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Hierzulande nahezu unbekannt, gehört Otto Meyer-Amden zu den wichtigsten Schweizer Künstlern der Klassischen Moderne. Aus Anlass seines 125. Geburtstages zeigt das Hamburger Ernst Barlach Haus nun rund 70 Arbeiten des Einzelgängers

Knaben, Körper, Konstruktionen



Otto Meyer-Amden, Händehochhaltende (Antworten)

Otto Meyer-Amden, Händehochhaltende (Antworten)

Nackte Zöglinge im Internat, befremdliche Initiationsriten, rigide Erziehung zu Anpassung und Gehorsam in einer religiös überformten Erziehungsanstalt. Der Schweizer Maler Otto Meyer-Amden (1885-1933) zeigt auf vielen seiner Zeichnungen und Gemälde Motive, die heutige Betrachter gerade vor dem Hintergrund aktueller Missbrauchsfälle in der Katholischen Kirche und menschenverachtender Aufnahmepraktiken bei der Bundeswehr erschaudern lassen. Das Hamburger Ernst Barlach Haus konnte die aktuelle Brisanz dieser Motivik bei der Vorbereitung dieser Schau sicherlich nicht vorhersehen. Mit Otto Meyer-Amden zeigt das Ausstellungshaus jetzt einen künstlerischen Einzelgänger, dessen Werk eigentlich für seine extreme Sensibilität, Zartheit und Zurückgenommenheit bekannt ist. Rund 70 Arbeiten Meyer-Amdens, darunter auch Porträts, Selbstbildnisse und Landschaften, sind aus Anlass seines 125. Geburtstages unter dem Titel „Zwischentöne“ zu sehen.


Otto Meyer-Amden, der 1885 in Bern geboren wurde, wuchs nach dem frühen Tod der Mutter zunächst bei einer Pflegefamilie auf. Bereits als Siebenjähriger wurde er zum Internatszögling im „Burgerlichen Waisenhaus“ in Bern. Die Zeit in dieser, nach dem Vorbild deutscher Kadettenschulen ausgerichteten Erziehungsanstalt hat Leben und Werk des Künstlers offenbar stark geprägt. Trotz seiner freundschaftlichen Verbundenheit zu Künstlerkollegen wie Oskar Schlemmer, Willi Baumeister oder Johannes Itten blieb Meyer-Amden immer ein Außenseiter. Statt nach gemeinsamer Ausbildung bei Adolf Hölzel in Stuttgart mit ans neu gegründete Bauhaus zu gehen, zog er sich nach dem Studium in die Stille und Einsamkeit des kleinen schweizerischen Bergdorfes Amden zurück, damals ein Wallfahrtsort für Okkultisten, Spiritisten und Esoteriker. Meyer-Amden blieb auch, als die Konjunktur der Heilssucher nach wenigen Jahren wieder beendet war.

In Hamburg sind jetzt überwiegend Leihgaben aus dem Kunstmuseum Basel zu sehen. Abgesehen von der vordergründigen Thematik der männlichen Adoleszenz und ihrer homoerotischen Komponente, strahlt Meyer-Amdens Kunst eine große, fast meditative Zurückgenommenheit aus. Jegliche Effekthascherei ist diesem Maler fremd. Meyer-Amden verleiht dem menschlichen Körper etwas geometrisch Typenhaftes. Individuelle Attribute fehlen meist völlig. In einem Brief an seinen Freund Oskar Schlemmer betont er denn auch sein malerisches Desinteresse an den Vorgängen im Internat. Nicht um die Schule oder die Klassenkameraden gehe es ihm, sondern um Senk- und Waagerechten, Farben, Formen und Raumelemente. Das kompositorische Moment der Anordnung der Figuren im Raum interessiert Meyer-Amden viel mehr als vordergründige Inhaltlichkeit. „Das Gegenteil, die Form, die Ordnung war zuerst, und deswegen passen viele gleichgerichtete Gleichnisse hinein“, schreibt er an Schlemmer.

So entstehen extrem verdichtete Bilder zwischen Figuration und Abstraktion, Rhythmus und Idealisierung, die allesamt etwas Überzeitliches und Universelles ausstrahlen. Meyer-Amden ist, genau wie sein enger Freund Oskar Schlemmer, ein Meister der geometrischen Körperkonstruktion und der typisierten Figurinen. Dass er sich als motivische Vorlage für seine eher formal als inhaltlich interessanten malerischen Experimente ausgerechnet seine Zeit im Waisenhaus vorgenommen hat, macht seine Bilder weder ausgesprochen autobiographisch noch dienlich zu Verharmlosungen des Zöglingsalltags in einem Internat des frühen 20. Jahrhunderts.

Die Ausstellung „Zwischentöne – Otto Meyer-Amden wird 125. Werke aus Schweizer Sammlungen“ ist bis zum 30. Mai zu sehen. Das Ernst Barlach Haus hat dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 6 Euro, ermäßigt 4 Euro, die Familienkarte kostet 7 Euro. Der Katalog ist im Kerber Verlag erschienen und kostet 25 Euro.

Kontakt:

Ernst Barlach Haus

Baron-Voght-Straße 50a

DE-22609 Hamburg

Telefon:+49 (040) 82 60 85

Telefax:+49 (040) 82 64 15



22.04.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Veranstaltung vom:


14.02.2010, Zwischentöne. Otto Meyer-Amden wird 125. Werke aus Schweizer Sammlungen

Bei:


Ernst Barlach Haus

Bericht:


Otto Meyer-Amden im Kunstmuseum Winterthur

Variabilder:

Otto Meyer-Amden, Händehochhaltende (Antworten)
Otto Meyer-Amden, Händehochhaltende (Antworten)

Variabilder:

Otto Meyer-Amden,
 Selbstbildnis in Waisenhausuniform (nach einer Fotografie), um 1918/19
Otto Meyer-Amden, Selbstbildnis in Waisenhausuniform (nach einer Fotografie), um 1918/19

Variabilder:

Otto Meyer-Amden, Händehochhaltende (Antworten). Studie IV
Otto Meyer-Amden, Händehochhaltende (Antworten). Studie IV

Variabilder:

Otto Meyer-Amden, Händehochhaltende (Antworten). Studie I, um
 1920/28
Otto Meyer-Amden, Händehochhaltende (Antworten). Studie I, um 1920/28

Variabilder:

Otto Meyer-Amden, Selbstbildnis, um 1932
Otto Meyer-Amden, Selbstbildnis, um 1932

Variabilder:

Otto Meyer-Amden, Stehender Knabenakt. Studie zur Algrafie
 von 1923, 1923
Otto Meyer-Amden, Stehender Knabenakt. Studie zur Algrafie von 1923, 1923







Otto Meyer-Amden, Selbstbildnis in Waisenhausuniform (nach einer Fotografie), um 1918/19

Otto Meyer-Amden, Selbstbildnis in Waisenhausuniform (nach einer Fotografie), um 1918/19

Otto Meyer-Amden, Händehochhaltende (Antworten). Studie IV

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Otto Meyer-Amden, Händehochhaltende (Antworten). Studie I, um 1920/28

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Otto Meyer-Amden, Selbstbildnis, um 1932

Otto Meyer-Amden, Selbstbildnis, um 1932

Otto Meyer-Amden, Stehender Knabenakt. Studie zur Algrafie von 1923, 1923

Otto Meyer-Amden, Stehender Knabenakt. Studie zur Algrafie von 1923, 1923

Otto Meyer-Amden, Impfung, um 1919

Otto Meyer-Amden, Impfung, um 1919

Otto Meyer-Amden, Einkleidung III, um 1919 (?)

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Otto Meyer-Amden, Porträt eines jungen Mannes, sitzend

Otto Meyer-Amden, Porträt eines jungen Mannes, sitzend




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