Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 04.05.2019 Auktion 50 • Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts

© Auktionshaus Lehr

Anzeige

Stillleben mit Blaudistel und Fruchtschale, 1958 / Karl Schmidt-Rottluff

Stillleben mit Blaudistel und Fruchtschale, 1958 / Karl Schmidt-Rottluff
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Mädchen mit Katze / Otto Scholderer

Mädchen mit Katze / Otto Scholderer
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Ohne Titel, 1965 / Ernst Wilhelm Nay

Ohne Titel, 1965 / Ernst Wilhelm Nay
© Galerie Neher - Essen


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Ausstellungen

Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Goldgrund, Pomp und Emotionen: Die Ausstellung „Zwischen Himmel und Hölle“ im Bucerius Kunst Forum präsentiert eine geballte Ladung mittelalterlicher Frömmigkeit – und das mitten im protestantisch unterkühlten Hamburg

Bilder als Glaubensangelegenheit



Meister des Hausbuchs, Kalvarienberg, tätig um 1470/1505

Meister des Hausbuchs, Kalvarienberg, tätig um 1470/1505

Seit zehn Jahren gab es in Hamburg keine Ausstellung mehr zur Kunst des Mittelalters. Andachtsbilder, aus Holz geschnitzte Gekreuzigte, Darstellungen der schützenden Maria mit dem Kinde – geht das überhaupt im protestantisch geprägten Norden? Im Bucerius Kunst Forum gibt es jetzt eine geballte Ladung hochkarätiger Kunst aus dem Mittelalter zu Bestaunen. Die neue Ausstellung des Kunsthauses der ZEIT-Stiftung direkt am Hamburger Rathausmarkt trägt den Titel „Zwischen Himmel und Hölle. Die Kunst des Mittelalters von der Gotik bis Baldung Grien“. Sie wird fast ausschließlich mit Leihgaben aus dem Augustinermuseum in Freiburg bestückt. Dieses befindet sich gerade im Umbau. Eine gute Gelegenheit also, die Highlights der Sammlung, die die christliche Kunst vor 1500 aus dem Kulturraum des Oberrheins, also von Straßburg und Colmar über Freiburg und Basel bis in die Bodenseeregion umfasst, in Hamburg zu präsentieren. Vorher wurden die Gemälde, Skulpturen und Reliefs sorgsam restauriert und von einer dicken Schicht aus Ruß, Weihrauch und Staub befreit.


„Man kann die Kunstwerke natürlich vor einem religiösen Hintergrund betrachten“, erläutert Kurator Michael Philipps. „Die Geschichten jedoch, die in den Bildern erzählt werden, und die aus der Überlieferung geboren sind, die sind das kulturelle Erbe auch für säkulare Menschen, die keinen Zugang zur Religion haben. Denn sie gehören zur geistlichen Überlieferung.“ Eines der besonderen Stücke der Ausstellung ist die aus Sandstein gehauene sogenannte „Schutzmantelmadonna“ von 1360/70 eines unbekannten Meisters. Die knapp zwei Meter hohe Figur zeigt die gekrönte Maria in aufrechter Haltung. Unter ihrem beschützenden Mantel sind zwei Dutzend kleine Menschenfiguren in demütiger, teils flehender Haltung versammelt. Die Madonna verkörpert ein Urbild von Schutz und Zuflucht. Die Skulptur wurde für den Turm des Freiburger Münsters in 30 Meter Höhe angefertigt und dort mittlerweile durch eine Kopie ersetzt.

Viele der Exponate sind von starker Emotionalität und Aussagekraft geprägt. Dem meist leseunkundigen mittelalterlichen Menschen wurde über die sakrale Kunst christliche Glaubensinhalte vermittelt. Gleichzeitig wurde er auch mit moralischen Mahnungen konfrontiert. Gutes und Böses, Sünde und Strafe, Himmel und Hölle, die Zehn Gebote oder das Jüngste Gericht: Drastisches Leid wird ebenso thematisiert wie die himmlische Erlösung oder der lebensbegleitende Schutz durch Heilige, die den gläubigen Menschen durch Krankheit und Not leiten. Der Ausstellungstitel deutet dieses Gefangensein zwischen beiden Polen an. Dazu Michael Philipps: „Das Gefühl, zwischen Himmel und Hölle zu stehen, war das Grundgefühl des mittelalterlichen Menschen. Diese Ambivalenz aus Hoffnung und Furcht bestimmte ihr ganzes Dasein und die Intensität der religiösen Praxis mit täglich mehreren Gottesdiensten und einer starken Heiligenverehrung.“

Der Pestheilige Sankt Sebastian wurde im Raum Freiburg stark verehrt. Viele Künstler stellten den nackten, von Pfeilen durchbohrten, an den Baum gefesselten Jüngling dar, konnten sie sich doch so unter dem Deckmäntelchen des Religiösen in der Aktdarstellung üben. Das Relief „Heiliger Sebastian“ um 1500 aus weichem Laubholz ist eine detailgenaue Sebastiansdarstellung in kräftigen Farben mit einer meisterhaft herausgearbeiteten, perspektivisch verblüffenden Stadt- und Landschaftsdarstellung im Bildhintergrund. Es stammt von einem anonymen Meister wahrscheinlich aus dem Elsass.

Der Abschlussraum der Ausstellung widmet sich ganz dem Werk des innovativen Künstlers Hans Baldung Grien, der überwiegend in Freiburg wirkte. Für das dortige Münster schuf er den Hochaltar und einige Glasfenster. Ein Highlight der Hamburger Schau bilden sechs von hinten beleuchtete kostbare Glasfenster. Sie sind jetzt das letzte Mal außerhalb Freiburgs zu sehen. Im Neubau des Augustinermuseums werden fest eingebaut. Vorgestellt werden etwa auch druckgrafische Werke von Grien wie die „Zehn Gebote“ von 1516 und die „Sieben Hauptsünden“ von 1511. Den Abschluss der Ausstellung bildet Baldung Griens Gemäldefragment „Amor mit brennendem Pfeil“ von 1533. Amor ist hier nicht mehr als pausbäckiges Kind dargestellt, sondern richtet seinen triumphierenden Blick, durchaus nicht frei von Boshaftigkeit, verschwörerisch zum Betrachter. Dieses Gemälde markiert den Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit. Bleibt abzuwarten, wie die überwiegend lutherischen Hamburger, die ihren als lästigen Fremdkörper empfundenen gotischen Mariendom bereits 1806 zum Abbruch freigaben, auf Goldgrund, Pracht und Heiligenschein reagieren werden.

Die Ausstellung „Zwischen Himmel und Hölle. Kunst des Mittelalters von der Gotik bis Baldung Grien“ ist bis zum 10. Januar 2010 zu sehen. Das Bucerius Kunst Forum hat täglich von 11 bis 19 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. An Heiligabend bleibt die Ausstellungshalle geschlossen. Der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt 5 Euro, montags den Einheitspreis von 5 Euro. Der Katalog ist im Hirmer Verlag erschienen und kostet in der Ausstellung 24,80 Euro, im Buchhandel 34,80 Euro.

Kontakt:

Bucerius Kunst Forum

Rathausmarkt 2

DE-20095 Hamburg

Telefon:+49 (040) 360 996 0

Telefax:+49 (040) 360 996 36

E-Mail: info@buceriuskunstforum.de



09.11.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


19.09.2009, Zwischen Himmel und Hölle. Kunst des Mittelalters von der Gotik bis Baldung Grien

Bei:


Bucerius Kunst Forum

Variabilder:

Meister des Hausbuchs, Kalvarienberg, tätig um 1470/1505
Meister des Hausbuchs, Kalvarienberg, tätig um 1470/1505

Variabilder:

Hans Baldung Grien, Amor mit brennendem Pfeil, um 1533
Hans Baldung Grien, Amor mit brennendem Pfeil, um 1533

Variabilder:

Hans Baldung Grien, Maria mit dem schlafenden Kind, 151?
Hans Baldung Grien, Maria mit dem schlafenden Kind, 151?

Variabilder:

Hans Baldung Grien, Schmerzensmann, von Maria und Engeln beweint,
 1513
Hans Baldung Grien, Schmerzensmann, von Maria und Engeln beweint, 1513

Variabilder:

Christus auf dem Esel, wohl Oberrhein, um 1350/60
Christus auf dem Esel, wohl Oberrhein, um 1350/60

Variabilder:

Maria mit dem Kind auf der Rasenbank, Oberrhein, um 1470/80
Maria mit dem Kind auf der Rasenbank, Oberrhein, um 1470/80

Variabilder:

Ropstein-Werkstatt, Schmerzensmutter, um 1513/14
Ropstein-Werkstatt, Schmerzensmutter, um 1513/14







Hans Baldung Grien, Amor mit brennendem Pfeil, um 1533

Hans Baldung Grien, Amor mit brennendem Pfeil, um 1533

Hans Baldung Grien, Maria mit dem schlafenden Kind, 151?

Hans Baldung Grien, Maria mit dem schlafenden Kind, 151?

Hans Baldung Grien, Schmerzensmann, von Maria und Engeln beweint, 1513

Hans Baldung Grien, Schmerzensmann, von Maria und Engeln beweint, 1513

Christus auf dem Esel, wohl Oberrhein, um 1350/60

Christus auf dem Esel, wohl Oberrhein, um 1350/60

Maria mit dem Kind auf der Rasenbank, Oberrhein, um 1470/80

Maria mit dem Kind auf der Rasenbank, Oberrhein, um 1470/80

Ropstein-Werkstatt, Schmerzensmutter, um 1513/14

Ropstein-Werkstatt, Schmerzensmutter, um 1513/14




Copyright © '99-'2019
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce