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Frontales Bildnis I.B. 1988 / Max Uhlig

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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

In dieser Woche hält auch das Kölner Auktionshaus Van Ham Werke der Moderne und Zeitgenössischen Kunst bereit

Große Namen, kleine Werke und eine sehr private Sammlung



Die Provenienz ist außergewöhnlich und prominent: 1939 war Rudolf Bauers „Pink Circle“ in der Schau „Art of Tomorrow“, der Gründungsausstellung der Guggenheim Foundation, zu sehen, die die abstrakte Kunst in New York heimisch machte. Ein Jahr zuvor schuf Bauer das Ölgemälde in hellen Farbtönen, mit zarter Linienführung und frei im Raum schwebenden, geometrischen Formen. Das aus einer rheinländischen Privatsammlung stammende Bild ist eines der Spitzenwerke in der Auktion „Moderne und Zeitgenössische Kunst“ bei Van Ham in Köln, geht mit 100.000 bis 120.000 Euro ins Rennen und zeigt deutlich den Einfluss Kandinskys, den Bauer 1930 kennenlernte und seitdem bewunderte. Auch von Wassily Kandinsky selbst hält Van Ham etwas bereit. Das Aquarell von 1918 ist eine charakteristische Arbeit des Künstlers aus den Jahren des Ersten Weltkrieges, als viele Aquarelle zur Findung neuer Bildideen mit melancholischer Stimmung entstanden sind. Es liegt bei 80.000 bis 90.000 Euro.



Klassische Moderne

Weitaus farbenfroher präsentieren sich Emil Noldes gelbe Iris und Stiefmütterchen. In dem um 1930/35 entstandenen Aquarell auf Japanpapier kommt seine ernsthafte aber dennoch lebensfrohe Sichtweise auf die Welt zum Ausdruck. „Ich liebe die Blumen in ihrem Schicksal: emporsprießend, blühend, leuchtend, glühend, beglückend, sich neigend verwelkend, verworfen in der Grube endend. Nicht immer ist unser Menschenschicksal ebenso folgerichtig und schön…“, notierte Nolde 1942 (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR), dessen grauschwarze Lithografie „Fischerkinder“ von 1926 etwa gleichauf liegt. Ein ähnliches Verhältnis hatte Marc Chagall zu seinen Zirkussujets: „Ein Zirkus ist für mich ein magisches Schauspiel, das wie ein Weltgeschehen vorbeizieht und schmilzt.“ Entsprechend wirken seine 38 Lithografien der Mappe „Le Cirque“ von 1967 wie verwunschene Fantasiegebilde mit flirrenden Farben, funkelnden Lichtreflexen und traumartigen Motiven (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR). Von symbolträchtigem Charakter sind ebenfalls die neun druckgrafischen Arbeiten des Katalanen Joan Miró, deren Schätzpreise sich in einem Rahmen von 1.800 bis 9.000 Euro bewegen.

Genrehaft hingegen malte Ferdinand Hodler sein Motiv, den Mann mit der Gitarre. Mit raschen Pinselstrich und breitem Duktus setzte der Schweizer in seinem frühen Werk von etwa 1886 den fast vollständig in Rot gekleideten Mann in Falstaffscher Manier vor bräunlichem Hintergrund und im Komplementärkontrast zu einer am Boden stehenden grünen Vase ins Bild (Taxe 100.000 bis 120.000 EUR). Moderner hat Marianne von Werefkin um 1909 die fast gesichtslosen Gestalten beim Gespräch im Café flüchtig eingefangen (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Als elegante, ein wenig kühle Schönheit entwarf dagegen Josef Eberz 1923 das Bildnis einer jungen Frau mit Schleier (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Wiederum eher dralle Lebensfreude spricht aus dem fülligen Paar in „Het balcon“, das Harmen Hermanus Meurs 1932 auf einem Balkon in Ibiza sah (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR). Auf seinem Selbstportrait scheint Georges Vantongerloo, der zu den Mitbegründern der Künstlergruppe De Stijl zählt, sich fast ins Nichts aufzulösen. Das Bild mit nur noch wenigen pointillistischen Strichen in den Hauptfarben entstand 1916/17 auch kurz vor seiner Hinwendung zur gegenstandslosen Kunst (Taxe 140.000 bis 160.000 EUR).

Impressionistische Tendenzen verfolgen um diese Zeit auf französischer Seite etwa noch Albert André mit einer heiteren Sicht auf das Café Pigalle in Paris (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR), Gustave Moïse mit einem Blumenstillleben von 1919 oder Paule Gobillard mit ihrer schlichten „Nature morte“ aus Früchten, Blumen und Porzellan auf einem Tisch (Taxen je 3.000 bis 4.000 EUR), auf deutscher Seite etwa Vertreter der Künstlerkolonie Worpswede: Fritz Overbeck erschafft um 1899 eine unbeschwerte Stimmung mit seinen „Sommerlichen Feldern“ (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR), ebenso Otto Modersohn 1927 mit seiner Frühlingslandschaft mit blühenden Bäumen (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR).

Vor allem in ihrer Farbwahl nehmen Peter August Böckstiegel in seiner „Heuernte“ von 1943 und Maria Caspar-Filser in ihrer weiten Sommerlandschaft Absichten des Expressionismus auf (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR und 15.000 bis 20.000 EUR). Mit Rudolf Schlichters kolorierter Bleistiftzeichnung seiner Frau „Speedy“ von 1936 wird es dann neusachlich (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR), mit Maurice Louis Têtes Stillleben mit Fruchtschale vor einem Fester kubistisch (Taxe 4.000 bis 4.500 EUR), und Arnold Topps „Bedrohte Stadt“ von 1918 kommt den abstrakten verzahnten Farbflächen Serge Poliakoffs schon recht nahe, wären da nicht noch einige Fensteröffnungen auszumachen (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Über die Ähnlichkeit kann man sich bei Van Ham mit Poliakoffs typischer „Composition Rouge“ von 1956 selbst ein Bild verschaffen (Taxe 35.000 bis 45.000 EUR).

Barlach, Herzog, Lehmbruck und Fritz Klimsch stehen in Sektion Skulptur an der Spitze. Von Letzterem sind allein neun Arbeiten dabei, die anlässlich seines 50sten Todestages versteigert werden. Seine schlanken Frauenakte mit klassischen Formen passten in den Formenkanon der Nationalsozialisten, von denen der Künstler sich Ende der 1930er Jahre leider regelrecht vereinnahmen ließ (Taxen von 3.000 bis 45.000 EUR). Dem entgegengesetzt verlief das Schicksal seiner Künstlerkollegen Ernst Barlach und Wilhelm Lehmbruck, deren Werke von den Nazis als „Entartete Kunst“ bezeichnet wurden. Den Kopf geneigt, die Augen geschlossen und die Arme locker unter der Brust verschränkt: In sich gekehrt erscheint die „Kleine Sinnende“ von Lehmbruck aus dem Jahr 1911. Der leichte Kontrapost, die Gewanddraperie und die zarte Kopfhaltung entstammen antikem griechischem Vorbild (Taxe 100.000 bis 120.000 EUR). Eine vergleichbare Versunkenheit strahlt Barlachs Sänger von 1931 aus. Der Bronzeguss stammt wohl aus dem Jahr 1939 und verlangt 18.000 bis 20.000 Euro.

Noch in realistischen, aber weichen Formen des Jugendstil hat George Minne 1928 seinen bronzenen „David“ geschaffen, der gerade einen Stein schleudern will (Taxe 4.500 bis 5.500 EUR). Nahe an die Abstraktion hat Oswald Herzog die an den Futuristen orientierte Bronze mit dem Titel „Schmerz“ getrieben. Ergreifend hat die sich windende Gestalt ihre Arme zum Himmel gerissen, die Finger verkrampfen sich ineinander. Die Formen sind scharf und kristallin gebrochen, die Oberfläche geglättet. Alles an dieser Figur ist auf den Ausdruck des Schmerzes hin angelegt (Taxe 35.000 bis 40.000 EUR). Und auch Marg Moll tendiert in ihrer polierten Bronze „Frau mit Fächer“ von 1931 zu Formen des Kubismus (Taxe 4.500 bis 5.000 EUR).

