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Am 29.09.2017 Auktion 117: Moderne und Zeitgenössische Kunst, Moderne Photographie, Alte Gemälde, Antiquitäten

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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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Leda mit dem Schwan / Eduard Veith

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Ohne Titel, 2013 / Heinz Mack

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Schon der Auftakt mit der Fotografie gestaltete sich in der Frühjahrsauktionsrunde für die Villa Grisebach gut

Stabile Ergebnisse in Berlin



Angesichts des sich rasch erholenden Kunstmarktes war auch die erfolgsverwöhnte Villa Grisebach über einer Zuschlagsquote von stattlichen 71 Prozent einschließlich des Nachverkaufs sehr zufrieden: 130 Werke von den 182 angebotenen Losen fanden in der Fotografieabteilung neue Besitzer und spülten brutto gut 475.000 Euro in die Kassen des Berliner Auktionshauses. Auch in der deutschen Hauptstadt heißt es wohl „sex sells“: Die ellenlangen Beine einer jungen Frau in von Strapsen gehaltenen Strümpfen und umgeben von einem Tüllrock aus dem Jahr 1987 von Horst P. Horst waren einem unbekannten Käufer 12.000 Euro wert und belegten damit den dritten Platz der teuersten Lose der Versteigerung am 3. Juni. Veranschlagt waren für den rund zehn Jahre jüngeren Silbergelatineabzug mit dem mehrdeutigen Titel „Round the clock, New York“, der von Horsts Tätigkeit als Modefotograf zeugt, 8.000 bis 10.000 Euro.


Klassische Fotografie

Für eine Überraschung sorgte Julius Shulmans ungewöhnlicher Blickwinkel auf das „Case Study House #22“ von Pierre Koenig, das über der von Lichtern durchzogenen Nacht von Los Angeles thront. Der spätere Gelatinesilberabzug des 1960 abgelichteten Bildes war von den Experten auf 2.500 bis 3.500 Euro geschätzt worden, konnte mit einem Ergebnis von 10.000 Euro seine Taxe jedoch vervierfachen. Auch René Burris Portrait des Bildhauers Alberto Giacometti in dessen Atelier verdreifachte seine Schätzung auf 2.300 Euro (Taxe 600 bis 800 EUR). Ebenso erfreulich sind die 5.800 Euro, die ein Sammler bereit war, für den exzentrischen Schauspieler Klaus Kinski zu zahlen. Der Silbergelatineabzug von Beat Presser aus dem Jahr 1977 besticht durch eine eindrucksvolle Präsenz, die den schwierigen Charakter des Cobra-Verde-Darstellers effektvoll in Szene setzt (Taxe 1.800 bis 2.200 EUR). Eine beachtliche Selbstdarstellung nahm Erwin Blumenfeld schon um 1960 vor, als er sich mit einer haitianischen Maske aus bemaltem Stoff zu einer unheimlich-unkenntlichen Gestalt inszenierte. Taxgerechte 9.000 Euro waren dafür der Lohn.

Auch kleinere, nicht ganz so kostspielige Arbeiten wurden in der Auktion hoch beboten. Den schwindelerregenden Blick von Antanas Sutkus aus dem Jahr 1959 auf eine sich weit über eine Balkonbrüstung lehnende Frau, die Marathonläufer auf der unter ihr liegenden Straße beobachtet, taxierten die Auktionatoren nur auf 500 bis 700 Euro, der Hammer fiel aber erst bei 2.300 Euro. Außerdem spielte das elegante Portrait von Pina Bausch, das Walter Vogel 1966 von der Tänzerin machte, beachtliche 3.300 Euro ein (Taxe 1.200 bis 1.500 EUR). Von etwa gleicher Basis aus machte sich Hannes Kilians unbeschwertes Urlaubsbild „Spanien, in den Dünen von Alicante“ aus dem Jahr 1965 erst bei 3.200 Euro davon, und auch Koyo Okadas Kirschblüte mit dem schneebedeckten Fujiyama im Hintergrund aus den 1950er Jahren kletterte auf 3.000 Euro (Taxe 1.000 bis 2.000 EUR). Aus der klassischen Landschaftsfotografie gesellte sich noch Ansel Adams’ erhabener Blick „High Country Crags and Moon, Sunrise, Kings Canyon National Park“ für 4.200 Euro hinzu, den er um 1935 mit seiner Kamera einfing und in den 1970er Jahre noch einmal abzog (Taxe 3.500 bis 4.500 EUR).

