Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 29.05.2017 Auktion 65: Alte Meister - Moderne

© Galerie Auktionshaus Hassfurther

Anzeige

Tänzerin / Franz von  Stuck

Tänzerin / Franz von Stuck
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Zwei Figuren vorm Meer / Erich Heckel

Zwei Figuren vorm Meer / Erich Heckel
© Galerie Weick


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Messe-Vorbericht

Die 44. Art Cologne hat begonnen

Verwurzelt in der starken Region



Die Hülle folgt meist dem Produkt. Mit großer Freude schritt der Art Cologne-Gast vor noch nicht allzu vielen Jahren in die expressionistischen Hallen der Kölnmesse, die wie ein Schatzhaus klassisch moderne und zeitgenössische Künste barg. Wenig Muße hingegen verbreiten die brutalistischen Kisten der 1970er Jahre, in die die Art Cologne nach der Aufgabe der Rheinhallen ziehen musste. Noch immer kämpft die weltweit älteste Messe für Kunst 20sten und 21sten Jahrhunderts um ihren Status. Seit Daniel Hug die Art Cologne vor zwei Jahren übernommen hat, herrscht zwar frischer Wind, doch in die erste Liga der internationalen Großmessen ist man noch nicht wieder aufgerückt. Dafür ist der Zeitraum noch zu kurz. So kommen auch diesmal über die Hälfte der rund 180 Aussteller aus Deutschland, davon die meisten aus Berlin. Stark vertreten ist die Gruppe der Skandinavier, die ebenso mit sieben Teilnehmern angereist ist wie die Italiener. Etliche bekannte Global Player unter den Galeristen meiden noch immer den Standort Köln, was die so gern angeführte Internationalität zur Regionalität – wenn auch starker – hinschmelzen lässt.


Surrealistisch-skurril, technisch-amorph geformte Strukturen aus Silber glänzendem Aluminium blenden den Besucher schon auf dem Vorplatz – eine Hommage an den kürzlich verstorbenen Bruno Gironcoli, dessen Plastik „Untiteld“ aus dem Jahr 1996/2004 die Galerie Pfefferle aus München zur Verfügung stellt. Etwas höher auf der Eingangsempore stehen 20 überdimensionierte Stühle zum Ausruhen. Hier geht der Blick über das das Stadtpanorama, so als ob es doch besser wäre, die Aussicht zu genießen und sich den Messebesuch zu ersparen. „Rocking Chairs“ betitelte Lilian Bourgeat ihre 2009 entstandenen Plastiken, die die Galerie Lange + Pult aus Zürich offeriert.

Innen bietet die Halle 11 zwei Ebenen, die für die klassisch-moderne und die für die zeitgenössische Kunst. Das teuerste Gemälde der Schau bietet sogleich beim Eintreten der Münchener Galerist Raimund Thomas auf. 9,5 Millionen Euro muss derjenige aufbringen, der sich in die „Sitzende junge Frau“ von Edvard Munch aus dem Jahr 1916 verliebt. Bis 1936 hing das Gemälde im Frankfurter Städel Museum, wurde als „entartet“ konfisziert und gelangte in eine nordische Privatsammlung und ist jetzt erstmals wieder in Deutschland zu sehen.

Bei Henze & Ketterer hängt nicht allzu weit Ernst Ludwig Kirchners Ölgemälde „Harem“ aus dem Jahre 1922, das ebenfalls für stolze 3,35 Millionen Euro einen neuen Liebhaber sucht. In diesem hochrangigem Reigen darf der Düsseldorfer Händler Rainer Ludorff nicht fehlen. Aus einer Pariser Privatsammlung stammt die von ihm angebotene „Composition abstraite“ von Serge Poliakoff. Das 1964 entstandene Gemälde kostet 690.000 Euro. Weitere Glanzlichter musealer Ansprüche sind das seltene Scheibenbild „Purpurklang“ aus dem Jahre 1962 mit sich auflösenden Kugeln von Ernst Wilhelm Nay oder ein wunderbares Seerosenbild von Emil Nolde. Preise für beide Werke teilt die Galerie gerne auf Anfrage mit.

