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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Möbel und Einrichtungsgegenstände bei Koller in Zürich

Luxus angeschlagen



Jean Desforges, Kommode, Paris um 1750

Jean Desforges, Kommode, Paris um 1750

„Luxus pur“ lautet wieder das Motto von Kollers großer Einrichtungsauktion am kommenden Mittwoch. Doch ganz so einfach ist die Sache dann doch nicht: Der Markt hat sich zuletzt als ziemlich eng erwiesen, die vergangenen Versteigerungen schwächelten mehr und mehr, auch als andere Branchen des Kunstmarktes schon wieder von Erholung und neuem Aufschwung sprachen. Koller hat sich der Lage angepasst und die Preise deutlich herabgesetzt. Prunkstücke wie eine ornamental geschmückte Kommode in Boulle-Marketerie und feinen Bronzen wohl von Nicolas Sageot um 1710 lagen im vergangenen Dezember noch bei 150.000 bis 250.000 Franken und nun bei 100.000 bis 150.000 Franken. Gute Kommoden des preislichen Mittelfeldes wie Roger Vandercruses Exemplar des Transition um 1775 für aktuell 35.000 bis 55.000 Franken hätte man zu besseren Zeiten wohl höher bezahlen müssen.


Eine um 1760 in Mainz oder Augsburg aufwändig fabrizierte, höhenverstellbare Aufsatzschreibkommode, deren prächtiger Rokokodekor auf Entwürfe Franz Xaver Habermanns oder des Würzburger Hofstuckateurs Antonio Bossi zurückgehen soll, scheiterte ebenfalls im Dezember 2009 an 150.000 bis 250.000 Franken. Jetzt liegt sie nur noch bei 70.000 bis 120.000 Franken. Auch die Einlieferer sind etwas vorsichtiger geworden. Raffinierteste Kaminpendulen oder chinesische Lackdamenbureaus in vollendeter Güte sucht man diesmal vergebens. Die Spitzenlose der Auktion vom 23. Juni liegen dementsprechend auch bei „nur“ 150.000 bis 250.000 Franken, etwa ein ausgezeichnetes Bureau-plat wohl von Noël Gérard aus der Zeit um 1710/20, dessen Bronzen zum Teil als Maskarons gebildet sind.

Gleichauf rangiert eine Kommode des eher selten auf den Markt anzutreffenden Jean Desforges um 1750 mit Blumenintarsien und Rokokobronzen. Desforges’ für Hof und Adel produzierte Arbeiten gehören jedoch in die gleiche Güteklasse wie die seiner Kollegen und Zeitgenossen Jean-Pierre Latz oder Bernard van Risenburgh. Auch Adrien Delorme wäre hier zu nennen, der selbst mit einer prächtigen Kommode von ähnlichem Charakter, erweitert um ein Würfelmuster, bei 120.000 bis 200.000 Franken zum Aufruf gelangt. Einer der berühmtesten Sitzmöbelhersteller dieser Zeit, Nicolas Heurtaut, ist mit einem Louis XV-Bett der späten 1750er Jahre für 70.000 bis 120.000 Franken zu bewundern. Ein bemerkenswertes Stück ist der mächtige Schreibtisch, den Pierre Migeon II. gegen Ende der 1730er Jahre fertigte und mit einer Reihe von Schubfächern ausstattete. Auf verschwenderischen Dekor ist hier fast völlig verzichtet (Taxe 120.000 bis 180.000 SFR).

Viel Deutsches ist auf dieser Auktion wie ein schöner Spätbarockhallenschrank von Johann Hermann Budde aus Warendorf im Münsterland um 1780, nach dem Rückgang bei der vergangenen Dezember-Auktion nun auf 35.000 bis 55.000 Franken deutlich reduziert, oder eine mit Schildpatt, Messing und Zinn verzierte Kommode wohl aus der Werkstatt Johann Puchwisers um 1725/35, der als erster Vertreter einer eigenständigen süddeutschen Weiterentwicklung der Boulle-Marketerie gilt (Taxe 60.000 bis 100.000 SFR). Einst im Besitz Kaiser Friedrichs III., der 1888 als 99-Tage-Kaiser in die Geschichte einging, soll sich eine Mainzer Aufsatzschreibkommode in feinen Rokokoformen um 1740 befunden haben (Taxe 60.000 bis 100.000 SFR). In England wirkten zeitweise die schwedischen Kunstschreiner Georg Haupt und Christopher Fuhrlogh. Ein schöner Damensekretär, der seinen Reiz aus einem lebhaften Gegensatz zwischen kantigen Umrissen und virtuosen Intarsien bezieht, wird den beiden während dieser Zeit um 1760/70 zugeschrieben (Taxe 60.000 bis 90.000 SFR).

Daneben beeindruckt Italien mit einer ausladend breiten, römischen Tabernakelaufsatzschreibkommode der Zeit um 1710/20, die sich durch einen kleinteiligen Ornamentdekor auszeichnet (Taxe 80.000 bis 140.000 SFR), und einem runden frühklassizistischen Mitteltisch aus dem Umkreis des in Turin wirkenden Giuseppe Maria Bonzanigo um 1780 für 30.000 bis 50.000 Franken. Bei zeitlichem Fortschritt drängen sich auch einige Nicht-Möbel in den Vordergrund, darunter ein Paar Wandappliken nach Modellen von Pierre François Feuchère um 1820 (Taxe 70.000 bis 120.000 SFR) und ein Paar vergoldete Bronzegirandolen Pierre Philippe Thomires um 1810 für 25.000 bis 45.000 Franken. Der aufklärerischen Zeit um 1800 entspricht Bernard Molitors kreisrunder Spieltisch in schlichten, sachlichen Formen auf fünf geschweiften Volutenbeinen mit Tatzenfüßen. Der Erfolg gab seinen Neuheiten recht: Im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen starb Molitor 1833 als sehr wohlhabender Mann (Taxe 50.000 bis 90.000 SFR).

Prunkstück des Historismus ist ein von Guillaume Grohé nach Vorlagen Jean-Henri Rieseners, Vandercruses oder Adam Weisweilers um 1855/65 hergestellte Lackanrichte mit chinoisen Malereien, hermengeschmückten Eckbronzen und Portraitmedaillons. 100.000 bis 200.000 Franken soll die technisch vollendete Imitation nach einer 1784 datierten Zeichnung einfahren. Aus der Abteilung Varia und Kuriosia ragt ein Renaissancezepter hervor, den vielleicht die Habsburger um 1600 als Geschenk für die Familie des Grafen Nikola Subic Zrinski in Siebenbürgen anfertigen ließen. Dieser hatte sich 1566 heldenhaft gegen einen Angriff der Türken in Ungarn gewehrt, wurde schwer verwundet gefangengenommen und durch die Eroberer enthauptet. Die altungarische Inschrift „Den Märtyrern von Siegthvar 1566“ verweist auf diese historische Begebenheit (Taxe 50.000 bis 90.000 SFR). Im ägyptischen Stil ließ sich Ende des 19ten Jahrhunderts ein reicher Besitzer eine Kaminumrahmung ganz aus grauem Marmor meißeln. Sie steht jetzt für 80.000 bis 120.000 Franken bereit.

Die Auktion beginnt am 23. Juni um 10 Uhr. Der Katalog ist im Internet unter www.kollerauktionen.ch abrufabr.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch



21.06.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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22.06.2010, Kunst und Antiquitäten

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Koller Auktionen AG

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Nach Luxus kein Bedarf

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Bernard Molitor, Demilune-Spieltisch, Paris um 1800
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Pierre Migeon II., Schreibtisch, Paris um 1735/40
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Nicolas Heurtaut, Bett, Paris um 1755/60

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Taxe: 70.000 - 120.000 SFR

Losnummer: 1182

Johann Puchwiser zugeschrieben, Kommode, München um 1725/35

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Taxe: 60.000 - 100.000 SFR

Losnummer: 1173

Aufsatzschreibkommode, Mainz, um 1740

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Taxe: 60.000 - 100.000 SFR

Losnummer: 1144

Nicolas Sageot, Kommode, Paris, um 1710

Nicolas Sageot, Kommode, Paris, um 1710

Taxe: 100.000 - 150.000 SFR

Losnummer: 1169

Pierre François Feuchère, Paar Wandappliken, Paris um 1820

Pierre François Feuchère, Paar Wandappliken, Paris um 1820

Taxe: 70.000 - 120.000 SFR

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Aufsatzschreibkommode, Rom, um 1710/20

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Taxe: 80.000 - 140.000 SFR

Zuschlag: 75.000,- SFR

Losnummer: 1007

Zepter, wohl Siebenbürgen, um 1600 und später

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Taxe: 50.000 - 90.000 SFR

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Guillaume Grohé, Anrichte, Paris um 1855/65

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Bernard Molitor, Demilune-Spieltisch, Paris um 1800

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Pierre Migeon IV, Pierre Migeon II., Schreibtisch, Paris um 1735/40

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Taxe: 120.000 - 180.000 SFR

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Noël Gérard zugeschrieben, Bureau-plat, Paris um 1710/20

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Taxe: 150.000 - 250.000 SFR

Losnummer: 1176

Pierre Philippe Thomire, Paar Girandolen, Paris um 1810

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Taxe: 25.000 - 45.000 SFR

Zuschlag: 25.000,- SFR

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