Etwas weniger als erwartet brachte der Vintage „Superimposition II“ von László Moholy-Nagy aus dem Jahr 1939 ein. Für die Kombination von Fotogramm und Fotografie, eine epochemachende Methode, waren 10.000 bis 15.000 Euro verlangt worden. Der Käufer kann sich nun mit einer Investition von 8.000 Euro glücklich schätzen. Dagegen waren die anvisierten 7.000 bis 9.000 Euro für das bekannte „American Girl in Italy“ von Ruth Orkin aus dem Jahr 1951 kein Problem. Die Fotografie, von der sich ein weiterer Abzug in der Sammlung des New Yorker Metropolitan Museum of Art befindet, erreichte 10.000 Euro. Solide Ergebnisse, meist etwas oberhalb der Preisvorstellungen, konnten auch die vier New York-Ansichten von Andreas Feininger aus den 1940er Jahren einfahren. Später als erwartet fiel der Hammer beispielsweise für „Lower East Side and Brooklyn Bridge, New York“ bei 4.800 Euro (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR), und „Downtown from Brooklyn Bridge“, für das sich Grisebach 5.000 bis 7.000 Euro erhoffte, konnte 9.500 Euro erzielen.

Bedauerlicherweise durchgefallen ist Lotte Jacobis „Head of a Dancer“ aus dem Jahr 1929. Das mit 22.000 bis 25.000 Euro am höchsten taxierte Werk der Auktion fand keinen Abnehmer. Ebenfalls unverkauft blieb Frank Horvats Modebild „Paris Givenchy A“ von 1958, das ein weiterer Höhepunkt werden sollte. Der Silbergelatineabzug von Central Color Paris aus dem Jahr 2009 ist ein Artist Proof einer Auflage von insgesamt 33 Abzügen und war von den Experten auf 12.000 bis 15.000 Euro geschätzt worden. Dagegen fanden die Bilder F.C. Gundlachs am 3. Juni guten Zuspruch. „Die andere Romy“ ging zur oberen Schätzung von 7.000 Euro weg, und für die stimmungsvoll verwaschenen Grautöne in „Nebeliger Herbsttag, Paris“ aus dem Jahr 1951 wurde bis 7.300 Euro gesteigert (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR). Für den lustigen Stunt, den Huguette Sabouret 1942 beim Château de Essarts hinlegte und den ihre Vater Jacques Henri Lartigue mit seiner Kamera einfing, wurden 5.000 Euro fällig (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR).

Zum Aufruf kam an diesem Nachmittag eine Sammlung mit Fotografien Man Rays. Die zwölf Lose, die künstlerische als auch private Arbeiten umfassten, waren von Grisebach auf insgesamt bis zu 57.000 Euro geschätzt worden. 33.400 Euro wurden letztendlich eingenommen. Dabei blieb das innovative Doppelselbstportrait, das den Künstler mit einer bärtigen und einer rasierten Gesichtshälfte zeigt, mit 6.500 Euro innerhalb seiner Taxe von 5.000 bis 7.000 Euro, und „Man Ray und Marcel Duchamp beim Schach“ übertrafen mit stattlichen 9.000 Euro ihre Schätzung deutlich (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR). Eine weitere Künstlerbegegnung war die von Duane Michals und René Magritte. Im August 1965 war der Amerikaner, der sich schon immer mehr für das Metaphysische als für das Sichtbare begeistern konnte, bei dem belgischen Surrealisten für eine Portraitserie zu Gast. Entstanden sind für Magritte typische Bilder, die hauptsächlich durch ihre Mehrfachbelichtung leben. Auf einem nun 2.500 Euro teueren Foto scheint der Maler vor einer Staffelei über einem Stuhl zu schweben und zugleich auf einem Spiegel über dem Kamin aufzutauchen (Taxe 1.800 bis 2.200 EUR).

