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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Hauswedell & Nolte ist in Hamburg mit „Nul“-Kunst erfolgreich

Das Raster und das Biest



Der Ausflug ins Hochpreissegment des Minimalismus hat sich für das Hamburger Auktionshaus Hauswedell & Nolte gelohnt. Jan Schoonhovens quadratisches Raster „R 70-63“ von 1970, aus einer seriellen Reihung einzelner kleiner weißer Quadrate gebildet und für 150.000 Euro angeboten, wurde erst bei 250.000 Euro ersteigert. Auch die folgende Losnummer, das noch mehr in Richtung Konkrete Kunst tendierende Drahtgeflecht über schwarzem Fond „Grillages petits carrés, 3 trames, 0°-30°-60°“ in mathematischer Anordnung von François Morellet ebenfalls aus dem Jahr 1970 spielte mit 48.000 Euro einen guten Wert ein. 35.000 Euro waren veranschlagt. Hier zeigt sich der Trend der letzten Jahre, dass die Avantgardekunst der 1960er Jahre etwa aus dem Umfeld der Düsseldorfer Gruppe „Zero“ oder ihres niederländischen Pendants „Nul“, zur der Schoonhoven gehörte, mit ihrer radikalen Formensprache und der Objektivierung der Kunst wieder verstärkt wahrgenommen und von Museen sowie Sammlern gewürdigt wird.


Moderne und zeitgenössische Kunst

Nicht immer lief die Auktion am 11. Juni wie am Schnürchen. Schon die 82 ausgewählten Werke, zu denen auch obige gehörten, mussten immerhin 32 Rückgänge hinnehmen. Das Angebot litt ein wenig unter dem Fehlen echter Spitzenwerke. Teuerstes Stück nach dem Schoonhoven war Emil Noldes Aquarell einer Marschlandschaft mit Bauernhäusern aus den frühen 1920er Jahren. Es verteidigte seinen Platz, mit 100.000 Euro allerdings satte 40.000 Euro unterhalb der Schätzung. Eher schon Seltenes, aber auch nicht überall Begehrtes war dabei wie Caspar David Friedrichs Selbstbildnis im Profil nach rechts in einem Holzschnitt seines Bruders Christian Friedrich um 1801/03, der sich denn auch von 15.000 Euro auf 20.000 Euro steigerte, oder Paul Sérusiers Frühwerk eines verhaltenen „Intérieur à la lampe“ um 1889 für 22.000 Euro (Taxe 28.000 EUR). Auch ein hübscher Waldweg bei Goppeln im Vorfrühling von Paul Baum um 1894/95 in noch nicht ganz ausgereifter pointillistischer Manier wurde mit 11.500 Euro ganz gut bezahlt (Taxe 8.000 EUR).

Ungewöhnlich war der der Preissprung von Karl Schmidt-Rottluffs Aquarell „Sommerblumen in Vase“ aus der Zeit um 1942. Das knapp siebzig Zentimeter hohe Blatt leitet bereits zum Spätwerk des Expressionisten über. Möglicherweise haben die schwierige Entstehungszeit und die satte Farbigkeit des prächtig blühenden Straußes die Bieter zur Steigerung von 25.000 Euro auf 66.000 Euro gereizt. Ein anderes Blumenbouquet, Hans Purrmanns schönes Stillleben mit Calla aus dem Jahr 1913, kletterte leicht von 28.000 Euro auf 33.000 Euro. Doch bei Christian Rohlfs’ dichter Wassertemperamalerei mehrer Lilien in einer gelben Vase von 1924 stoppten die Gebote schon bei 22.000 Euro (Taxe 28.000 EUR). Dafür legte Alexej von Jawlenskys kleine Meditation eines leicht geneigten Kopfes von 1934 sacht auf 43.000 Euro zu (Taxe 40.000 EUR).

Recht gefragt waren einige der eher seltenen Grafiken. Erwartungsgemäß höher als mit 50.000 Euro schloss Edvard Munchs Teildruck der farbigen Lithografie „Madonna“ aus des Künstlers bester Zeit 1895 ab. Die begehrenswerte Schönheit, die sich lasziv-verträumt dem Betrachter entgegenstreckt, wurde um 78.000 Euro übernommen. 54.000 Euro kostete Lyonel Feiningers Mappe mit „Zwölf Holzschnitten“, herausgegeben als erste Veröffentlichung des Weimarer Bauhauses 1918/20 (Taxe 50.000 EUR). Die achtzig Blätter aus dem Mappenwerk „Die Schaffenden“, 1918 bis 1922 bei Kiepenheuer in Weimar als ein Querschnitt durch die damalige Kunst erschienen, mussten sich dagegen mit 45.000 Euro bescheiden (Taxe 60.000 EUR), ebenso Pablo Picassos Aquatintaradierung „Faune dévoilant une femme“ von 1936 mit 68.000 Euro (Taxe 80.000 EUR).

