Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 30.11.2017 110. Auktion: Druckgraphik des 15. - 19. Jahrhunderts

© Galerie Bassenge Berlin

Anzeige

Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach

Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von  Stuck

Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von Stuck
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner
© Galerie Neher - Essen


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Rückblick: Zeitgenössische Kunst im Wiener Dorotheum

Gekauft wird, was gängig ist und gefällt



Ungefähr in der Mitte seiner Erwartungen landete das Wiener Dorotheum mit seiner Versteigerung zeitgenössischer Kunst. Knapp die Hälfte der fast 190 Losnummern wurde verkauft. Hohe Zuschläge und hohe Rückgänge in dieser spannenden, zum Teil heiß geführten Auktion wechselten sich regelmäßig ab. Erzielte Günther Ueckers genagelte „Sandinsel“ von 1970 die obere Schätzung von 220.000 Euro, so scheiterte gleich darauf sein kunsthistorisch vielleicht bedeutenderes, ab sperrigeres „Vernageltes Tor zur Ausstellung“ aus dem Jahr 1983 an 140.000 bis 180.000 Euro. Nicht anders bei den großen Österreichern: Arnulf Rainers „Konstruktion TRR“, eine frühe abstrakte Arbeit von 1952, musste bei 120.000 bis 160.000 Euro an den Einlieferer zurück, das folgende Los dagegen, besetzt mit Friedensreich Hundertwassers Aquarell-, Temerpa- und Ölarbeit „La Mosquee“ aus dem Jahr 1959, konnte die Erwartungen mit 150.000 Euro erfüllen. Von Emilio Vedova wurde die informelle schwarzweiße Arbeit „Oltre“ mit roten Einsprengseln aus dem Jahr 1985 zur unteren Schätzung von 80.000 Euro übernommen, die beiden anderen Werke, das strenger geometrisch gefasste „Il semaforo“ aus der Frühzeit um 1945 für geschätzte 60.000 bis 80.000 Euro und die wiederum stark freie Malerei „Rosso 83-5“ für 100.000 bis 150.000 Euro blieben liegen.


Gut 2,5 Millionen Euro brutto spielte diese Veranstaltung vom 19. Mai ein. In die Reihe der neuen Rekordauktionen, mit denen das Dorotheum in diesem Frühjahr etwa das Silber und die Moderne feierte, schafften es die Zeitgenossen damit nicht. Eine allgemeine Regel aus dem Auktionsverlauf und seinen Ergebnissen abzuleiten ist nicht möglich. Höchstens die: Gekauft wird, was gängig ist und gefällt. Die absoluten Spitzenwerke hat das Dorotheum hier nicht an Land gezogen. Dafür viel Originelles, Ungewöhnliches, in Österreich eher Seltenes. Größer war diesmal die Beteiligung internationaler Künstler. Diese Strategie verlangt Mut, führt jedoch auch zu manchen Enttäuschungen. Dazu gehörten die Rückgänge von Josef Albers’ „Study for Homage to the square“ in Blaugrün von 1973 für 100.000 bis 150.000 Euro und Louise Nevelsons schwarz bemaltes Konstruktionsrelief „Expanding Reflection Zag I“ aus dem Jahr 1977 für 170.000 bis 220.000 Euro. Auf der anderen Seite stehen gute Ergebnisse wie Arnaldo Pomodoros messingfarbenes filigranes Bronzerelief „Scatola“ aus dem Jahr 1962 zur oberen Schätzung von 70.000 Euro und Joseph Kosuths ins Großformat gemalter Ausschnitt aus einem Wörterbuch über den Begriff „Pink“ aus der Serie „Art as Idea as Idea“ von 1968 für 36.000 Euro (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR).

Die ohnehin große Italienofferte wurde ebenso unterschiedlich honoriert. Zu Beginn der Auktion schaffte eine strukturierte Leinwand Agostino Bonalumis aus dem Jahr 1966, die ihrem Namen „Nero“ alle Ehre macht, eine Steigerung von 50.000 bis 70.000 Euro auf 100.000 Euro. Enrico Bajs lustige „Personaggio col suo animale“, 1956 auf unterschiedlichen Stoffmuster aufgebracht und mit farbigen Glassteinen appliziert, erreichte 24.000 Euro innerhalb der Schätzgrenzen. Da gab es Bewegung gelegentlich auch bei den kleinen Preisen. Alfredo Chighines recht klassisch komponierte Farbfeldmalerei „due forme ocra e azzurro“ von 1958 verdoppelte ihren Wert auf 24.000 Euro. Bei den etwas weniger bekannten Österreichern ist der 1937 geborene Jürgen Messensee zu nennen, dessen abstrahierte „Spaziergängerin in Rhodos“ aus dem Jahr 1981 sich erst bei 26.000 Euro bitten ließ (Taxe 10.000 bis 14.000 EUR).

Für deutsche Künstler ist das Dorotheum noch immer die erste Adresse unter den Wiener Auktionshäusern. Anselm Kiefers überspachteltes Foto „Les femmes de l’antiquité“ von etwa 2000 mit der für den Künstler so charakteristischen Metamorphose des Augenblicks in die Ewigkeit verbesserte sich von 90.000 bis 120.000 Euro auf 160.000 Euro. 90.000 Euro lauteten das Ergebnis für Jörg Immendorffs Bronzestatue „Der Sieger“ aus dem Jahr 1989 mit erhobenen Armen (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Zur unteren Schätzung von 35.000 Euro ging Markus Lüpertz’ monumentaler Bronzekopf „nach Max Liebermann, Die Wäscherin“ aus dem Jahr 1997 weg. Die 1982 als Nackte zwischen finsteren Männern stehende „Woman of Berlin“ des jungen Wilden Helmut Middendorf sprang bei 22.000 Euro davon (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). 11.000 brachte Tobias Rehbergers von einem Kleiderschrank inspirierte, konstruktivistische Skulptur „I’d Really Love To (Clothes), von 1999 ein (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR).

Foto- und Videokunst war diesmal reicher zugegen, etwa Axel Hüttes großformatige Ablichtung des „Skjalvarorfoss“, eines Wasserfalls auf Island, von 2002, der ebenfalls 22.000 Euro im Rahmen der Erwartungen einspielte, Marie-Jo Lafontaines vierteilige, ästhetisch gesuchte Arbeit „Banana Kiss and Frozen Margaritas“ von 2003 für 20.000 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR) oder die beiden hybriden Megastadtkonstruktionen von Paris und Hongkong aus Michael Najjars Serie „Netropolis“ von 2003/06 jeweils zur unteren Schätzung von 5.000 Euro. Candida Höfers klassisch komponierte, menschenleere „U-Bahnstation Theaterplatz Oslo“ von 2000 stand mit 9.500 Euro dem ausgelassen erotischen Treiben fünf junger Menschen in „Jerry Hall, spitting“ von Helmut Newton mit 7.000 Euro gegenüber (Taxen zwischen 7.000 und 10.000 EUR).

Die jüngere, oftmals britische Künstlerriege steuerte etwa Roger Hiorns’ Kollision von Nôtre-Dame in Paris mit dem Ulmer Münster in „Crystel Mission“ von 1998 für 4.000 Euro (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR), Paul Morrisons schwarzweiße Umrissmalereien „Fibrin“ und „Phyloporphyrin“ vom Ende der 1990er Jahre für je 8.000 Euro (Taxe je 10.000 bis 15.000 EUR) oder Chantal Joffes Breitpanorama nächtlicher eindeutiger Aktivitäten im Park unter dem Titel „Dusk“ aus dem Jahr 2000 für 11.000 Euro bei (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Thaddeus Strode platzierte seinen ironischen Kommentar auf zuviel Körperkult unter dem Titel „Blow Yourself Up“ von 1997 bei taxgerechten 5.000 Euro, Edgar Honetschläger seine Stuhl-Hommage an den österreichischen Architekten „Johannes Spalt“ von 2001 ebenso bei 7.500 Euro, Eva Schlegel ihre abstrakten grauen Farbflecken von 1999 bei 12.000 Euro (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR) und Robert Lucander seine umrisshaften Frauengestalten in „Extreme Nähe“ von 2003, bei denen die Holzmaserung noch durchscheint, bei guten 8.500 Euro (Taxe 4.500 bis 5.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



09.07.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


19.05.2010, Zeitgenössische Kunst

Bei:


Dorotheum

Bericht:


Gut, dass es soviel Kunst gibt










Copyright © '99-'2017
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce