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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Giacometti und Hodler stehen an der Spitze der Schweizer Kunst bei Sotheby’s

Zwischen Engadin und Genfer See



Ferdinand Hodler, Genfersee von Chexbres aus, um 1911

Ferdinand Hodler, Genfersee von Chexbres aus, um 1911

Mit vier Millionenpreisen, einem Bruttoumsatz von fast 16 Millionen Franken, Zuschlagsquoten von 70 Prozent nach Anzahl der Lose und fast 90 Prozent auf den Gesamtschätzpreis bezogen verbuchte Sotheby’s in Zürich die beste Auktion mit Schweizer Kunst dieser Saison und hängte die Konkurrenz von Christie’s und Koller souverän ab. Im Ergebnis machte Sotheby’s ein so gutes Geschäft wie die drei vergangenen Schweiz-Versteigerungen zusammengenommen. Es hatte auch da Erfolg, wo die Kollegen eher Schwierigkeiten hatten. Denn während Christie’s und Koller den ein oder anderen Giovanni Giacometti wieder dem Einlieferer zustellen mussten, wurden seine Landschaften bei Sotheby’s zu Rennern. Von 1,2 Millionen Franken auf 2,1 Millionen Franken kletterte sein farbenfroher, in der Sonne flimmernder Blick „Am Cavlocciosee“ aus dem Jahr 1921, und bei 2,6 Millionen Franken schlug der Hammer für die kontrastreiche, noch vom Jugendstil beeinflusste Ansicht der Maira bei Stampa von 1904/05 aufs Pult. 1,8 bis 2,5 Millionen Franken waren erwartet worden. In beiden Fällen bemühte sich eine Schweizer Privatsammlung wacker um den Zuschlag.


Ferdinand Hodler, der zum festen Programm einer Auktion der Eidgenossen gehört und selten Absatzschwierigkeiten zeigt, blieb bei Sotheby’s am 14. Juni meist etwas unterhalb der Schätzpreise. Sein Frühwerk „Deux rangs de soldats du cortège de l’Escalade“, entstanden 1886 als Studie für die malerische Ausstattung eines Genfer Lokals, schaffte 140.000 Franken (Taxe 150.000 bis 200.000 SFR), seine etwa zwei Jahre später entstandene „Sommerlandschaft bei Interlaken“ 1,3 Millionen Franken (Taxe 1,5 bis 2 Millionen SFR) und das Spätwerk „Genfersee von Chexbres aus“, um 1911 im Panoramablick als „planetarische Landschaft“ von erhöhtem Betrachterstandpunkt aufgenommen, 3,5 Millionen Franken. Es bestätigte damit seinen Rang als Toplos der Auktion, blieb jedoch 500.000 Franken unterhalb der Schätzung. Lediglich die Studie einer Frau zu seinem Gemälde „Heilige Stunde“ aus der Zeit um 1907 konnte ihren Wert auf 150.000 Franken ungefähr verdoppeln.

Die Auktion hatte gut begonnen mit zwei unverwechselbaren Ölbildnissen Albert Ankers: Seine Tochter Marie 1881 im Alter von etwa neun Jahren ging für 440.000 Franken weg, die „Strickende Bernerin mit Kind“ aus dem Jahr 1898 erreichte 780.000 Franken ebenfalls innerhalb der Erwartungen. Sonst waren aus dem 19ten Jahrhundert zumeist Landschaften zugegen, etwa Heinrich Rieters noch klassizistische südliche Ideallandschaft mit Badenden von 1786 für 27.000 Franken (Taxe 18.000 bis 22.000 SFR), Alexandre Calames aufgewühlte, unruhige „Marine“ bei Sturm von Ende der 1850er Jahre für 34.000 Franken (Taxe 8.000 bis 12.000 SFR) oder Gustave Castans beschauliche „Landschaft mit Mäher“ in sattem Grün für 18.000 Franken (Taxe 12.000 bis 18.000 SFR).

