Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 06.05.2017 Auktion 37: Moderne und Zeitgenössische Kunst

© Sturies Kunst und Auktionen

Anzeige

Tänzerin / Franz von  Stuck

Tänzerin / Franz von Stuck
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Ruinen des Parthenon, 1877 / Carl Friedrich Heinrich Werner

Ruinen des Parthenon, 1877 / Carl Friedrich Heinrich Werner
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Zwei Figuren vorm Meer / Erich Heckel

Zwei Figuren vorm Meer / Erich Heckel
© Galerie Weick


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Portraits

Aktuellzum Archiv:Galerieportrait

Colnaghi, die älteste kommerzielle Galerie der Welt, feiert in diesem Jahr ihr 250jähriges Bestehen. Pünktlich zur TEFAF erscheint die Festschrift „Colnaghi – The History“: ein Lehrstück in Sachen Kunsthandel

Drehscheibe für Botticelli, Rembrandt und Carracci



Blick in die heutige Galerie während der Ausstellung „Im Licht Italiens“ 2007

Blick in die heutige Galerie während der Ausstellung „Im Licht Italiens“ 2007

Als Konrad O. Bernheimer im Jahr 2002 gemeinsam mit der Zeichnungsspezialistin Katrin Bellinger die legendäre Londoner Galerie „Colnaghi“ übernahm, ahnte er wohl nicht, dass hin und wieder damit auch ein Identitätswandel vonstatten geht. Wenn der Münchner Altmeisterspezialist in den USA agiert, wird er nicht als Herr Bernheimer angesprochen. Dort ist er Mr. Colnaghi. Denn dieser Name ist verbunden mit den grandiosesten Barock- und Renaissancegemälden, die in der Zeit von etwa 1890 bis 1935 in die USA gelangten. Sandro Botticellis „Madonna der Eucharistie“ etwa erwarb die Millionärin Isabella Stewart Gardner, Tizians „Porträt Aretino“ wurde an Henry Clay Frick verkauft, Hans Holbeins Porträt „Edward VI. als Kind“ hängt heute wie auch Jan van Eycks „Verkündigung“ in der Washington Gallery of Art. Auch die Berliner Staatsgemäldesammlung pflegte zu dieser Zeit beste Kontakte mit Colnaghi. Glanzstücke der Sammlung wie der einst Rembrandt zugeschriebene „Mann mit dem Goldhelm“, Albrecht Dürers „Porträt eines jungen Mannes mit rotem Barett“ oder Jan Vermeers „Das Glas Wein“ sind der Verbindung des wilhelminischen Museumspotentaten Wilhelm von Bode mit dem damaligen Colnaghi-Direktor William McKay zu verdanken.


Die 250jährige Geschichte Colnaghis mag auf den ersten Blick eine Kette von Erfolgen sein, aber sie ist auch ein Ringen um Marktanteile, ein Abwägen von Risiken und Auftreiben von Finanzmitteln, geprägt zudem von eifersüchtigen Kunden wie US-Millionär Frick, der als erster bedient werden wollte, von Konkurrenten wie den trickreichen Gemäldehändler Joseph Duveen und von Privatsammlern, an die heranzukommen oft schwieriger war als der anschließende Verkauf der Gemälde. Und letztendlich entscheidet ein weit verzeigtes Netz von Beziehungen über Erfolg und Misserfolg. Zum Beispiel Bode. Er war in vielen Verkaufsverhandlungen so etwas wie der Unterbieter und brachte manchen in Zugzwang, aber mitunter hatte er nicht nur die Rolle des Museumsankäufers. Als man ihm im Auktionshaus „Christie, Manson & Wood“ in einem Hinterzimmer einen Rembrandt, Aelbert Cuyp und David Teniers anbot, wusste er sofort, dass diese Prachtstücke aus dem Londoner Haus Lord Ashburnhams stammen. Bode ging nicht auf das Angebot des Auktionators ein, er beauftragte seinen Vertrauten McKay von Colnaghi, die Verhandlungen zu führen. Immerhin hatte der Berliner bereits erfahren, dass Lord Ashburnham das Angebot von Baron Rothschild in Höhe von 20.000 Pfund für Rembrandts „Der Mennonitenprediger Anslo und seine Frau“ ausgeschlagen hatte. Das Bild ging nach Berlin.

Dass Colnaghi auf dem Terrain des Atlmeisterhandels einst an vorderster Stelle mitspielten würde, daran war in den ersten hundert Jahren der Firma noch nicht zu denken. Die Anfänge lagen auf ganz woanders. 1760 gründete Giovanni Battista Torre, ein Feuerwerkshersteller in Paris ein „Cabinet de Physique Experimental“. 1767 eröffnete sein Sohn eine Dependance in London und spezialisierte sich auf den Handel mit Drucken und publizierte Grafiken nach Angelika Kauffmann oder Guido Reni. 1782 kam der Namensgeber Paul Peter Colnaghi als Partner hinzu. Ein umsichtiger Unternehmer, der nicht nur mit den besten internationalen Lithografen wie Tessari in Augsburg oder dem Verleger Artaria zusammenarbeitete, sondern auch das Gespür für Verkaufsschlager hatte. Ein Porträt von Admiral Nelson lag just in dem Moment vor, als die Nachricht vom Sieg bei Trafalgar das britische Königreich erreichte. 1833 übernahm Dominic Colnaghi den Platz seines Vaters, es wurde weiterhin Grafik produziert. Aber die Firma ging auch neue Wege. Sie ließ während des Krim-Krieges eine Mappe mit 81 Lithografien als eine Art Kriegsberichterstattung erstellen und verdiente damit immerhin 12.000 Pfund. 1864 publizierte sie sogar die Fotografien Pionierin Julia Margaret Cameron.

Erst der Eintritt des Gemäldekenners Otto Gutekunst, der von 1894 bis 1939 Direktor war, markiert den Einstieg in den Gemäldemarkt. Der Zeitpunkt ist gewiss kein Zufall. Es war das „Goldene Zeitalter“ des Altmeisterhandels. Der englische Landadel steckte in einer tiefen Finanzkrise, der sogenannte Settled Land Act von 1882 erlaubte ihm Güter, darunter auch Kunst, zu veräußern. Dennoch blieb es ein hoch sensibles, mit Vorsicht anzugehendes Akquiseterrain, wie ein gewundenes, fast devotes Anschreiben Gutekunsts an Lord Pelham-Clinton-Hope zeigt. Dessen Sammlung mit Bilden von Vermeer, Peter Paul Rubens, Jan Steen wurde für Colnaghi eine der wichtigsten Erwerbungen und wohl nur noch übertroffen durch den sogenannten Eremitage-Deal von 1930/31. Am Rande des Staatsbankrotts veräußerte die Sowjetunion eine Reihe von Gemälden. Wie so oft bei Großaktionen, waren ein Dutzend Drahtzieher und Händler mit von der Partie. Letztlich waren es der New Yorker Kunsthändler Roland Knoedler und Colnaghi, die diesen Jahrhundertankauf gemeinsam realisierten. Anthonis van Dycks „Porträt Philip IV.“, Jean-Baptiste Siméon Chardins „Kartenhaus“, Botticellis „Anbetung der heiligen drei Könige“, Tizians „Venus mit Spiegel“ oder Giovanni Battista Tiepolos „Bankett für Cleopatra“ sind nur einige Hochkaräter aus sowjetischer Quelle.

Diese Glanzzeiten endeten abrupt mit den politischen Veränderungen Ende der 1930er Jahre und konnten auch nach 1945 nicht wiederholt werden. Und doch blieb Colnaghis Ruf als erstklassige Adresse des internationalen Kunstmarktes bestehen. Die Ausstellungen „Persian and Mughal Art“ im Jahr 1976, deren Objekte aus der Familie Rothschild stammten, oder „Objects for a Wunderkammer“ 1981 waren Vorreiter für mittlerweile wieder entflammte Sammel- und Forschungsgebiete.

Dass die Tradition des Hauses durch Bernheimer und Bellinger fortgesetzt wird, steht außer Frage. Die renommiertesten Sammler unserer Zeit wie etwa der Prinz von Liechtenstein gehören zu den Kunden Colnaghis. Und dass man die Kooperation mit anderen Händlern so wenig scheut wie vor 200 Jahren, bewies der gemeinsame Coup von Colnaghi mit Johnny van Haeften und Otto Naumann bei Hendrick ter Brugghens „Dudelsackpfeifer“. In der National Gallery of Art in Washington, die Bild erwarb, befindet sich des Gemälde in Bezug auf die Herkunft in bester Gesellschaft.

Die Publikation zur Geschichte des Kunsthandels Colnaghi ist über die Galerie in London für 30 Pfund plus Porto zu beziehen.

Kontakt:

P. and D. Colnaghi and Co., Ltd

15 Old Bond Street

GB-W1S 4AX London

Telefon:+44 (020) 7491 7408

Telefax:+44 (020) 7491 8851



09.03.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Sabine Spindler

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Bei:


Colnaghi and Co.

Bericht:


Im globalen Zentrum des Kunsthandels angekommen

Variabilder:

Blick in die heutige Galerie während der Ausstellung „Im
 Licht Italiens“ 2007
Blick in die heutige Galerie während der Ausstellung „Im Licht Italiens“ 2007

Variabilder:

Katrin Bellinger – seit 2002 Gesellschafter von Colnaghi
Katrin Bellinger – seit 2002 Gesellschafter von Colnaghi

Variabilder:

Konrad O. Bernheimer – seit 2002 Gesellschafter von Colnaghi
Konrad O. Bernheimer – seit 2002 Gesellschafter von Colnaghi

Variabilder:

Paul Colnaghi (1751-1833), Namensgeber der Galerie und
 seit 1768 Mitinhaber
Paul Colnaghi (1751-1833), Namensgeber der Galerie und seit 1768 Mitinhaber

Variabilder:

Otto Gutekunst: Direktor der Galerie von 1894 bis 1939
 und verantwortlich für den Aufstieg Colnaghis zur führendem Kunsthandel Alter Meister
Otto Gutekunst: Direktor der Galerie von 1894 bis 1939 und verantwortlich für den Aufstieg Colnaghis zur führendem Kunsthandel Alter Meister

Variabilder:

Heute in der Gemäldegalerie Berlin: Jan Vermeers „Das Glas Wein“
Heute in der Gemäldegalerie Berlin: Jan Vermeers „Das Glas Wein“







Otto Gutekunst: Direktor der Galerie von 1894 bis 1939 und verantwortlich für den Aufstieg Colnaghis zur führendem Kunsthandel Alter Meister

Otto Gutekunst: Direktor der Galerie von 1894 bis 1939 und verantwortlich für den Aufstieg Colnaghis zur führendem Kunsthandel Alter Meister

Heute in der Gemäldegalerie Berlin: Jan Vermeers „Das Glas Wein“

Heute in der Gemäldegalerie Berlin: Jan Vermeers „Das Glas Wein“

Paul Colnaghi (1751-1833), Namensgeber der Galerie und seit 1768 Mitinhaber

Paul Colnaghi (1751-1833), Namensgeber der Galerie und seit 1768 Mitinhaber

Katrin Bellinger – seit 2002 Gesellschafter von Colnaghi

Katrin Bellinger – seit 2002 Gesellschafter von Colnaghi

Konrad O. Bernheimer – seit 2002 Gesellschafter von Colnaghi

Konrad O. Bernheimer – seit 2002 Gesellschafter von Colnaghi




Copyright © '99-'2017
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce