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Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach

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Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von  Stuck

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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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Alte Meister bei Sotheby’s in London

Diesiges Wetter in Rom



Joseph Mallord William Turner, Modern Rome – Campo Vaccino, 1839

Joseph Mallord William Turner, Modern Rome – Campo Vaccino, 1839

Auch William Turner war einer der Nordeuropäer, die sich von der Geschichte und Kultur Italiens begeistern ließen. Gewichtiges Zeugnis davon legt sein Gemälde „Das neue Rom – Campo Vaccino“ ab, das letzte der großen Rom-Bilder, das er erstmals 1839 in der Ausstellung der Royal Academy präsentierte. Turner nimmt dabei einen Standpunkt auf dem Kapitol ein und blickt auf das alte Forum Romanum mit seinen antiken Ruinen, der christlichen Tradition der Renaissance- und Barockbauten und dem Kolosseum als zentralem Fluchtpunkt hinab. Zwei Reisen in die Ewige Stadt 1819 und 1828 boten ihm unvermitteltes Anschauungsmaterial. Doch Turner geht es weniger um eine topografische Akkuratesse. Vielmehr legt er über die Niederung den dunstigen Schleier eines römischen Morgens, der die Ansicht einer realen Situation enthebt und die Stadt in eine überkommene Ferne transformiert. Und dennoch ist es nicht das Alte an Rom, das Turner mit dem Bild darstellen will. Denn von unten steigen junge Hirtenfamilien mit ihren Ziegen empor, die dem Alten ihre Zukunft geben.


Mit Recht verweist Sotheby’s auf die Bedeutung dieses Gemäldes und unterstreicht das noch mit der bedeutenden Provenienz. Denn bisher befand sich die Vedute im Besitz von nur zwei Familien. Aus der Ausstellung der Royal Academy heraus kaufte es Turners Freund und Förderer Hugh Munro. 1878 machte es dann Archibald Primrose, der fünfte Earl of Rosebery und spätere Prime Minister of the United Kingdom, seiner Gattin Hannah, Tochter des jüdischen Bankiers Baron Mayer de Rothschild, zum Hochzeitsgeschenk. Nun steht erst der dritte Besitzerwechsel an. Denn die Nachkommen Primroses wollen „Modern Rome – Campo Vaccino“ nun veräußern, um mit den Einnahmen ihre Besitzungen erhalten zu können, und erwarten sich dafür 12 bis 18 Millionen Pfund. Das scheint nicht zu hoch gegriffen, liegt doch der Auktionsrekord für William Turner bei 32 Millionen Dollar für eine kleinere und unwichtigere Ansicht von Venedig. Nur die Öffentlichkeit hat bei diesem Unterfangen etwas das Nachsehen; denn seit 1978 hing das Gemälde als Dauerleihgabe in der National Gallery of Scotland in Edinburgh.

Mit dieser Schätzung steht Turners Werk weit abgeschlagen an der Spitze der Auktion „Old Master & British Paintings“ am 7. Juni bei Sotheby’s in London, die sich hauptsächlich aus flämischen und holländischen Arbeiten speist. Menschenstudien steuern etwa Frans Hals mit dem teils etwas steifen Portrait eines Mannes in schwarzem Anzug von etwa 1644/45 und Jan Lievens mit der eindrucksvollen Schilderung eines Greises um 1629 für jeweils 2 bis 3 Millionen Pfund bei, in größerem Umfang auch Pieter Jacobsz Codde mit dem Gruppenbildnis der Delfter Familie Twent von 1633 für 400.000 bis 600.000 Pfund. Der Utrechter Caravaggist Hendrick ter Brugghen erhebt dagegen einen Lautenspieler, der mit einer barbusigen jungen Dame zecht, zur Bildwürdigkeit und unterläuft damit das damals Schickliche. Die Bordellszene soll mit einer Erwartung von 1 bis 1,5 Millionen Pfund gar nicht soviel mehr kosten, als zu ihrem letzten Auktionsauftritt 1985 bei Christie’s mit 1 Million Pfund.

Bisher unbekannt war eine St. Georgs-Kirchweih mit dem Tanz um den Maibaum von Pieter Breughel d.J. um 1620/25, die sich seit 60 Jahren im Familienbesitz befand. Eine weitere fast identische Version konnte Sotheby’s im Januar 2009 in New York für 2,1 Millionen Dollar zuschlagen. Diesmal stehen 2,2 bis 2,6 Millionen Pfund auf dem Preisschild. Auch Breughels „Hochzeitsfest im Freien“ mit reicher Personenschilderung von 1614 weist die selbe Provenienz des belgischen Industriellen Laurent Meeus auf und war der Forschung daher ebenfalls fremd. Hierfür verlangt Sotheby’s 900.000 bis 1.300.000 Pfund. Weitaus besser dokumentiert sind die Besitzverhältnisse bei einer Dorflandschaft mit Bauern, Reitern und Fuhrwerken von Jan Brueghel d.Ä. Sie reichen bis zu Kurfürst Max Emanuel von Bayern um 1700 zurück (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen GBP). Bei gleicher Schätzung will sich noch Salomon van Ruysdaels unbeschwerte Flusslandschaft Reisenden und einem Hirten samt Kuhherde aus dem Jahr 1646 in die Millionenwerte einordnen.

