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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Alte und Neuere Meister bei Karl & Faber

Denk doch daran, was der Arzt gesagt hat!



Lucas Cranach d.Ä., Die Buße des heiligen Chrysostomus, 1509

Lucas Cranach d.Ä., Die Buße des heiligen Chrysostomus, 1509

Am 4. und 5. Dezember beteiligt sich auch das Münchner Auktionshaus Karl & Faber an dem anstrengenden Reigen der kurz vor Jahresende in dichter Folge stattfindenden Auktionen. Bei den Alten Meistern dominieren wie gewohnt die Arbeiten auf Papier. Ein recht bekanntes Blatt ist Lucas Cranachs Kupferstich „Die Buße des heiligen Chrysostomus“ aus dem Jahr 1509. Ganz im Hintergrund einer wilden Landschaft kriecht der spätere heilige Kirchenvater nackt auf dem Boden umher, während im Vordergrund ebenfalls ganz entblößt die arme Königstochter mit ihrem Kind lagert, die der Erzbischof von Konstantinopel verführt haben soll (Taxe 5.500 bis 6.000 EUR). Albrecht Dürer, auf dessen gut zehn Jahre älteren gleichnamigen Grafik Cranachs Darstellung basiert, ist selbst mit dem Holzschnitt „Die Verlobung Mariens“ aus der Folge „Das Marienleben“ von circa 1504 (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR) oder dem jugendlichen „Fahnenschwinger“, einem Kupferstich um 1501, für 3.000 bis 3.500 Euro vertreten. Rembrandt kommt mit dem nicht so häufig radierten Blatt „Das Lob der Schifffahrt“ von 1633 zum Zuge (Taxe 8.000 bis 9.000 EUR), der große sächsisch-venezianische Vedutenmaler Bernardo Bellotto mit seiner berühmten Radierung des Alten Marktes in Dresden aus dem Jahr 1752 (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR).


Alte Meister

Eine spannende Szene aus Ovids Metamorphosen schildert der Bologneser Lucio Massari auf einer sauber ausgeführten Rötelzeichnung des Manierismus: Götterbote Hermes erblickte einst die Töchter des athenischen Königs Kekrops und verliebte sich sogleich in Herse, die schönste von ihnen. Ihre Schwester Aglauros, zunächst einverstanden mit deren Verbindung, überkam dann doch der Neid auf das Glück der Anderen. Voll Eifer versuchte sie, Hermes den Zutritt in Herses Kammer zu verweigern – und wurde von diesem dadurch bestraft, dass er sie in Stein verwandelte. Der Augenblick der Erstarrung Aglauros’ steht auf Massaris Zeichnung unmittelbar bevor (Taxe 9.000 bis 10.000 EUR).

Andere qualitätvolle Arbeiten auf Papier stammen vorwiegend aus dem 18ten Jahrhundert: Barbara Regina Dietzschs naturgetreue Aufnahme von sechs Eidechsen in Deckfarben und Tempera (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR) und Adrian Zinggs Ansicht der Burg Blankenstein bei Aussig von 1785. Vor einem Jahr lag der Preis noch bei 10.000 bis 12.000 Euro, nun haben ihn Karl & Faber auf 7.000 bis 8.000 Euro reduziert. Noch Günstiger liegen Cosmas Damian Asams Federzeichnung des Kriegsgottes Mars im Puttenkranz (Taxe 900 EUR), Edmé Bouchardons Rötelblatt der an einer Tumba trauernden Justitia (Taxe 1.200 EUR), Jacopo Negrettis flotter und dennoch gekonnter halbseitiger Entwurf für ein Frontispiz (Taxe 3.500 bis 4.000 EUR) und der ein wenig ironisch mit Tusche gezeichnete Reiter nach dem Ausritt von Pieter Cornelisz Verbeeck (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR).

