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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Mit Albert Anker zum Auktionsrekord: Moderne und zeitgenössische sowie Schweizer Kunst bei Koller in Zürich

Der Anker im stürmischen Kunstmarkt



Albert Anker, Strickendes Mädchen, 1888

Albert Anker, Strickendes Mädchen, 1888

Ein berührendes Gemälde Albert Ankers war der Höhepunkt der letzten Versteigerung mit „Schweizer Kunst“ bei Koller in Zürich. Bei einem Zuschlag von 2,6 Millionen Franken war sein „Strickendes Mädchen“ aus dem Jahr 1888 nicht nur das teuerste Stück der gesamten Auktionswoche, sondern markierte für den berühmten Schweizer Realisten vor allem auch einen neuen weltweiten Auktionsrekord. Damit übertraf das Bildnis der neunjährigen Frederika Leuenberger aus Ankers Heimatort Ims, das von 2005 bis 2009 durch seine Leihgabe ans Kunstmuseum Bern geadelt war, den bisherigen Spitzenpreis von 2,3 Millionen Franken für Ankers „Kartenlegerin“, erzielt zu besten Kunstmarktzeiten im Mai 2008 bei Sotheby’s in Zürich. Für den neuen Rekord, den ein Schweizer gegen einen deutschen Sammler bewilligte, war auch die exzellente Provenienz verantwortlich. Hatte die Familie des Einlieferers das detaillierte Profilbild mit pädagogischem Impetus vor rund 120 Jahren noch bei Anker selbst erworben. Dennoch ließen sie sich und Koller nicht zu übertriebenen Forderungen hinreißen. Der Schätzpreis hatte bei 900.000 bis 1,3 Millionen Franken gelegen.


Schweizer Kunst

Hohe Zuschläge erzielten bei der Schweizer Kunst, die am Nachmittag des 4. Dezember losbezogen zu gut 72 Prozent den Besitzer wechselte, zudem zwei Landschaften Giovanni Giacomettis: 700.000 Franken sein bunter und heiterer Blick auf den Monte Forno von 1921, für den Koller die letztjährige Schätzung von 950.000 bis 1,5 Millionen Franken nun auf 700.000 bis 900.000 Franken reduziert hatte, und 430.000 Franken seine beinahe schon abstrakte Winterlandschaft bei Majola von 1925 (Taxe 300.000 bis 450.000 SFR). Den vierten Platz belegte mit 260.000 Franken Ferdinand Hodlers „Frauenportrait“ um 1914 in kräftigen, dicken Pinselstrichen, das aus einer deutschen Privatsammlung auf die Auktion kam (Taxe 250.000 bis 350.000 SFR). Auf 130.000 Franken im Rahmen der Erwartungen brachte es Cuno Amiets ebenfalls farbenfroher „Blick von Affoltern im Emmental auf die Berner Alpen“ aus dem Jahr 1926 (Taxe 120.000 bis 160.000 SFR), und auf 160.000 Franken steigerte sich seine „Waldlandschaft“ von 1920 in kraftvollen Grünvioletttönen (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR).

Während sich Edouard Vallets Pastell eines verschneiten Heuschobers in der „Walliser Dorflandschaft im Winter“ von 1912 erst bei 27.000 Franken davonmachte (Taxe 7.000 bis 9.000 SFR), blieben Alice Baillys leicht kubistisches „Portrait de Démisio Brazzola, tailleur de pierre“ von 1931 mit 68.000 Franken und Raphy Dallèves’ Querformat „Ruhender Hirte auf einer Bergwiese mit Blick auf Sion“ von 1910 mit 70.000 Franken knapp unter ihren jeweiligen Erwartungen stecken. Charles-Clos Olsommers symbolistisches Pastell eines meditierenden, sitzenden Mädchens erreichte genau die untere Schätzung von 17.000 Franken, Gottardo Segantinis günstig angesetzter, pointillistisch aufgebauter „Blick auf den Zürich See“ wohl von 1946 verdoppelte die seinige auf 42.000 Franken. Gemäßigt modern gestaltete Hans Brühlmann eine Frühlingslandschaft mit einer Gebirgskette im Hintergrund, die ihre Taxe ebenso auf 12.000 Franken verzweifachte.

Verhaltene Höhepunkte neben Anker waren bei der Kunst des 19ten Jahrhunderts noch Rudolf Kollers gemütliche Kuh- und Schafherde am Waldrand für 24.000 Franken (Taxe 22.000 bis 28.000 SFR) und Albert Lugardons Kühe auf der Wiese vor Eiger und Jungfrau, die sich angesichts der aufragenden Berggipfel erst bei 20.000 Franken verabschiedeten (Taxe 7.000 bis 9.000 SFR). Keinen Anklang fand dagegen Giovanni Segantinis Ende der 1880er Jahre flott auf die Leinwand gepinseltes Hundegespann, für das Koller 70.000 bis 90.000 Franken vorgesehen hatte.

Moderne Kunst

Mit rund 46 Prozent, die sich im Nachverkauf auf 52 Prozent erhöhten, lag die losbezogene Zuschlagsquote der klassischen Moderne und zeitgenössischen Kunst deutlich niedriger als bei den Schweizern. Deutsche Künstler erfreuten hier am meisten. Emil Nolde setzte sich mit seinem leuchtenden Aquarell „Bauernhaus in der Marschlandschaft“ aus den frühen 1920er Jahren sogar an die Spitze: Für 415.000 Franken wechselte das Blatt den Besitzer, noch 45.000 Franken über der oberen Schätzung. Max Liebermann folgte mit seinen „Zwei Reitern in der Alle bei Sakrow“: Der Bieter gewährte den unteren Kostenvoranschlag von 300.000 Franken für das mittelgroße Ölgemälde aus dem Jahr 1924. Für Gabriele Münters Ölbild eines roten Christsterns von 1956 kamen 60.000 Franken ebenfalls am unteren Preisrahmen zusammen.