Noch in getrennte Farbzonen mit verblauendem Hintergrund gliedert Paul Bril 1601 eine kleine Hügellandschaft, in die der in Rom tätige Flame noch die biblischen Figuren Tobit, Tobias und den Erzengel Raphael komponiert hat (Taxe 300.000 bis 500.000 GBP). Deutlich einheitlicher nehmen Meindert Hobbema eine Sommerlandschaft mit Wassermühle (Taxe 300.000 bis 400.000 GBP) und Isaac van Ostade das winterliche Pendant mit zugefrorenem Fluss und zahlreichen Menschen von 1644 auf (Taxe 600.000 bis 800.000 GBP). Für das Maritime war Ludolf Backhuysen zuständig; so richtete er häufiger seinen Blick zu Schiffen und Booten auf dem Fluss Ij bei Volewijk in der Nähe von Amsterdam (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP). Emanuel de Witte war dagegen auf Architekturmalerei spezialisiert und ließ es sich nicht nehmen, das Innere der Oude Kerk in Amsterdam um 1657/58 mit pinkelndem Hund zu malen (Taxe 300.000 bis 400.000 GBP).

Für diese Bewertung treten aus der Stilllebenkunst Osias Beerts d.Ä. wohlgeordneter Tisch mit verschiedenen Früchten auf Tellern und in Schalen, Willem Claesz Hedas fast monochromes Banketje mit Knochenschinken, Römer und Zinngeschirr von 1634 sowie Melchior de Hondecoeters wohl etwas lautes Geschnatter von Pfau samt Henne, Hahn, Eichelhäher, Schwalbe, Ente und Eisvogel in einer Parklandschaft an. Eine ungewöhnliche Art des Selbstportraits hat David Teniers d.J. gewählt. Anstatt sich mit Malerutensilien prominent ins Bild zu setzen, entwarf er in den 1640er Jahren einem Raum mit Rüstungen, in dem er als Offizier in einer Fantasierobe samt Mohrenknaben auftritt. Auch dieses Gemälde rangiert mit einer Taxe von 300.000 bis 500.000 Pfund nicht höher. Einzig bedeutendes Werk mit religiösem Inhalt der niederländischen Kunst ist eine sacra conversazione Barent van Orleys mit einer Erzählung aus dem Leben des heiligen Martin für 500.000 bis 700.000 Pfund.

Künstler aus anderen Kulturkreisen sind diesmal unterrepräsentiert. Deutschland ist mit einer spätmittelalterlichen Verkündigungsszene Ludwig Schongauers für 25.000 bis 35.000 Pfund oder mit Lucas Cranachs d.Ä. in einer Landschaft thronenden Madonna samt Christus- und Johannesknaben für 1,2 bis 1,8 Millionen Pfund vertreten. In die frühe italienische Malerei weist noch ein gotisches Madonnenbild auf Goldgrund von Barnaba da Modena (Taxe 300.000 bis 500.000 GBP), in die venezianische Renaissancekunst eine dicht gedrängte Anbetung der Könige von Francesco di Simone da Santa Croce (Taxe 80.000 bis 120.000 GBP) und in den Florentiner Barock Ottavio Vanninis Versammlung von „Joseph und seinen Brüdern“ (Taxe 150.000 bis 200.000 GBP). Der aus Lothringen stammende Claude Lorrain verbrachte die meiste Zeit seines Lebens in Rom und malte südliche Landschaften, einmal mit Flöte spielendem Hirten, das andere Mal mit Merkur und Battus nach Ovids Metamorphosen (Taxen je 400.000 bis 600.000 GBP).

Auch Hendrik Frans van Lint zog es von Antwerpen in die Ewige Stadt, wo er 1763 starb und schon 1737 in fast klassizistischer Kühle eine weite Flusslandschaft mit der Nymphe Amaltheia bestückte, die Jupiter eben mit der Milch einer Ziege aufzieht (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP). Die französische Kunst folgt mit Jean-Honoré Fragonards Mutter-Kind-Szene „Les Baisers maternels – Les Jalousies de l’enfance“ (Taxe 800.000 bis 1.200.000 GBP) und Jean-Victor Bertins klassizistischer südlicher Landschaft mit großem Gehöft und Figurengruppe im Vordergrund (Taxe 80.000 bis 100.000 GBP), ehe die englischen Künstler die Auktion beschließen. Nach Allan Ramsays feinem Rokokoportrait von Sir William Guise aus dem Jahr 1761 (Taxe 300.000 bis 400.000 GBP) und James Wards kraftvoller Darstellung einer Löwin mit erlegtem Reiher von 1816 (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP) tritt noch einmal William Turner mit zwei Aquarellen von Rom und Venedig für bis zu 1 Million Pfund in Erscheinung.

Kontakt:

Sotheby’s London

34-35 New Bond Street

GB-W1AsAA London

Telefax:+44 (020) 72 93 59 24

Telefon:+44 (020) 72 93 51 84



06.07.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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