Ziemlich weit oben mischten auch zwei Landschaften Félix Vallottons mit, die breitformatie Uferszene „Paysage à Locquirec“ von 1902 in fahlen Blautönen für 160.000 Franken (Taxe 150.000 bis 250.000 SFR) und vor allem sein Frühlingsbild „Bois de Boulogne“ aus dem Jahr 1919 mit keckem Rotklecks eines Sonnenschirms für 480.000 Franken (Taxe 350.000 bis 450.000 SFR). Taxgerecht verabschiedeten sich bei 100.000 Franken die schon in die Abstraktion überführten „Rosen“ Augusto Giacomettis aus dem Jahr 1930. Sein farbintensives Aquarell „Im Bergell“ um 1915 konnte gar auf 125.000 Franken etwas zulegen (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR). Geringeres Interesse erregte Gottardo Segantinis renaissancehafter weiblicher Akt auf einem Tagesbett mit Landschaftsausblick im Hintergrund. Das in seiner altmeisterlichen Pose etwas gesuchte Werk aus dem Jahr 1912 war mit 150.000 bis 250.000 Franken veranschlagt, wurde jedoch schon bei 85.000 Franken weitervermittelt.

Wer auf dieser Auktion ebenfalls ein wenig schwächelte, das war Cuno Amiet. Von den angebotenen Filetstücken, darunter einem Bildnis der Schauspielerin Amy Moser als „Junge Frau im Garten“ 1910 für 700.000 bis 900.000 Franken, wurde lediglich das bisher unbekannte Gemälde „Mutter mit Tochter“ aus dem Jahr 1913 bei guten 240.000 Franken übernommen. Die beiden in leuchtender Farbigkeit präsentierten Menschen sind seine Frau Anna und ihre Adoptivtochter Greti. Der Einfluss Alexej von Jawlenskys, den Amiet im Jahr zuvor kennengelernt hatte, ist unübersehbar (Taxe 100.000 bis 150.000 SFR).

Aus der Reihe der Außenseiter ist Alice Baillys kubistisch inspirierte Figurenkomposition „Le caprice des belles“ von 1918 zu nennen. Die Künstlerin, die sich vor allem mit avantgardistischen Stickbildern einen Namen machte, erwies sich auch mit diesem Ölbild als markttauglich und erreichte die untere Grenze von 150.000 bis 200.000 Franken. In den frühen 1910er Jahren weilte Arnold Brügger in Berlin und lernte dort in den Galerien Cassirer, Gurlitt und Der Sturm den deutschen Expressionismus kennen. Kein Wunder also, dass sein nun 12.000 Franken teueres „Bergdorf (Sonnige Winterlandschaft)“ um 1916 und das zwei Jahre jüngere, bei 15.000 Franken verkaufte Figurenbildnis „Auf dem See“ ein wenig nach Kirchner und Macke aussehen (Taxe je 15.000 bis 20.000 SFR). Rege Nachfrage herrschte bei den Naturschilderungen des großen Engadiner Bergweltfotografen Albert Steiner. Alle fünf Alpenstimmungen wurden in ihrer magischen Präsenz meist über den Schätzungen gehandelt. An die Spitze setzte sich bei 14.500 Franken sein Blick über einsame Berghütten auf die Gipfel im „Bergell“ (Taxe 7.000 bis 9.000 SFR).

Erwartungsgemäß weniger hoch fielen die Zuschläge bei den jüngeren Meistern aus. Alois Carigiet reüssierte mit dem Spätwerk „Ziegen“ von 1972 bei 52.000 Franken (Taxe 38.000 bis 45.000 SFR), die ein wenig neusachliche Landschaft „Frühling auf der Alp Blaunca“ von Carl Albert von Salis verdoppelte ihren Wert auf 50.000 Franken, und in kleinen Schritten tastete sich eine späte Ritzzeichnung Le Corbusiers unter dem Titel „Taureau VII“ von 1961 auf 50.000 Franken hinauf (Taxe 30.000 bis 40.000 SFR). 33.000 Franken und 30.000 Franken kamen für zwei Farbflächenkompositionen der konkreten Altmeister Johannes Itten und Max Bill heraus. Und als Maler bewies sich Jean Tinguely in seiner Mischtechnik „Meta, maxi maxi, penetrable & traversable & alu fer bois totale“ 1987. Dieses letzte Auktionslos war auch von seiner Vorliebe für Bewegliches und Spielerisches bestimmt und spielte 30.000 Franken ein (Taxe 15.000 bis 25.000 SFR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Sotheby’s Zürich