Anlässlich ihres 55jährigen Bestehens bietet die Hannoveraner Galerie Koch Meisterwerke der Bildhauerei, darunter Georg Kolbes Bronze „Adagio“. Der rund 81 Zentimeter hohe Frühguss aus den 1920er Jahren liegt bei 98.000 Euro. Aristide Maillols „Harmonie“, ein weiblicher Akt, schnellt daneben schon auf 600.000 Euro hoch. Die Kölner Galerie Boisserée zeigt eine Sonderschau von Sean Scully anlässlich seines 65sten Geburtstages. Die Papierarbeiten aus dem Zyklus „Enter Six“ von 1998 kosten zwischen 5.900 Euro und 6.500 Euro. Neben Marc Chagall, Fernand Léger, Hans Hartung, Emil Schumacher findet sich auch eine Anzahl von Gouachen des viel zu wenig beachteten spanischen Gestikers Antonio Saura, dessen impulsive Porträts zu „Phillippe II“ je 19.800 Euro kosten.

Bartha Contemporary aus London lockt mit neuen Arbeiten des Fotokünstlers Clay Ketter, darunter als Hingucker die großformatige, digital bearbeitete Fotocollage „Spider Woods“. Die monumentale „Hölle um einen Golfplatz“ wird für 30.000 Euro angeboten. Heiner Hachmeister aus Münster gruppiert seine Exponate um 200 mal 179 Zentimeter großes Ölbild des gerade in Münster mit einer Retrospektive gewürdigten Christoph Worringer. „Hokuspokus“ betitelt er das 2010 gemalte, rätselhaft anmutende, 32.000 Euro teuere Bild. Peter Telljohann hingegen setzt mit seiner gleich teuren Wandplastik aus Polykarbonat mit surrealistisch-skurrilen Ausprägungen in dieser Koje ähnliche Akzente mit anderen Ausdrucksweisen.

Der „Mann und eine Sitzende im Atelier“, eine grafisch-expressionistische Arbeit auf Handbütten von Ernst Ludwig Kirchner, ist das Highlight bei Hubertus Melsheimer aus Köln und kostet 650.000 Euro. Wer Drucke auf Papier der Brücke-Künstler sucht, ist hier richtig aufgehoben, denn die diesjährige Auswahl umkreist dieses Thema. Die Galerie Schwarzer aus Düsseldorf hingegen widmet sich dem 80sten Geburtstag von Günther Uecker, dessen ein drucksvoll genageltes Selbstporträt gleich am Zugang lockt. Da die Preise für Uecker in den vergangenen Jahren stark angezogen haben, scheinen 450.000 Euro für die Arbeit aus dem Jahr 1970 nicht zu viel. Subtil gestaltete Georg Meistermann eine anmutige abstrakte Farbfeldarbeit, dessen Geburtstag sich im nächsten Jahr zum 100sten Mal jährt. Sein „Fries“ in erdfarben abgedunkelten Tönen ist mit 28.000 Euro ausgezeichnet.

Schönewald Fine Arts nutzen ihre Ecksituation, um an zentraler Stelle die 1997 gefertigte, fast zweieinhalb Meter hohe Holzskulptur „Großer Mann mit kleinen Mann auf dem Arm“ von Stephan Balkenhol zu inszenieren, für die man nicht nur hohe Räume, sondern auch noch 135.000 Euro übrig haben muss. Bei Dietmar Löhrl stehen nebenan „Drei Elemente Rot“ im Blickfang. 1981 schuf Franz Erhard Walther die über drei Meter lange und zwei Meter hohe Skulptur aus röhrenartigen Rollen mit roten Baumwollstoffen, die mit 60.000 Euro beziffert ist. Bei Bugdahn und Kaimer gruppiert sich alles um Paul Schwers Plastik „Baozi –Grau # 2“. Das wie zerknüllte Papiere erscheinende graue Plexiglas, das erhitzt und vom Künstler so geformt wurde, offenbart filigrane Strukturen, die entdeckt werden wollen und dem genau hinschauenden Kunstfreund 3.800 Euro wert sein müssen.

Anita Beckers empfängt den Besucher der zweiten, zeitgenössischen Ebene mit seltsam anmutenden Gipsköpfen auf einem Drahtgestell von Johannes Wald. Die in loser Reihenfolge präsentierten Negativformen, die dazu anregen sollen, sie mit edlerem Material wieder auszugießen, kosten 8.000 Euro. Max Weber zeigt Farbgüsse aus Kunstharz und Polyurethan mit glatten, spiegelnden Oberflächen von Rainer Splitt, die in der portablen Ausführung ab 5.000 Euro zu haben sind, insbesondere junge Besucher erfreuen dürften und vom Künstler auf Bestellung auch vor Ort angefertigt werden. Nina Märkl, die jüngst ihr Studium an der Münchener Akademie abgeschlossen hat, bespielt hier ein eigenes Kabinett mit ihren verglasten Schubladenkästen. Die Preise für ihre Arbeiten zwischen planen Zeichnungen und raumgreifenden Scherenschnitten mit Personen- und Landschaftsdarstellungen sind mit 2.300 Euro bis 4.200 Euro angegeben.

Rosemarie Schwarzwälder von der Wiener Galerie nächst St. Stephan hat Jessica Stockholder mitgebracht. Ihre raumgreifende Wandplastik „untitled“ aus verschiedenen starkfarbigen Materialien mutet zwar spielerisch an, ist aber genauestens durchstrukturiert, was bei genauem hinsehen offenbar wird. Für 31.000 Euro kann man sich ihre 2007 entstandene Arbeit mit nach Hause nehmen. Der ebenfalls aus Wien angereiste Ernst Hilger bietet teils überlebensgroße Bronzeplastiken vom unlängst verstorbenen Alfred Hrdlicka an, die preislich zwischen 2.000 und 145.000 Euro pendeln. Bei Thomas Zander aus Köln beherrscht die dreißigteilige Fotoserie „The New Cars“ Lee Friedlander aus den Jahren 1963/64“ die Auswahl. Die 2009 noch einmal aufgelegten Gelatinesilberabzüge sind für 150.000 Euro zu erwerben.

Elisabeth & Klaus Thoman aus Innsbruck präsentieren eine frühe „Körperschleife“ von Franz West aus dem Jahr 1974. Das „Passstück“ aus Gips und Mullbinden kostet stolze 120.00 Euro. Günstig scheint dagegen ein für 30.800 Euro angebotener „Entwurf mit Fantasiefiguration“ aus dem Jahr 1990 des gerade verstorbenen Bruno Gironcoli, dem sicherlich noch deutliche Steigerungsraten zugesprochen werden können. Wie etliche andere Aussteller auch konnte Daniel Hug die Leipziger Galerie Eigen + Art wieder für Art Cologne gewinnen. Selbstredend zelebriert Gerd Harry Lybke seinen derzeit gefeierten Malerstar Neo Rauch, dessen wandfüllendes Gemälde „Die Kontrolle“ 600.000 Euro verlangt. Und noch ein Jubiläum ist zu feiern: Die Mainzer Galeristin Dorothea van der Koelen begeht heuer das 30jährige Bestehen ihrer Galerie. Im Mittelpunkt steht die grandiose Wandgestaltung „Deux couleurs pour un dyptique“ von Daniel Buren aus dem Jahr 2009 für 180.000 Euro.

Die 44. Art Cologne findet auf dem Gelände der Messe Köln in der Halle 11 statt. Sie hat vom 21. bis zum 24. April von 12 bis 20 Uhr, am 25. April von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 20 Euro, ermäßigt 14 Euro, die Abendkarte ab 17 Uhr ebenfalls 14 Euro. Die Zweitageskarte kostet wie der Katalog 30 Euro.

Kontakt:

KölnMesse GmbH

Messeplatz 1

DE-50679 Köln

Telefax:+49 (0221) 821 2574

Telefon:+49 (0221) 8210

E-Mail: info@koelnmesse.de

www.artcologne.de



21.04.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


21.04.2010, Art Cologne 2010

Bei:


Köln Messe GmbH

Bericht:


Hochseilakte über dem Rhein










Copyright © '99-'2017
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce