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Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach

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Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von  Stuck

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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Rückblick: Moderne und Zeitgenössische Kunst bei Sturies

Konkrete Spielerei



Eine nette Spielerei hat François Morellet in den 1960er Jahren mit der „Petite Grille“ geschaffen. Anstatt sich wie üblich einem festen Raster zu unterwerfen, hat der Franzose hier die Gitterstruktur aus Aluminium in Bewegung versetzt und damit die oft strengen Formen der Konkreten Kunst ein wenig unterlaufen. Nun lässt er das horizontale Rautenmuster in einem atmenden Auf- und Abwärtsrhythmus öffnen und schließen. Als eines seiner wenigen kinetischen Objekte Morellets nahm es zu Recht einen besonderen Stellenwert in der Auktion „Moderne und Zeitgenössische Kunst“ bei Andreas Sturies ein. Dennoch hatte der Düsseldorfer Auktionator die „Petite Grille“ günstig mit 8.000 Euro angesetzt. Dabei blieb es aber nicht. Die Rarität wurde von mehreren Sammlern entdeckt, die schließlich den Spitzenzuschlag des Tages von 20.000 Euro gewährten.



Den zweithöchsten Preis des Tages heimste Rolf Cavael ein. Seine wolkige informelle Komposition „58/S2“ mit blauen, roten und gelben Kreisen, die von schwarzen Strichen durchfurcht wird, kletterte auf gute 8.500 Euro (Taxe 5.000 EUR). Danach sah es für Andreas Sturies leider nicht mehr so rosig aus. Zwar lag die Zuschlagsquote am 8. Mai mit 67 Prozent angesichts des etwas verhaltenen Angebots im guten Rahmen, war aber nicht mehr so hoch wie früher. Zudem erreichten einige Positionen nicht ihre Erwartungen. So wechselte die Bronzeplastik „Adam sitzend“ aus dem Jahr 1947 von Gerhard Marcks, die für 10.000 Euro taxiert war, schon für 8.000 Euro den Besitzer. Der Künstler löst das Zusammenspiel der einzelnen Gliedmaßen auf elegante Weise, indem Adam in einer entspannten, breitbeinigen Pose verharrend dem Betrachter entgegenblickt. Die zweite höher mit 10.000 Euro taxierte Arbeit war eine Zeichnung von Otto Dix, die ihm als Vorskizze für ein Gemälde dienen sollte. Die junge Frau, die auf einem Tisch sitzend in eine Straßenflucht schaut, fand aber unter den Bietern aber keinen Liebhaber. Dafür ging Césars berühmter Künstlerdaumen „Le Pouce“ aus Zuckerguss in einer kleinen Auflage der Düsseldorfer Eat-Art Gallery von 1971 erst bei 5.500 Euro weg (Taxe 5.000 EUR).

Joseph Beuys war mit neun Werken vertreten, von denen vier verkauft wurden. Die Preise gingen in keinem Fall über die Taxe hinaus. Das emaillierte Metallschild „Buttockliftig“ – Gesäßlifting also – kam für 3.000 Euro unter den Hammer (Taxe 3.500 EUR), der Offsetdruck „In Ilverich roch es damals noch nach Gras“ aus dem Jahr 1981 für 300 Euro (Taxe 400 EUR). Seine Schätzung erreichte Beuys’ linienbetonte Lithografie aus der 1974 im Berliner Propyläen Verlag erschienenen Mappe „Spur I“ bei 1.500 Euro. Als Kommentar auf das Beuysche Werk adaptierte Elaine Sturtevant 1988 dessen Grafik „La Rivoluzione siamo noi“ mit ihrer eigenen Person. 1.050 Euro waren jetzt der Lohn (Taxe 800 EUR). Und noch einmal gegen Ende der Auktion trat Beuys in Erscheinung und zwar auf einer Fotografie von Walter Vogel, der den Kunstschamanen 1965 in der Düsseldorfer Galerie Schmela mit blattgoldverschmierten Gesicht und toten Hasen abgelichtet hat, nachdem er ihm die dortigen Bilder erklärt hatte. 1.200 Euro waren zu wenig, 1.400 Euro mussten es sein.

Die attraktiven Klassiker unter den Modernen, wie Auguste Rodin mit der Bleistiftzeichnung „Zwei weibliche Akte im Atelier“ von 1911 (Taxe 4.000 EUR) oder die Farblithografie einer wolkenverhangenen „Paysage“ von Maurice de Vlaminck (Taxe 600 EUR), waren dankbare Angebote, die dennoch nur bei 3.000 Euro unter Vorbehalt beziehungsweise 400 Euro den Besitzer wechselten. Jean Fautrier erreichte mit seiner Aquatintaradierung „Visage violet“ von 1947 ebenfalls nur 2.000 Euro (Taxe 2.500 EUR). Der in der Druckqualität seltene, auf 2.500 Euro angesetzte Holzschnitt „Stier“ von Franz Marc auf dünnem Japanpapier fand dann für 3.200 Euro einen neuen Sammler. Erich Heckels Holzschnitt „Sonnenaufgang“ von 1914 (Taxe 5.000 Euro) und ein schönes Exemplar der Radierung „Femme nue assise devant un rideau“ von Pablo Picasso aus dem Jahr 1931 konnten dagegen nicht versteigert werden (Taxe 8.000 Euro).

