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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Mäßige Erfolge kennzeichnen die Auktion der Alten Meister bei Sotheby’s in Mailand

Kein Glück für Italien



Giacomo Ceruti, Portarolo col cane

Giacomo Ceruti, Portarolo col cane

Unmittelbar steht der Junge mit seinem Korb vor einem Bauernhaus. Sein Hund sitzt treu, aber in einigem Abstand bei ihm. Die Einfachheit und Klarheit, der Verzicht auf jegliches Beschönigen oder Idealisieren kennzeichnet die alltäglichen Genreszenen des Milanesischen Malers Giacomo Ceruti, der seinen Figuren porträthafte Züge verleiht und so ihre Armut und Mühen mit realer Würde schildert. Bei dem Hauptlos der Versteigerung des Auktionshauses Sotheby’s in Mailand am fiel der Hammer bereits bei 750.000 Euro, obwohl sich die Experten für das Ende der 1720er Jahre geschaffene Werk 800.000 bis 1.200.000 Euro erhofft hatten. Das Angebot schien im Vorhinein vielversprechend, klangvolle Künstlernamen füllten die Katalogseiten. Doch die Italiener hatten in den letzten Wochen wenig Glück. Auf die Anzahl der Lose bezogen fanden 54 Prozent der Offerte keinen Käufer, einige große Arbeiten blieben unter ihrem Schätzpreis, vieles wurde zur unteren Taxe versteigert.


Auch Guido Renis erst 2006 entdeckte Jungfrau Maria, die ihren Blick bittend und ein wenig schmachtend zum Himmel wendet und deren Schönheit durch sanfte Zartheit im Ausdruck betont wird, blieb mit 75.000 Euro hinter den Erwartungen zurück. Da half auch die fünffache Absicherung durch Expertisen wenig, die das Auktionshaus vorlegte (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Die Anbetung der Hirten auf einem bewegt gemalten Altarblatt von Giovanni Battista Gaulli, dem Meister des römischen Hochbarocks, erzielte 65.000 Euro. Vorgesehen waren hier 70.000 bis 100.000 Euro.

Im Katalog auf insgesamt neun Seiten waren zwei mythologische Zyklen von Gregorio de Ferrari beworben. „Perseus und Andromeda“, „Merkur und Argus“ sowie „Pan und Syrinx“ schuf der Maler Anfang des 18ten Jahrhunderts für den Palazzo Cattaneo-Adorno in Genua zusammen mit vier anderen Bildern, welche die Taten des Herkules veranschaulichen. Für die fantasievollen Arbeiten des Genueser Spätbarocks erhoffte sich das Auktionshaus 800.000 bis 1,2 Millionen Euro beziehungsweise 400.000 bis 600.000 Euro. Keine der beiden Reihen konnte den Besitzer wechseln, was sicher auch mit ihrem großen Format zusammenhängt. Die drei ungefähr 2,50 auf 4 Meter großen, ebenso wie die vier rund 2,20 auf 1,50 Meter messenden Leinwände benötigen erstmal ein adäquates Umfeld, in dem sie bei ihrer richtigen Hängung ihre kraftvollen Diagonalen und eleganten Spiralbewegungen entfalten können.

Erfreulicher präsentierten sich hingegen die Ergebnisse von Luca Giordano, dessen „Raub der Sabinerinnen“ ebenfalls aus dem Palazzo Cattaneo-Adorno stammt. Das 1680 entstandene Werk konnte bei einem Zuschlag von 360.000 Euro die anvisierte Taxe von 150.000 bis 250.000 Euro deutlich übertreffen. Giordano war mit einem weiteren Werk zugegen, diesmal einem Entwurfsgemälde in Tempera auf Karton. Marias Tempelgang, auch die Einführung Mariens in den Tempel genannt, ist als große Theaterszene aufgebaut und erzielte mit 28.000 Euro ebenfalls einen höheren Preis als erwartet (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Keine großen Überraschung gab es dann wieder bei Alessandro Magnascos „Frati che si scaldano intorno al fuoco“. Die wabernde Mönchsmasse um den Kamin im monochromen dunklen Grau und charakteristisch energetisch-gestrichelter Malweise blieb mit soliden 145.000 Euro innerhalb des Schätzrahmens. Dafür verbesserte sich sein Portrait eines alten Literaten mit ausgemergelten Gesichtszügen von 25.000 Euro auf 52.000 Euro.

Eine kleine Sensation war zudem das Stillleben mit Musikinstrumenten von Bartolomeo Bettera. Der schlechte Zustand des Bildes konnte die Bieter nicht über die feine Malweise hinwegtäuschen, so dass der glückliche Sieger am Ende bereit war, 68.000 Euro zu zahlen (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Seinen Schätzpreis mehr als verdoppeln konnte auch Giovanni Paolo Paninis Capriccio mit der Heiligen Familie. Das ovale Format mit romantisch-pittoresken Ruinen und Antiken im Vordergrund erzielte 72.000 Euro (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Für das Genre der Landschaften konnte sich das Mailänder Publikum augenscheinlich weniger begeistern. Paninis in mildes Sonnenlicht getauchte Ruinen des Forum Romanum aus der Mitte des 18ten Jahrhunderts wurden bei 300.000 bis 500.000 Euro ebenso wenig verkauft, wie das Pendant zweier stimmungsvoller Flusslandschaften von Pieter Mulier d.J. (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR) oder Jakob Philipp Hackerts verwunschene Tempelruine der Minerva Medica in Rom mit pittoresk davor lagernden Ziegen, Kühe und Hirten (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Auch die Schlachtenbilder von Cornelis de Wael oder Jan van Huchtenburgh fielen in der Auktion durch (Taxen zwischen 20.000 bis 35.000 EUR).

Erfreuliche 24.000 Euro erreichte Daniele Crespis auferstandener Christus, bei dem vor allem der sichere und gezielte Farbauftrag überzeugt (Taxe 12.000 bis 16.000 Euro). Für Giuseppe Bartolomeo Chiari waren die 42.000 Euro ebenfalls kein Problem, als es um seinen Entwurf für das Deckenfresko im römischen Palazzo Colonna ging (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Unter ihrem Wert blieb hingegen die verzückte heilige Theresa von Bernardo Strozzi. Sie war auf 30.000 bis 40.000 Euro geschätzt, fand aber für 28.000 Euro bereits einen neuen Besitzer. Dafür machte sich sein heiliger Franziskus, ebenfalls in Ekstase, taxgerecht bei 30.000 Euro davon. Das Capriccio mit Elementen aus der venezianischen Lagune, das Giuseppe Bernardino Bison in der Nachfolge Francesco Guardis malte, platzierte sich zu unteren Schätzung von 40.000 Euro, und der Deutschrömer Dietrich Wilhelm Lindau als einer der weniger Ausländer im Programm seine kleine Gruppe von Landleuten vor der Silhouette Roms bei 24.000 Euro (20.000 bis 30.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Sotheby’s Mailand

Via Broggi 19

IT-20129 Mailand

Telefon:+39 (02) 29 50 01

Telefax:+39 (02) 295 18 595



16.07.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Lena Hennen

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