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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Züricher Porzellan der Sammlung Felber stieß bei Koller auf rege Resonanz

Kein Ausrufer notwendig



 Fayence- und Porzellanmanufaktur Zürich, Türkengruppe, Zürich, um 1770

Fayence- und Porzellanmanufaktur Zürich, Türkengruppe, Zürich, um 1770

Kaum etwas Anderes war zu erwarten, als dass sich die Sammler und Liebhaber förmlich auf die Porzellankollektion von René und Friederike Felber am 22. März bei Koller in Zürich stürzten. Der exzellenten Qualität, dem reichhaltigen Angebot mit seltenen, aber bedeutenden Waren der Zürcher Manufaktur zur Zeit der Aufklärung sowie den überwiegend moderaten Schätzungen konnten die Kunden einfach nicht widerstehen. Die über zweihundert Preziosen fanden reißenden Absatz, nur 16 Stücke blieben unverkauft, die Zuschlagsquote lag bei 92,5 Prozent, der Gesamtumsatz bei über 1,2 Millionen Franken. Der erste Aufruf zeigte, wo es die folgenden Stunden langgehen würde: Eine kleine Ausruferfigur eines Stichverkäufers, um 1768/70 als Teil einer umfangreichen Serie von Marktschreiern entstanden, kletterte von 2.000 Franken auf 18.000 Franken. Ihm folgten zu gleichen Taxen ein Liederhändler für 5.000 Franken und ein Scherenschleifer für 9.500 Franken. Weiter ging es mit den Einzelfiguren eines Herrn in türkischem Kostüm um 1770/75 für 14.000 Franken und einer Dienerin beim Servieren des Tees um 1770 für 17.000 Franken. Veranschlagt waren auch sie lediglich mit je 6.000 bis 8.000 Franken.


In der Regel höher bewertet waren die Figurengruppen wie eine Musikantengruppe im Schatten einer klassizistischen Säule um 1780, die schließlich zur oberen Schätzung von 15.000 Franken wegging. Besonders begehrt war eine Serie von Jagdmotiven. Das „Jägerpaar beim Aser“ um 1768/70, das zugleich als Allegorie des Herbstes aus einer Jahreszeitenserie fungiert, kostete stolze 31.000 Franken (Taxe 7.000 bis 9.000 SFR). Ein anderes Jägerpaar, ebenfalls als Herbst gekennzeichnet, brachte es als Einzelfiguren auf 17.000 Franken und – für den Mann – gar auf 33.000 Franken (Taxen je 8.000 bis 15.000 SFR). Auch die anderen Jahreszeitenallegorien, entstanden kurz vor 1768 und damit in der Frühzeit der 1763 gegründeten Zürcher Manufaktur, fanden reißenden Absatz: Gärtnerin und Gärtner als Frühling für 9.500 Franken und 8.500 Franken (Taxen je 4.000 bis 6.000 SFR) und Schnitterin und Schnitter als Sommer für 38.000 und 20.000 Franken (Taxen je 8.000 bis 12.000 SFR). Bei den Schlittschuhläufern waren die Meinungen geteilt: Sie ließ sich erst bei 16.500 Franken bitten, er aber machte sich bereits bei 3.800 Franken davon (Taxen zwischen 4.000 und 7.000 SFR).

Mit dem Reiz des Exotischen spielten einige Türkengruppen, darunter die Darstellung der Befreiung einer Sklavin durch zwei heldenhafte Mitteleuropäer. Den abgeschlagenen Kopf des Osmanen trägt einer der beiden stolz mit sich her. 24.000 Franken kostete das Ensemble, das indes mehr komödiantisch als martialisch daherkommt. In einer weiteren Gruppe wird um die junge Gefangene noch gerungen: Der vielleicht österreichische Soldat hat seinen muslimischen Gegner soeben zu Boden gedrückt: 12.000 Franken waren der etwas kärglichere Lohn (Taxen je 12.000 bis 15.000 SFR). Bei der Darstellung der Kontinente sind hauptsächlich Tiere das identifikationsstiftende Merkmal: Ein schöner Schimmel steht für Europa, ein liegendes Kamel für Asien. Letzteres, mit einer jungen Dame dabei, war mit 16.000 Franken etwas kostspieliger, für den Reiter reichten schon 10.000 Franken (Taxen je 10.000 bis 15.000 SFR).

In den späteren Jahren wandelte sich der Stil hin zu einem gemessenen Frühklassizismus. Die Figur einer Tänzerin um 1780/85, in ihrer bürgerlichen Mode auch aktualisiert, ist dafür beredtes Beispiel. Ebenso eine anmutige Krippengruppe mit Maria und Josef im Stall. Beide Exemplare spielten 21.000 Franken ein (Taxe 10.000 bis 15.000 und 3.000 bis 5.000 SFR). 1.000 Franken mehr gab es für einen lustigen Affen, der sich auf einem ohnehin schon mit Lastkörben beladenen Hund durch die Gegend tragen lässt (Taxe 15.000 bis 20.000 SFR). Gebrauchsporzellane der Zürcher Manufaktur standen in der Sammlung Felber in der zweiten Reihe. Doch machte sich eine Schokoladenkanne um 1768/73 mit Blumengirlanden- und Bänderdekor selbstbewusst bei 24.000 Franken bemerkbar (Taxe 5.000 bis 7.000 SFR). Ein hübscher, knapp zehn Zentimeter hoher Flakon etwa der gleichen Zeit verbesserte sich von 1.200 bis 1.800 Franken auf 8.500 Franken. Einen letzten Triumph feierte die Porzellanmanufaktur mit einem üppigen, noch im Geist des Rokoko sprühenden Tafelaufsatz um 1775, der Bacchus auf einem Fass lagern und das Weinglas schwenken lässt. 20.000 Franken bildeten den krönenden Abschluss (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR).

Für Freunde anderer Werkstätten, vor allem Meißen, hatte das Ehepaar Felber auch ein wenig zu bieten. Sieht man von den 13.000 Franken ab, die eine runde Schüssel aus Johann Joachim Kändlers berühmten Schwanenservice statt der erwarteten 20.000 bis 30.000 Franken erhielt, so war Koller auch hier erfolgreich: 12.000 Franken schaffte ein hübsches Reiseservice um 1775 mit zarten Landschaftsdarstellungen (Taxe 6.000 bis 8.000 SFR), gar 25.000 Franken eine Rokokouhr mit Sockel um 1745, auf der Miniaturgemälde mit verschiedenen Szenen aus dem Jagdgeschehen zu sehen sind (Taxe 7.000 bis 9.000 SFR). Für 25.000 Franken wechselte ein großer Kachelofen mit Chinoiseriedekor aus den späten 1770er Jahren den Besitzer. Er stammt aus der Werkstatt des Fribourger Hafnermeisters André Nuoffer (Taxe 15.000 bis 20.000 SFR).

Schließlich glänzte den Bietern auch eine beachtliche Silbersammlung entgegen. Wegen günstiger Taxen waren die Versuchungen entsprechend groß. 19.000 Franken für einen teilvergoldeten Renaissancefußbecher um 1600 von Abraham Gessner aus Zürich (Taxe 8.000 bis 14.000 SFR), ebenfalls 19.000 Franken für aufwendigen Deckelbecher in Schlangenhautdekor seines Landsmanns Hans Jakob Fries I. nach 1650 (Taxe 6.000 bis 10.000 SFR), 17.000 Franken für den etwa gleichaltrigen Vermeilpokal von Hans Caspar Gyger (Taxe 4.000 bis 6.000 SFR), 12.000 Franken für einen wuchtigen Pokal von Heinrich Kilchsberger III. aus dem ausgehenden 17ten Jahrhundert (Taxe 6.000 bis 8.000 SFR) und 11.000 Franken für einen Becher mit Wappen, Inschrift und der Datierung 1676 von Johannes Weber I. honorierten vor allem die Produkte Zürcher Silberschmiede (Taxe 6.000 bis 8.000 SFR).

Über einen prächtigen Deckelhumpen der Zeit um 1700 mit dem für den Hochbarock so typischen üppigen Akanthusdekor, mit großer Kunstfertigkeit hergestellt von Hans Jakob Leer II. , zur oberen Schätzung von 30.000 Franken steigerten sich die Preise noch einmal kräftig bis zum Höhepunkt – da aber standen dann die Augsburger Silberschmiede mit ihren Werken: Eine Jagdschale mit Reisebesteck von Johann Friedrich Kaufmann und Hieronymus Schuch II. um 1700 für 33.000 Franken (Taxe 12.000 bis 18.000 SFR) und als Krönung ein weiteres achtteiliges Reisemundzeug, laut Marke von Johann Jakob Weitbrett zwischen 1769 und 1771 im Stil des ausgehenden Rokoko, für stolze 50.000 Franken – Tageshöchstpreis (Taxe 12.000 bis 18.000 SFR)!

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch



03.04.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


22.03.2010, Porzellan und Silber im Zeitalter der Aufklärung – Die Zürcher Sammlung Dr. René und Friederike Felber

Bei:


Koller Auktionen AG

Bericht:


Arme Bettler, lustige Türken und fesche Kavaliere

Kunstwerk:

Johann Friedrich Kaufmann und
 Hieronymus Schuch II, Jagdschale mit Reisebesteck, Augsburg, um 1700
Johann Friedrich Kaufmann und Hieronymus Schuch II, Jagdschale mit Reisebesteck, Augsburg, um 1700

Kunstwerk:

André Nuoffer, Kachelofen mit Chinoiseriedekor, Fribourg um 1775/80
André Nuoffer, Kachelofen mit Chinoiseriedekor, Fribourg um 1775/80

Kunstwerk:

Tafelaufsatz mit Bacchus, Zürich, um 1775
Tafelaufsatz mit Bacchus, Zürich, um 1775

Kunstwerk:

Umkreis Valentin Sonnenschein, Auf Hund reitender Affe, um 1775
Umkreis Valentin Sonnenschein, Auf Hund reitender Affe, um 1775

Kunstwerk:

Kavalier mit Schimmel als Allegorie Europas, Zürich, um 1770/75
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Kunstwerk:

Schlittschuhläuferin – Allegorie des Winters, Zürich, vor 1768
Schlittschuhläuferin – Allegorie des Winters, Zürich, vor 1768







Umkreis Valentin Sonnenschein, Auf Hund reitender Affe, um 1775

Umkreis Valentin Sonnenschein, Auf Hund reitender Affe, um 1775

Taxe: 15.000 - 20.000 SFR

Zuschlag: 22.000,- SFR

Losnummer: 634

 Fayence- und Porzellanmanufaktur Zürich, Schlittschuhläufer – Allegorie des Winters, Zürich, vor 1768

Fayence- und Porzellanmanufaktur Zürich, Schlittschuhläufer – Allegorie des Winters, Zürich, vor 1768

Taxe: 4.000 - 6.000 SFR

Zuschlag: 3.800,- SFR

Losnummer: 574

 Fayence- und Porzellanmanufaktur Zürich, Herr in türkischem Kostüm, Zürich, um 1770/75

Fayence- und Porzellanmanufaktur Zürich, Herr in türkischem Kostüm, Zürich, um 1770/75

Taxe: 6.000 - 8.000 SFR

Zuschlag: 14.000,- SFR

Losnummer: 515

André Nuoffer, Kachelofen mit Chinoiseriedekor, Fribourg um 1775/80

André Nuoffer, Kachelofen mit Chinoiseriedekor, Fribourg um 1775/80

Taxe: 15.000 - 20.000 SFR

Zuschlag: 25.000,- SFR

Losnummer: 679

 Fayence- und Porzellanmanufaktur Zürich, Ausruferfigur eines Scherenschleifers, Zürich, um 1770

Fayence- und Porzellanmanufaktur Zürich, Ausruferfigur eines Scherenschleifers, Zürich, um 1770

Taxe: 2.000 - 3.000 SFR

Zuschlag: 9.500,- SFR

Losnummer: 508

 Fayence- und Porzellanmanufaktur Zürich, Schlittschuhläuferin – Allegorie des Winters, Zürich, vor 1768

Fayence- und Porzellanmanufaktur Zürich, Schlittschuhläuferin – Allegorie des Winters, Zürich, vor 1768

Taxe: 5.000 - 7.000 SFR

Zuschlag: 33.000,- SFR

Losnummer: 573

Johann Friedrich Kaufmann und Hieronymus Schuch II, Jagdschale mit Reisebesteck, Augsburg, um 1700

Johann Friedrich Kaufmann und Hieronymus Schuch II, Jagdschale mit Reisebesteck, Augsburg, um 1700

Taxe: 12.000 - 18.000 SFR

Zuschlag: 33.000,- SFR

Losnummer: 693

 Fayence- und Porzellanmanufaktur Zürich, Musikantengruppe an einer Säule, Zürich, um 1780

Fayence- und Porzellanmanufaktur Zürich, Musikantengruppe an einer Säule, Zürich, um 1780

Taxe: 12.000 - 15.000 SFR

Zuschlag: 15.000,- SFR

Losnummer: 531

 Fayence- und Porzellanmanufaktur Zürich, Jägerpaar beim Aser, Zürich, um 1768/70

Fayence- und Porzellanmanufaktur Zürich, Jägerpaar beim Aser, Zürich, um 1768/70

Taxe: 7.000 - 9.000 SFR

Zuschlag: 31.000,- SFR

Losnummer: 555

 Fayence- und Porzellanmanufaktur Zürich, Kavalier mit Schimmel als Allegorie Europas, Zürich, um 1770/75

Fayence- und Porzellanmanufaktur Zürich, Kavalier mit Schimmel als Allegorie Europas, Zürich, um 1770/75

Taxe: 10.000 - 15.000 SFR

Zuschlag: 10.000,- SFR

Losnummer: 626

 Fayence- und Porzellanmanufaktur Zürich, Tafelaufsatz mit Bacchus, Zürich, um 1775

Fayence- und Porzellanmanufaktur Zürich, Tafelaufsatz mit Bacchus, Zürich, um 1775

Taxe: 20.000 - 30.000 SFR

Zuschlag: 20.000,- SFR

Losnummer: 646

Hans Jakob Leer II, Deckelhumpen, Zürich um 1700

Hans Jakob Leer II, Deckelhumpen, Zürich um 1700

Taxe: 24.000 - 30.000 SFR

Zuschlag: 30.000,- SFR

Losnummer: 692

 Fayence- und Porzellanmanufaktur Zürich, Ausruferfigur eines Stichverkäufers, Zürich, um 1768/70

Fayence- und Porzellanmanufaktur Zürich, Ausruferfigur eines Stichverkäufers, Zürich, um 1768/70

Taxe: 2.000 - 3.000 SFR

Zuschlag: 18.000,- SFR

Losnummer: 501




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