Zeitgenössische Fotografie

Zum teuersten Stück der Auktion avancierte die asiatische Straßenszene „People on Fuxing Dong Lu, Shanghai“ von Thomas Struth. Der C-Print von 1997, ein charakteristisches Werk des Becher-Schülers, erwirtschaftete vorausgesehene, aber solide 19.000 Euro und lag damit innerhalb seiner Schätzung. Auch der zweithöchste Preis wurde innerhalb der zeitgenössischen Fotografie erzielt. Die Werkgruppe „I.N.R.I.“ von Bettina Rheims und ihrem zweiten Ehemann, dem Schriftsteller Serge Bramly, zeigt eine völlig eigene und zeitgemäße Darstellung der christlichen Heilsgeschichte. Mit 15.000 Euro lag der Verkaufspreis im unteren Bereich der Taxe. Hohe Preise gab es auch für die sozialdokumentarischen Arbeiten Sebastião Salgados, 6.200 Euro für „Sud-Soudan (Dinka Rinderherde in Amak)“ von 2006 (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR) und 7.500 Euro für die Menschenmassen in „India (Churchgate Station, Bombay)“ von 1995 (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR).

Diese Sollerfüllungen konnten in Verbindung mit erfreulichen Steigerungen über einige durchgefallene Arbeiten in dieser Sparte leicht hinwegtrösten. Die beiden ungelenken Werke des manischen tschechischen Frauenfotografen Miroslav Tichý aus den 1970er und 1980er Jahren brachten 5.500 Euro beziehungsweise 7.500 Euro (Taxe je 2.000 bis 3.000 EUR), ein unbetitelter Frauenakt von Michael Schmidt aus der Serie „Frauen“ von 1999 verdreifachte mit 2.000 Euro ebenfalls die Erwartungen (Taxe 400 bis 600 EUR), und auch Roger Ballen traf mit seinem unansehnlichen „Sergeant F. de Bruin, Department of Prisons employee, Orange Free State“ von 1992 den Geschmack des Publikums. Den 2008 in einer Auflage von 35 Exemplaren herausgegeben Silbergelatineabzug nahm es erst bei 5.000 Euro zur Doppelten Schätzung mit.

Nicht verkauft wurden hingegen der digitale Pigmenttintendruck einer weiten Eismeerlandschaft mit dem Titel „Qaanaaq II“ von Tiina Itkonen (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR), zwei Arbeiten von Pamela Hanson (Taxen 2.000 bis 3.000 EUR und 1.500 bis 2.000 EUR), eine erotische Darstellung zwischen verlockender Sinnlichkeit und kultivierter Distanz von Guido Argentini (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR) und ein Portfolio mit 11 Platinabzügen des Japaners Eikoh Hosoe von 2006 (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR). Axel Hütte platzierte sich mit seinem C-Print „Waardenburg“, der die sachlich-geometrische Konstruktion einer Eisenbahnbrücke zeigt, etwas unterhalb seines Schätzpreises bei 8.500 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR), während Andreas Gursky mit seiner Sicht in eine Fabrikationshalle von „Siemens, Amberg“ aus dem Jahr 1991 die erwarteten 6.500 Euro einfuhr, ebenso Theo Anderson 1.800 Euro mit seinem klassisch streng aufgebauten Pigmentdruck eines heruntergekommenen „Cadillac, Wilkes Barre, Pennsylvania“ von 2008 oder Maurice Weiss 1.000 Euro mit seinem etwas amüsanten Blick „Die Ärzte und der Tod, Berlin, Charité. Anatomietrakt“ von 1990.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Villa Grisebach

Fasanenstraße 25

DE-10719 Berlin

Telefon:+49 (030) 885 91 50

Telefax:+49 (030) 882 41 45

E-Mail: auktionen@villa-grisebach.de



07.07.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Lena Hennen

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