Zeitgenössische Kunst

Mit dem „Stachelhaus für Stachelhaus“ von Günther Uecker kann Van Ham ein weiteres Spitzenstück auffahren. Das 1967 entstandene und auf 90.000 bis 120.000 Euro geschätzte Werk schuf der Künstler für den Kulturjournalisten Heiner Stachelhaus, mit dem er 1963 Bekanntschaft machte und der sich für Uecker und die Künstlergruppe ZERO begeisterte. Uecker überträgt hier sein seit 1957 begonnenes Prinzip der charakteristischen Nagelbilder auf eine dreidimensionale Form. Abraham David Christian geht es in seinem bildhauerischen Schaffen um Fragen nach Volumina, Maßen und Oberflächen, so auch in seiner Bronzestele aus flachen Kegelformen, die an fernöstliche religiöse Gegenstände erinnert (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR).

Die Verbindung von Bildhauerei und Malerei schafft dann Bernard Schultze in seinem Wandrelief „Grist“ in wuchernder, naturamorpher Gestalt von 1960 (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Für die abstrakte Malerei listet der Katalog etwa Peter Brünings filigrane Kritzeleien in der „Komposition (Nr.40/63)“ von 1963 (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR) oder Georg Meistermanns zweigeteiltes spätes Farbflächenbild von 1986 in Blau, auf dem der weiße Abschnitt lastet (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Otto Ritschl ergänzt mit einer noch locker gehandhabten Komposition von 1954 und einer mit sich verfestigenden Farbformen von 1958 (Taxen je 5.000 bis 8.000 EUR).

Auf spielerische Tendenzen der Abstraktion ließ sich Victor Vasarely gerne ein. Seine Bilder wie „Bora II“ von 1969 und seine Reliefs wie „Noir – Blanc“ von 1964 sind schwarzweiße Kunstwerke, die das Auge des Betrachters täuschen wollen (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR und 40.000 bis 60.000 EUR). Etwas strenger geht Henryk Stazewski zur Sache, wenn in seinen fünf Arbeiten aus den 1970er Jahren die Farbe recht geometrisch exakt auf den Träger aufbringt (Taxen zwischen 2.000 und 12.000 EUR). Ganz auf einen malerischen Ausdruck verzichtet Ferdinand Kriwet seinem Schriftkunstwerk „Mozart“ von 1984. Dabei sind die Buchstaben des Namens in einem Leuchtkasten nur zur Hälfte ausgeführt und durch Spiegel ins Unendliche vervielfältigt (Taxe 5.000 bis 8.000 EUR).

Dann hält die Gegenständlichkeit wieder Einzug, etwa mit der knalligen Pop Art. Von Andy Warhol kommen insgesamt elf Werke zum Aufruf, darunter die Serie von vier Farbserigrafien mit dem Antlitz Beethovens zu einem Schätzpreis von 100.000 bis 150.000 Euro, und auch seine weltberühmte Marilyn darf nicht fehlen (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Warhol vertrat in seinen Werken einen Kunstbegriff, der die serielle Produktion zu einem der wichtigsten Charakteristika seiner Kunst werden ließ. Die Massenindustrie des Überflusses sollte mit ihren eigenen Waffen geschlagen werden. Damit fand die Konsumgesellschaft und der „American Way of Life“ Eingang in seine Werke. Mit zarter Strichführung und wenigen feinen Linien besticht David Hockney in seinen Arbeiten auf Papier. Der Künstler experimentierte mit der Perspektive und einer Vielzahl von Standorten und verlieh seinen Bildern auf diese Weise eine meditative Ruhe und Dauer. Die Bleistiftzeichnung „Peter having a bath at Nicks“ von 1967 schätzt das Auktionshaus auf 25.000 bis 30.000 Euro.

Auch Jean Dubuffet setzte sich mit der Alltäglichkeit auseinander und wurde so zu einem der Hauptvertreter der Art Brut. Die Bildsprache von Graffities und abstoßende Schmierereien auf Toiletten oder Häuserwänden führte der Künstler zu einer neuen Ästhetik und nahm sich außerdem die Kunst von psychisch kranken Menschen zum Vorbild. Er realisierte unförmige Wesen mit unproportionierten Köpfen und Extremitäten, die dem Betrachter oftmals eine ungeheure Kraft und fesselnde Irrationalität vor Augen führt. Van Ham bietet nun seine Farblithografie „Fougère au chapeau“ von 1953 zu einem Schätzpreis von 10.000 bis 15.000 Euro an. Eine Nähe zu Werken der Art Brut-Künstler weist der spontane und unmittelbar erkennbare Schaffensprozess von Miquel Barcelós Arbeit „Stille Tage in Portugal“ in seinen deutlich sichtbar belassenen Rissen von geschichteten Papierstreifen auf. Die Verwendung von Sand als weiteres Material im Bild von 1984 unterstreicht dies (Taxe 70.000 bis 100.000 EUR).

Für Horst Antes wurde der Mensch zu bestimmenden Sujet seines Œuvres, allerdings hat er ihn in seinen berühmten Kopffüßlern zu einem gnomartigen Wesen verwandelt. Soweit geht Antes in dem „Großen grauen Kopf mit blauer florentiner Kappe“ von 1978/79 nicht. Doch auch hier erscheint er titanhaft in das Bildformat eingepfercht zu sein (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Mit 19 farbintensiven Arbeiten ist Friedensreich Hundertwasser vertreten, darunter die ungewöhnliche Tapisserie „The rain ist stronger than the sun“ von 1974, deren Titel äußerst passend für diesen Sommer zu sein scheint (Taxe 15.000 bis 20.000 Euro). Auch Franz Gertsch setzt fast ganz auf den Gehalt der Farbe, wenn er seinen Holzschnitt „Enzian“ lediglich im warmen Rotton aufblühen lässt (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR).

Zurzeit in aller Munde und auch bei Van Ham vertreten ist 50jährige Neo Rauch. Als ein typisches Frühwerk ist der noch recht abstrakte „Sturz“ aus der Farbe heraus komponiert und mit pastosem Pinselschwung auf die Leinwand gebracht (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR). Noch nicht ganz bis oben in die Weltliga sind die etwas jüngeren Künstler Torben Giehler, Cornelius Völker und Johannes Wohnseifer aufgestiegen. Aber sie arbeiten daran, Giehler mit seinen perspektivisch verschachtelten Raumelementen in „Eis Hexe“ von 2007 (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR), Völker mit der vom Bildrand überschnittenen Frau „Handtaschentragen“ von 1999 in Untersicht (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR) und Wohnseifer mit der ironischen Adaption der Euromünzen als zweifarbige Kreismalerei ohne jegliche Aufschrift (Taxe 3.000 bis 3.500 EUR).

„A Very Personal Collection“

Sehr persönlich mit viel nackter Haut, bunter Pop Art und einigen der wichtigsten Vertretern der zeitgenössischen Kunst offeriert Van Ham mit dem separaten Katalog der „Very Personal Collection“ einen Querschnitt der Kunstgeschichte seit den 1960er Jahren. Hier kommen nicht die ganz großen Werke der Berühmtheiten unter den Hammer, sondern meist Arbeiten auf Papier, was die moderaten Schätzpreise erklärt. Das teuerste Werk in dieser Runde ist Roy Lichtensteins Offsetlithographie „CRAK!“ von 1963/64 für 22.000 bis 28.000 Euro. Der Pop Art-Künstler, der durch seine monumentalisierten Comic-Strips berühmt wurde, vereint in seinem Werk geistreiche Einfachheit mit einem ausgeprägten Formgefühl. Ähnlich auch die Werke des britischen Künstlers Allen Jones, von dem das Auktionshaus einen Entwurf für das Plakat der Olympischen Spiele 1972 für 10.000 bis 15.000 Euro bereithält. Als ein weiterer Vertreter der britischen Pop Art ist David Hockney in der Sammlung mit dabei. In seiner Lithographie „Selbstportrait“ blickt er in lässiger Pose dem Betrachter von einem Sessel entgegen (Taxe 1.500 bis 2000 EUR).

