moderne liegen bei Neumeisters Moderne noch immer die heißesten Eisen im Feuer. Ein unbetiteltes Tuscheaquarell aus dem Jahr 1940 dokumentiert noch einmal den ungebrochenen Gestaltungswillen Wassily Kandinskys am Ende eines langen erfüllten Lebens. Die auf vier Register verteilten Boote, durch Winkelformationen miteinander verbunden, auf roséfarbenem Zeichenpapier war bisher nur ein einziges Mal, 1944 anlässlich des Todes Kandinskys in Paris, öffentlich ausgestellt. Ein deutscher Sammler behielt bei 220.000 Euro die Oberhand, noch 20.000 Euro über dem oberen Schätzwert. Der zweite Hauptpreis ging an Otto Muellers Aquarell und Farbkreidezeichnung „Mädchen am Baumstamm“. Hier kamen im Rahmen der Erwartungen 135.000 Euro zusammen. Erst mit respektvollem Abstand folgte dann an dritter Stelle Lovis Corinths derb interpretierte Antikenhistorie „Das Urteil des Paris“ von 1920 bei 65.000 Euro (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR).

An erster Stelle der Nichthabenseite steht der Rückgang von Günther Ueckers „Feld“ aus dem Jahr 1998. Für die vierzig mal sechzig Zentimeter messenden Nagelwogen hatte Neumeister mit 170.000 bis 190.000 Euro aber auch in der Tat etwas viel verlangt. Einige Bewegung gab es manchmal bei den kleinen Preisen, etwa wenn Julius Bissiers kleine abstrakte Mischtechnik „A 12. Oct. 63“ ihren Wert auf 12.500 Euro etwa verdoppelte oder Moise Kislings stilllebenhaftes Ölgemälde „St. Tropez“ von 1918 von 12.000 bis 15.000 Euro auf 23.000 Euro schoss. Seine nüchterne „Jeune femme au corsage“ von 1931 musste auf den Nachverkauf warten, um dann noch mit 28.000 Euro erlöst zu werden (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Paul Mathias Paduas opulente, aber auch etwas geschmäcklerische Szene „Im Atelier“ erwies sich mit dem Zuschlag von 16.000 Euro dann wieder begehrter als gedacht (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR).

Bei recht stattlichen 9.500 Euro verkaufte sich ein spätimpressionistisches Früchtestillleben Otto Dills mit Blumenstrauß (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Jeweils angemessen wurden eine Ansicht des Monte Solaro auf Capri von Konstantin Ivanovich Gorbatov bei 22.000 Euro, Erich Erler-Samadens weite stilisierte Landschaft „Sonntag im Oberengadin“ bei 7.500 Euro, Georg Karl Pfahlers Farbflächenkonstruktion „G.K.A.Metro BB II“ aus den späten 1960er Jahren, die etwas den Charme einer Arztpraxisdekoration versprüht, bei 8.500 Euro und Erich Hausers Relief einer Edelstahlfaltung von 1969 bei 6.000 Euro übernommen. Je jünger die Kunst wurde, desto schwerer taten sich die Kunden mit ihr. So fanden teils nicht ganz so typische Arbeiten von Matthias Gangkofner, Susanne Knaack, Imi Knoebel, Markus Lüpertz, Gerhard Richter oder Peter Rösel bis dato keinen Abnehmer.

Manches Grafikkonvolut wie etwa die günstig taxierten Farblithografien des späten Otto Dix, die alle neuen Besitzern zugewiesen wurden und bis zu 5.200 Euro für das „Sitzende Kind“ von 1964 erwirtschaften, zogen die Aufmerksamkeit während der Versteigerung der durchschnittlich erschwinglicheren Losnummern auf sich. Im Allgemeinen aber hielten sich die Kunden an die Preisvorgaben, wenn sie Emy Roeders figürliche Bronze „Arabische Mutter mit Kind, Fragment Tripoli“ von 1961/62 für 4.400 Euro, Heinrich Zilles frivole Tuschezeichnung „Geburtstag“ für 2.500 Euro, Oskar Nerlingers abstrakten und rot kolorierten Linolschnitt „Die Waage“ von 1923 bei 500 Euro oder Adolf Klingshirns neusachliches Aquarell eines Kindes mit Kinderwagen für 150 Euro kauften. Manchmal gab es dann doch einige Bewegung, wenn etwa Ida Kerkovius’ recht unspezifische Ölmalerei, bei der nur schwach einige Tiere zu erkennen sind, auf 7.500 Euro kletterte (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR) oder Hermann Max Pechsteins akademisches Studienblatt mit Armen von 1904 bei 1.400 Euro nicht unbeachtet blieb (Taxe 700 bis 900 EUR).

Auch bei den kleinen Preisen galt den Modernen der Vorzug gegenüber den Zeitgenossen. Standen erstere mit einer losbezogenen Zuschlagsquote von 53,4 Prozent über dem Auktionsdurchschnitt, schnitt die Kunst nach 1945 mit 40 Prozent am schlechtesten ab. Informelle und tachistische Arbeiten kamen meist taxgerecht ans Ziel, so Karl Friedrich Brusts erdverbundene Leinwand „Das letzte Bild“ aus seinem Todesjahr 1960 für 1.000 Euro, Karl Otto Götz’ blauschwarzer Farbwirbel „Bloto 9“ von 1949 bei 3.000 Euro oder auf französischer Seite Pierre Dmitrienkos rot glühende „Désert d’Espagne“ von 1959 bei 2.000 Euro. Mit ihren Erwartungen begnügten sich zudem Lothar Quintes „Roter Schlitz“ von 1965 bei 2.000 Euro, Dorothy Iannones spritziges Musik-Multiple „The Singing Box / Dinner Music“ von 1972 ebenso bei 2.000 Euro und Klaus Fußmanns Aquarell „Rosen“ von 2009 bei 3.000 Euro. Lucio Fontanas Serigrafie eines ovalen, violetten „Concetto spaziale“, die 1965 hundertmal gedruckt und eingeschnitten wurde, stieg leicht auf 3.100 Euro (Taxe 2.000 bis 2.500 EUR), und richtig heiß umkämpft war nur eine rot lavierte Tuschezeichnung Georges Mathieus aus dem Jahr 1958. Sie ging schließlich erst bei 7.000 Euro weg (Taxe 800 bis 1.200 EUR).

Nimmt man die Verkaufsquote zum Maßstab, war die Abteilung mit Kunsthandwerk und Design der Star der Auktion. Mit über 64 Prozent lag sie einsam an der Spitze. Doch ihre Preise kamen nur bis in den mittleren vierstelligen Bereich: Ein von Franz von Stuck entworfener Nautiluspokal der Firma WMF aus versilbertem Messing von 1890 mit 5.700 Euro (Taxe 3.200 bis 3.500 EUR) und Max Laeugers Majolika einer nackten Stehenden um 1930 mit 5.500 Euro waren hier die teuersten Stücke (Taxe 4.500 bis 5.000 EUR). Auf 3.200 Euro brachte es ein durchbrochen gearbeitetes und kleinen Smaragden, Rubinen und Diamantrosen filigran besetztes Collier, bei dem sich Anton Frühauf aus Meran in den 1960er Jahren an der abstrakten Kunst jener Zeit orientierte (Taxe 1.600 bis 2.000 EUR). Während eine Tischlampe mit einem mit Wildrosen bemalten Schirm der amerikanischen Firma Handel & Co. während der Versteigerung mit 5.000 Euro auf das Doppelte der Erwartung kletterte (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR), verabschiedete sich das aufwändigere Exemplar des Konkurrenten Louis Comfort Tiffany mit der Bleiverglasung eines Tulpenfeldes erst nach der Auktion bei 22.000 Euro (Taxe 24.000 bis 28.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

Barer Straße 37

DE-80799 München

Telefax:+49 (089) 23 17 10 55

Telefon:+49 (089) 231 71 00

E-Mail: auctions@neumeister.com



22.07.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Louis Comfort Tiffany, Tischlampe, 1900/1910

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Taxe: 24.000 - 28.000 EURO

Zuschlag: 22.000,- EURO

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Zuschlag: 5.000,- EURO

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Taxe: 130.000 - 160.000 EURO

Zuschlag: 135.000,- EURO

Losnummer: 681

Lovis Corinth, Das Urteil des Paris, 1920

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Taxe: 60.000 - 80.000 EURO

Zuschlag: 65.000,- EURO

Losnummer: 648




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