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Die Abschlussausstellung „FischGrätenMelkStand“, kuratiert von dem aus Schleswig-Holstein stammenden Berliner Künstler John Bock, markiert das fulminante Ende der Temporären Kunsthalle Berlin und unterstreicht nochmals die Notwendigkeit einer solchen Institution in der deutschen Hauptstadt

Gribbohmer Lektionen



Schlossplatz 1, Berlin Mitte – so lautet die Adresse der Temporären Kunsthalle Berlin. Als der schlichte Kubus vor rund zwei Jahren errichtet wurde, standen noch die letzten Überreste des Palastes der Republik, und der Masterplan für den mittlerweile abgeblasenen Wiederaufbau des Stadtschlosses wurde eifrig vorangetrieben. Der Mäzen und Stifter Dieter Rosenkranz, 85, hatte 950.000 Euro für den Bau des Projektes zur Verfügung gestellt. Rosenkranz wollte der Berliner Politik mit der Temporären Kunsthalle einen Anstoß geben, eine dauerhafte Lösung für ein unabhängiges Ausstellungshaus für zeitgenössische Kunst zu finden. So stand von vorneherein fest, dass die Kunsthalle als zeitlich begrenztes Projekt angelegt war, das funktioniert wie so vieles in Berlin: als Labor, Experimentierfeld, interdisziplinäre Versuchsanordnung, Ort der Kommunikation, der Diskussion und des gemeinsamen Feierns.


Zwei turbulente Jahre sind jetzt fast vorbei. Es gab personelle und konzeptuelle Querelen, Rücktritte und Entlassungen, auswärtige Kuratoren, die sich in Berlin produzieren wollten, Debatten ohne Ende. Dann wurde die Reißleine gezogen. Mit der klugen Entscheidung, jetzt Künstler als Ausstellungsmacher zu gewinnen, hat die Temporäre Kunsthalle in der Berliner Kunstszene zuletzt kräftig gepunktet. Und so bildete sich am Eröffnungsabend der letzten Ausstellung eine Besucherschlange rund um das Gebäude, die so manchen an die legendäre MoMA-Schlange aus dem Jahr 2004 erinnerte. Kuratiert hat die fulminante letzte Schau der 1965 im schleswig-holsteinischen Dorf Gribbohm geborene Aktionskünstler John Bock.

Das eigentümliche Modulsystem aus Gerüsten, Holzkonstruktionen und teils abenteuerlichen Durchgängen und Schlupflöchern, das nach Entwürfen von Bock von einem Architekten umgesetzt wurde, darf nur von maximal 45 Personen gleichzeitig betreten werden. Das Projekt trägt den aus der Landwirtschaft entlehnten Titel „FischGrätenMelkStand“. Das ist die Bezeichnung für eine bestimmte Anordnung der Milchkühe an der Melkmaschine. John Bock hat über 60 Künstlerfreunde eingeladen, ihre Arbeiten in diesem Neben-, Über- und Untereinander zu präsentieren. Dabei gibt er nicht nur bildenden Künstlern die Chance zu einem ersten Auftritt in einer Institution. Auch junge Designer, Architekten, Filmer oder Modedesigner sind mit frischen Arbeiten vertreten. Die Grenzen sind fließend, kein künstlerisches Medium wird hier ausgeschlossen. John Bock kommentiert dies mit seiner zum Markenzeichen gewordenen Mischung aus klarer Ansage und trockenem Humor: „Das ist der künstlerische Austausch, den ich gerne zeigen möchte. Es ist ja nicht so, dass ein Maler nur ein Bild malt. Er kann auch etwas ganz anderes machen. Hosen verkaufen zum Beispiel.“

So finden sich in der Ausstellung logisch erscheinende Gegenüberstellungen wie etwa in einem Raum mit schiefer Ebene eine Skulptur und eine Spiegelarbeit von Heimo Zobernig neben einem Textilgemälde von Sergej Jensen. Dann wiederum kuriose Fundstücke aus dem Filmmuseum, ausgewählt vom Bock höchstpersönlich, der den Westernklassiker „Spiel mir das Lied vom Tod“ ebenso zum Referenzwerk erklärt wie den Kinofilm „Der Seewolf“ de 1970er Jahre. Große Namen wie Franz Ackermann, Rirkrit Tiravanija oder Franz West sind als Zugpferde zwar dabei. Von Kurator Bock werden sie jedoch mit klug gesetzten Gegenpositionen junger, noch nicht vom Kunstmarkt vereinnahmter Künstler stark gebrochen und ironisiert. So dürfte die ungeheuer materialreiche Installation des jungen Briten Matthew Burbidge, die nur über einen schmalen Steg zu erreichen ist, für manchen eine lohnenswerte Neuentdeckung sein. Bock vergleicht Burbidge, der in seinem mit Kunstwerken, Möbeln und Miniskulpturen angefüllten Reich gelegentlich auch übernachten will, mit dem 1998 verstorbenen Schweizer Aktions- und Objektkünstler Dieter Roth.

In der sehenswerten Abschlussausstellung der Temporären Kunsthalle Berlin kommt noch einmal vieles zusammen, was die heterogene Berliner Kunstszene ausmacht: Musiker, die nebenbei auch noch ein fotografisches Œuvre schaffen, Künstler aus aller Welt, denen Berlin zumindest vorübergehend zur Heimat geworden ist, freundschaftliche Unterstützung und Förderung von Künstlerkollegen, die noch nicht den Weg in die großen Galerien geschafft haben. Bleibt zu hoffen, dass die Energie, die von dieser Ausstellung ausgeht, noch lange nachhallt. Ob es je zum Bau einer festen Kunsthalle kommen wird, das steht indes noch in den Sternen. Die Berliner SPD verweigert dem kunstbegeisterten Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit in dieser Frage die Gefolgschaft: Bis mindestens Ende 2012 sind dafür erst einmal keine Haushaltsmittel vorgesehen.

Die Ausstellung „FischGrätenMelkStand“ ist bis zum 31. August zu sehen. Die Temporäre Kunsthalle Berlin hat täglich von 11 bis 18 Uhr, montags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Der Katalog zu Ausstellung in Deutsch und Englisch ist in Vorbereitung.

Kontakt:

Temporäre Kunsthalle Berlin

Schlossfreiheit 1

DE-10178 Berlin

Telefon:+49 (030) 20 45 36 50

Telefax:+49 (030) 25 76 204 19

E-Mail: office@kunsthalle-berlin.com



12.07.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


02.07.2010, FischGrätenMelkStand

Bei:


Temporäre Kunsthalle Berlin

Künstler:

John Bock










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