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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Messe-Vorbericht

Bei den 82sten „Kunst & Antiquitäten“ auf dem Münchner Nockherberg ist für jeden etwas dabei

Kunst, Kunsthandwerk und Kuriosa



Franz Anton Bustelli, Fischerfigur, um 1765

Franz Anton Bustelli, Fischerfigur, um 1765

In den Münchner Messeturbulenzen der letzten Jahre stehen sie wie ein Fels in der Brandung. Schon zum 82sten Mal haben die „Kunst & Antiquitäten München“ seit dem Wochenende ihre Pforten für Besucher geöffnet, haben Jahr für Jahr an der Qualität der Aussteller gefeilt und scheuen die Konkurrenz zu ihren beiden großen Schwestern, den „Munich Highlights“ und der alten wie neuen „Kunstmesse München“, nicht. Bei seiner Entdeckungsreise kann hier jeder fündig werden, sei es der Möbelspezialist, der Liebhaber bayerischer Volkskunst oder der Silbersammler. Denn nicht die musealen exzeptionellen Objekte rücken hier in den Fokus, sondern Kunstwerke, die das tägliche Leben verschönern. Seit 1969 steht die Kunst- und Antiquitätenmesse für ein breites und qualitätvolles Angebot zu verträglichen Preisen. So präsentieren noch bis zum kommenden Sonntag 61 Händler ihre Ware von Barockmöbeln, gotischer Skulptur, Kunsthandwerk bis zu Gemälden der Moderne im Festsaal des Paulaner auf dem Nockherberg.


Dass eine zeitgenössische Keramikvase und ein Biedermeiertisch zusammen einen spannenden Dialog ergeben, zeigt der Neuaussteller Daniel Becht. Der Bamberger Kunsthändler, der erst vor vier Monaten sein Geschäft eröffnete, schlägt eine Brücke zwischen Möbeln des 18ten und 19ten Jahrhunderts und modernen Gestaltungswillen. Für den ehemaligen Logistikunternehmer zählen allein die kunstfertige und die handwerkliche Qualität seiner Objekte, sei es bei dem französischen Empiresekretär aus Kubamahagoni mit feuervergoldeten Originalbeschlägen, der um 1814 vermutlich in der Werkstatt von Pierre-Benoît Marcion in Frankreich entstand, oder bei der außergewöhnlich geformten und weiß glasierten Keramikvase des 21ten Jahrhunderts. Mit dem Konzept der stilistischen Grenzüberschreitung hofft er auch auf die Begeisterung des jüngeren Publikums.

Bei dem Wiesbadener Barockmöbelhändler Keul & Sohn ist ein schlanker Aufsatzsekretär der Blickfang. Mit seinem eleganten, zierlichen Körper, dem originalen Spiegel, der Rautenmarketerie und den gut erhaltenen Messingbeschlägen soll das Berliner Möbel aus der Mitte des 18ten Jahrhunderts 75.000 Euro kosten. Dass auf den Kunst & Antiquitäten nicht nur Händler aus der Region zu finden sind, beweist der Stand von Peter Wall, der sein Geschäft für Kleinskulptur, Gemälde und Keramik des späten 19ten und 20ten Jahrhunderts auf der Insel Sylt betreibt. Er brachte zahlreiche Vasen des französisch-belgischen Keramikers Charles Catteau mit, so auch das weiß grundierte, einfach geformte Exemplar mit leuchtenden stilisierten Blüten in Orange samt schwarzen Konturen. In den 1930er Jahren gefertigt, werden die Gefäße heute zwischen 800 und 2.000 Euro gehandelt. Neben Gemälden, wie Bruno Krauskopfs expressionistisches Spitzenstück „Die Fischer beim Beladen eines Bootes“ aus dem norwegischen Exil von 1935 für 36.000 Euro, handelt Peter Wall mit Kleinbronzen der Wiener Manufaktur Hagenauer.

