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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Resultate: Kunst und Antiquitäten bei Neumeister in München

Kostbares Elternglück



Jean-Eugène Buland, Elternglück, 1903

Jean-Eugène Buland, Elternglück, 1903

Arm, aber glücklich ist das junge Elternpaar, das sich inmitten der Haus- und Werkarbeit eine kleine Pause mit und für das gemeinsame Kind gönnt. Die Mutter, derb gekleidet, aber mit sauberen Händen und Gesicht und einer vielleicht etwas zu auffällig gestylten Haartracht versehen, reicht dem Kleinen gerade die Brust, während ihr Mann in Handwerkskleidung und Holzschuhen gedankenvoll dabei zusieht. Das Ganze ist auf mittelgroßer Leinwand mit großer Präzision und Lebensnähe gemalt. Der 1852 geborene Künstler Jean-Eugène Buland gehörte schon in frühen Jahren zu den beim Publikum beliebtesten „Salonmalern“ und wurde mit mehreren Auszeichnungen bedacht. Später, als die Malerei des Salons als verpönt galt, geriet auch er in Vergessenheit. Im Münchner Auktionshaus Neumeister wurde er jetzt wieder zum Star von einst. Die 347ste Versteigerung „Alte Kunst“ am 24. März bot das Gemälde realistische „Elternglück“, entstanden 1903 zu einem Zeitpunkt, als der Stern des Malers schon wieder im Sinken begriffen war, für 4.000 Euro an. Ein heftiges Bietgefecht mit starker internationaler Beteiligung ließ den Preis aber auf 51.000 Euro hochschnellen.


Gemälde des 19ten Jahrhunderts

Neumeisters Lieblingsthema, die Malerei des 19ten Jahrhunderts, bildete den krönenden Abschluss einer Auktion, die sich mit einer Zuschlagsquote von knapp 50 Prozent sowie einigen guten Steigerungen in die Reihe solider, aber nicht sensationeller Veranstaltungen einreihte. Viel mehr war auch nicht zu erwarten. Die Neigung des Publikums ging zum Besonderen, aber nicht zum Abseitigen. Otto Soltaus „Neandertalerfamilie mit Bären in Eismeer“ von 1909 (Taxe 12.000 EUR) und auch Wilhelm Gails Jubiläumsbild zum 25sten Stiftungsfest der Münchner Gesellschaft „Altengland“ von 1851, mit 28.000 Euro eines der Toplosen, waren daher vergeblich angetreten. Zu anspruchsvoll waren auch die 16.000 Euro für den Ausschnitt aus Wilhelm Leibls Portrait des Schriftstellers Julius Langbehn von 1877, auf dem lediglich eine, wenn auch vorzüglich getroffene Hand zu sehen ist. Umgekehrt blieben aber auch die allzu gefälligen Landschaften und Genrebilder, die mit Ignaz Ellminger, Eduard Pape, Friedrich von Keller, Johann Bernhard Klombeck oder Josef Wopfner eine Reihe wichtiger deutscher Malerschulen vertraten, unveräußert liegen.

Carl Spitzweg war wieder gern gesehen, zumindest die junge Sennerin, die munter durch einen düsteren Wald spaziert. Sie kam auf 20.000 Euro (Taxe 18.000 EUR). Spitzwegs schnell skizzierte „Scharwache“ war denn aber doch für 12.000 Euro zu wenig aussagekräftig. Auch Alexander Koesters fünf Enten im Schilfteich konnten auf einen festen Abnehmerstamm bauen: 20.000 Euro waren das Ergebnis (Taxe 15.000 EUR). Richtig heiß liefen die Drähte noch einmal bei Hugo Kauffmanns „Die gute Partie“ von 1889. Das kleine Kabinettstück wurde eine solche, als der Zuschlag schließlich erst bei 42.000 Euro erfolgte. Nur 18.000 Euro waren veranschlagt. Seltener in München anzutreffen ist der bedeutende Berliner Portraitist Franz Krüger. Ob von ihm selbst oder aus seinem Umkreis das fein gemalte Brustbildnis des Königs Friedrich Wilhelm III. von Preußen stammt, ist nicht bekannt. Es steigerte sich trotzdem von 4.000 Euro auf 9.000 Euro.

Mit drei weniger bekannten Meistern kamen die Landschaften dann doch noch zu ihrem Recht: Moritz Müllers Gamswild im Hochgebirge aus dem Jahr 1895 kletterte locker von 1.000 auf 7.000 Euro hinauf, erst bei 8.500 Euro endeten die Gebote um eine winzige Bauernhofszene Albert Kappis’ (Taxe 1.500 EUR), und auf 9.500 Euro brachte es eine Ansicht der Münchner Theatinerkirche des aus Brüssel nach Bayern eingewanderten Joseph Carl Cogels (Taxe 1.200 EUR). Carl Eberts Schaf- und Ziegenherde unter Eichen am Starnberger See wurde diesmal taxgerecht bei 4.000 Euro übernommen, Georg Heinrich Crolas alter, knorriger Eichenbaum an einem Bachlauf von 1836 steigerte sich leicht auf 5.200 Euro (Taxe 4.000 EUR), ebenso wie Emanuel Hegenbarths schon impressionistische „Treibjagd“ auf flachem Feld auf 2.000 Euro (Taxe 1.800 EUR).

Unter den Arbeiten auf Papier machten das einfühlsame Bildnis eines jüdischen Knaben von Isidor Kaufmann in schwarzer Kreide, verkauft für 1.100 Euro (Taxe 600 EUR), und eine aquarellierte Ansicht des Kosttors in München im Jahr 1832 von dem bayerischen „Hofbaudekorateur“ und Architekten Jean-Baptiste Métivier für 2.600 Euro auf sich aufmerksam (Taxe 800 EUR). Auch Carl Strathmann lockte mit einem trinkenden Satyr unter einem Baum, einem launigen Jugendstilentwurf für eine Wein- oder Menükarte, die Käufer an, die schließlich dafür 380 Euro ausgaben (Taxe 250 EUR).

Alte Meister

Teuerstes Gemälde der alten Meister wurde überraschend eine italienische Madonnendarstellung der zweiten Hälfte des 15ten Jahrhunderts. Trotz ihres stark restaurierten Erhaltungszustandes investierte ein Sammler 26.000 Euro in die Holztafel (Taxe 6.000 EUR). Mit zwei anderen italienischen Darstellungen, einer volkreichen Szene mit dem Tod eines Jünglings im Stil des Manierismus sowie einer Anbetung des Kindes aus dem Umkreis des Meisters von San Miniato, hatte Neumeister mit je 15.000 Euro dagegen etwas zu hoch gegriffen. Das Rokokobildnis der Gräfin Elisabeth zu Toerring-Jettenbach als Lautenspielerin aus der Werkstatt des berühmten französischstämmigen Portraitmalers Georges Desmarées ging für 20.000 Euro weg. Seit 1731 wirkte Desmarées als bayerischer Hofmaler, 45 Jahre später starb er in München. Seine Kunst war allseits begehrt. Entsprechend schwankend ist die Qualität seiner Werke. Mit 20.000 Euro hatte Neumeister die der Lautenspielerin ganz richtig eingeschätzt. Johann Heinrich Tischbein d.Ä. reüssierte mit zwei halbrund geschlossenen Darstellungen der griechischen Philosophen Heraklit und Demokrit aus dem Jahr 1777 bei jeweils 10.000 Euro (Taxe 6.000 EUR).

Kunsthandwerk

Das Kunsthandwerk sah ebenfalls gelegentlich eine Umkehrung der Verhältnisse: Teure Stücke wie eine oberösterreichische Sitzmadonna um 1470/80 für 35.000 Euro oder zwei feine Rokokokonsolen des Münchner Hofschreiners Johann Adam Pichler für 25.000 Euro blieben unveräußert, günstige Schätzpreise regten dagegen mitunter zum fleißigen Mitbieten an, wie einige kleinere Heiligenfiguren des 16ten Jahrhunderts für bis zu 6.500 Euro oder auch ein alter Ushak bewiesen, dessen Wert von 1.100 Euro auf 16.000 Euro kletterte. Auch eine kleine Fischdose in Gestalt eines eingerollten Hechts mit Deckel und Untertasse von 1760/70 aus einer der Delfter Fayencemanufakturen zog die Aufmerksamkeit auf sich und konnte mit einem Zuschlag von 3.800 Euro die Schätzungen fast vervierfachen.

Im Möbellager prangte eine schlichte, aber elegante Vitrine des frühen 19ten Jahrhunderts in Form einer Lyra, die sich von 2.500 Euro auf 11.000 Euro verbesserte. Eine flandrische Tapisserie aus dem 16ten Jahrhundert, die eine höfische Szene wohl aus den Sagen um den trojanischen Krieg zeigt, da Menelaos namentlich genannt ist, überzeugte ebenfalls und zog Gebote von 8.500 Euro auf sich (Taxe 5.000 EUR). Die Anzahl der Überraschungen hielt sich doch in Grenzen, und mit 12.000 Euro für eine Ulmer Madonna des ausgehenden 15ten Jahrhunderts (Taxe 15.000 EUR), 20.000 Euro für eine Nürnberger Alabasterpieta aus der Mitte des 15ten Jahrhunderts (Taxe 19.000 EUR) oder 12.500 Euro für eine wohl in Böhmen hergestellte barocke Tabernakelaufsatzschreibkommode zeigte sich die Begeisterungsfähigkeit eines ansprechenden Angebots (Taxe 10.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

Barer Straße 37

DE-80799 München

Telefax:+49 (089) 23 17 10 55

Telefon:+49 (089) 231 71 00

E-Mail: auctions@neumeister.com



03.04.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Joseph Carl Cogels, München – Blick auf die Theatinerkirche

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Taxe: 1.200,- EURO

Zuschlag: 9.500,- EURO

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Johann Heinrich Tischbein d.Ä., Bildnis des griechischen Philosophen Heraklit, 1777

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Taxe: 6.000,- EURO

Zuschlag: 10.000,- EURO

Losnummer: 557

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