Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 08.12.2018 58. Kunstauktion - Bildende Kunst des 17. - 21. Jh.

© Schmidt Kunstauktionen Dresden

Anzeige

Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto Modersohn
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Nature morte au crane / Pablo Picasso

Nature morte au crane / Pablo Picasso
© Galerie Weick


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Ausstellungen

Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Alex Katz hat der Albertina im vergangenen Jahr sein gesamtes druckgrafisches Werk übereignet. Das nimmt das Wiener Museum nun zum Anlass, daraus eine umfangreiche Schau zusammenzustellen

Virtuose der Fläche



Großformatige, farbintensive Gemälde, Distanz, Sachlichkeit, kontrollierte Emotionalität, strenger Realismus und kühle Eleganz als Spiegelbild einer schicken, coolen Welt – das sind in der Regel die spontanen Vorstellungen, die die meisten Kunstinteressierten mit dem Namen des amerikanischen Malers Alex Katz verbinden. Seine Bilder sind einprägsam: die formal vereinfachten, plakativ wirkenden, smarten Portraits von Familienmitgliedern, von seinen Freunden aus der New Yorker Intellektuellen- und Kunstszene und der gut situierten Freizeitgesellschaft auf Cocktailparties und am Strand bleiben in Erinnerung. Kein Zweifel, der 1927 in Brooklyn, New York, geborene Künstler zählt zu den bekanntesten figurativen Malern unserer Zeit. Weniger geläufig im Vergleich zu den farbig strahlenden Gemälden ist ein anderer Teil seines Œuvres: die Zeichnungen, Druckgrafiken und „Cutouts“.


Die Albertina in Wien hat in den letzten Jahren einiges dazu beigetragen, dass den weniger bekannten grafischen Arbeiten von Alex Katz die berechtigte Aufmerksamkeit zuteil wurde. Bereits 2004 zeigte sie eine umfangreiche Ausstellung, in welcher das Thema von Vorzeichnungen und Kartons in dessen Malerei den Schwerpunkt bildete. Im Herbst 2009 überließ der Künstler sein gesamtes druckgrafisches Werk der Albertina. Die generöse Geste quittiert Museumsdirektor Klaus Albrecht Schröder nun mit einer umfangreichen Ausstellung zum dessen grafischen Schaffen, das eine Auswahl von 150 Arbeiten aus einem bis heute circa 500 Drucke, Cutouts und Bücher umfassenden Konvolut präsentiert.

Mit den grafischen Techniken machte Alex Katz bereits 1946 bis 1949 während seines Studiums an der Cooper Union School of Arts in New York Bekanntschaft. Nach ersten Versuchen mit der Kaltnadelradierung, setzte er die Beschäftigung mit der Graphik in den 1960er Jahren fort, als er die Techniken der Lithografie und Seriegrafie aufgriff und diese in zunehmendem Maße als dauerhaften Bestandteil in sein künstlerisches Repertoire integrierte. Beispielhaft für diese Werkgruppe ist in der Ausstellung ein frühes Blatt aus dem Jahre1965 zu sehen. „Luna Park 1“ präsentiert eine nächtliche Szene: im Vordergrund erheben sich die Silhouetten von zwei hoch in den Himmel aufragenden Bäumen. Hinter ihren schwarzen, nahezu symmetrisch im Bild positionierten Stämmen, die der Komposition zusammen mit den horizontal verlaufenden, ebenfalls schwarzen Farbflächen eine strenge Rastergliederung verleihen, deuten allein drei monochrome Farbflächen Wasser, Wiese und Himmel an. Durch die schwarzen Blätterkronen der Bäume leuchtet die helle Scheibe des Mondes, dessen Licht in der graugrünen Farbfläche des Sees gespiegelt wird.

