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Bilder aus der Zwischenkriegszeit: Das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe zeigt vier Fotografinnen der Zwanziger Jahre

Neue Frauen – Neues Sehen – Neue Bilder



Bubikopf, Federboa und Zigarettenspitze – soweit das Klischee. Doch die Frauen der 1920er Jahre verkörpern heute noch das Ideal der freien, selbstbestimmten und mondänen Dame, die sich mutig die Welt erobert und auch den Neuerungen der Technik offen gegenübersteht. Die Hamburger Fotografinnen Minya Diez-Dührkoop, Lotte Genzsch, Natascha A. Brunswick und Hildi Schmidt Heins waren im Hamburg der zwanziger Jahre mit der Kamera unterwegs und haben diese Zeit des kurzen, aber intensiven Aufbruchs auf ihren Aufnahmen festgehalten. In der Schau „Eine Frage der Zeit. Vier Fotografinnen im Hamburg der Zwanziger Jahre“ im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe (MKG) sind jetzt rund 160 Aufnahmen der vier zu sehen.


Das liberale, besonders gegenüber künstlerischen Experimenten offene gesellschaftliche Klima in der jungen Weimarer Republik begünstigte das Entstehen einer jungen, weiblichen Fotoavantgarde. Viele männliche Fotografen waren aus dem Ersten Weltkrieg nicht mehr heimgekehrt. Jetzt eröffneten Frauen Fotoateliers oder begaben sich mit der gerade ganz neu auf den Markt gekommenen, handlichen Kleinbildkamera Leica auf Motivsuche in der Stadt. Der Hunger nach Fotos war groß: Überall gründeten sich neue Magazine, Zeitschriften und Zeitungen. Das fotografische Bild boomte.

Die Kunsthistorikerin Rosa Schapire stellte 1927 fest: „Ein neues Frauengeschlecht hat sich einen neuen Pflichtenkreis geschaffen, neue Lebensideale aufgestellt und seinen Horizont erweitert.“ Und die Emanzipation der Frau schritt voran. Zudem veränderten die Einflüsse von Bauhaus, russischer Avantgarde, Neuer Sachlichkeit und Neuem Sehen die gewohnten Perspektiven. Gerade eine dynamische, vom Hafen geprägte Großstadt wie Hamburg bot eine unendliche Fülle an Motiven. Die vier Fotografinnen, die Gabriele Betancourt Nuñez, die Kuratorin der Schau, ausgewählt hat, unterscheiden sich in ihrem fotografischen Vokabular aber dennoch gewaltig.

Minya Diez-Dührkoop (1873-1929), die älteste der vier, bleibt als Tochter eines der berühmtesten Porträtfotografen der Jahrhundertwende der aufwändig inszenierten Atelierfotografie verhaftet. Sie pflegte enge Kontakte zur künstlerischen Avantgarde, war passives Mitglied der Künstlervereinigung „Brücke“ und sammelte selbst zeitgenössische Kunst. Ihre Aufnahmen der expressionistischen Maskentänzer Lavinia Schulz und Walter Holdt werden in der Ausstellung von Originalkostümen ergänzt. Lotte Genzsch (1907-2003) dagegen verließ das Atelier und begab sich zwischen Atlantikdampfern, Hafenarbeitern und stählernen Brückenkonstruktionen auf Motivsuche. Ihre dynamischen Aufnahmen mit schrägen Untersichten, harten Kontrasten und gekonnter Lichtregie bezeugen ihr Interesse an der Darstellung des Alltäglichen aus ganz neuen, ungewohnten Perspektiven.

Mit den eher intimen Bildern Natascha A. Brunswicks (1909-2003) zeigt die Schau vom Zeitgeist der „Neuen Optik“ beeinflusste Aufnahmen aus dem privaten Leben einer Mathematikstudentin und begabten Amateurfotografin. Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft musste Brunswick 1937 nach Amerika emigrieren. Ihr vergessener Bilderschatz wurde erst 1996 von ihrem Sohn wiederentdeckt und befindet sich heute in der Sammlung des MKG.

Die einzige noch lebende Teilnehmerin ist Hildi Schmidt Heins, Jahrgang 1915, deren Aufnahmen von Interieurs oder fröhlich ausgelassenen Segelpartien stark von ihrer Ausbildung als Gebrauchsgrafikerin geprägt sind. Warum sie allerdings als Fotografin der „Zwanziger Jahre“ etikettiert wird, bleibt etwas unklar. Von ihr zu sehen sind Bilder aus den späten 1930er und frühen 1940er Jahren. Die Zeit der künstlerischen Freiheit und des fotografischen Experiments war da für die meisten ihrer Kolleginnen durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten bereits jäh beendet worden.

Die Ausstellung „Eine Frage der Zeit. Vier Fotografinnen im Hamburg der Zwanziger Jahre“ ist bis zum 27. Juni zu sehen. Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg hat dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet, mittwochs und donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 5 Euro; Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre frei. Der 420seitige Katalog „Himmel auf Zeit“, der die gesamte Epoche in den Blick nimmt, ist mit Wachholtz Verlag Neumünster für 28 Euro erschienen.

Kontakt:

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

Steintorplatz

DE-20099 Hamburg

Telefon:+49 (040) 428134 880

Telefax:+49 (040) 428134 999

E-Mail: service@mkg-hamburg



27.05.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Veranstaltung vom:


23.04.2010, Eine Frage der Zeit. Vier Fotografinnen im Hamburg der Zwanziger Jahre

Bei:


Museum für Kunst und Gewerbe

Bericht:


Die Große Freiheit vor der Katastrophe

Variabilder:

Minya Diez-Dührkoop, Tanzbertchen, Hamburg 1924
Minya Diez-Dührkoop, Tanzbertchen, Hamburg 1924

Variabilder:

Minya Diez-Dührkoop, Tobbogan Frau, Hamburg 1924
Minya Diez-Dührkoop, Tobbogan Frau, Hamburg 1924

Variabilder:

Minya Diez-Dührkoop, Renate Scholz, Hamburg 1929
Minya Diez-Dührkoop, Renate Scholz, Hamburg 1929

Künstler:

Minya Diez-Dührkoop

Künstler:

Natascha A. Brunswick

Künstler:

Lotte Genzsch







Minya Diez-Dührkoop, Tanzbertchen, Hamburg 1924

Minya Diez-Dührkoop, Tanzbertchen, Hamburg 1924

Minya Diez-Dührkoop, Tobbogan Frau, Hamburg 1924

Minya Diez-Dührkoop, Tobbogan Frau, Hamburg 1924

Minya Diez-Dührkoop, Renate Scholz, Hamburg 1929

Minya Diez-Dührkoop, Renate Scholz, Hamburg 1929




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