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Die Künstlerkolonie Nidden wird in einer Ausstellung der Dachauer Gemäldegalerie vorgestellt

Malen in der Wüste



Rauschen, einen Badeort nordwestlich von Königsberg, nannte er ein „ziemlich triviales Ostseebad, wie es viele gibt“. Von Nidden aber war er begeistert. „Meine Worte können Ihnen keine Vorstellung von der eigenartigen Primitivität und dem großartigen Reiz des Landes geben“, schwärmte Thomas Mann 1931 in einem Vortrag über den kleinen Ort an der Kurischen Nehrung. Die Maler hatten das Dorf schon eine gute Generation früher für sich entdeckt: Heinrich Krüger und Eduard Anderson gehörten zu den ersten, durch Ernst Bischoff-Culm wurde sein Reiz auch in Berlin bekannt und zum Anziehungspunkt einer ganzen Reihe mehr oder weniger bekannter Meister. Auch der Erste Weltkrieg und die Abtrennung des Gebietes vom Deutschen Reich taten dem Strom der Künstler nach Osten keinen Abbruch, erst der Nationalsozialismus sowie die Eroberung Anfang 1945 durch die russische Armee und die erzwungene Auslagerung des künstlerischen Geschehens machten Nidden als expliziter Künstlerkolonie ein Ende.


Wo könnte eine Ausstellung über solch einen Platz der jüngeren Kunstgeschichte geeigneter stattfinden als in einer Stadt, die selbst auf eine lange Tradition als ländliches Kunstzentrum zurückblicken kann: Die Gemäldegalerie Dachau, mit Zeugnissen der Landschaftsmalerei des 19ten und frühen 20ten Jahrhunderts an sich schon gut bestückt, gibt nun Einblick in eine einmalige Landschaft – als „ostpreußische Sahara“ hat man das Gebiet gelegentlich betitelt – und ihre Wirkungen auf ein halbes Jahrhundert Malerei vom Impressionismus bis zur beginnenden Moderne. Unter den rund sechzig Gemälden, Grafiken und Fotografien ist sicher Manches, was über den Durchschnitt spätimpressionistischer Malerei nicht hinausreicht. Das Wesen dieser Künstlerkolonien ist ja meist das Verharren in erprobten Ausdrucksmustern, Ausnahmen wie die Dresdner „Brücke“ sind sehr selten.

Manches ragt aber doch heraus wie Fritz Behrendts „Kurenkahn bei Nidden“, eine duftig-leichte Impression aus dem Jahr 1899, Waldemar Röslers in diffuse Farbwischer aufgelöste „Wachtbudenberg“ von 1913 oder Hans Beppo Borschkes liegender „Toter Elch“ vor 1914, dessen langer Schatten auf der sonnengelben Erde ein totengleiches Spiegelbild seiner Selbst gibt. Ein beeindruckendes Werk der Neuen Sachlichkeit liefert Max Heilmann in seiner Ansicht „Tal des Schweigens“ von 1928 – die erwähnte Titulatur der sandigen Bucht wird auf diesem Gemälde besonders eindrucksvoll bestätigt. Skurril mutet Alexander Koldes „Gespenst“ von 1919 an. Es zeugt von der politisch weitgehend unbeschwerten Freude am Spielerischen, die diese Künstler auch in schweren Zeiten weitgehend unbehelligt beseelte.

Vor dem Hintergrund solcher Gemälde wird zugleich deutlich, was man an Künstlern wie Hermann Max Pechstein hat, und wie diese ungewöhnliche Landschaft auch solche freien, unkonventionellen Geister zu ganz eigenartigen Leistungen inspirierte. So sind Pechsteins in kraftvollen Pinselstrichen auf die Leinwand gezogenen „Fischerhäuser in Nidden bei Gewitterstimmung“ von 1919/20, hergeliehen vom Kunstforum Ostdeutsche Galerie in Regensburg, seine „Fischerboote in Nidden“ von 1912 aus Oldenburg, Titelbild der Ausstellung, und „Das rote Haus“ um 1920 aus der Sammlung Franz Brabant in Wiesbaden unbestritten die Höhepunkte dieser unprätentiösen, schön gestalteten Schau. Ihnen gesellen sich Beispiele der ebenfalls expressionistischen Malweise Ernst Mollenhauers zur Seite sowie Karl Schmidt-Rottluffs Farbholzschnitt „Dünen und Mole“ aus dem Jahr 1917, aus der Erinnerung vier Jahre nach einem Aufenthalt in der Kurischen Nehrung entstanden. Erst mit diesen Künstlern erhielt die lange Tradition des Künstlerortes Nidden aus der Rückschau gleichsam ihre Veredelung. Die Ausstellung in Dachau zeigt, dass sie auf einem fruchtbaren Boden gediehen.

Die Ausstellung „Nidden. Die Künstlerkolonie auf der Kurischen Nehrung“ ist bis zum 14. März zu sehen. Die Gemäldegalerie Dachau hat täglich außer montags von 11 bis 17 Uhr, samstags und sonntags von 13 bis 17 Uhr geöffnet.

Kontakt:

Gemäldegalerie Dachau

Konrad-Adenauer-Straße 3

DE-85221 Dachau

Telefon:+49 (08131) 567 516

Telefax:+49 (08131) 783 05

E-Mail: info@dachauer-galerien-museen.de



29.01.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


27.11.2009, Nidden. Die Künstlerkolonie auf der Kurischen Nehrung

Bei:


Zweckverband Dachauer Galerien und Museen

Variabilder:

Hans Beppo Borschke, Toter Elch, 1909
Hans Beppo Borschke, Toter Elch, 1909







Hans Beppo Borschke, Toter Elch, 1909

Hans Beppo Borschke, Toter Elch, 1909




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