In satten Farben und starken Kontrasten treten dann wiederum acht Farbserigrafien von Robert Indiana auf. Darunter ist sein berühmtes „Love“ (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR) und ein Buch mit Gedichten von Robert Creeley unter dem Titel „American Dream“, die von fünf Arbeiten auf Papier begleitet werden (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Ein weiterer Blickfang ist die Farblithographie „Ohne Titel 3 (Free South Africa)“ von Keith Haring, die die Experten zwischen 6.000 und 8.000 Euro taxieren. Ausgehend von Graffitis entwickelte der Amerikaner seine unverwechselbare Bildsprache von cartoonartigen Figuren aus einfachen Linien auf meist farbigen Hintergründen. Hier beeindruckt der klare Kontrast von Rot, Schwarz und Weiß.

Einzigartig und nicht in einen der vielen Stil-Ismen der Kunst einzuordnen, ist der sich selbst als Realist bezeichnende Francis Bacon. Ausgehend von Ideen des Surrealismus entwickelte der in Dublin geborene Künstler eine eigene Bildsprache, in dessen Zentrum der Mensch als gequälte und drangsalierte Kreatur erscheint. Das Inkarnat seiner Figuren wird zu einer fleischigen, pulsierend zerklüfteten Oberfläche, die als Abbild des Innenlebens aufzufassen ist. In der Farblithografie „Oedipus and the Sphinx“ rekurriert der Künstler 1984 auf ein Gemälde von Jean-Auguste-Dominique Ingres (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR).

Als einer der bekanntesten zeitgenössischen Künstler darf der gleichermaßen bejubelte, wie auch kritisierte Damien Hirst nicht fehlen. Die bei Van Ham angebotene Farbserigrafie, die Hirsts „For the Love of God“, den lebensgroßen mit 8601 Diamanten besetzten Totenschädel, zeigt, wird zu einem Schätzpreis von 1.500 bis 2.000 Euro versteigert. Auch für Fans der Fotografie hält der Katalog etwas bereit: In dem 1975 entstandenem Werk „Winnie at the Negresco“ von Helmut Newton sieht man eine entkleidete Frau, die auf einen Pelzmantel gestützt über eine Balkonbrüstung blickt. Die nächtliche Szene ist durch beeindruckende Schwarz-Weiß-Kontraste geprägt und pointiert die weibliche Nacktheit (Taxe 9.000 bis 10.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 4. Juni um 10 Uhr mit Werken bis zu einem Schätzpreis von 1.500 Euro, ab 14 Uhr folgt der Hauptteil der Auktion von moderner und zeitgenössischer Kunst und ab etwa 17:30 Uhr kommt die „Very Personal Collection“, die Sammlung mit Schätzpreisen von 250 bis 28.000 Euro, unter den Hammer. Die Vorbesichtigung läuft vom bis zum 2. Juni täglich von 10 bis 18 Uhr. Der Katalog ist im Internet unter www.van-ham.com abrufbar.

Kontakt:

Van Ham Kunstauktionen

Hitzelerstraße 2

DE-50968 Köln

Telefon:+49 (0221) 925 86 20

Telefax:+49 (0221) 925 86 24

E-Mail: info@van-ham.com



01.06.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Lena Hennen

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Veranstaltung vom:


04.06.2010, 289. Auktion: Moderne und Zeitgenössische Kunst







Ferdinand Hodler, L’homme à la guitarre, um 1886

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Taxe: 100.000 - 120.000 EURO

Losnummer: 64

Wilhelm Lehmbruck, Kleine Sinnende, 1911

Wilhelm Lehmbruck, Kleine Sinnende, 1911

Taxe: 100.000 - 150.000 EURO

Zuschlag: 100.000,- EURO

Losnummer: 85

Marianne von Werefkin, Gespräch im Café, um 1909

Marianne von Werefkin, Gespräch im Café, um 1909

Taxe: 50.000 - 70.000 EURO

Losnummer: 167




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