Zu den langjährigen Ausstellern der Messe gehört der Kunsthandel Schmidt-Felderhoff aus Bamberg. Ins Auge fällt hier ein Kronleuchterpaar aus dem 18ten Jahrhundert. Die beiden Lüster stammen wahrscheinlich aus Böhmen oder Dresden und erstrahlen nach der Restaurierung wieder in neuem leicht violett schimmerndem Glanz. Die Leuchter sind recht zierlich und tauchen selten als Paar auf. Deswegen sollen sie auch nur zusammen für 34.000 Euro abgegeben werden. Die dem Stuckmarmor verwandte Technik der Scagliola-Fertigung kann man an einem kleinen Tisch um 1650 aus Carpi bei Modena für 22.000 Euro studieren. Die Platte aus schwarzweißem Kunststein ist mit dem Triumph des Neptuns im Zentrum und rahmenden Engeln graviert.

Bayern-Liebhaber und Sammler der Volkskunst kommen bei den Kuriosa wie einer Tabaksdose aus Muschelschalen für 150 Euro, Kerzenleuchtern aus Bauernsilber, Klosterarbeiten für 850 Euro und Tassen mit regionalen Ansichten auf ihre Kosten. Karl-Heinz Hiermeier hat aber auch Fayencen der bayerischen Manufakturen und Hinterglasbilder in seinen Vitrinen. Das Herz vieler Besucherinnen schlägt bei dem Anblick der Auslagen von Luis Fernando Arens höher. Neben Einrichtungsgegenständen aus dem Art Déco hat der gebürtige Spanier nämlich auch funkelnden Modeschmuck der 1940er und 1950erJahre aus den USA im Repertoire. Die Designerin Elsa Schiaparelli entwarf etwa das in verschiedenen Rottönen leuchtende, ausladende Set mit Ohrklips und Brosche für 1.000 Euro.

Wie auf eine Holzplatte geheftet, erscheinen die Bilder der heiligen Magdalena, des heiligen Hieronymus und Jesu auf dem Gemälde eines unbekannten Malers um 1720. Das ungewöhnliche Trompe l’œil möchte Brigitte Martini aus Landsberg am Lech für günstige 8.900 Euro verkaufen. Roderich Pachmann vereint an seinem Stand Skulpturen, Krüge, Möbel und Hinterglasbilder aus dem Alpenland. Ein 400 Jahre alter Renaissancekasten, der aus Tirol oder der Schweiz stammen könnte, ist noch in seinem ursprünglichen Zustand zu bewundern. Dass die rote Farbe teilweise oxidiert ist und die stilisierten Blumen in den rautenförmigen Kassetten nur noch in Schwarz und schwachem Grün zu erkennen sind, nimmt dem Schrank kaum etwas von seinem rustikalen wie progressiv modernem Charme. Er soll 7.600 Euro kosten. Zudem hat er eines der seltsamsten Liebhaberstücke der Messe an seinem Stand. In einer bunt bemalten Klarglasflasche des 18ten Jahrhunderts tummelt sich gerade ein Pärchen aus Wachs für 4.500 Euro beim Liebesspiel.

Wolfgang Zeisner ist von der französischen Keramik um 1900 beigeistert. Das lässt er den Besucher an seinem Stand spüren. Die Vollendung der Keramikkunst jener Epoche macht er an einer kleinen Schale von Emile Decœur deutlich. Von außen wird eine Schlangenhaut suggeriert, innen, als sei sie sei mit Kork ausgelegt. Genauso wie der Keramikkünstler Auguste Delaherche hat Decœur damit die Magie der Glasur eingefangen und trotz aller floralen Präsenz des Art Nouveaux sich zur einfachen archaischen Formen bekannt. Für die Zeit unerwartet schlicht präsentieren sich auch die Keramikwerke der Ecole de Carriès, benannt nach ihrem Gründer Jean Carriès (1855-1894), die auf Grund ihrer technisch hervorragenden Glasur und der bewussten Reduktion des Dekors bis zu 8.000 Euro teuer sein können.

Der Münchner Händler Nikolaus Fink hat ein feines Herrenportrait des niederländischen Barockmalers Arnold Boonen für 23.000 Euro mitgebracht. Auf diesem posiert ein junger adeliger Mann mit Rüschenhemd und rotem Samtmantel bekleidet und blickt den Betrachter an, der Vorhang im Hintergrund gibt den Blick auf eine Landschaft frei. Bei Isolde Weiß findet man dann das eindringliche Bildnis des etwas müden Senators Dreesen von Wilhelm Leibl. Zusammen mit dem ursprünglichen Rahmen und der Provenienz aus der Schweinfurter Sammlung Georg Schäfer hat sie es auf 52.000 Euro veranschlagt. Ein gutes Händchen für die rechte Präsentation ihrer Stücke beweist Charlotte Nüdling mit ihrem Stand. Neben vier Augsburger Kerzenleuchtern von Jakob Samuel Allgöwer und Johann Sigmund Christeiner aus den Jahren 1803 und 1804 hat sie einen runden fränkischen Spieltisch für 7.900 Euro ins rechte Licht gerückt, bei dem das Furnier aus kleinen runden Stirnholzscheiben besticht.

Das umfassende Spektrum der Messe wird am Stand von Gunther Joppig deutlich, der mit Musikinstrumenten handelt. Er stellt ein frühes Harmonium von 1846, Nürnberger Blockflöten aus dem frühen 18ten Jahrhunderts, etwa reich aus Elfenbein geschnitzt von Benedikt Gahn für 25.000 Euro, alte Oboen und Porzellan-Okarinas aus, die in Meißen um 1900 gefertigt wurden. Klassisches Porzellan hat dann Frank Oberacker aus Wiesbaden an die Isar transferiert. Als Spitzenstück stellt er Franz Anton Bustellis Figur eines Fischers vor, die kurze Zeit nach dessen Weggang von der Nymphenburger Manufaktur dort modelliert wurde. Da nur vier weitere Ausführungen der unbemalten Statuette bekannt sind, ist der Preis von 14.500 Euro gar nicht so hoch. Wer Ausgefallenes liebt, wird bei Oberacker noch mit der Allegorie des Winters von Johann Caspar Geyger belohnt. Dass der Würzburger Porzellanmanufaktur nur ein kurzes Leben beschieden war, machen schon die technischen Schwierigkeiten deutlich, die Geyger mit dieser Figur hatte. Aber gerade darin liegt ihr Reiz. In den fernen Osten entführt schließlich noch die Asiatika-Expertin Yoneda Shigeko mit ihren japanischen Farbholzschnitten. Selten kommt die komplette Serie von 56 Ansichten der „Ostmeerstraße“ von Ando Hiroshige auf den Markt. Yoneda Shigeko kann eine Ausgabe für 12.800 Euro offerieren.

Mit ihrem Profil und ihrer unprätentiösen Art ziehen die „Kunst & Antiquitäten“ in etwa 5.000 bis 8.000 Besucher an und müssen das „Oktoberfest der Kunst“ im kommenden Herbst nicht scheuen, an dem in München gleich drei Kunstmessen stattfinden werden. Dafür haben die Veranstalter auch aufgerüstet. So wird der Bereich „Kunst auf Papier“, der die bisherige Kunstmesse München in Riem besonders ausgezeichnet hat, nun auf den Nockherberg ziehen und hier ein besonders Glanzlicht setzen. Mit der „Kunstmesse München“ im Postpalast, den „Highlights – Internationale Kunstmesse München“ im Haus der Kunst und den „Kunst & Antiquitäten“ erwarten den Kunstfreund im Oktober zwei spannende und vielseitige Wochen.

Die 82sten Kunst & Antiquitäten München sind bis zum 18. April von 11 bis 19 Uhr, mittwochs zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 9 Euro, ermäßigt 6 Euro.

Kunst & Antiquitäten München
Festsaal des Paulaner am Nockherberg
Hochstraße 77
D-81541 München

Kontakt:

Münchner Antiquitätenmarkt e.V.

Oeden 10

DE-83530 Schnaitsee

Telefon:+49 (08628) 98 74 07

Telefax:+49 (08628) 98 74 15

E-Mail: info@kunst-antiquitaeten.de



14.04.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Lisa Witte

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