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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Kunst vom 15ten bis zum 20ten Jahrhundert bei Winterberg in Heidelberg

Deftige Szene am Strand



Albrecht Dürer, St. Hubertus, um 1501

Albrecht Dürer, St. Hubertus, um 1501

Auch in seiner achtzigsten Versteigerung am 8. Mai bestätigt sich das Heidelberger Auktionshaus Winterberg wieder als kenntnisreicher Anbieter erlesener Kleinkunst, vor allem von Arbeiten auf Papier, vom ausgehenden Mittelalter bis zu unseren Tagen. Bei den Alten Meistern dominieren grafische Arbeiten. Albrecht Dürers seltener Kupferstich „Der Liebesantrag“ um 1495 für 18.500 Euro und sein berühmter Hubertus im Wald von circa 1501 für 19.800 Euro stehen hier preislich an der Spitze. Nicht so häufig trifft man auch das „Löwenwappen mit dem Hahn“ an. Das Blatt von etwa 1503 hat Winterberg mit 9.800 Euro veranschlagt. Noch ganz von spätgotischen Vorstellungen ist Israhel van Meckenems „Der Tod Mariens“ für 3.600 Euro, den er als seitenverkehrte Kopie des Kupferstichs von Martin Schongauer herausbrachte. Daneben beeindrucken Nicolaes de Bruyns lebensvoll-dramatische Darstellung der Vision des Propheten Ezechiel auf einem Kupferstich des Jahres 1606 für 3.800 Euro und eine vierteilige Radierungsfolge Wenzel Hollars mit Jahreszeitendarstellungen in Form von vier vornehmen Frauengestalten aus dem Jahr 1641 für 7.500 Euro.


Alte Meister

Als zwei der wenigen Ölgemälde gelangen eine wilde, von bizarren Fels- und Baumformationen geprägte Höhlenlandschaft aus dem Umkreis des Salvator Rosa für 12.000 Euro und ein vornehmes Herrenportrait aus dem Umkreis des bedeutenden französischen Portraitisten Hyacinthe Rigaud bei 5.200 Euro zum Aufruf. Unter den Zeichnungen sind ein sandalenbindender männlicher Akt des Augsburger Renaissancemeisters Hans Friedrich Schorer mit der Datierung 1634 (Taxe 3.200 EUR), Franz Edmund Weirotters weite italienische Landschaft mit zerfallenem Kastell um 1765 (Taxe 2.400 EUR) und Nicolaas Wicarts „Dorp Westbrocke“, eine Flusslandschaft mit Hirtenstaffage, für 2.650 Euro zu nennen.

Neuere Meister

Mit dem 19ten Jahrhundert nimmt die Ölmalerei bei Winterberg zu. Eine der qualitätvollsten Arbeiten stammt von dem Kasseler Museumsdirektor Ludwig Sigismund Ruhl. Sie zeigt die nächtliche Heimkehr eines Reiterzuges durch die winterlichen Gassen eines kleinen Städtchens. Besondere Aufmerksamkeit ist der genauen Beobachtung der Reflexe des Fackelscheins gewidmet (Taxe 11.000 EUR). Vermutlich der begehrende Jupiter ist gemeint mit dem Stier, der in einer Waldlandschaft Eugen Napoleon Neureuthers gerade eine junge weibliche Schönheit auf seinem Rücken davonträgt (Taxe 3.600 EUR). Etwas weniger mythologisch aufgeladen geht es in Emil Raus bäuerliches Genre „Mußestunde“ von 1890 (Taxe 4.200 EUR) und Paul Webers Voralpenlandschaft mit Scheune von 1894 zu (Taxe 3.200 EUR).

In südliche Gefilde zog es den badischen Maler Max Wilhelm Roman, der 1886 eine italienische Landschaft mit Frauen an einem Brunnen in bester sommerlicher Hitze niederlegte (Taxe 980 EUR), während Anton Perko sich um 1874 für die Ansicht einer Bucht der Isle of Wight mit Fischerbooten entschied (Taxe 480 EUR). Der weitläufigen Verwandtschaft der Kobells gehörte Jan Kobell II an. Seinem Wirkungsbereich entsprechend ging er als Utrechtscher Kobell in die Kunstgeschichte ein, wenn auch nur als Fußnote. Seine Weidelandschaft mit Kühen lässt die Beziehungen zu seiner Familie indes deutlich aufscheinen (Taxe 3.800 EUR).

Bemerkenswert unter den grafischen Arbeiten ist Rodolphe Bresdins Umdrucklithografie „Le bon Samaritain“ in einer posthumen Auflage um 1895: Hier ist die biblische Szene historisch angenähert in eine dichte Waldlandschaft mit orientalischen Touch verlegt (Taxe 3.800 EUR). In gleicher Technik entstand in Pierre-Auguste Renoirs späten Jahren „Une mère et deux enfants“ in der für den Meister typischen raschen Auftragsweise (Taxe 11.500 EUR). In ähnlicher Weise arbeitete der Schwede Anders Zorn. Auch die Korpulenz seiner weiblichen Vorbilder in „Meine Modelle“ von 1916 (Taxe 2.200 EUR) und „Balance“ von 1919 lässt an Renoir denken (Taxe 1.680 EUR). Als umfangreicheres Mappenwerk stehen Karl Friedrich Schinkels zehn Wiedergaben seiner 1838 entstandenen Entwürfe zum kaiserlichen Palast Orianda an der Krim in der vierten Auflage von 1873 für 8.500 Euro zur Verfügung.