Französische Meister dagegen mussten diesmal überwiegend unverrichteter Dinge wieder abziehen. So Alfred Sisley, der mit einer Impression von „Langland Bay“ auf seiner letzten Englandreise 1897 das Hauptlos der Abteilung stellte (Taxe 600.000 bis 900.000 SFR) und Claude Monet „Nymphéas“-Fragment von 1920 in lediglich blaugrünen Farbmassen für geschätzte 180.000 bis 280.000 Franken. Nicolas Tarkhoff hatte mit seiner neoimpressionistischen Festlichkeit „Mi-Câreme“ (Taxe 200.000 bis 300.000 SFR) und dem Kinderbildnis „Dans le berceau“ ebenfalls keinen Erfolg (Taxe 30.000 bis 40.000 SFR). Und auch Auguste Herbins noch gegenständliche, aber schon sehr flächig gestaltete „Paysage aux Maisons“ von 1908 (Taxe 90.000 bis 130.000 SFR) und Henri Manguins ruhige Parklandschaft „Le Lac Saint-James, Bois de Boulogne“ von 1909 mussten sich der Unlust der Bieter geschlagen geben (Taxe 90.000 bis 120.000 SFR).

Immerhin gab es gleich zu Auktionsbeginn 60.000 Franken für ein hübsches Blumenbouquet Louis Valtats (Taxe 30.000 bis 40.000 SFR), 100.000 Franken räumte Eugène Boudins duftige Ansicht des Hafens von Dieppe ab (Taxe 100.000 bis 150.000 SFR). Von Maurice de Vlaminck wurde ein Stillleben mit Früchtekorb und Blumenvase für 92.000 Franken übernommen (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR), unveräußert blieb dagegen ein aufkommender Sturm im Hafen von Honfleur (Taxe 130.000 bis 160.000 SFR). Überraschungen gab es nur bei den kleinen Preisen. So kletterte Paul Ransons koloristisch ungewöhnliche „La Forêt“ aus der Zeit um 1900 von 12.000 Franken auf 34.000 Franken und Maximilien Luces Küstenbild „Voiliers au large de Kermouster“ von 1914/15 von gleicher Basis auf 20.000 Franken. Teuerstes Gemälde eines Osteuropäers wurde ein gefälliges Saloninterieur Stanislaw Zukowskis aus dem Jahr 1926 für taxgerechte 70.000 Franken.

Zeitgenössische Kunst

Auch das Hauptlos der Zeitgenossen übertraf seinen Schätzpreis: 300.000 Franken investierte ein Käufer in Jorge de la Vegas gekonntes Frauenportrait, das den gebürtigen, allerdings bereits 1971 im Alter von kaum vierzig Jahren verstorbenen Argentinier als einen vortrefflichen Vertreter der Pop Art offenbart (Taxe 180.000 bis 280.000 SFR). Höher bewertet war eigentlich Man Rays Ölzeichnung „Première Promenade en 1912“ aus dem Jahr 1958, doch die landete bei 205.000 Franken weit abgeschlagen auf dem zweiten Platz (Taxe 270.000 bis 350.000 SFR). Das Mittelfeld schloss recht solide ab mit 77.000 Franken und 47.000 Franken für zwei abstrakte Kompositionen Serge Poliakoffs aus den 1960er Jahren (Taxen zwischen 40.000 und 65.000 SFR), 55.000 Franken für Karel Appels „Gesicht“ von 1970 (Taxe 50.000 bis 70.000 SFR) und 60.000 Franken für Victor Vasarelys punktsymmetrische Nummer „8-4“ aus den Jahren 1973/75 (Taxe 60.000 bis 80.000 SFR).

55.000 Franken gab es für Robert Combas’ Acryl-, Pastell- und Collagebild „Personnages“ aus dem Jahr 1985, deren flirrendes Farbgewirr wiederum auf Stilformen der Pop Art verweist (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR). Aus Russland kam eine brandneue Arbeit Igor Alexejevitch Novikovs mit einem Bocksprung unter dem Titel „Happy End“, die bei 65.000 Franken sofort spendable Abnehmer fand (Taxe 25.000 bis 35.000 SFR). Der griechischstämmige Theodoros Stamos reüssierte mit seiner strengen Farbfeldmalerei „Corinthien Sun“ aus dem Jahr 1969 bei 33.000 Franken (Taxe 15.000 bis 25.000 SFR), der Franzose Henri Michaux mit einer filigranen, abstrakten Tuschekomposition bei 22.000 Franken (Taxe 8.000 bis 12.000 SFR), wohingegen Jean-Paul Riopelles pastose Farbspachtelei „Printanier“ von 1974 erst im Nachverkauf bei 72.000 Franken einen Abnehmer fand (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR).

Teuerste skulpturale Arbeit wurde Nam June Paiks technoides Männchen „Black Torero“ aus Holz, Metall sowie Video- und Lautsprecherboxen von 1997. Es konnte seinen Wert auf 95.000 Franken in etwa verdoppeln. Tony Craggs Glasgefäßeturm ohne Titel folgte bei 48.000 Franken (Taxe 30.000 bis 50.000 SFR), während John McCracken mit seiner minimalistischen, gelben Wandskulptur „Vision“ 1984 wieder den Heimweg antreten musste (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR). Teuerste Arbeit in der Grafikabteilung wurde Pablo Picassos Radierung „Minotaure une coupe à la main et jeune femme“ von 1933/39, Blatt 83 aus der Suite Vollard, mit 15.000 Franken (Taxe 8.000 bis 10.000 SFR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch



11.01.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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