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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Resultate: Gegenwartskunst bei Christie’s in London

Der Übermensch



So richtig in der krisenfreien Gegenwart angekommen sind die Auktionshäuser mit dem zeitgenössischen Programm bisher noch nicht. Nach Sotheby’s musste am 30. Juni auch Christie’s mit seiner Londoner Abendauktion diese Erfahrung machen. Zu bedeckt hielt sich das Angebot, zu gering waren die großen Einlieferungen, um einen wirklich bedeutenden Sprung nach vorn daraus zu machen. Schon die Gesamtschätzung hatte dementsprechend nur bei 54 bis 77 Millionen Pfund gelegen, mit 46 Millionen Pfund Gesamtumsatz wurde sie jedoch nicht erreicht. Die Großen hielten sich fast alle an ihre Vorgaben: Andy Warhols „Silver Liz“ von 1963 erreichte ihre untere Schätzung von 6 Millionen Pfund, Cy Twomblys „Untitled (Gaeta)“ von 2004 in verlaufenden Farben 2,2 Millionen Pfund, und Jeff Koons’ leckeres Gemälde „Loopy“ aus dem Jahr 1999 traf die Mitte von 2,5 bis 3,5 Millionen Pfund. Unerwartet auf das Drei- bis Vierfache der Schätzung wurde Roy Lichtensteins „Collage for Nude with Red Shirt“ aus dem Jahr 1995 gesteigert und gilt mit 2,4 Millionen Pfund nun als teuerste Papierarbeit des Pop Artisten, doch blieb im Gegenzug seine kubistische „Woman Reading“ aus dem Jahr 1980 bei 2 bis 3 Millionen Pfund unveräußert, ebenso der aufgerissene Männerkopf Jean-Michel Basquiats von 1982, ein Hauptlos aus der jüngeren Generation bei 2,5 bis 3,5 Millionen Pfund.


Spannend wurde es mitunter bei den jungen Künstlern. Jules de Balincourts etwas durcheinander geratene Landkarte „US World Studies II“ von 2005, die das Eröffnungslos bildete, schoss von 40.000 Pfund unerwartet auf rekordträchtige 230.000 Pfund. Von 500.000 bis 700.000 Pfund auf 880.000 Pfund kletterte Maurizio Cattelans auf dem Kopf stehendes Polizistenpaar „Frank and Jamie“ von 2002. Die Überraschung des Tages war Chris Ofilis grieseliges aus unzähligen kleinen Farbnadeln gestecketes Frauenbildnis „Orgena“ aus dem Jahr 1998, das nach zähem Wettbewerb erst bei 1,65 Millionen Pfund zugeschlagen wurde und dem Briten nigerianischer Abstammung damit einen neuen Auktionshöchstpreis bescherte. Die Riege der Young British Artists reüssierte auch mit Glenn Browns „Dalí-Christ“ bei einem neuen Spitzenpreis von 1,25 Millionen Pfund (Taxen je 700.000 bis 1 Millionen GBP).

Die ältere Generation machte sich mit Lucian Freuds frühem Damenportrait „Ada“ in einer Zeichnung aus dem Jahr 1948 bei 190.000 Pfund bemerkbar (Taxe 60.000 bis 80.000 GBP), doch Frank Auerbachs Versuch, mit „In the Studio“ von 2000/02 einen neuen Rekord aufzustellen, scheiterte an 1 bis 1,5 Millionen Pfund. Wenigstens verabschiedeten sich noch Paula Regos mehr weglassendes Frauenbildnis „Deposition“, das sie 2000 mit Pastell auf Aluminium aufbrachte, bei 240.000 Pfund (Taxe 180.000 bis 250.000 GBP) und Bridget Rileys vibrierende Horizontalstreifen „Sound“ von 1973 bei 260.000 Pfund (Taxe 300.000 bis 500.000 GBP). Einen neuen Spitzenpreis gab es für den italienischen Arte Povera-Künstler Alighiero Boetti: 1,6 Millionen Pfund kostete sein Stickbild einer „Mappa“, die im Gegensatz zu Balincourt auf Übereinstimmung der geografischen Räume mit den sie kennzeichnenden Flaggen besteht (Taxe 900.000 bis 1,2 Millionen GBP). 650.000 Pfund ist bei Sean Scully die neue Messlatte, aufgestellt mit seinen Farbbalkenbild „One Yellow“ von 1985. Einen hohen Preis gab es mit 440.000 Pfund am oberen Schätzrand auch für seine buntere „Wall of Light – Oceanic“ von 2005.

Spitzenreiter der deutschen Kunst war erwartungsgemäß Gerhard Richter. Mit 1 und 1,2 Millionen Pfund schafften sein fotorealistisches Schwarz-Weiß-Triptychon „Porträt Schniewind“ aus dem Jahr 1964 und das abstrakte Bild „Heu“ mit der Nummer 831-1 von 1995 jeweils die untere Grenze der Bewertung. Das etwas opulentere Abstrakte Bild Nummer 661-3 aus dem Jahr 1986 schloss mit 2,1 Millionen Pfund etwas besser ab (Taxe 1,5 bis 2,5 Millionen GBP). Nach längerer Abwesenheit von den großen Abendveranstaltungen in New York und London meldete sich Neo Rauch mit der traumartigen Vision „SUB“ aus dem Jahr 2000 zurück. Mit 500.000 Pfund traf das 2,40 mal 2 Meter große Gemälde die Mitte der Schätzung.

Auch Matthias Weischer und Anselm Reyle gaben sich mal wieder ein Stelldichein, letzterer mit der glatt emaillierten Bronze „Harmony“ von 2007 für 230.000 Pfund (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP), der etwas jüngere Weischer mit einem unbetitelten Interieur eines ins Ungegenständlichen auslaufenden Trainingsraums aus dem Jahr 2002 für 210.000 Pfund (Taxe 150.000 bis 200.000 GBP). 880.000 Pfund für Martin Kippenbergers Eierbild „Die Verbreitung der Mittelmäßigkeit“ aus dem Jahr 1994 und 500.000 Pfund für Georg Baselitz’ recht bunte „Dornenkrönung“ von 1983 jeweils im Rahmen der Erwartungen rundeten eine insgesamt sehr erfolgreiche deutsche Offerte ab. Nur Andreas Gursky musste mit seinen uniformierten Menschenmassen in „Pyongyang II“ von 2007 bei 900.000 bis 1,2 Millionen Pfund unverrichteter Dinge wieder von dannen ziehen.

Aus Brasilien war Beatriz Milhazes mit ihren farbenprächtigen Prilblumenstrauß „Moreno“ von 2005 angereist und hatte bei 450.000 Pfund Erfolg (Taxe 350.000 bis 450.000 GBP), aus Fernost Takashi Murakami mit seinem schwebenden Comic-Gesicht „Sakura“ von 1996, das erst bei 320.000 Pfund Eingang in eine neue Sammlung fand (Taxe 180.000 bis 250.000 GBP). Sein chinesischer Kollege Yan Pei-Ming stieß mit seinem monumentalen Mao-Kopf in Grau und Schwarz von 1996 dagegen nicht auf Resonanz (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP). Erstmals hatte Christie’s eine Arbeit der Brasilianerin Adriana Varejão in die Abendauktion integriert, was nicht von Nachteil war. Denn ihre blauen Ornamentwellen „Azulejões-Cacho & Arabesco Dormindo“ auf Gips aus dem Jahr 2005 machten sich erst zum Doppelten der Schätzung bei 140.000 Pfund davon. Auch wenn Jake & Dinos Chapman mit ihrem bitterbösen Stephen Hawking-Verschnitt „Übermensch“ von 1995 nicht die untere Erwartung von 250.000 Pfund erreichten, so sind die erzielten 200.000 Pfund doch der neue Auktionsrekord.

Etwas über 13 Millionen Pfund steuerte dann noch die Tagesauktion am 1. Juli bei. Die ganz großen Preissprünge blieben hier aus: Mit Steven Parrinos modifizierter Leinwand „Blue Idiot“ von 1986 für 360.000 Pfund wurde hier der höchste Einzelbetrag umgesetzt (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP). Einige Klassiker wie Josef Albers’ „Study for Homage to the Square: 2 Grays between 2 Yellows“ von 1961 für taxgerechte 260.000 Pfund oder Ad Reinhardts „Yellow Painting“ von 1948 für 130.000 Pfund waren ebenfalls noch zugegen (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP). Wie schon zuvor bei Sotheby’s erfreute sich dann auch bei Christie’s der ZERO-Künstler Heinz Mack unerwartet hoher Beliebtheit: Auf 200.000 Pfund verdoppelte sich der Wert seiner „Dynamischen Struktur“ aus dem Jahr 1962. Manolo Valdés erreichte mit seiner Henri Matisse-Interpretation „Marie Jossette“ aus dem Jahr 2003 die untere Taxe von 180.000 Pfund.

Poppig und bunt durfte es dann etwa mit Kenny Scharfs Dschungelwelt „Vivadelicada Junglara“ von 1996 für 18.000 Pfund (Taxe 15.000 bis 20.000 GBP), Wim Delvoyes mit verschiedenen Gottheiten tätowierter Schweinhaut von 2004 für 40.000 Pfund (Taxe 40.000 bis 60.000 GBP) oder mit David Schnells gleichaltrigem, unheimlichem Gemälde „Tontauben“ für 32.000 Pfund sein (Taxe 30.000 bis 40.000 GBP). Christoph Ruckhäberle, sein Kollege aus der „Neuen Leipziger Schule“, gab sein Interieur-„Arrangement“ mit zwei jungen Damen für 11.000 Pfund ab (Taxe 10.000 bis 15.000 GBP), Vera Lutter ihr seitenverkehrtes Negativfoto der Piazza Leoni vom 22. November 2005 in Venedig für 18.000 Pfund (Taxe 18.000 bis 25.000 GBP), und für Andres Serranos kitschigen Cibachrome Print „Black Jesus“ von 1990 sowie Machiko Edmondsons katzenartiges Frauengesicht „Shipping Forecast“ in Close-up von 2008 stiegen die Preise auf 60.000 Pfund und 58.000 Pfund (Taxen 25.000 bis 35.000 GBP und 15.000 bis 20.000 GBP).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Christie’s

8 King Street, St. James’s

GB-SW1Y 6QT London

Telefon:+44 (020) 78 39 90 60

Telefax:+44 (020) 78 39 83 26

E-Mail: info@christies.com



07.07.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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