Moderne Kunst

Mehr als die Hälfte des Angebots der Auktion wird schließlich vom 20sten Jahrhundert bestritten. Reich ist die Auswahl an Klassikern des deutschen Expressionismus, die auch die Hauptlose stellen: von Otto Mueller die Farblithografie „Zigeunerin im Profil“ aus der Mappe „Zigeuner“ von 1926/27 (Taxe 39.800 EUR), die einfarbige Lithografie „Drei Mädchen im Profil“ von 1921 (Taxe 19.800 EUR) sowie die Grün und Gelb aquarellierte Lithografie „Sitzende in Strümpfen“ um 1924 für 32.500 Euro, von George Grosz das deftige Aquarell eines kriechenden Rückenakts am Strand samt Zeichner um 1940 (Taxe 24.500 EUR) sowie ein sitzender weiblicher Akt in Schwarzbraun mit der Datierung 1936 (Taxe 12.000 EUR).

Als altes zerrüttetes Paar zeigte Max Beckmann 1917 „Adam und Eva“ auf einer Kaltnadelradierung (Taxe 9.800 EUR). Als Meisterwerke der expressionistischen Grafik dürfen auch Karl Schmidt-Rottluffs dichter Holzschnitt „Bibelleser“ von 1915 (Taxe 9.500 EUR), Christian Rohlfs’ etwa gleichzeitig entstandener Linolschnitt „Weiblicher Kopf“ (Taxe 7.800 EUR) und August Mackes zart kolorierte Bleistiftzeichnung „Frauen mit Krügen“ von 1912 gelten (Taxe 11.500 EUR). Als würdiger Nachfolger erweist sich insbesondere Pablo Picasso mit seiner Lithografie „David et Bethsabée“ 1947, die auf einem Renaissancegemälde Lucas Cranachs d.Ä. basiert (Taxe 22.500 EUR).

Daneben können aber auch Arbeiten weniger bekannter Künstler bestehen, etwa ein hübsches, kubistisch beeinflusstes Blumenstillleben mit Staffelei Rudolf Auslegers in Pastell von 1924 (Taxe 1.800 EUR), Wilhelm Laages Jugendstilholzschnitt „Mann u. Weib“ von 1914 (Taxe 4.500 EUR), eine abstrakte Komposition in der Kandinsky-Nachfolge von Victor Bauer aus dem Jahr 1953 (Taxe 2.000 EUR) oder von Gottfried Brockmann die 1931 datierte Collage „Bauchladen“ (Taxe 4.500 EUR) und das Deckfarbenaquarell „Pflasterer“ von 1932 (Taxe 3.200 EUR). Eine interessante Mischung ist Otto Fischer-Trachaus Mischtechnik „Herbst“ aus dem Jahr 1932. Der als August Otto Fischer 1878 in Trachau bei Dresden auf die Welt gekommene Künstler studierte einst zusammen mit Hermann Max Pechstein auf der Dresdner Akademie, wandte sich jedoch anders als dieser der kubistischen Stilrichtung und dem Kunsthandwerk zu. Das von Herbstblättern umsäumte Stillleben ist daher eher als eine freikünstlerische Gelegenheitsarbeit der späteren Jahre anzusehen (Taxe 6.900 EUR).

Teuerste Skulptur ist mit 8.500 Euro Wilhelm Loths Terrakotta „Kopf V/53“, mit der sich der 1920 geborene Darmstädter bewusst gegen die seinerzeit vorherrschende Abstraktion stellte. Preislich wird die jüngere Kunst von dem kürzlich verstorbenen Rupprecht Geiger angeführt: Drei seiner meditativen Farbfeldmalereien, datiert zwischen 1958 und 1988, sollen bis zu 16.800 Euro kosten. Der Westfale Wilhelm Imkamp betätigte sich neben seiner Tätigkeit als Architekt gelegentlich als Maler überwiegend abstrakter Kompositionen, die jedoch gelegentlich, wie 1967 in seiner „Roten Landschaft“, auch Assoziationen mit Gegenständlichem, hier Häusern im Gebirge, hervorrufen (Taxe 3.000 EUR). Mit Axel Heils expressiver Ölmalerei „prelude to the afternoon“ von 1989/90 für 1.600 Euro und Helmut Middendorfs Aquarell „Köpfe und Figur“ von 1982 für 1.500 Euro fehlen auch die Werke der Jüngsten nicht in diesem ambitionierten Auktionsangebot.

Die Auktion beginnt am 8. Mai um 10 Uhr. Die Besichtigung der Objekte ist zum 5. Mai täglich von 10 bis 17:30 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 13 Uhr und mittwochs zusätzlich bis 19 Uhr möglich. Der Onlinekatalog unter www.winterberg-kunst.de bildet alle Objekte ab.

Kontakt:

Winterberg Kunst

Hildastraße 12

DE-69115 Heidelberg

Telefon:+49 (6221) 915 990

Telefax:+49 (6221) 915 99 29

E-Mail: info@winterberg-kunst.de



30.04.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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