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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Moderne Kunst bei Lempertz in Köln

Felixmüller hätte man auch einfacher haben können



Überraschenderweise nicht Max Liebermann, sondern Alexej von Jawlensky hieß der Tagessieger auf Lempertz’ großer Moderneauktion. Auf 200.000 bis 250.000 Euro angesetzt, brachte es sein marktfrisches „Blumenstillleben“ aus dem Jahr 1910 unvermutet auf 640.000 Euro. Damit gewährte ein deutscher Händler nicht nur das Dreifache der Schätzung, sondern bescherte dem Kölner Auktionshaus auch den dritthöchsten Zuschlag auf dem deutschen Auktionsmarkt in dieser Herbstsaison. Taxgerechte 210.000 Euro aus deutscher Sammlerhand blieben zudem für Jawlenskys schlitzäugigen „Mystischen Kopf: Weiblicher Kopf“ von 1917 übrig, und von 40.000 Euro auf 80.000 Euro verdoppelte sich ein spätes Blumenstillleben des Meisters aus dem Jahr 1937. Die Farben sind hier verdüstert, der Pinselstrich ist breit und schwer geworden – typische Altersmerkmale des Künstlers.


Weit abgeschlagen landete Max Liebermann nur auf dem zweiten Platz. Eigentlich hätte seine „Blumenterrasse im Wannseegarten nach Norden“ aus dem Jahr 1919 bei 400.000 bis 450.000 Euro die Zuschlagsliste anführen sollen, doch bereits bei 380.000 Euro endeten die Gebote. Das Ölbild wurde nur unter Vorbehalt vergeben. Mit 330.000 Euro im Rahmen der Schätzung lag dagegen „Die große Seestraße in Wannsee mit Spaziergängern“ wohl von 1920, ebenso die inhaltlich und strukturell ähnliche Kleinstadtimpression „Kirchgang in Laren“ aus dem Jahr 1899 mit 300.000 Euro – eine frühe Auseinandersetzung Liebermanns mit dem Impressionismus.

Eine Zuschlagsquote von rund 48 Prozent am 5. Dezember in Köln dokumentierte reges, aber vor allem auf die Spitzenwerke konzentriertes Interesse der Bieterschar. Preissprünge von Jawlenskys Güte waren die Ausnahme, doch im Mittelfeld gab es davon eine stattliche Reihe. Auf 44.000 Euro verzweifachte sich der Wert von Lyonel Feiningers prismatisch gebrochener Tuschfederzeichnung des kleinen thüringischen Ortes „Taubach“ von 1927. Die gebürtige Polin, später in Paris lebende Mela Muter, die in jüngerer Zeit rege Nachfrage verzeichnete, reüssierte mit einem beidseitig bemalten expressionistischen Bild samt Stadtlandschaft und Strandszene bei 27.000 Euro (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR) genauso wie mit ihrem einfühlsamen Frauenportrait von 1930 bei 30.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR), Heinrich Nauen mit einer fauvistischen Ansicht des „Steinbruchs bei Visé“ aus dem Jahr 1905 bei 42.000 Euro (Taxe 18.000 bis 22.000 EUR), und Emil Orlik, ein weiterer guter, leider in zweiter Reihe stehender Künstler der ersten Jahrhunderthälfte, gab seine „Japanerinnen im Winterkleid“ von circa 1900/02 erst bei 20.000 Euro frei (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Eine Verbesserung auf das Doppelte der Schätzung vollzog zudem Josse Goossens’ selbstbewusstes „Selbstbildnis“ von 1913 mit einem Zuschlag von 12.000 Euro.

Eine Landschaft mit See und Holzbrücke Karl Hofers um 1918/20 musste sich mit 38.000 Euro zufrieden geben (Taxe 40.000 bis 45.000 EUR), während ein Stillleben mit Obstschale von 1933 von 25.000 bis 28.000 Euro auf 40.000 Euro kletterte. Ebenso viel erzielte ein weiteres Blumenstillleben aus dem Jahr 1948 (Taxe 35.000 bis 40.000 EUR). Ein bereits im vergangenen Herbst angetretenes Ölbild Conrad Felixmüllers, „Klotzsche. Spät-Sommer-Abend“ mit Namen und 1918 auf die Rückseite des noch kubistisch inspirierten Kollegenbildnis von Arthur Rudolph aus dem Jahr 1916 gemalt, schaffte nun im zweiten Anlauf den Absprung. Dabei endete das Schlussgebot mit 200.000 Euro dort, wo man es schon damals haben wollte: in der Mitte von 180.000 bis 220.000 Euro. Jetzt waren nur 150.000 bis 170.000 Euro gefordert. Als Repräsentantin des Münchners Expressionismus durfte zum Schluss der Auktion Marianne von Werefkin glänzen: nicht nur mit ihren „Zwei Frauen“ aus dem Theatermilieu um 1908 in Gouache und Tempera für 34.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR), sondern vor allem mit der Mischtechnik „L’Ouvreuse“, der „Platzanweiserin“, um 1909 für stattliche 56.000 Euro (Taxe 30.000 bis 35.000 EUR).

Solide jeweils im Rahmen der Schätzungen schlossen Otto Dix’ Aquarell „Lesende“ von 1922 bei 48.000 Euro, und Emil Noldes Dschunken in der Südsee von 1913 in Aquarell und Tusche bei 38.000 Euro ab. Noldes Aquarell mit einer dichten Nahaufnahme „Roter Blüten“ aus den späten 1920er Jahren setzte sich dagegen erst bei 110.000 Euro ab (Taxe 60.000 bis 70.000 EUR). Auch Max Ackermanns noch figürlicher Frauenhalbakt von 1933 und seine ungegenständliche Formenkomposition „Über den Türmen“ von 1956 lagen mit 10.500 Euro und 18.000 Euro lagen da, wo Lempertz sie bewertet hatte. Max Beckmanns seltene Lithografie „Selbstbildnis mit Katze und Lampe“ aus dem Jahr 1920 spielte 32.000 Euro ein (Taxe 35.000 bis 45.000 EUR) und Josef Mangolds neusachliches „Stillleben mit Vase und Schuh“ 12.000 Euro (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR).

Günstigere Arbeiten oder eher historisch-dokumentarisch interessante Werke wurden verschmäht, wie Lovis Corinths Blick aus dem Berliner Atelier in der Lützowstraße von 1901 mit einem Damenportrait auf der Rückseite (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR), Max Ernsts Illustrationsvorlage für das Vorsatzpapier zu John Russells Monografie über den Surrealisten von 1966 (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR) oder Gabriele Münters „Bildnis Thyra Wallin“ um 1915 (Taxe 70.000 bis 80.000 EUR). Auf 33.000 Euro kam wenigstens Corinths Aquarell eines Regentages am Walchensee (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR) und seine weiß gehöhte Kohlezeichnung einer jungen Frau beim Anziehen der Strümpfe auf 21.000 Euro (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR).

Bereits der Abstraktion der jüngeren Zeit gehörte André Massons Öl- und Sandbild „Les Suppliciés“ von 1961 an. Die vorgesehenen 40.000 Euro wurden von einem Russen vergeben. Künstler anderer Länder waren ansonsten eher spärlich zugegen. Louis Valtats buntes Gartenbild „Le Verger“ um 1930 wurde mit 30.000 Euro nicht besonders spendabel abgespeist (Taxe 50.000 EUR), doch verbesserte sich wenigstens Maurice de Vlamincks geheimnisvoll im Dickicht pastoser Farben verschleiertes „Village“ von 30.000 bis 40.000 Euro auf 45.000 Euro. Sein schwarzgrundiges „Bouquet de fleurs au vase blanc“ kostete 46.000 Euro (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR). Den Höchstpreis warf mit Edouard Vuillards „Pieds-d’alouette et géraniums“ um 1906 bei 115.000 Euro ein weiteres Blumenstillleben der französischen Moderne ab (Taxe 100.000 bis 120.000 EUR).

Ein plötzlich aufsteigender Stern in der Skulpturenabteilung wurde Edmund Kestings farbenfrohes Assemblagerelief mit der Werknummer 24 aus dem Jahr 1924, das die Ideen des Konstruktivismus mittels Alltagsmaterialien umsetzt. Ein Interessent konnte sich hier erst bei 30.000 Euro durchsetzen (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Doch blieb mit Gerhard Marcks’ Bronze einer kleinen Sitzenden im Hemd von 1932 für 52.000 Euro die klassische Skulptur noch an vorderer Stelle – auch dies eine unerwartete Steigerung über die Schätzung von 30.000 bis 35.000 Euro hinweg. Auf der Schwelle zwischen Freiplastik und Relief, ja überhaupt zwischen Skulptur und Architektur bewegt sich Oskar Schlemmers „Bauplastik R“ von 1919. Der posthume Gipsabguss wanderte für 105.000 Euro in eine deutsche Sammlung (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Das Hauptlos der Skulpturen allerdings, Hermann Max Pechsteins archaisierender Bildniskopf Dr. Eduard Plietzsch vermutlich aus dem Jahr 1913 und noch im selben Jahr wahrscheinlich bei Fritz Gurlitt in Berlin ausgestellt, muss dagegen wohl noch einmal antreten (Taxe 100.000 bis 130.000 EUR). Dafür machte sich sein „Blumenstillleben mit chinesischem Buddha“ von 1923/24 mach wiederholtem Auktionsauftritt nun endlich bei 55.000 Euro davon (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR).

Die Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Neumarkt 3

DE-50667 Köln

Telefon:+49 (0221) 92 57 290

Telefax:+49 (0221) 92 57 296

E-Mail: info@lempertz.com



03.01.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Taxe: 30.000 - 35.000 EURO

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