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Der Hamburger Kunstverein nobilitiert den Mode- und Werbefotografen Daniel Josefsohn zum bildenden Künstler und begibt sich damit einmal mehr auf Abwege

Der Sieg des Lifestyle über die Kunst



Daniel Josefsohn, Lieber Helmut, lieber George, ich wollte auch mal mit der Eisenbahn spielen

Daniel Josefsohn, Lieber Helmut, lieber George, ich wollte auch mal mit der Eisenbahn spielen

Bahnreisende, die am Hamburger Kunstverein vorbeifahren, blicken zur Zeit auf ein großformatiges Fotodisplay. Eine Gruppe attraktiver, unbekleideter weiblicher Models in High Heels tritt dem Betrachter herausfordernd entgegen. Der schwarzweiße Hingucker ähnelt frappant Helmut Newtons berühmter Fotoikone „Big Nudes“. Diese ist bereits zigtausendmal in Kunstkatalogen, auf Postkarten oder Postern reproduziert worden. Sie gehört zum kollektiven Bildgedächtnis. Doch es gibt einen entscheidenden Unterschied. Die hoch gewachsenen Damen auf dieser Aufnahme verbergen ihre Gesichter unter Star Wars-Helmen. Diesen kleinen, aber entscheidenden Eingriff hat der 1961 in Hamburg geborene deutsch-israelische Fotograf Daniel Josefsohn vorgenommen. Josefsohn ist für seine frechen und provokanten Mode- und Werbestrecken bekannt. Der ironische und anspielungsreiche Titel der Fotoarbeit verdeutlicht die subversive Herangehensweise des heute in Berlin lebenden Bildprovokateurs: „Lieber Helmut, lieber George, ich wollte auch mal mit der Eisenbahn spielen“.


Daniel Josefsohn hat in der Werbewelt alles erreicht, was man erreichen kann. Er fotografierte Politiker und Celebrities, arbeitete für Modelabels und bekannte Industriemarken. Seinen Durchbruch hatte er Ende der 1990er Jahre mit einer auffälligen Plakatkampagne für den Musikkanal MTV. Zu sehen war die Zielgruppe selbst: Hedonistische Jugendliche mit Slogans wie „Konsumgeile Göre“, „Egoist“ oder „Miststück“ auf der Brust. Text und Foto verschmolzen zu einer entwaffnenden Einheit, einer Mischung aus Coolness und Provokation. Diese ironische Bild- und Textsprache hat der Skateboardfan, Workaholic und Multimedia-Berserker bis heute beibehalten. Angekommen ist der bald 50jährige jetzt in den heiligen Hallen einer Kunstinstitution. „Es wird alles gut Mutter“ ist Josefsohns erste institutionelle Einzelausstellung. Daniel Josefsohn fühlt sich extrem geehrt und traut sich selbstbewusst zu, nach seinem Erfolg in der Werbe- und Clipbranche nun auch im Kunstbetrieb kräftig mitmischen zu können. „Ich bin superstolz, hier in Hamburg meine erste Ausstellung machen zu können“, erklärt er.

Während der Aufbauphase hat er den Ausstellungsraum in eine Art kreative Werkstatt verwandelt. Unmengen von Fotos, Originalmagazine und andere Objekte fügt er zusammen mit Kunstvereinsdirektor Florian Waldvogel zu einem assoziationsreichen Gefüge zusammen. Der Schwanz wedelnde Irish Setter „Jesus“ und die permanent filmende Assistentin dürfen dabei nicht fehlen. Andy Warhols Factory mag hier Pate gestanden haben. Auf einer rotweißen Wandmalerei, die an entleerte Hakenkreuzflaggen erinnert oder einfach nur an gängige Displays eines loungeartigen Settings, hängen Josefsohns Fotos und Collagen aus verschiedenen Schaffensphasen. Kultschauspieler Udo Kier darf da mit einer Großaufnahme weiblicher Brüste posieren, eine Aufnahme zeigt die harmlos-spießige Behausung des „Kannibalen von Rothenburg“, Werbeaufnahmen für einen Sponsor des Kunstvereins, den Modehersteller „Herr von Eden“, wechseln sich ab mit Fotos der Klitschko-Brüder in Spießerpose und allerlei mehr oder weniger schlüpfrigen Detailaufnahmen männlicher oder weiblicher Genitalien.

Spannender wird es da schon, wenn Daniel Josefsohn in seiner Serie „Jewing Gun“ zeigt, wie sich junge israelische Soldatinnen mit modischen Accessoires aus dem Korsett der Uniform zu befreien versuchen und ein Stück Individualität in den militärischen Alltag schmuggeln. Es wird sich zeigen, ob Daniel Josefsohn auf Dauer als bildender Künstler auch im Kunstbetrieb Erfolg haben wird. Zur Zeit verhandelt er mit mehreren Galerien. Kunstvereinsleiter Florian Waldvogel setzt mit dieser Einzelausstellung sein Programm der radikalen Öffnung für unorthodoxe Ausstellungsformate fort. Die Josefsohn-Ausstellung dürfte genau wie die weiterhin laufende Schau mit Aufnahmen aus dem Archiv der Bild-Zeitung für heiße Diskussionen sorgen.

Die Ausstellung „Daniel Josefsohn – Es wird alles gut Mutter“ ist bis zum 30. Mai zu sehen. Der Kunstverein in Hamburg hat täglich außer montags von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro. Es erscheint keine Publikation.

Kontakt:

Kunstverein in Hamburg

Klosterwall 23

DE-20095 Hamburg

Telefax:+49 (040) 32 21 59

Telefon:+49 (040) 33 83 44

E-Mail: hamburg@kunstverein.de



05.05.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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01.05.2010, Es wird alles gut Mutter - Daniel Josefsohn

Bei:


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Daniel Josefsohn gestorben

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Daniel Josefsohn, Halbe Mensch, halb Frau, 1998
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Daniel Josefsohn, Die neue S-Klasse, 1998

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Daniel Josefsohn, 2010

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Daniel Josefsohn, Julia Hummer Kochel am See, 1998

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Daniel Josefsohn, The Jewing Gun – IDF Soldiers in Israel, 2009

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Daniel Josefsohn, Halbe Mensch, halb Frau, 1998

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in der Ausstellung „Daniel Josefsohn – Es wird alles gut Mutter“

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in der Ausstellung „Daniel Josefsohn – Es wird alles gut Mutter“

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Daniel Josefsohn, Che Guevara, 2000

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