Trotz des grafischen Übergewichts verzeichnen die Gemälde immer noch die teuersten Lose. Gute Chancen auf 30.000 bis 35.000 Euro dürfte sich Hendrik de Clercks Anbetung der Hirten samt Engeln von 1609 ausrechnen. Das unprätentiöse Ölbild, das die nächtliche Szene zu einer bühnenartigen Komposition mit Betonung der verschiedenen Gemütsregungen der Figuren verdichtet, ist nicht nur hervorragend gemalt, sondern steht auch auf der Schwelle vom späten Manierismus zu frühen Barock und kann sich durchaus mit Werken etwa des gleichaltrigen Adam Elsheimer messen. Eine Reitergesellschaft bei der Rast nahm Dirk Maes in einer hügeligen Landschaft auf (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Die lustigen, zum Teil derben Bauern beim „Dreikönigsfest“ sind Gegenstand eines Gemäldes Jan Miense Molenaers (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR).

Kunst 19tes Jahrhundert

Stürmisch beginnt das 19te Jahrhundert mit Andreas Achenbachs Segelboot in aufgewühlter See von 1892 und Albrecht Adams Pferden, die im freien schutzlos einem Gewitter ausgesetzt sind (Taxen zwischen 20.000 bis 25.000 EUR). Doch schon bald kehrt Ruhe ins Karl & Faber-Angebot ein. Lustig spielen zwei Knaben mit einem Kälbchen auf einem beschaulichen Ölgemälde Anton Braiths von 1863 (Taxe 7.000 bis 8.000 EUR). Raffaele Carelli, dessen detailreiche, aber abwechslungsreiche Landschaftsmalerei oftmals hohe Preise erzielt, ist diesmal mit einem kleinem Ölbild auf Papier vertreten, auf dem er 1837 eine Felsenküste mit Fischerbooten bei Neapel wiedergibt (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR). Natürlich ist auch wieder Hausgast Johann Georg von Dillis zu Besuch, unter anderen mit zwei kleinen Ölmalereien: einem einfühlsamen Portrait des königlich-bayerischen Forstwarts Josef Kirchmaier und einer Studie mit Steg im Englischen Garten in München vermutlich am späten Nachmittag für 12.000 bis 15.000 Euro. Vor einem Jahr lag der Preis noch bei 15.000 bis 18.000 Euro.

Mit idyllischen Landschaften ist auch das weitere Gemäldeangebot großteils gefüllt. Heinrich Dreber, gebürtiger Dresdner, verlegte 1855 seinen Wohnsitz endgültig nach Rom. Seine „Wäscherinnen am Fluss“ sind noch immer dem klassizistischen Ideal einer arkadischen Landschaft verhaftet, in der Mensch und Natur eine Einheit bilden (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Einen Blick aus dem Wald auf Bauern bei der Ernte riskiert im Kriegsjahr 1871 der Münchner Carl Ebert. Ein wenig ist er dabei durch die Schule von Barbizon beeinflusst (Taxe 9.000 bis 12.000 EUR). Johann Adam Klein betätigte sich überwiegend als Tiermaler. „Die besten Freunde“ sind bei ihm ein Junge und vier Hunde (Taxe 7.000 bis 8.000 EUR). Bei Ferdinand von Rayski schaut ein zahmer Bock aus seinem Stall. Das Gemälde hing als Leihgabe zeitweise im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg, steht dem Markt aber jetzt für 22.000 bis 24.000 Euro zur Verfügung. Mit sicherem Gespür für Lichtwirkungen schließlich brachte Josef Wenglein eine Kuhherde am Simssee auf die Holztafel. Die gleißende Sonne bricht hier durch bauschige Wolken hindurch und betont stark die Konturen der Natur (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR).

Den Platz der teuersten Papierarbeit teilen sich mehrere Losnummern. Eine davon verzeichnet den Namen Edgar Degas’. Dabei handelt es sich bei dem in Bleistift gezeichneten Akt eines jungen Mannes lediglich um die Wiedergabe einer antiken Antinoos-Skulptur, die der Schüler 1855/56 im Kapitolinischen Museum in Rom studierte. Dennoch soll das etwas zerfledderte Blatt, das schon länger durchs deutsche Auktionswesen geistert, 26.000 bis 28.000 Euro kosten. Den gleichen Preis trägt ein gemäldehaftes Aquarell Wilhelm von Kobells mit einer galoppierenden Reitergruppe in einer Voralpenlandschaft. Unter den Sports- und Jagdfreunden ist auch eine Frau – fast ein wenig ungewöhnlich für die Entstehungszeit des Blattes um 1798. Und als weiße Scherenschnitte auf festem blauem Büttenpapier gestaltete der Romantiker Philipp Otto Runge eine Johannisbeere und eine Mohnblume. Schon von seinen Zeitgenossen wurden diese lyrischen Arbeiten hochgeschätzt, auch jetzt sollte man je 25.000 bis 30.000 Euro einkalkulieren.

In der Kunst des 19ten Jahrhunderts lassen sich ebenfalls einige günstige Entdeckungen machen. Bei den Naturschilderungen gibt Jakob Alt den aquarellierten Blick in ein Tal mit rastendem Wanderer im Vordergrund schon für 3.500 bis 4.000 Euro frei. Der Baseler Zeichner Peter Birmann formt den Wasserfall in Giessen bei Kilchberg noch zu einer arkadischen Landschaft (Taxe 2.000 EUR), während Johann Anton Castell die Rauensteine in der Sächsischen Schweiz auf seiner Bleistiftzeichnung schon als Realist begreift (Taxe 1.200 EUR). Barend Cornelis Koekkoek orientiert sich in seiner mit Sepiafeder ausgeführten Landschaft mit Wanderern vor einem Gehöft und einer Ruine noch vorwiegend an den Alten Meistern (Taxe 1.800 EUR). Für 1.600 Euro gibt es François-Marius Granets noch klassizistisch strenges Tuscheblatt mit der Kirche La Carità in Tivoli, für 2.000 Euro Johann Christian Reinharts Harfe schlagenden Orpheus einsam auf einen Felsblock von 1808, ebenso wie den eleganten jungen Mann, den Carl Constantin Steffeck 1838 mit Kohle aufs braune Papier bannte.

Als Dresdner Romantiker erweist sich Ernst Ferdinand Oehme in seiner nahezu portraithaften Studie eines alten Baumes von 1832 (Taxe 1.000 EUR), sein Sohn Ernst Erwin Oehme malte um 1900 mit Aquarellfarben bildmäßig den Park und die Kirche von Gruna bei Görlitz (Taxe 1.200 EUR). Aus dieser Ecke Deutschlands steuert Albert Venus eine pittoreske Toranlage aus dem alten Meißen von 1870 schon für 300 Euro bei. Auch drei Arbeiten mit Kinderdarstellungen überzeugen durch ihre Innigkeit. Als Studie für das Bild „Der Vetter“ führte Marc Louis Benjamin Vautier d.Ä. zwei Bauernknaben mit weiteren Entwurfskizzen aus (Taxe 2.000 EUR), Franz Napoleon Heigel lässt 1837 in seiner Gouache drei Kinder am Lagerfeuer die Mondnacht erwarten (Taxe 2.000 EUR), und Jakob Fürchtegott Dielmann erfreut uns mit einer stimmungsvollen Szene „Am Wegkreuz“ von 1844 (Taxe 400 EUR).

Das Genre bedient zudem Gustave Roux mit einer Darstellung von Don Quichotte und Sancho Pansa für 400 Euro. Selbst einige malerisch ausgeführte Werke liegen nicht so hoch. Dazu zählen Walter Leistikows aquarellierter Blick aus dem Grunewald auf den See in Abendstimmung von 1908 (Taxe 7.000 bis 8.000 EUR), Horace de Saussures symbolistisches Ölgemälde „Hoffnung“ mit blindem Greis und junger Frau von 1909 (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR), Hans von Bartels’ Gouache „Guten Morgen Vielliebchen“ mit einem trostlosen jungen Paar (Taxe 600 EUR) oder dann Emanuel Spitzers humorvolle Szene eines gutbürgerlichen alten Ehepaars beim Abendbrot unter dem Titel „Denk doch daran, was der Arzt gesagt hat!“ (Taxe 2.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 4. Dezember um 10 Uhr. Die Besichtigung ist noch bis zum 2. Dezember täglich von 9 bis 18 Uhr, am 3. Dezember von 9 bis 12 Uhr möglich.

Kontakt:

Karl & Faber Auktionen

Amiraplatz 3

DE-80333 München

Telefon:+49 (089) 24 22 870

Telefon:+49 (089) 221865

Telefax:+49 (089) 22 83 350

E-Mail: info@karlundfaber.de



01.12.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Raffaele Carelli, Felsenküste mit Fischerbooten bei Neapel, 1837

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