Alex Katz schuf seine klassische, fast romantische Nachtlandschaft als Siebdruck in sechs Farben. Der Druck, der einem Gemälde von Alex Katz aus dem Jahr 1960 folgt, ist der erste einer langen Reihe von Grafiken, die Katz „surrogate mimage“ , also „Ersatzgemälde“, nennt. Bis heute bilden sie in seinem druckgrafischen Œuvre die größte Werkgruppe. Sie entstehen nach bereits existierenden Bildern, die Katz zuvor erarbeitet hat. Katz versteht sie nicht als Reproduktionen, sondern als Kommentare zu den Gemälden, um zuvor Gefundenes in einer anderen Technik zu untersuchen, Bildausschnitte und -ansichten zu verändern oder um unterschiedliche Bildstimmungen mittels nuancierter Farbklänge zu erzeugen.

„Luna Park 1“ ist einer der seltenen Drucke, in denen Katz überzeugend räumliche Bildtiefe erzeugt. Ein wesentliches Gestaltungsprinzip, die Komposition der Motive als Addition einzelner Farbfelder, das die Werke von Alex Katz bis heute bestimmt, ist hier jedoch schon angelegt. Die permanente Wechselwirkung zwischen dem Wunsch, Gegenständliches zu entziffern, und der Monochromie der Farbfelder lässt sich auch bei den Mitte der 1960er Jahre entstandenen Interieurs, den Sommerszenarien „Rowboat“ oder „Beach House“ verfolgen.

In dem nach Dezennien gegliederten Ausstellungsparcours leitet das Selbstportrait „Alex at Cheat Lake“ von 1969 zu den 1970er Jahren über. In dieser Zeit arbeitet Katz an ersten Farbaquatinten, für die er die Farben analog zur Ölmalerei nass in nass druckt. Gleichzeitig experimentiert Katz mit unterschiedlichen Positionierungen seiner Figuren. Im farbigen Siebdruck „Olympic Swimmer“ von 1976 verortet Katz den dargestellten Kopf in ein Hochformat, während er in der zwei Jahre zuvor entstandenen Aquatintafassung im Zentrum des querformatigen Blattes erscheint.

In den 1980er Jahren entwickelt Katz seine Vorliebe für das Reduzieren von Farbe und Form zur Steigerung der Bildprägnanz weiter. Es entstehen monumentale Portraits wie 1983 „Red Coat“ und 1987 „Samantha“ – Bildnisse, die viel über das Katzsche Ideal weiblicher Schönheit, aber wenig vom psychischen Innenleben der Portraitierten verraten. Auffällig ist, dass die Köpfe nun durch die Bildränder beschnitten werden, ein gestalterischer Griff, den Katz fortan immer wieder aufgreifen wird.

Außer den Portraits und Figuren zählen Landschaften zu den bevorzugten Motiven der Druckgrafik, ein Thema, dem sich Katz im letzten Jahrzehnt des 20sten Jahrhunderts wieder verstärkt widmet. In großen Formaten werden Landschaftsdetails und Lichtverhältnisse in unterschiedlichen Beleuchtungssituationen vorgeführt. Ein besonders schönes Exponat präsentiert die Ausstellung mit „Camp“ aus dem Jahr 1990. Ein sich fast über das gesamte Hochformat ausbreitendes sattes Grün verdankt seine nuancierte Farbigkeit einem darunter gedruckten warmen Gelbton, der wiederum in den drei rechteckigen, nebeneinander liegenden Formen ein kleines Solo spielen darf. Zarte Umrisse am oberen Bildrand suggerieren Natur, die von einem in helleres Grün getauchten Farbklang hinterfangen wird. Überzeugend erweist sich Katz hier als ein Virtuose der Fläche, der mit seinen jüngsten grafischen Werken ein überzeugendes Spätwerk präsentiert.

Die Ausstellung „Alex Katz. Prints“ läuft vom 28. Mai bis zum 29. August. Die Albertina hat täglich von 10 bis 18 Uhr, mittwochs bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt ins Museum beträgt 9,50 Euro, ermäßigt 8 respektive 7 Euro.

Kontakt:

Albertina

Albertinaplatz 1

AT-1010 Wien

Telefax:+43 (01) 53 37 69 7

Telefon:+43 (01) 53 48 30



17.06.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jacqueline Rugo

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


28.05.2010, Alex Katz. Prints

Bei:


Albertina

Bericht:


Nacktheit als Kleid

Bericht:


Alex Katz in der Kunsthalle Würth

Künstler:


Alex Katz










Copyright © '99-'2018
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce