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Stillleben mit Blaudistel und Fruchtschale, 1958 / Karl Schmidt-Rottluff

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Ohne Titel, 1993 / Fred Thieler

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Resultate: Auch bei Sotheby’s in London gab es Rekorde für die Alten Meister

Rettung durch Van Dyck



Anthonis van Dyck, Selbstportrait

Anthonis van Dyck, Selbstportrait

Spitzenstücke als die Retter der Altmeisterauktionen in London – das galt für Christie’s mit seinen 52 Millionen Pfund, die das Trio Rembrandt, Raffael und Domenichino einspielte, ebenso wie einen Tag später für Sotheby’s. Nur dass bei Sotheby’s lediglich einem Los die Ehre zukam, als das einzige herausragende Gemälde allein mehr als die Hälfte des Umsatzes von gut 15 Millionen Pfund einzuheimsen. Anthonis van Dycks Selbstbildnis, das 1640 wenige Monate vor seinem Tod noch einmal stolz, fast herausfordernd aus seinem Oval herausschaut, wurde in einem dann doch unerwartet spannenden und heftigen Bietgefecht erst bei 7,4 Millionen Pfund zugeschlagen. Sieger des Preiskampfes waren der Londoner Kunsthändler Alfred Bader und sein New Yorker Kompagnon Philip Mould. Die Schätzung hatte bei 2 bis 3 Millionen Pfund gelegen. Die Überraschung des Tages war das Los, das sich auf Platz zwei vorschob. Denn Caesar Boëtius van Everdingens Neuentdeckung einer jungen Frau mit großem Hut und kleinem Pflaumenkorb war lediglich auf 50.000 bis 70.000 Pfund angesetzt, wurde jedoch von sechs Bietern heftig umworben und erst bei 1 Million Pfund an einen anonymen Käufer freigegeben. Dies war, ebenso wie der van Dyck, ein neuer Auktionsrekord für Everdingen.


Zu hoch waren dagegen die Forderungen von 4 bis 6 Millionen Pfund für das neu entdeckte Halbportrait einer jungen Dame mit üppiger Pliseekrause, das von Peter Paul Rubens stammen soll – angeblich: Die Unsicherheiten um dieses offensichtlich unvollendet gebliebene Gemälde waren den Sammlern aus aller Welt dann aber doch zu groß. Mit einer Zuschlagsquote von 58 Prozent – 21 der fünfzig angebotenen Lose blieben unverkauft – bewegte sich die Auktion am 9. Dezember ohnehin nicht gerade auf höchstem Niveau. Dabei hatte sie mit einigen recht hohen Zuschlägen gut begonnen: 200.000 Pfund gab es für eine Gottesmutter Maria, die dem Jesusknaben ihre Brust darreicht, aus der Nachfolge Rogier van der Weydens (Taxe 120.000 bis 180.000 GBP), 260.000 Pfund für eine üppig illustrierte Darstellung der Vertreibung der Händler aus dem Tempel durch den erwachsen gewordenen Gottessohn, gemalt im Stil des Hieronymus Bosch (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP), und auf 140.000 Pfund konnte eine elegante Festgesellschaft in einem Schlossgarten bei Spiel und Musik von Sebastian Vrancx ihre obere Schätzung fast verdreifachen, der im Anschluss noch mit den beiden Jahreszeitendarstellungen von Sommer und Herbst bei 120.000 Pfund und 95.000 Pfund reüssierte (Taxen je 100.000 bis 150.000 GBP).

Das Interesse richtete sich auch später überwiegend auf die alten Niederländer. So tangierte Pieter Claesz’ Stillleben mit Muscheln, Pfeifen, Brötchen und allerlei sonstigen, nicht eben bunten Gegenständen die untere Grenze von 200.000 bis 300.000 Pfund. Der ebenfalls eher melancholische Frühstückstisch Jan Davidsz de Heems, bestehend unter anderem aus einer halb abgeschälten Zitrone, ebenfalls Muscheln sowie einigen recht einfachen Gefäßen und datiert 1629, kletterte von 80.000 bis 120.000 Pfund auf 280.000 Pfund. Die Mindesttaxe von 300.000 Pfund schaffte Arent de Gelders derbe Darstellung der Rast auf der Flucht nach Ägypten, in der Maria, Josef und das Jesuskind zu einem grobschlächtigen Bauernpaar mutieren. Mit 125.000 Pfund traf David Teniers’ junges Paar in einer einfachen Schenke genau die Mitte der Schätzgrenzen, Carel Beschey holte mit dem Pendant einer Sommer- und Winterlandschaft mit umfangreicher Figurenstaffage die oberen 120.000 Pfund, und Jacob van Ruisdaels schlichte, bewaldete Dünelandschaft verbesserte sich auf 150.000 Pfund (Taxe 80.000 bis 120.000 GBP).

In der zweiten Auktionshälfte versiegten die Gebote dagegen zusehends. Das betraf vor allem die Italiener, etwa Guido Renis dichte Beobachtung eines bärtigen Heiligen beim Lesen für 300.000 bis 500.000 Pfund, Paolo Domenico Finoglios musikalischer Wettstreit zwischen Pan und dem jugendlichen Apoll (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP) oder Giovanni Battista Tiepolos Bildnis des Schoßhündchens der Infantin Maria Josefa von Bourbon (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP). So kamen nur Pietro Paolinis Portrait einer jungen Dame samt Baumeisterattributen auf 100.000 Pfund (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP) und Pier Francesco Molas Vorstellung einer Sibylle auf 75.000 Pfund (Taxe 60.000 bis 80.000 GBP).

Aber auch die Franzosen mussten zurückstecken. Hier machte lediglich François Boucher lautstark auf sich aufmerksam: Auf 320.000 Pfund schnellte seine en grisaille gemalte alttestamentliche Darstellung von Hagar und Ismael in der Wüste (Taxe 60.000 bis 80.000 GBP). Simon Vouets zum Himmel gewendetes Haupt der Jungfrau Maria spielte wenigstens 75.000 Pfund ein (Taxe 50.000 bis 70.000 GBP) und Hubert Roberts Flusslandschaft samt ruinösem Rundtempel, Kühen, einigen Bauersleuten und einem zeichnenden Künstler 120.000 Pfund (Taxe 120.000 bis 160.000 GBP). Als einziger Österreicher war Franz Christoph Janneck mit einer Festgesellschaft in einem Palastgarten für taxgerechte 100.000 Pfund zugegen. Etwas erfolgreicher schlossen die Engländer die Veranstaltung ab. Samuel Scotts Segelschiff vor Anker im Hafen der Themsemündung erklomm die untere Taxe von 400.000 Pfund ebenso wie Sir Edwin Henry Landseers Rückkehr von der Treibjagd im üppigen Querformat für 800.000 Pfund.

Drei hohe Zuschlagspreise verzeichnete zudem die Tagesauktion am 10. Dezember. Den ersten gab es für Venus in der Schmiede des Vulkan, gearbeitet von Jan Breughel d.J. und der Werkstatt Hendrik van Balens, bei 125.000 Pfund (Taxe 60.000 bis 90.000 GBP). Nummer zwei war ausgerechnet ein blanker Totenschädel, von einem Florentiner Künstler des 16ten Jahrhunderts in eine Nische gemalt und – damit auch jeder merkt, worum es geht – mit „ultimum terribilium mors“ und „respice finem“ beschriftet. 110.000 Pfund waren der Lohn für diese skurrile Vanitas (Taxe 20.000 bis 30.000 GBP). Den dritten, letzten und höchsten hohen Preis erzielte James Seymour mit seinem Pferdeportrait „Sedbury“, das zu den berühmtesten Rennpferden des frühen 18ten Jahrhunderts gehörte. Es lief jetzt erst bei 420.000 Pfund ins Ziel (Taxe 80.000 bis 120.000 GBP).

Die Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Sotheby’s London

34-35 New Bond Street

GB-W1AsAA London

Telefax:+44 (020) 72 93 59 24

Telefon:+44 (020) 72 93 51 84



25.12.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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