Fotorealistisch ging es bei den beiden Offsets „Wolke“ für gute 1.900 Euro (Taxe 1.500 EUR) und „Teydenlandschaft“ für 800 Euro von Gerhard Richter jeweils aus dem Jahr 1971 zu (Taxe 1.000 EUR). Dieter Roths ironischer „Lauf der Welt“, zwei 1969 in Stanniolpapier verpackte und geschmolzene Schokoladenfiguren, ergaben sich schon bei 2.800 Euro (Taxe 3.000 EUR), während sein „Karnickelköttelkarnickel“ aus echtem Kaninchenmist erst bei 7.500 Euro davon hoppelte (Taxe 6.000 EUR). Auch Fred Sandbacks minimalistische Bleistiftzeichnung eines Quaders mit zwei farbigen Linien konnte mehr Aufmerksamkeit auf sich vereinen und verließ das Auktionshaus erst bei 3.000 Euro (Taxe 2.500 EUR). Aus der 28. Edition der Deutschen Guggenheim stammte Robert Mapplethorpes Diavographie „Phaeton and Thomas“. Die Gegenüberstellung der mythologischen Radierung von Hendrick Goltzius und eines Aktfotos des Amerikaners brachte 340 Euro ein (Taxe 300 EUR).

Das Auktionshaus konnte auch Ausgefallenes wie Jankel Adlers Aquarell „Jude mit Pferd“ und seine Blei- und Buntstiftzeichnung eines Aktes auf einem Stuhl mit dem Titel „Polka“ von ca. 1925 präsentieren. „Der Jude mit Pferd“ aus den späten 1920er Jahren blieb liegen (Taxe 1.800 EUR), der Frauenakt konnte für 1.500 Euro verkauft werden (Taxe 2.000 EUR). Richard Gessner reüssierte mit seinen vier kleinen Arbeiten auf Papier, darunter einer aquarellierten Strandszene bei 300 Euro (Taxe 200 EUR). Auch Kurt Neyers hatte mit seinem lichtvollen, südländischen Landschaftsaquarell der 1950er Jahre bei 420 Euro Erfolg (Taxe 400 EUR). Yves Tanguys Radierung und farbige Monotypie „Rhabdomancie“ mit aus Flächen zusammengesetzten Gestalten von 1947 kletterte auf gute 5.200 Euro (Taxe 3.000 EUR). Ein anderes Exemplar des farbigen Probeabzugs kam 2003 bei Sotheby’s für 6.500 Dollar unter den Hammer.

Wilhelm Imkamp überzeugte die Bieter mit seiner informellen Komposition dreier Formkomplexe von 1950 bei 3.400 Euro (Taxe 2.000 EUR), und auch Karl Otto Götz mit einer Gouache von 1983 bei 1.800 Euro, auf der eine schwungvolle Bewegung durch einer breiten Balken ausgebremst wird (Taxe 1.500 EUR). Otto Pienes vertrat mit der Feuergouache „Perfect Pudendum“ von 1978 die Zero-Richtung. Der Künstler arbeitete die graubraune, fächerartige Gouache mit dem Flammenwerfer aus. Die Palette der ästhetischen Wirkung ausschöpfende Komposition breitet sich mit Schmauchspuren zur rechten Seite hin aus. Für 5.000 Euro angesetzt, verließ der feste Karton den Saal für stolze 7.000 Euro. Die jüngere Kunst hatte etwa in Jürgen Palmtag einen Vertreter, der vier seiner fünf Arbeiten absetzen konnte, etwa die Monotypie einer blaugrünen Landschaft von 1996 unter dem geheimnisvollen Titel „Wer hätte auch vermutet, elektrisches Licht und fließend warmes Wasser vorzufinden?“ für 600 Euro (Taxe 500 EUR). Dazu gesellte sich etwa noch Norbert Bisky mit seinem männlichen Jugendkult beschwörenden Aquarell „Der atmet noch“ von 2003 bei 2.200 Euro (Taxe 2.500 EUR).

Alles in Allem kann der Auktionator bei einem Verkaufsergebnis von über 60 Prozent zufrieden sein. Schade ist nur, dass die qualitativ gute Kunst nicht höher gehandelt wurde. Die Käufer nutzten nicht oft genug die Gelegenheit, gute, wenn auch ein wenig unbekanntere Kunst zu kaufen oder bei einem Bietgefecht in die Höhe zu treiben. So fanden das kinetische Objekt „Ohne Titel“ (Tableau Transformable) von Yaacov Agam (Taxe 500 EUR) oder das Spiegelobjekt „H-KK-69“ des Kölners Victor Bonato leider keinen Abnehmer (Taxe 1.000 EUR). Ebenso hätte man erwartet, dass die Lithografie „Dans la rue“ von Pierre Bonnard (Taxe 3.000 EUR) sowie die Zeichnung „Das weiße Haibaby Pazuzur“ von Jonathan Meese weg gehen würden (Taxe 1.000 EUR). Schließlich musste es wieder Yves Kleins berühmter Katalog „Monochrome und Feuer“ zu seiner Ausstellung im Krefelder Museum Haus Lange richten. Die drei Monochrome in Gold, Rosa und Blau im originalen Umschlag verdreifachten trotz einiger Erhaltungsmängel ihre Taxe auf 7.500 Euro.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dr. Andreas Sturies - Moderne Kunst & Auktionen

Goltsteinstraße 23

DE-40211 Düsseldorf

Telefon:+49 (0211) 514 13 54

Telefax:+49 (0211) 514 07 69

E-Mail: auktionen@sturies.de



25.05.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Karoline Stumpe

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Veranstaltung vom:


08.05.2010, Moderne und Zeitgenössische Kunst

Bei:


Dr. Andreas Sturies - Moderne Kunst & Auktionen

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Für Feinschmecker

Kunstwerk:

Franz Marc, Der
 Stier, 1912
Franz Marc, Der Stier, 1912







Franz Marc, Der Stier, 1912

Franz Marc, Der Stier, 1912

Taxe: 2.500,- EURO

Zuschlag: 3.200,- EURO

Losnummer: 99




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