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Revisionen des American Dream: Das Münchner Haus der Kunst zeigt Ed Ruscha, den malenden Großmeister amerikanischer Selbstbespiegelungen

Letzte Ausfahrt Großtankstelle



Ed Ruschas Bilder wirken wie Kinoleinwände im Cinemascopeformat: perfekt, erhaben, überinszeniert. Weit ausladend, akribisch genau gemalt und häufig angereichert mit mal ganz banalen, mal bedeutungsschweren Schriftelementen, hängen sie jetzt im Münchner Haus der Kunst. Der Besucher begegnet Tankstellen, die, gemalt in extremer Untersicht, wie Kathedralen des Automobilzeitalters wirken. Er darf den berühmten Hollywood-Schriftzug vor glühend rotem Himmel ganz ungewohnt von hinten betrachten. Er darf einen ganzen Saal voller frostig-unterkühlter Bergpanoramen bewundern. Und er darf gemeinsam mit dem Maler seine leisen, aber leider wohl berechtigten Zweifel entwickeln, ob der rasante Fortschritt der westlichen Zivilisation angesichts all der gesellschaftlichen Werte, die dabei auf der Strecke bleiben, wirklich uneingeschränkt zu beklatschen ist. Denn abgesehen von der visuellen Attraktivität ihrer Farben und Kompositionen, stellen Ed Ruschas Bilder auch Fragen an den Zustand der Welt, in der wir leben. Was wird wohl in einer Fabrik produziert, auf der der Schriftzug „Fat Boy“ prangt? Was haben die Namen multinationaler Konzerne vor dem Hintergrund scheinbar unversehrter Landschaften zu suchen? Warum tauchen in den 1980er Jahren, zur Zeit der Reagan-Administration, immer häufiger Zensurbalken auf seinen Bildern auf?


Ed Ruscha ist Maler, Zeichner, Fotokünstler und Filmer. Doch in dieser Ausstellung soll es nur um eines gehen: seine Malerei der letzten 50 Jahre. Die zusammen mit der Londoner Hayward Gallery und dem Stockholmer Moderna Museet entwickelte Schau zeigt über 75 Gemälde des 1937 in Omaha, Nebraska, geborenen US-Künstlers. Ulrich Wilmes, der die Schau in München kuratiert hat, zeigt Ruschas Malerei in chronologischer Abfolge. Eine kuratorische Entscheidung, die in diesem Fall Sinn macht, lassen sich doch so die Konstanten und Brüche, die Ruschas Werk durchziehen, am klarsten ablesen. Der junge Ed Ruscha schrieb sich Ende der 1950er Jahre in Los Angeles für bildende Kunst, Typografie und Grafikdesign ein. Doch mit der spontanen gestischen Malerei seiner Lehrer konnte er nicht viel anfangen. Schon auf den ersten Gemälden der Münchner Ausstellung wird deutlich, dass es Ruscha immer auch um Befreiung geht. Befreiung von möglichen Vorbildern, in die Jahre gekommenen malerischen Konventionen, ungeschriebenen Gesetzen, gängigen Bildformaten und Farben.

Ruscha schleudert der erdigen Farbpalette der abstrakten Expressionisten leuchtend klare Gelb-, Blau- oder Rottöne entgegen. Er bedient sich der Ästhetik von Werbung und Film, setzt auf grelle Effekte statt subjektive Gefühlsbetontheit – und hat damit Erfolg. 1963 hat er seine erste Einzelausstellung in einer Galerie, er lernt den 79jährigen Marcel Duchamp kennen und nimmt 1969 an der Epoche machenden Ausstellung „Pop Art“ in der Londoner Hayward Gallery teil. 1972 ist er erstmals auf der Documenta zugegen. Weitere Documenta- und Biennale-Teilnahmen folgen.

Tief geprägt ist Ed Ruschas Kunst von seinen frühen Reiserlebnissen. Mit 16 trampt er durch die Südstaaten, und zum Studium fährt er einmal quer über den Kontinent. Die Rundumsicht auf das Amerika der Tankstellen und Highways, der großen Werbetafeln und Shopping-Center bestimmt von nun an seine Wahrnehmung. Die Rolle dieser Eindrücke für seine Malerei beschreibt er so: „Mein Zugang zu solchen Aussichten stammt von meinen Reisen über die Highways – per Autostop und am Steuer... ich sehe die Dinge als bewegte, panoramaartige Landschaft, vielleicht in einer Weise, wie Sie einen Film sehen.“

Doch nicht erst Ed Ruschas neuere Bilder zeigen den amerikanischen Traum als permanenten Störfall. Mitte der 1960er Jahre tat er die Tatsache, dass sein Bild vom Los Angeles County Museum of Art ein brennendes Museum zeigte, noch mit der Bemerkung ab, die Flammen seien „eher ein Phänomen als eine Tragödie“. Heute aber strahlen seine neueren Gemälde eine viel düsterere Grundstimmung aus. Ironisch gebrochen ist da kaum noch etwas. Auf Bildern wie „The End“ von 1991 oder „The Old Trade School Building“ von 2005 zeigt Ruscha die Erosion der ihm altvertrauten Welt angesichts von Digitalisierung, Globalisierung und postindustrieller Revolution. „Sie geben meinen Zweifeln an einem Fortschritt in der Welt Ausdruck“, sagt er. „Sie spiegeln meine Gefühle zum Wandel der Dinge; sie wandeln sich nicht immer zum Guten.“

Die Ausstellung „Ed Ruscha – 50 Jahre Malerei“ läuft vom 12. Februar bis 2. Mai. Das Haus der Kunst ist montags bis sonntags von 10 bis 20 Uhr, donnerstags von 10 bis 22 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 7 Euro. Jugendliche unter 18 Jahren und Schüler zahlen 2 Euro, Kinder unter 12 Jahren nichts. Der englischsprachige Katalog ist im Verlag der Buchhandlung Walther König erschienen und kostet im Museum 29,80 Euro, im Buchhandel 39,80 Euro.

Kontakt:

Haus der Kunst

Prinzregentenstraße 1

DE-80538 München

Telefon:+49 (089) 21 12 70

Telefax:+49 (089) 21 12 71 57



10.02.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


12.02.2010, Ed Ruscha - 50 Jahre Malerei

Bei:


Haus der Kunst

Bericht:


Ed Ruscha im Kunsthaus Bregenz

Künstler:


Ed Ruscha










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