Zwei Werkchen weniger bekannter Künstler des Konstruktivismus und Kubismus, eine collagierte Farbflächenkomposition Edmund Kestings von 1926 und ein etwa gleichzeitiges Intarsienkasten nach Entwurf Jan Thorn Prikkers, konnten mit 19.000 und 11.000 Euro ihre Schätzungen jeweils knapp vervierfachen. Den Übergang zur Nachkriegskunst markierte Willi Baumeisters Duo „Trommelschlag“ von 1943 und „Montaru mit Weiß und Rot“ aus dem Jahr 1953. Mit 53.000 Euro und 65.000 Euro setzten sich diese für zwei Werkphasen des Künstlers charakteristische Arbeiten zu deutlich höheren Preisen ab als erwartet. Insbesondere für die relativ kleine „Montaru“-Collage war wegen ihres Status als Vorarbeit zu einem größeren Ölgemälde nur mit 35.000 Euro gerechnet worden.

Zwei farbleuchtende Aquarelle Ernst Wilhelm Nays mit runden Scheiben von 1958 und 1962 folgten ihren Schätzpreisen mit 25.000 Euro und 13.000 Euro. Verpackungskünstler Christo reüssierte mit dem Vorschlag zur Verhüllung der römischen Galleria nazionale d’arte moderna, der auf der 1965/66 entstandenen, nun 34.000 Euro teueren Collage „3 Store Front“ beruht (Taxe 28.000 EUR). Zur Schätzung von 50.000 Euro kam Gerhard Richters kleines abstraktes Ölgemälde „Grün-Blau-Rot“ mit der Werknummer „789-106“ aus dem Jahr 1993 ans Ziel. Als einziger Bildhauer war im Teil I der Auktion Lynn Chadwick angetreten und hatte mit seiner 1958 datierten, kantigen Eisenskulptur „Beast XIII“ bei 58.000 Euro Erfolg (Taxe 50.000 EUR).

Dem durchaus regen Interesse an den ausgewählten Werken war am Freitagabend waren tagsüber bereits einige bemerkenswerte Zuschläge im zweiten Teil der Modernen mit über vierhundert günstigeren Arbeiten vorausgegangen. Die Quote lag hier bei guten 50 Prozent. Manche Konvolute, etwa die Grafik Lovis Corinths, ging fast vollständig weg, wenngleich die Preise nicht höher ausfielen als 3.000 Euro. Den bemerkenswerten Höchstzuschlag von 19.000 Euro schaffte die Kaltnadelradierung „Tuba und Posaunen“, die Rolf Nesch 1931 als Teil seiner Serie „Karl Muck und sein Orchester“ zu Ehren des Leiters des Hamburger Philharmonischen Orchesters schuf. Damit überrundete das Blatt, das lediglich auf 4.000 Euro angesetzt war, sogar Wilhelm Lehmbrucks Bronzebüste der Knienden von 1912/14 in einem posthumen Guss, der statt 20.000 Euro nur 16.000 Euro einfuhr.

Überhaupt freute sich manches kleinere Werke großen Zulaufs. Eines der wenigen Stillleben Eduard Bargheers, 1933 datiert, stieg von 7.500 Euro auf 10.500 Euro, eine fein aquarellierte „Strandszene Sylt“ des Berliners Walter Leistikow von 1890 reüssierte bei 13.500 Euro (Taxe 5.000 EUR), und bei Heinrich Vogelers singenden Mädchen in Aquarell, Feder und Bleistift Mitte der 1890er Jahre verdreifachte sich der Wert auf 7.500 Euro. Die großen Künstler hielten da kaum Schritt, doch zwei recht frühe Grafiken Emil Noldes, darunter die 1910 entstandene Radierung „Hamburg, Landungsbrücke“ für 16.000 Euro (Taxe 8.000 EUR), das Abbild eines netten Türken von Christian Rohlfs um 1923/24 für taxgerechte 15.000 Euro und ein norwegisches Landschaftsbild aus Kurt Schwitters’ mittlerer Schaffenszeit um 1933/39 für 10.500 Euro retteten die Ehre (Taxe 6.000 EUR). Im Bereich der Fotografie gab es mit Florence Henri eine große Überraschung, als ihr Vintage eines Frauenportraits aus dem Jahr 1931 von 1.800 Euro auf 13.000 Euro schoss.

Auf rund 38 Prozent sank dann das Interesse am 12. Juni bei der „Kunst nach ’45“. Selbst Werke und Schriften aus einer persönlichen Korrespondenz der 2009 verstorbenen Hanne Darboven wurden großteils liegengelassen. Mit 42.000 Euro für Allen Jones’ Ölbild „In the Mood“ von 1992/93 gab es allerdings noch einmal einen hohen Zuschlag (Taxe 35.000 EUR). Zudem stürzte man sich gern auf Collagen Martin Kippenbergers, die der Künstler aus Anlass seines dreißigsten Geburtstages 1983 für das Buch „Abschied vom Jugendbonus“ gestaltete. Die erste von ihnen mit dem Untertitel „Gibt’s mich wirklich?“ setzte sich mit 5.500 Euro am höchsten ab, keine fiel unter die Schätzung von 3.000 Euro zurück. Der schwarzgrüne Farbklecks Otto Pienes auf rotem Grund in „Green Phantom“ von 2000 war günstig mit 1.500 Euro bewertet und blieb bei 3.000 Euro nicht unentdeckt.

Mit seinen Flugobjekten greift der Belgier Panamarenko einen alten Traum des Menschen auf. Ein kleines motorbetriebenes Multiple mit zwei Schwingen gab es jetzt für 5.200 Euro (Taxe 5.000 EUR). Ein nächtliches „Selbstbildnis 2 Uhr“ des Hamburger Dauerzeichners Horst Janssen vom 28. Oktober 1973 verbesserte sich auf 7.000 Euro (Taxe 4.000 EUR); sein auf den venezianischen Karneval anspielendes Selbstportrait „Venezia“ um 1970 musste dagegen einen Abschlag auf 5.500 Euro hinnehmen (Taxe 8.000 EUR). Auch Arnold Fiedler war ein Hamburger Künstler. Aus dessen informeller Werkphase machte das Gemälde „Der Kristall“ von 1957 bei 2.700 Euro aus sich aufmerksam (Taxe 750 EUR). Skandalumwittert war 1959 das zwölfteilige Mappenwerk „Qui s’explique“ des soeben verstorbenen Paul Wunderlich. Seiner deftigen Erotik wegen wurde ein Exemplar von der Polizei konfisziert. Eine vollständige Ausgabe des nur fünfmal gedruckten Werkes wurde jetzt für 15.000 Euro verkauft (Taxe 8.000 EUR).

Alte Kunst

Auf etwa gleiches Interesse wie die Gegenwartskünstler stießen am 12. Juni die überwiegend grafischen Arbeiten Alter Meister. Das Hauptlos, ein wiederentdecktes Stillleben Jacobus Voncks aus dem Jahr 1760 für geschätzte 60.000 Euro, wurde verschmäht, ebenso der Kupferstich „Die Dame mit dem Helm und dem leeren Wappenschild“ des Meisters E. S. (Taxe 30.000 EUR) und die lavierte Federzeichnung eines Drehleierspielers vor der Schenke aus der Hand des sonst so beliebten Genredarstellers Cornelis Dusart (Taxe 28.000 EUR). Von Albrecht Dürer wurde die um 1512 entstandene seltene Kaltnadelradierung „Die Heilige Familie mit Johannes, Maria Magdalena und Nikodemus“ um 17.000 Euro übernommen (Taxe 15.000 EUR), 11.000 Euro schaffte der Kupferstich „Die Heilige Familie mit der Libelle“ um 1495 (Taxe 12.000 EUR). Sein Holzschnitt „Der zwölfjährige Christus im Tempel“ um 1503 machte sich ebenfalls erst bei 11.000 Euro davon (Taxe 3.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Hauswedell & Nolte

Pöseldorfer Weg 1

DE-20148 Hamburg

Telefon:+49 (040) 41 32 10 0

Telefax:+49 (040) 41 32 10 10

E-Mail: info@hauswedell-nolte.de



16.06.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Taxe: 28.000,- EURO

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