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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Zeichnungen und Druckgrafik im Wiener Dorotheum diesmal mit Schwerpunkt im 19ten Jahrhundert

Rückkehr des alten Mannes



Albrecht Dürer, Heilige Jungfrau mit dem Christuskind und der heiligen Anna

Albrecht Dürer, Heilige Jungfrau mit dem Christuskind und der heiligen Anna

Eigentlich ist man von den Grafikauktionen, die das Wiener Dorotheum gelegentlich zwischen seine großen Auktionsblöcke schiebt, starke Italienschwerpunkte gewohnt. Dramatische Historienszenen, dralle Frauenakte oder rauschhafte Himmelfahrten sind am 2. Juni jedoch deutlich in der Minderzahl und halten sich insbesondere auch preislich sehr bedeckt. Wie überhaupt die Alten Meister den jüngeren, vornehmlich österreichischen Künstlern des 19ten und beginnenden 20ten Jahrhunderts weniger entgegenzusetzen haben als sonst. Die Druckgrafik ist ohnehin nicht des Dorotheums Steckenpferd: Mit Albrecht Dürers Kupferstich „Heilige Jungfrau mit dem Christuskind und der heiligen Anna“ für 9.000 bis 11.000 Euro oder Rembrandts um 1639 entstandene Radierung eines alten Mannes mit Kappe, der seine Augen mit der Hand beschattet, für 7.000 bis 9.000 Euro, gehen hier eher unbekannte Blätter an den Start.



Eher dürften Sammler des Außergewöhnlichen bei den Handzeichnungen fündig werden. An erster Stelle rangiert hier eine farbige Kreidezeichnung zweier Soldaten auf der Wanderschaft, die vielleicht Pieter Breughel d.J. nach einem im Kunsthistorischen Museum Wien aufbewahrten Gemälde seines Vaters Pieter Bruegels d.Ä. aufnahm. Dafür werden allerdings auch stattliche 30.000 bis 40.000 Euro erwartet. Und so ganz unbedarft sind die Italiener dann doch nicht. Der Bologneser Lorenzo Pasinelli beispielsweise stellt eine hübsche Ölzeichnung, in der zwei Engel dem schlafenden Christuskind das Bettlaken lüften (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR). Ebenfalls aus Bologna stammt Giovanni Francesco Grimaldi, der aber 1680 in Rom verstarb. Seine Landschaft mit Brücke und Turm an einem Fluss hat er hauptsächlich aus kleinen Strichen schraffiert (Taxe 3.500 bis 4.000 EUR).

Giovanni Girolamo Savoldo wird das schwarze Kreidebildnis eines bärtigen alten Mannes zugeschrieben, zu dem sich ein vergleichbares Werk in der grafischen Sammlung des Louvre befindet. Erst vor einem halben Jahr war das Blatt für 2.400 Euro als venezianisch bei Bassenge in Berlin angeboten. Jetzt soll die eindrückliche Studie 3.000 bis 3.500 Euro kosten. Die Niederländer steuern etwa noch Herman Saftlevens Blick in ein bewaldetes Flusstal in schwarzer Kreide (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR) und Sebastian Vrancx figurenreiches Blatt mit etlichen Toten nach einem kriegerischen Gemetzel bei (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). Auf eine historische Schlacht rekurriert der Österreicher Franz Paul Findenigg. 1758 trafen in der Schlacht bei Hochkirchen innerhalb des Siebenjährigen Kriegs österreichische und preußische Truppen aufeinander (Taxe 1.000 bis 1.200 EUR).

Mit relativ großen Schritten geht es dann aber auf den Klassizismus zu. Hubert Robert wird aufgrund einer wohl nachträglichen Beschriftung ein monumentales Architekturstück in die Schuhe geschoben, in dessen Mittelpunkt ein mächtiger Triumphbogen mit bekrönender Reitergruppe steht (Taxe 7.000 bis 10.000 EUR). Zu einem heute in den Staatlichen Museen zu Kassel befindlichen Gemälde des hessischen Hofmalers Johann August Nahl d.J. gibt es die Vorzeichnung: Merkur und Diana sind da etwas nachdenklich brütend in einer dichten Waldlandschaft zu sehen. Vor einem halben Jahr stand das Blatt schon bei 6.000 bis 8.000 Euro. Der Stil von vier nächtlichen Szenen, der Kleidung der Dargestellten nach zu schließen offenbar mit antikem Hintergrund, spricht für die Autorschaft des Wieners Friedrich Heinrich Füger. Der düstere Eindruck wird neben der grauschwarzen Zeichnung selbst durch den blauen Untergrund des Trägerpapiers erzeugt (Taxe 3.500 bis 4.000 EUR).

Figürliches und Naturdarstellungen des 19ten Jahrhunderts sind in dieser Dorotheums-Auktion nur anfangs in der Mehrzahl: Mehrere Figurenstudien Mihály Munkácsys für bis zu 4.000 Euro oder eine Landschaftsskizze, die Ferdinand Georg Waldmüller 1830 in Bleistift hinstrichelte (Taxe 2.400 bis 3.000 EUR), verdienen hier die größte Aufmerksamkeit. Dazu treten etwa noch Peter Fendis Zeichnung eines Buben, der sein Lasttier liebkost, samt seiner Mutter in Rückenansicht (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR) oder Christian Morgensterns noch romantisch aufgefasster „Steinbruch bei Murnau“ von 1853 (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR).

Im Miniaturformat arbeitete Balthasar Wigand am liebsten, so auch ein Blick über den Weg von Baden nach St. Helena. Das Aquarell mit der Weilburg im Hintergrund misste gerade einmal acht mal zwölf Zentimeter (Taxe 3.000 bis 3.500 EUR). Ähnlich winzig ist Emanuel Thomas Peters Bildnis der Gräfin Therese Thun in schwarzem Seidenkleid und Spitzenhaube in Aquarell auf Porzellan, ein Meisterwerk der biedermeierlichen Miniaturmalerei (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR). Franz von Stucks Aquarellportrait der Tochter Mary mit Biedermeierhut in etwas größerem Oval soll ebenfalls 5.000 bis 6.000 Euro kosten.

Ein Großteil des Angebotes dreht sich um mehr oder weniger gefällige, mitunter auch rein dekorative Architektur- und Stadtansichten. Zu letzterer Rubrik gehört ein großer Palastbau Anton Radls, ist die aquarellierte Aquatintaradierung doch als Bühnenbild zu Antonio Salieris Oper „Palmyra“ nach einem Entwurf Giorgio Fuentes’ entstanden (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR). Natur und Baukunst gingen bei Familie Alt oft Hand in Hand. Papa Jakob Alt ist mit seiner südlichen Flusslandschaft samt einem etwas wackligen Häuschen im Vordergrund vertreten (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR), großer Bruder Rudolf von Alt mit einer Ansicht des Rudolfshofes in Herkulesbad bei Mehadia in Rumänien, um 1865 zusammen mit Wilhelm von Doderer wohl primär als architektonische Zukunftsvision gedacht (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR), kleiner Bruder Franz Alt schließlich mit einem Blick auf den Pariser Justizpalast aus dem Jahr 1896 (Taxe 2.400 bis 2.800 EUR). Entlang der rauen Felsenküste Korsikas riskierte Edward Theodore Compton 1880 einen Blick auf die Zitadelle von Calvi (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR).

Gerade in der österreichischen Hauptstadt fanden sich reichlich Motive für eine rege und geschäftstüchtige Künstlerschar. Carl Pippichs „Schneeballschlacht“ mit der mächtigen Karlskirche im Hintergrund (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR), Ernst Graners Ansichten des oberen Belvederes von der Gartenseite aus dem Jahr 1925 (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR) sowie des Heldentores mit einer hindurchziehenden Militärkapelle von 1912 sind hier einige der nennenswerten Stücke (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR). Etwas ausgefallener sind schließlich Vittorio Rappinis „Straßenladen im Orient“ (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR) und Marie Egners Stillleben mit Teller und Wildtruthühnern, die traurig an einem Haken baumeln (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 2. Juni um 17 Uhr. Die Vorbesichtigung findet bis zum Auktionsbeginn täglich außer sonntags von 10 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 17 Uhr statt. Der Katalog ist im Internet unter www.dorotheum.com einsehbar.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



27.05.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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