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Späte Wiederentdeckung: Die Hamburger Deichtorhallen zeigen das umfangreiche und experimentelle fotografische Werk des New Yorker Künstlerpaars Lillian Bassman und Paul Himmel

Zu zweit durchs 20. Jahrhundert



„Fashion is in my blood.“ Dass ihr die Mode im Blut liegt, begreift jeder, der die feinsinnig in der Dunkelkammer komponierten Aufnahmen der heute 92jährigen Lillian Bassman betrachtet. Die betagte kleine Dame mit der übergroßen schwarzen Brille und den keck zu einem Zopf zusammengebundenen weißen Haaren hat den langen Flug von New York nach Hamburg auf sich genommen, um die Eröffnung der weltweit ersten umfassenden Retrospektive ihres fotografischen Œuvres im Haus der Photographie in den Deichtorhallen mitzuerleben. Genau genommen ist es eine Doppel-Retrospektive. Denn gefeiert wird in Hamburg nicht nur die Wiederentdeckung des Werkes der New Yorker Grafikdesignerin, Art Directorin und künstlerischen Modefotografin, sondern auch die Präsentation der bisher nahezu unbekannten Aufnahmen ihres Mannes Paul Himmel. Als Paul Himmel im Februar dieses Jahres im Alter von 94 Jahren starb, blickte das privat und künstlerisch in enger Verbundenheit lebende Paar auf 77 gemeinsame Jahre zurück.


Lillian Bassman und Paul Himmel entstammen beide russisch-jüdischen Einwandererfamilien. Bereits als Kinder lernten sie sich am Strand von Coney Island kennen. Da war Lillian Bassman sechs Jahre alt und Paul Himmel neun. Wenige Jahre später zogen sie mit Erlaubnis ihrer liberalen Elternhäuser zusammen. 1938 heirateten sie. Paul Himmel begann bereits als 15jähriger zu fotografieren. Das kreative Paar war viel in den Galerien und Museen New Yorks unterwegs – ließ sich von der Malerei Hans Memlings ebenso inspirieren wie von El Grecos manieristischen Figuren.

Lillian Bassman hatte zunächst eine Anstellung als Assistentin des Art Directors bei der Modezeitschrift Harper’s Bazaar. Später wurde sie Art Directorin des Ablegers Junior Bazaar. Hier lernte sie Richard Avedon kennen, der sie ermutigte, selbst als Fotografin zu arbeiten. Lillian Bassman war stets dem Experiment verpflichtet. Ihre Aufnahmen von langgliedrigen, großstädtischen Frauen in schwungvollen Roben zeichnen sich durch auffällige Momente der Inszenierung aus. Mit Langzeitbelichtungen erzeugt sie teils surreal, teils dramatisch wirkende Verwischungen. Sie experimentiert mit Solarisationen und starken Hell-Dunkel-Kontrasten. Das Ergebnis: malerisch wirkende Fotografien – oftmals fast an der Grenze zur Abstraktion.

Ihren Ehemann Paul hingegen zog es nach dem Zweiten Weltkrieg immer wieder nach Europa, das er auf ausgedehnten Reisen mit seiner Rolleiflex erforschte. Sein Kamerablick richtete sich häufig auf das Straßenleben und den Alltag der Menschen in Italien, Portugal, Spanien oder Jugoslawien: Ein schwer bepackter Arbeiter, der die Schlagzeilen an einem Zeitungsstand liest oder Erntehelferinnen in Jugoslawien. Auffallend experimentell hingegen wirken Paul Himmels Aufnahmen, die er 1947 in der Grand Central Station in New York machte. Hektische Bewegungen im Bahnhofsgetümmel fängt er mit Langzeitbelichtung ein. Die meisten Personen sind verwischt, einzelne Unbewegte wirken dagegen als Ruhepol: Die dynamische Bewegung der großstädtischen Szenerie wird so auf virtuose Weise sichtbar gemacht.

Die Hamburger Ausstellung erlaubt zudem Einblicke in die Arbeitsweise des Fotografen. Kontaktbögen mit roten Markierungen zeigen, welche Ausschnitte Himmel für seine Vergrößerungen ausgewählt hat. Paul Himmel beendete seine Karriere als Fotograf Ende der 1960er Jahre, als er nach enttäuschenden Experimenten mit der Farbsolarisation offenbar in einer Sackgasse angelangt war. In seiner zweiten Karriere wurde er dann ein erfolgreicher und bekannter Psychotherapeut.

Auch seine Frau Lillian wollte Ende der 1960er Jahre von der Modefotografie nichts mehr wissen. Das lag unter anderem am neuen Selbstbewusstsein der Models. „Die haben mich krank gemacht“, erzählte sie kürzlich der New York Times. „Die wurden zu Superstars. Das entsprach nicht mehr meiner Vorstellung von Modellen. Die haben Forderungen gestellt, anstatt Anweisungen zu befolgen.“ Sie packte ihre Negative in einen Müllsack und stellte ihn vor die Haustür. Was sie damals nicht wusste: Ihre Nachbarin, die Malerin Helen Frankenthaler, nahm den Müllsack an sich und bewahrte ihn viele Jahre lang auf. Anfang der 1990er Jahre brachte sie ihn ihr zurück. Für Lillian Bassman und die Welt der Fotografie ein absoluter Glücksfall. Sofort begann Bassman, sich wieder in die Dunkelkammer zurückzuziehen und ihre alten Negative mit teils dramatischen Verfremdungseffekten zu bearbeiten. Seit fünf Jahren allerdings hat die alte Dame die Dunkelkammer gegen einen Computer ausgetauscht: Mittlerweile bearbeitet Lillian Bassman ihr Frühwerk ganz souverän mit dem Profiprogramm Photoshop.

Die Ausstellung „Lillian Bassman & Paul Himmel – Die erste Retrospektive“ ist bis zum 21. Februar 2010 zu sehen. Die Deichtorhallen Hamburg haben täglich außer montags zwischen 11 bis 18 Uhr, an Neujahr von 13 bis 18 Uhr geöffnet, Heiligabend und Silvester geschlossen. Der Eintritt beträgt 9 Euro, ermäßigt 6 Euro. Der 418 Seiten starke Katalog ist im Kehrer Verlag erschienen und kostet in der Ausstellung 48 Euro. Zudem wurde eine Edition mit je einem Motiv von Lillian Bassman und Paul Himmel aufgelegt. Die 30 auf 40 Zentimeter großen Silbergelatineabzüge kosten je 650 Euro, beide zusammen 1.000 Euro.

Kontakt:

Deichtorhallen Hamburg

Deichtorstraße 1-2

DE-20095 Hamburg

Telefon:+49 (040) 32 10 30

Telefax:+49 (040) 32 10 32 30

E-Mail: info@deichtorhallen.de



01.12.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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27.11.2009, Lilian Bassman & Paul Himmel - Die erste Retospektive

Bei:


Deichtorhallen Hamburg

Bericht:


Sammler, Stifter und Sponsoren

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Lillian Bassman gestorben

Variabilder:

Lillian Bassman, Born to Dance, Margie Cato, Kleid von Emily
 Wilkins, New York, 1950
Lillian Bassman, Born to Dance, Margie Cato, Kleid von Emily Wilkins, New York, 1950

Variabilder:

Paul Himmel, Grand Central Terminal, 1947
Paul Himmel, Grand Central Terminal, 1947

Variabilder:

Lillian Bassman, ohne Titel (Paul), undatiert
Lillian Bassman, ohne Titel (Paul), undatiert

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Paul Himmel, Familienportrait in Spiegelung, New York, 1950er Jahre
Paul Himmel, Familienportrait in Spiegelung, New York, 1950er Jahre

Variabilder:

Paul Himmel, Auto, solarisiert, 1966
Paul Himmel, Auto, solarisiert, 1966







Lillian Bassman, Born to Dance, Margie Cato, Kleid von Emily Wilkins, New York, 1950

Lillian Bassman, Born to Dance, Margie Cato, Kleid von Emily Wilkins, New York, 1950

Paul Himmel, Grand Central Terminal, 1947

Paul Himmel, Grand Central Terminal, 1947

Lillian Bassman, ohne Titel (Paul), undatiert

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Paul Himmel, Familienportrait in Spiegelung, New York, 1950er Jahre

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Paul Himmel, Auto, solarisiert, 1966

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Vernissageabend der Ausstellung „Lillian Bassman & Paul Himmel – Die erste Retrospektive“

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Lillian Bassman, Titelentwürfe für Harper’s Bazaar, 1949

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Lillian Bassman, A Report to Skeptics, Suzy Parker, 1952

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Lillian Bassman, More Fashion Mileage Per Dress, Barbara Vaughn, Kleid von Ficol, New York, 1956

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Paul Himmel, Ohne Titel (Botticelli Girl/Patricia MacBride), Fire Island, undatiert

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Lillian Bassman besucht ihre Ausstellung

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Paul Himmel, Falling Snow - Boy in Window, New York, 1952

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