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Amerika ganz unten: Das ARoS Museum im dänischen Aarhus zeigt Jacob Holdts ebenso aufrüttelnde wie beeindruckende Aufnahmen von Strichern, Gangstern, Drogensüchtigen und anderen Außenseitern der amerikanischen Gesellschaft

Nachts, wenn die Ratten kommen



San Francisco an einem Sonntagabend im Winter 1975: Der 28jährige dänische Tramper und Fotograf Jacob Holdt sieht die 23 Uhr-Nachrichten und muss erfahren, dass seine Freunde Popeye und Sally in der Nacht zuvor hinterrücks in ihrem Auto erschossen worden sind. Popeye und Sally sind nur die letzten Freunde, die Holdt während seiner fünfjährigen Rundreise durch das Amerika der Gettos und der Entrechteten, aber auch der Skrupellosen und Verrohten durch Waffengewalt verloren hat. Insgesamt waren es zwölf. Und er selbst hätte das dreizehnte Opfer sein können. Hätte er nicht auf den Anrufer gehört, der ihn zwei Stunden vor dem brutalen Mord davor gewarnt hatte, den Abend mit den beiden späteren Opfern zu verbringen. Nun reichte es auch Holdt, der in den Jahren zuvor so ziemlich alles erlebt und fotografiert hatte, was einem dänischen Pfarrerssohn passieren kann, der sich darauf einlässt, den amerikanischen Traum von ganz unten zu betrachten.


Als Jugendlicher war Jacob Holdt von der Schule geflogen. Und auch bei der Königlichen Palastwache in Kopenhagen flog er raus, weil er sich weigerte, das Schießen zu üben. In einem ehemaligen Bestattungsinstitut in Kopenhagen lebte er zusammen mit amerikanischen Deserteuren, die vor dem Vietnamkrieg geflüchtet waren. Und als er auch von diesem Leben genug hatte, folgte er einer Einladung zu den Eltern eines Freundes nach Kanada und bestieg mit nur 40 Dollar das Flugzeug. Fünf Jahre lang trampte er anschließend durch die USA, lebte unter Brücken, teilte sich das Bett mit Mördern, Drogensüchtigen, Prostituierten und Waffenfanatikern. Und er fotografierte. Als Jacob Holdt Weihnachten 1975 nach Dänemark zurückkehrte, hatte er 15.000 Dias im Gepäck, die seine abenteuerliche Reise, das Leben und Sterben seiner neuen Freunde, Bekannten und flüchtigen Zufallsbegegnungen dokumentierten. Es war kein aufmunterndes Bild von Amerika. Was Holdt fotografiert hatte, das war die brutale und wenig heimelige Welt derer, die ihre Körper verkauften, die stahlen, raubten und gelegentlich auch mordeten, bloß um sich den nächsten Schuss setzen zu können.

Was nun begann, war eine sagenhafte Erfolgsstory: Alle wollten plötzlich diese Bilder sehen. Jacob Holdt tourte mit seiner Diashow zunächst durch Dänemark, später war sie in 14 Ländern zu sehen. Bildbände erschienen und wurden zu Bestsellern. Das deutsche Magazin „Der Spiegel“ druckte die Fotos und Holdts Tagebuchaufzeichnungen 1978 in einer dreiteiligen Serie mit dem Titel „Nachts, wenn die Ratten kommen“. Und selbst der russische Geheimdienst wollte die Rechte an den Bildern erwerben, um sie in einem Propagandafeldzug gegen US-Präsident Jimmy Carter zu verwenden. Holdt wurde das alles zu viel: Aus seinem intimen Fototagebuch war eine Art Frankensteinsches Monster geworden, dessen Eigendynamik ihm Angst einjagte. Er bereiste jetzt auch andere Teile der Welt, suchte in Afrika nach Hilfsprojekten, die er mit dem verdienten Geld unterstützen konnte, und wurde zum ständigen Fotografen der internationalen Hilfsorganisation „Care“, für die er zahlreiche Krisenherde bereiste.

2009, kurz nach der Amtseinführung Barack Obamas, ist Holdt wieder einmal nach Amerika zurückgekehrt und hat das Land entlang seiner alten Hitchhiker-Routen bereist. Die Ausstellung „Faith, Hope and Love – Jacob Holdt’s America“, die jetzt im ARoS Kunstmuseum rund 200 seiner Aufnahmen aus Amerika präsentiert, lässt Altes und Neues aufeinanderprallen. Doch nicht zuletzt versprüht sie auch ein wenig die Hoffnung, dass die gesellschaftlichen Zustände, wie Holdt sie vor fast 40 Jahren erlebt und dokumentiert hat, nach und nach der Vergangenheit angehören.

Die Ausstellung „Faith, Hope and Love – Jacob Holdt’s America“ ist bis zum 30. Mai zu sehen. Das ARoS – Aarhus Kunstmuseum hat täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr, mittwochs zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 90 Kronen, ermäßigt 75 Kronen. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Zutritt. Der 152seitige Katalog, herausgegeben vom Louisiana Museum of Modern Art, kostet 198 Kronen.

Kontakt:

Aros Aarhus Kunstmuseum

Aros Allé 2

DK-8000 Århus C

Telefon:+45 () 8730 6600

Telefax:+45 () 8730 6601

E-Mail: info@aros.dk

www.american-pictures.com



07.05.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


20.02.2010, Faith, Hope and Love – Jacob Holdt’s America

Bei:


Aros Aarhus Kunstmuseum

Künstler:

Jacob Holdt










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