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Feier des Lebens im Angesicht von Krankheit und Tod: Der Berliner Martin-Gropius-Bau widmet der mexikanischen Malerin Frida Kahlo eine umfassende Retrospektive. Sie dürfte in den nächsten Monaten zum Publikumsrenner avancieren

Malen gegen Angst und Schmerz



In ihrer Heimat Mexiko gilt die 1907 geborene Malerin Frida Kahlo als Nationalheilige. Ihr markantes Konterfei findet sich auf Tassen und Kronkorken, Handtaschen, Briefmarken, Stoffmustern oder auch kleinen Holzaltären für den Hausgebrauch. Doch auch außerhalb ihrer Heimat hat sich seit der Wiederentdeckung der auf den ersten Blick so exotisch-folkloristischen Malerin durch die Frauenbewegung der 1970er Jahre ein regelrechter Kult um Frida Kahlo entwickelt. Etliche Filme, zuletzt 2002 der mehrfach oscarnominierte Film „Frida“ mit Salma Hayek in der Titelrolle, trugen zur Verfestigung ihres Nachruhms bei. Der Tanztheaterregisseur Johann Kresnik widmete ihr 1992 eine schonungslos schmerzenreiche Inszenierung am Bremer Theater.


Frida Kahlo emotionalisiert und fasziniert die Massen. Die jetzt eröffnete große Retrospektive im Berliner Martin-Gropius-Bau dürfte daher zum Publikumsrenner werden. Rund 60 Gemälde und 90 Zeichnungen, darunter längst verschollen geglaubte Werke, sind zu sehen. Helga Prignitz-Poda, der Kuratorin der Schau, ist es gelungen, neben etlichen teils schwer auszumachenden Privatsammlern auch zwei große Sammlungen, das Museum Dolores Olmedo Patiño und die Jacques und Natasha Gelman Collection, mit ins Boot zu holen. Zahlreiche Exponate sind erstmals außerhalb ihrer privaten Umgebung zu sehen. Eine Fotoausstellung, kuratiert von Kahlos Großnichte Cristina Kahlo, ergänzt die Schau um Familienfotos und Porträts. Sie stammen von weltberühmten Fotografen wie Manuel Álvarez Bravo, Gisèle Freund oder Nickolas Muray, Frida Kahlos langjährigem Geliebten. Murray zeigt Kahlo auf imposanten Farbporträts mit blumengeschmücktem Haar, prachtvollem Schmuck und folkloristischen Kleidern.

Die globale Vermarktung, die Popularisierung Kahlos zur exotischen Ikone und die geradezu märtyrerinnenhafte Verklärung ihres von Krankheiten, Verletzungen, gescheiterten Liebesaffären und schweren Schicksalsschlägen so reichen Lebens haben es der akademischen Kunstgeschichtsschreibung in der Vergangenheit schwer gemacht, sie in den offiziellen Kanon der wichtigsten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts aufzunehmen. Zumal der Großteil ihres Werkes aus Selbstporträts besteht. „Ich male mich, weil ich so oft allein bin und weil ich mich auch am besten kenne“, rechtfertigte sie einmal ihre Bevorzugung der malerischen Selbstbespiegelung.

Die aktuellere Kahlo-Rezeption aber revidiert diese eindimensionale Lesart. Die Berliner Ausstellung zeigt Frida Kahlo denn auch in ihrer gesamten Bandbreite und kunsthistorischen Bedeutung. In chronologischer Hängung auf intensivfarbigen Wänden begegnen dem Betrachter bisher weitgehend unbekannte Aspekte ihres Werkes. Besonders im zeichnerischen Werk zeigt sich eine ganz andere Kahlo als auf den oft konstruiert und statisch wirkenden Gemälden: frei, humorvoll, ironisch und spielerisch.

Frida Kahlo war eine Art malendes Chamäleon. Als begabte Porträtistin drückte sie sich im Stil der Neuen Sachlichkeit aus. Als von der Psychoanalyse beeinflusste Traumdeuterin und als malende Erforscherin universeller Schöpfungsmythen – von den Azteken, über das Christentum bis hin zur chinesischen Yin und Yang-Lehre – bevorzugt sie eine an den Surrealisten orientierte Malweise. Ihre Ehe mit dem mexikanischen Malerstar Diego Rivera und Freundschaften und Liebesbeziehungen zu den Großen ihrer Zeit wie dem Surrealisten André Breton, der Fotografin Tina Modotti, dem Exil-Politiker Leo Trotzki oder dem Kunstsammler Heinz Berggruen verorten sie fest in der Kultur- und Geistesgeschichte des 20. Jahrhunderts.

Trotz ihrer schweren Behinderung unternahm sie mehrmonatige Reisen nach New York, San Francisco oder Paris. Am 19. September 1925 entschied sich das Schicksal, der seit dem siebten Lebensjahr unter Wirbelsäulenproblemen leidenden jungen Frau. Bei einem Busunfall wurde ihr Körper von einer Eisenstange durchbohrt. Ein lebenslanger Leidensweg mit zahlreichen Krankenhausaufenthalten, über 20 Operationen und einer Unterschenkelamputation folgte. Kahlo litt unter Depressionen und wurde am Ende abhängig von starken Schmerzmitteln. Sie starb 1954 im Alter von nur 47 Jahren, vermutlich an einer Lungenembolie. Erst ein Jahr zuvor hatte sie ihre erste Einzelausstellung in ihrer Heimat Mexiko in der Galerie einer engen Freundin. Mit dem enormen Nachruhm, der ihr und ihrem Werk heute zuteil wird, hat Frida Kahlo zu Lebzeiten nicht rechnen können.

Die Ausstellung „Frida Kahlo – Retrospektive“ ist bis zum 9. August zu sehen. Der Martin-Gropius-Bau hat täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 8 Euro. Der 256seitige Katalog aus dem Prestel Verlag kostet im Museum 25 Euro, im Buchhandel 39,95 Euro.

Kontakt:

Martin-Gropius-Bau

Niederkirchnerstraße 7

DE-10963 Berlin

Telefon:+49 (030) 25 48 60

Telefax:+49 (030) 25 48 61 07



03.05.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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