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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Die teueren alten Möbel und Einrichtungsgegenstände fielen bei Koller in Zürich fast alle durch

Nach Luxus kein Bedarf



Adrien Delorme, Kommode, Paris um 1750

Adrien Delorme, Kommode, Paris um 1750

Die Verkaufsrate ist wieder leicht gestiegen: Knapp die Hälfte seines Angebots an Möbeln und Einrichtungsgegenständen konnte das Zürcher Auktionshaus Koller am 23. Juni absetzen, etwa sieben Prozent mehr als im vergangenen Frühjahr. Dennoch geriet ihm das Programm in seinem Hauptteil zum dramatischsten Einbruch seit Jahren. Es kam seit langem nicht mehr vor, dass nur ein einziges der kostbaren alten Möbelstücke, eine reich mit Bronzen verzierte Kommode Adrien Delormes um 1750 für 115.000 Franken 5.000 Franken unterhalb der Schätzung, mit Ach und Krach die Sechsstelligkeit erreichte, dass von allen übrigen Toplosen kein einziges verkauft wurde und damit also fast die gesamte Spitzenware zum Rückgang wurde. Was schon die vergangene Auktion im März befürchten ließ, scheint nunmehr Gewissheit: Der Markt auf diesem Sektor ist nicht nur eng geworden, er ist geradezu gesättigt. Nach Luxus also kein Bedarf.


Eine ganze Reihe von Arbeiten hatte das Auktionshaus nicht zum ersten Mal im Programm, doch auch bei Preisnachlässen zum Teil um die Hälfte der früheren Taxen wie bei einer Rokokoaufsatzschreibkommode aus Mainz oder Augsburg, vielleicht nach Entwürfen Antonio Bossis oder Franz Xaver Habermann, für 70.000 bis 120.000 Franken hatte man keinen Erfolg. Vieles wurde im Vergleich zu früher unter Wert zugeschlagen wie eine römische Aufsatzschreibkommode des Barock um 1710/20 für 75.000 Franken (Taxe 80.000 bis 140.000 SFR). Die vielen Hauptwerke aber wie eine blumenverzierte Kommode Jean Desforges’ um 1750 (Taxe 150.000 bis 250.000 SFR) oder Nicolas Sageots Louis XIV-Kommode mit Boulle-Marketerie um 1710 (Taxe 100.000 bis 150.000 SFR), ein feines Bureau-Plat wohl von Noël Gérard aus etwa der gleichen Zeit (Taxe 150.000 bis 250.000 SFR) und Pierre Migeons II. schlichter großer Schreibtisch um 1735/40 für 120.000 bis 180.000 Franken mussten allesamt die Heimreise antreten. Von einem positiven Wandel des Marktes, wie das Auktionshaus optimistisch verkündet, kann keine Rede sein.

Auch eine Erholung des „mittleren“ Marktes, die Koller „das vielleicht wichtigste wirtschaftliche Fazit dieser Auktion“ nennt, kann nur mit viel Wohlwollen festgestellt werden. Denn viele Zuschläge erfolgten auch hier unterhalb der Schätzwerte. Ein prächtiges Zepter, um 1600 wohl von den Habsburgern für die Familie des gegen die Türken heldenhaften Feldherrn Graf Zrinski in Siebenbürgen in Auftrag gegeben, landete mit Nachverhandlungen bei 48.000 Franken (Taxe 50.000 bis 90.000 SFR), ein westfälischer Hallenschrank von Johann Hermann Budde um 1780, ebenfalls nicht zum ersten Mal angetreten, kam auf 32.000 Franken (Taxe 35.000 bis 55.000 SFR). Ihre unteren Schätzungen erreichten eine Schreibkommode des Berner Meisters Matthäus Funk um 1760 bei 35.000 Franken, eine Empire-Anrichte der Brüder Georges und François Honoré Georges Jacob-Desmalter bei 25.000 Franken, ein chinoiser Porzellantafelaufsatz nach einem Modell Johann Joachim Kändlers mit einer Pariser Bronzemontur um 1760 bei 30.000 Franken und ein Paar Fayence-Löwen nach chinesischen Vorbild aus Rouen um 1760 bei 28.000 Franken.

Geradezu wahnwitzig war dann allerdings die Begeisterung, mit der sich die Reichen aus aller Welt auf die historistischen Produkte des späten 19ten Jahrhunderts stürzten. Auf diesem Sektor hat das Auktionshaus erst seit einiger Zeit einen ganz neuen, höchst lukrativen Markt erschlossen, der den Bedarf an kostbarem Schein bestens bedient. Der historische Inhalt zählt dagegen weniger. Etwas versöhnlich stimmte also die Steigerung von 50.000 bis 90.000 Franken auf 155.000 Franken bei einem Bureau-Plat, das der Pariser Meister Mathieu Befort um 1860 nach einem Modell André-Charles Boulles aus Ebenholz mit wirkungsvoll aufgelegten Goldbronzen hergestellt hat. Bei den 480.000 Franken für eine schwülstige Anrichte von Guillaume Grohé etwa um dieselbe Zeit, wohl nach Entwürfen Philippe-François Julliots und nach Vorlagen verschiedener Ebenisten des 18ten Jahrhunderts, beginnen die Argumentationskräfte allerdings denn doch ein wenig zu versagen (Taxe 100.000 bis 200.000 SFR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch



14.07.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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