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Multimediale Hommage an die Wahlheimat Berlin: Der dänisch-isländische Künstlerstar Olafur Eliasson schärft im Berliner Martin-Gropius-Bau unsere visuelle Wahrnehmung

Berliner Selbstbespiegelungen



Berlin. Alexanderplatz. Karl-Marx-Allee. Anonyme Straßen im Kreuzberger Kiez. Berliner Fassaden, Passanten, Verkehr – kurze Momente des urbanen Alltags in einer Stadt, wo der Winter dunkel, kalt und unwirtlich ist. In seiner neuesten Videoarbeit „Innen Stadt Außen“ von 2010 lässt der dänisch-isländische Künstler Olafur Eliasson einen Kleintransporter durch die winterlichen Straßen seiner Wahlheimat Berlin fahren. Eine Seitenwand des Fahrzeugs hat er mit einem großen Spiegel versehen. Durch geschickte Kameraführung und rasante Schnitte wird die dynamische Bewegung des verspiegelten Gefährts im Stadtraum noch verstärkt. Wahrnehmungsebenen überlagern sich. Neue Perspektiven entstehen und vergehen bereits im nächsten Augenblick. Eliasson setzt sich hier mit der Stadt Berlin und ihrem permanenten Werden und Vergehen auseinander. Ephemeres und Beständiges wechseln sich ab. Das vermeintlich Hässliche entfaltet in seiner unendlichen Brechung und Fragmentierung eine ganz eigene Qualität von Schönheit. Spiegelungen sind ein Phänomen, das Eliasson mit Leidenschaft auf die Spitze treibt und künstlerisch zu nutzen versteht.


„Innen Stadt Außen“, so lautet denn auch der Titel der ersten Einzelausstellung des international gefragten Künstlers im Berliner Martin-Gropius-Bau. Weitere Arbeiten, zum Beispiel Treibholzstämme aus Island, sind über den gesamten Berliner Stadtraum verteilt. Es ist seine erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland. Olafur Eliasson, 1967 als Sohn isländischer Einwanderer in Kopenhagen geboren, lebt seit 1994 in der Stadt. 1995 gründete er das Studio Olafur Eliasson als Labor für Raumerforschung. Heute beschäftigt er Dutzende von Mitarbeitern, darunter Architekten, Ingenieure und PR-Profis. Im vergangenen Jahr gründete Eliasson als Professor der Universität der Künste das Institut für Raumexperimente in Berlin. Natur- und Wetterescheinungen, die Auseinandersetzung mit Architektur, Landschaft und subjektiven Wahrnehmungsbedingungen durchziehen das Werk des auf vielen internationalen Biennalen und Ausstellungen gefeierten Künstlers.

2003 simulierte er Wetterphänomene in der Turbinenhalle der Londoner Tate Modern. 2008 irritierte er die New Yorker mit gigantischen künstlichen Wasserfällen unter der Brooklyn-Bridge. Seine Berliner Schau aber ist zu einer Hommage an die Stadt selbst geworden. Hier hat Olafur Eliasson einen intensiven Parcours eingerichtet, der den Betrachter zum Staunen, sensiblen Erleben und Mitmachen anregt. Mit teils einfachen Mitteln zieht Eliasson die Besucher in seinen Bann. So stellt er Scheinwerfer mit Farbfiltern auf. Besucher tanzen und verrenken sich und verfolgen ihre an die Wand projizierten Schatten. Ein weiteres Highlight der perfekt durchkomponierten Ausstellung ist ein riesiger Tisch mit Architekturmodellen, Maquetten und geometrischen Körpern. Dieses All-Over an kristallinen Formen, Kuppeln, Polyedern und anderen geometrischen Modellen bildet die Basisarbeit ab, die Eliasson zusammen mit seinen Assistenten im Studio leistet. Aus den immer wieder neu und spielerisch entwickelten Formen entstehen in weiteren Schritten große Projekte im öffentlichen Raum.

Betritt man den zentralen Raum des Martin-Gropius-Baus unter der Glaspyramide auf dem Dach, so erlebt man einmal mehr, wie Eliasson durch den geschickten Einsatz von Spiegeleffekten mit einfachen Eingriffen in den vorhandenen architektonischen Raum die perfekte Illusion eines neuen Gebäudes entstehen lässt. Drinnen in der verspiegelten Passage entsteht der Eindruck, man befände sich in einem riesigen Kristallpalast. Architekturelemente der historischen Decke werden vielfach gespiegelt und gebrochen, so dass ein illusionistischer Kuppelraum entsteht. Ein weiterer, stark von der Sinneswahrnehmung dominierter Raum befindet sich am Ende des Rundgangs. Der Besucher durchschreitet eine mit dichtem Nebel angefüllte Raumfolge. Ein wechselndes Farbspiel verstärkt das Gefühl der Orientierungslosigkeit.

Spätestens mit dieser Ausstellung reiht sich Eliasson in die Liste der Künstlersuperstars ein, die sich mit viel Imagepflege und einem großen eigenen Apparat, der dem einer straff durchorganisierten mittelständischen Firma gleicht, zur eigenen Marke aufbauen. Megakünstler wie Jeff Koons, Damien Hirst oder Takashi Murakami haben diesen eher zweifelhaften Status im internationalen Kunstbetrieb bereits erreicht. Olafur Eliasson aber sollte aufpassen, dass sich der unbestreitbare Zauber seiner Arbeiten in der Massenproduktion nicht verliert.

Die Ausstellung „Olafur Eliasson: Innen Stadt Außen“ ist bis zum 9. August zu sehen. Der Martin-Gropius-Bau hat täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 11 Euro, ermäßigt 8 Euro. Bis 16 Jahre ist er frei. Der Katalog ist im Verlag der Buchhandlung Walther König erschienen und kostet in der Kunsthalle 29 Euro, im Buchhandel 48 Euro.

Kontakt:

Martin-Gropius-Bau

Niederkirchnerstraße 7

DE-10963 Berlin

Telefon:+49 (030) 25 48 60

Telefax:+49 (030) 25 48 61 07

www.olafureliasson.net



12.05.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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