Talstrasse 83

CH-8001 Zürich

Telefax:+41 (044) 226 22 01

Telefon:+41 (044) 226 22 00



08.07.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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14.06.2010, Schweizer Kunst

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Sotheby's

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Keiner darf fehlen

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Alexandre Calame, Marine, 1858/60
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Gustave Castan, Landschaft mit Mäher
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 Hodler, Heilige Stunde (Studie zur weiten Figur von rechts der sechsfigurigen Fassung), um 1907
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Heinrich Rieter, Ideallandschaft mit Badenden, 1786
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Ferdinand Hodler, Genfersee von Chexbres aus, um 1911
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Félix Vallotton, Bois de Boulogne, 1919
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Gustave Castan, Landschaft mit Mäher

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Taxe: 12.000 - 18.000 SFR

Zuschlag: 18.000,- SFR

Losnummer: 11

Félix Vallotton, Bois de Boulogne, 1919

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Taxe: 350.000 - 450.000 SFR

Zuschlag: 480.000,- SFR

Losnummer: 54

Ferdinand Hodler, Sommerlandschaft bei Interlaken, um 1888

Ferdinand Hodler, Sommerlandschaft bei Interlaken, um 1888

Taxe: 1.500.000 - 2.000.000 SFR

Zuschlag: 1.300.000,- SFR

Losnummer: 28

Albert Anker, Bildnis Marie Anker, 1881

Albert Anker, Bildnis Marie Anker, 1881

Taxe: 300.000 - 500.000 SFR

Zuschlag: 440.000,- SFR

Losnummer: 1

Ferdinand Hodler, Heilige Stunde (Studie zur weiten Figur von rechts der sechsfigurigen Fassung), um 1907

Ferdinand Hodler, Heilige Stunde (Studie zur weiten Figur von rechts der sechsfigurigen Fassung), um 1907

Taxe: 60.000 - 80.000 SFR

Zuschlag: 150.000,- SFR

Losnummer: 45

Albert Anker, Strickende Bernerin mit Kind, 1898

Albert Anker, Strickende Bernerin mit Kind, 1898

Taxe: 700.000 - 900.000 SFR

Zuschlag: 780.000,- SFR

Losnummer: 6

Alexandre Calame, Marine, 1858/60

Alexandre Calame, Marine, 1858/60

Taxe: 8.000 - 12.000 SFR

Zuschlag: 34.000,- SFR

Losnummer: 9

Giovanni Giacometti, Die Maira bei Stampa, 1904/05

Giovanni Giacometti, Die Maira bei Stampa, 1904/05

Taxe: 1.800.000 - 2.500.000 SFR

Zuschlag: 2.600.000,- SFR

Losnummer: 22

Heinrich Rieter, Ideallandschaft mit Badenden, 1786

Heinrich Rieter, Ideallandschaft mit Badenden, 1786

Taxe: 18.000 - 22.000 SFR

Zuschlag: 27.000,- SFR

Losnummer: 3

Alice Bailly, Le caprice des belles, 1918

Alice Bailly, Le caprice des belles, 1918

Taxe: 150.000 - 200.000 SFR

Zuschlag: 150.000,- SFR

Losnummer: 63

Giovanni Giacometti, Am Cavlocciosee, 1921

Giovanni Giacometti, Am Cavlocciosee, 1921

Taxe: 1.200.000 - 1.500.000 SFR

Zuschlag: 2.100.000,- SFR

Losnummer: 68




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