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Nicht übertreiben: Adolf Hölzel ist ein bedeutender Wegbereiter der Moderne, aber nicht ihr konsequentester und bester Protagonist

Anstifter



Adolf Hölzel, Komposition in Rot I, 1905

Adolf Hölzel, Komposition in Rot I, 1905

Leicht könnte man dazu neigen, ihn zu überschätzen. In vielen Kunstgeschichten der Moderne, in Ausstellungen und Auktionen geistert der Name Adolf Hölzel immer wieder als Wegbereiter und Hauptvertreter der gegenstandslosen Malerei in Deutschland umher. Doch erst jetzt gibt es mit der Ausstellung „Kaleidoskop. Hölzel in der Avantgarde“, die zunächst im Kunstmuseum Stuttgart stattfand und jetzt im Kunstforum Ostdeutsche Galerie in Regensburg zu sehen ist, eine monografische Würdigung dieses Meisters in größerem Umfang. Der Ausstellung ist hoch anzurechnen, dass sie sich auch bei größerer Kenntnis seines Lebens und Lebenswerkes nicht vermisst, Hölzel auf ein höheres Podest zu stellen, als ihm gebührt. Wenngleich man allein ihres Umfangs wegen – gezeigt werden immerhin über zweihundert Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle, Pastelle und Glasfenster – leicht auf dumme Gedanken kommen könnte. Hat man sich auf die unerlässliche Voraussetzung geeinigt, dass Hölzel an die besten seiner Zeitgenossen und Mitstreiter nicht heranreicht, lässt sich das Werk des Stuttgarter Akademielehrers unbefangen und gerecht besehen, einordnen und bewerten.


Denn der 1853 im mährischen Olmütz geborene Hölzel war in seinen ersten immerhin zwei Schaffensjahrzehnten alles andere als ein Avantgardist. Umfangreich fächern die beiden Institutionen in Stuttgart und Regensburg, die die weltweit größten Hölzel-Bestände verwahren, die zunächst in den Bahnen des Realismus schwimmende, dann sich dem französischen Impressionismus annähernde Malerei dieser Zeit auf. In der städtischen Gemäldegalerie im nahegelegenen Dachau hat man die Möglichkeit, Hölzel in seinem damaligen Umfeld zu studieren, hatte er hier doch zwischen 1887 und 1905 seinen dauernden Wohnsitz. Was in Regensburg mangels Vergleichsmöglichkeiten allenfalls ahnungsvoll aufscheint, wird dort zur Gewissheit: Hölzels Bilder waren Bestandteil einer Vielproduktion, die den Kunstmarkt mit gefälligen, mitunter technisch brillanten Landschaften und Genreszenen anfüllte, die Kunst aber nicht wirklich bereicherte. Durch die Gründung einer privaten Malschule in Dachau 1891 und der Malergruppe „Neu-Dachau“ zusammen mit Arthur Langhammer und Ludwig Dill beteiligte sich Hölzel auch institutionell an dieser verharrenden Entwicklung; schließlich musste er ja irgendwie seinen Lebensunterhalt bestreiten.

Vielleicht ist es daher kein Zufall, dass die Wende in Hölzels Kunst mit der entscheidenden Wende seiner beruflichen Karriere in etwa zusammenfiel: 1905 erhielt er eine Professur an der Akademie der bildenden Künste in Stuttgart. Um dieselbe Zeit muss ihm allmählich auch die Problematik seines malerischen Schaffens immer deutlicher zu Bewusstsein gekommen sein. Betrachtet man in Regensburg die exemplarischen Landschaften „Im Wald“, „Große Baumlandschaft“ oder die Serie „Dachauer Moos“ von 1904 und 1905 und vergleicht sie mit „Legende (Anbetung der Engel in Grün)“ um 1908, mag man kaum glauben, dass sie von ein und demselben Künstler stammen. Nicht mehr die ausdrückliche, wenngleich reduzierte Wiedergabe von etwas in der Natur Gesehenem steht hier im Mittelpunkt, sondern die bewusste Verfremdung mittels Kolorit und Verschleierung der Perspektive.

Die früheste dieser Arbeiten, die in Regensburg gezeigt wird, ist seine berühmte „Komposition in Rot I“ aus dem Jahr 1905. Doch leider ist dieses Werk auch ein stetiger Punkt des Missverständnisses. Denn „Komposition“ bedeutet nicht gleich „Ungegenständlichkeit“: Unverkennbar schimmert durch die in unterschiedlichen Rottönen eingefärbten Farbflächen noch immer eine Personengruppe in einer Dorflandschaft durch, erinnernd etwa an eine Anbetung der Könige. Gehen andere Meister parallel den Weg in die Gegenstandslosigkeit wie etwa Wassily Kandinsky mit forscher Konsequenz oder suchen junge Kräfte wie Ernst Ludwig Kirchner oder Franz Marc gewissermaßen aus innerem Antrieb heraus nach neuen Ausdrucksformen der wirklichen Welt, so bleibt es bei Hölzel immer ein etwas halbherziges Experimentieren. Die stets linienbetonten, Farbflächen gegeneinandersetzenden Werke, die bis in die späten Lebensjahre des Künstlers hinein fast nie ganz von figuralen Vorbildern loskommen, kennzeichnen ihre Möglichkeiten und ihres Wesens Grenzen zugleich.

Diese Inkonsequenz seines Schaffens illustrieren auch die zahlreichen konventionellen Bildnisse, die auch nach 1905 noch entstehen und irgendwo zwischen Symbolismus, Jugendstil und leisem Expressionismus hin und her vagieren. Bis Adolf Hölzel wirklich zu gegenstandslosen Farbmustern findet, gehen die frühen 1910er Jahre ins Land. Seine künstlerische Inspiration aber war zu diesem Zeitpunkt bereits im Sinken begriffen. Die späten Pastelle ergehen sich in endlosen Variationen ein und desselben Themas. Es sind in ihrer Komposition leicht beliebig wirkende Farbzeichnungen, deren Flächen meist konzentrisch um eine Kreisformation sich gruppieren.

So zeigt die Ausstellung einen Künstler, dessen Ideen vielleicht erst bei seinen Schülern geniale Verwirklichungen gefunden haben, während sein eigenes Schaffen über den Rang des Talentvollen, mitunter etwas Bemühten nicht hinauskam. Vielleicht unbewusst, ist diese zunächst ernüchternde Erkenntnis eines der Ergebnisse der umfangreichen Retrospektive in Stuttgart und Regensburg. Aber durch seine befruchtende Wirkung auf Persönlichkeiten wie Willi Baumeister, Johannes Itten, Ida Kerkovius und Oskar Schlemmer, die er als Lehrer in Stuttgart in ihren Bestrebungen neidlos unterstützte, gebührt Adolf Hölzel unbestritten ein herausragender Rang innerhalb der Kunstgeschichte der Moderne.

Die Ausstellung „Kaleidoskop. Hölzel in der Avantgarde“ ist bis zum 28. Februar zu sehen. Das Kunstforum Ostdeutsche Galerie hat dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt 4 Euro. Zur Retrospektive ist Kehrer-Verlag Heidelberg ein Katalog erschienen, der im Museum 29,90 Euro kostet.

Kontakt:

Kunstforum Ostdeutsche Galerie

Dr.-Johann-Maier-Straße 5

DE-93049 Regensburg

Telefon:+49 (0941) 297 140

Telefax:+49 (0941) 297 14 33



14.02.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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29.11.2009, Kaleidoskop. Hölzel in der Avantgarde

Bei:


Kunstforum Ostdeutsche Galerie

Bericht:


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Adolf Hölzel, Selbstbildnis, nach 1930

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