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Theater steht ihm besser: In Hamburg präsentiert sich der geniale Regisseur und Bühnenbildner Robert Wilson jetzt als Videokünstler

Exerzitien der Langsamkeit



Wenn der amerikanische Regisseur, Bühnenbildner und Lichtdesigner Robert Wilson, Jahrgang 1941, irgendwo auf der Welt ein ständig willkommener Gast ist, dann bestimmt in Hamburg. Hier feierte er in den 1990er Jahren mit „Parsifal“ an der Staatsoper und „Black Rider, Alice und Time Rocker“ im Thalia Theater seine größten Bühnentriumphe, und hier hat er wohl auch die treueste Fangemeinde auf der ganzen Welt. Für ein bekanntes Designhotel schuf er eine spektakuläre Lichtinstallation im Atrium. Und selbst seinen 65. Geburtstag feierte der in Texas geborene und in New York lebende Wilson vor einigen Jahren in Hamburg. Jetzt ist Wilson an die Elbe zurückgekehrt. Allerdings nicht als Regisseur sondern – auch das ist eine seiner vielen Rollen – als bildender Künstler. In der Galerie der Gegenwart, vor allem aber in der Sammlung Falckenberg in Hamburg-Harburg, präsentiert Wilson jetzt insgesamt 45 Videoportraits von bekannten Schauspielern, Tänzern, Sportlern und anderen Berühmtheiten. Außerdem sind ein schwarzer Panther, eine Schneeeule und ein Stinktier zu sehen.


Egal ob Tier oder Mensch, Johnny Depp oder Caroline von Monaco, Wilson nähert sich seinen Modellen mit großer Langmut und Ruhe. Seine auf mannshohen, vertikal gehängten Plasmascreens in High-Definition-Technik präsentierten Videos sind weniger erzählerisch als kontemplativ: Da steht Brad Pitt, nur mit einer weißen Boxershorts bekleidet, minutenlang im plätschernden Regen, der Balletttänzer Michail Barischnikow posiert als von Pfeilen durchbohrter heiliger Sebastian vor einer griechischen Säule, und die Queen des New Burlesque, Dita von Teese, sitzt äußerst knapp bekleidet auf einer langsam hin und her schwingenden Schaukel. In den abgedunkelten Räumen der Sammlung Falckenberg sind 40 Monitore auf drei Etagen und entlang der großzügigen Treppen zu sehen. Jeder Monitor verfügt über seinen eigenen Sound.

Alte Weggefährten Wilsons wie Tom Waits oder Lou Reed sind ebenso mit von der Partie wie Beethoven oder Tschaikowski. Ab und zu hört man auch die Stimme des Meisters, wenn er Regieanweisungen gibt. Da die Monitore aber allzu nah beieinander hängen, überlagern sich leider die Sounds: Über der Gesamtinstallation liegt ein sphärischer Dauerton. Willkommen in Robert Wilsons Welt der elegischen Bilder und der traumhaft-surrealen Inszenierungen. Über seine Stillleben, die gar keine echten sind, weil sich die Akteure doch kaum merklich bewegen, sagt Wilson: „Das ist so, als würde man den Blättern eines Baumes im Wind zuschauen oder den Wolken die ganz langsam vorüberziehen. Es sind Stillleben als echtes Leben.“

Auf der Bühne ließ man sich Robert Wilsons moderne Märchen gerne gefallen. Zigtausende von Zuschauern waren hingerissen von seinen poetisch-minimalistischen Bühnenbildern, seinem virtuosen Gebrauch farbigen Lichts und seiner produktiven Zusammenarbeit mit Musikern, Schauspielern und Tänzern. Angekommen im Bereich der bildenden Kunst jedoch, ist Wilson, den die New York Times einst als „avantgardistischsten Bühnenkünstler der Welt“ bezeichnete, nur noch Mainstream. Zu kunsthandwerklich perfekt, bonbonbunt und kitschig sind die meisten seiner jeweils mehrminütigen Inszenierungen, die Farben zu brillant, die Monitore zu groß, die Porträtierten zu sehr Hochadel oder Hollywood, die Idee der bewegten Stillleben zu banal.

Dass Robert Wilson im Rahmen der Eröffnung seiner Hamburger Ausstellung die Medaille für Kunst und Wissenschaft der Freien und Hansestadt Hamburg verliehen wurde, ist angesichts seines Lebenswerks absolut berechtigt. Mit dieser seit 2005 bereits durch die USA, Italien, Spanien, Russland und Brasilien tourenden Wanderausstellung seiner Videoportraits, die er im Auftrag eines amerikanischen Kabel-TV-Senders produziert hat, hätte er um seine größten Fans, die Hamburger, aber besser einen Bogen gemacht.

Die Ausstellung „Robert Wilson: Video Portraits“ ist bis zum 10. Januar 2010 zu sehen. Die Hamburger Kunsthalle hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, am Donnerstag zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Die Sammlung Falckenberg kann nur nach vorheriger Anmeldung besucht werden. Öffentliche Führungen finden jeden Samstag um 15 und 17 Uhr statt. Anmeldung unter 040 – 3250 6762 oder besuch@sammlung-falckenberg.de. Er erscheint kein Katalog.

Hamburger Kunsthalle
Glockengießerwall
D-20095 Hamburg

Telefon: +49 (0)40 – 428 131 200
Telefax: +49 (0)40 – 428 543 409

Kontakt:

Deichtorhallen Hamburg - Sammlung Falckenberg

Wilstorfer Straße 71

DE-21073 Hamburg

Telefon:+49 (040) 32 50 67 62

Telefax:+49 (040) 32 50 67 63

E-Mail: besuch@sammlung-falckenberg.de

www.dissidentusa.squarespace.com/video-portraits/



26.11.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Ideen statt Lärm

Künstler:

Robert Wilson










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