Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 24.09.2019 Auktion 385: Alte Kunst und Schmuck

© Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

Anzeige

Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874 / Hans Thoma
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

Amazone, nach 1906 / Franz von Stuck
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Gegenwartskunst bei Sotheby’s in New York

Büchsentod



Und es geht auch schon wieder weiter im Reigen der großen New Yorker Auktionen. Diesmal mit den Zeitgenossen. Sotheby’s, dem mit Impressionisten und Modernen in der vergangenen Woche ein beachtlicher Erfolg gelang, ist mit der zweiten Runde am 11. November dran. Gelistet sind für die Abendauktion 55 Lose, darunter zwanzig aus der Sammlung von Mary Schiller Myers und Louis S. Myers. Deren teuerste Nummern, und zugleich zwei der teuersten während der ganzen Veranstaltung, kommen von Willem de Kooning. Der niederländisch-amerikanische Maler hatte sich zuletzt auf den Londoner und New Yorker Auktionen etwas rar gemacht. Jetzt aber sind mit der fleischigen Bronze „Large Torso“, 1974 als eines von insgesamt neun Exemplaren entstanden, und dem Ölbild „Untitled XV“ aus dem Jahr 1977 zwei kapitale Werke zu haben, mit denen der späte de Kooning eindrucksvoll an die Anfänge seiner abstrakt-expressionistischen Malerei der 1940er Jahre anknüpft. Die Schätzungen liegen zwischen 4 und 7 Millionen Dollar.


Die Sammlung Myers verzeichnet daneben vor allem Künstler etwas abseits der in Europa eingetretenen Pfade. So William Baziotes mit einer surreal anmutenden „Jungle Night“ von 1953 für 250.000 bis 350.000 Dollar sowie den japanisch-amerikanischen Künstler und Designer Isamu Noguchi, der mit der Aluminiumplastik „Strange Bird“ und dem spärlich bearbeiteten Granitblock auf einem Holzgestell „Basin and Range“ von 1981 gleich zwei Arbeiten für jeweils 400.000 bis 600.000 Dollar zur Verfügung stellt. Alice Neel ist höchst selten einmal im „Evening Sale“ zu Gast. Von ihr stammt das Doppelportrait „Jackie Curtis and Rita Red“ aus dem Jahr 1970 (Taxe 400.000 bis 500.000 USD). Noch eine Künstlerin: Germaine Richier, die sich 1948 mit ihrer etwas unterlebensgroße Bronzeskulptur „La feuille“ eigentlich gegen den Trend fürs Figurale interessierte (Taxe 250.000 bis 350.000 USD). Ein Meister des Minimalismus wie Donald Judd fand auf andere Weise seinen unverwechselbaren Stil. Auch in der regelmäßigen Gliederung seines unbetitelten Wandobjektes aus Kupfer von 1970 blieb er dem Wesen seiner Kunst treu, ja wiederholte eigentlich lediglich eine Komposition, deren Wirkung er schon in anderen Materialien erprobt hatte (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen USD).

Als hätte man sich verabredet, ist ein Großteil der Künstler dieser Sammlung in den 1920er Jahren geboren. Viele von ihnen vertreten, wie de Kooning, die Richtung des abstrakten, nicht immer freilich ungegenständlichen Expressionismus: Der 1926 geborene Leon Kossoff mit einer aufgerauten Ansicht von „Dalston Lane Spring 1974 No. 2“ (Taxe 250.000 bis 350.000 USD), der 1921 geborene Karel Appel mit einer ebenso schrundigen „Femme et enfante“ von 1953 (Taxe 300.000 bis 400.000 USD) und die 1925 geborene Joan Mitchell mit der schwarzen Verdichtung „First Cypress“ von 1964 für 1 bis 1,5 Millionen Dollar. Auch die etwas ältere Lee Krasner mit seiner rasanten, ornamentalen Ölmalerei über Papiercollage namens „Twelve Hour Crossing, March Twenty-First“ von 1981 (Taxe 400.000 bis 500.000 EUR) und Adolph Gottliebs ruhigeres „Crescendo“ von 1960 für 700.000 bis 900.000 Dollar gehören in diese Reihe. Alex Katz’ ölglattes, figuratives Gruppenbildnis „Nabil’s Loft“ von 1976 wirkt da fast wie ein Außenseiter (Taxe 200.000 bis 300.000 USD).

Auch Andy Warhol, bei den Londoner Zeitgenossenauktionen ebenfalls kurz abgetaucht, ist im regulären New Yorker Programm wieder da. Eine Leinwand, 1962 mit „200 One Dollar Bills“ bedruckt – das sollte doch eigentlich für 8 bis 12 Millionen Dollar reichen. Das Werk gehört zu den frühesten Siebdrucken des Meisters. Auf der Auktion wird es schätzpreislich von keiner anderen Position übertroffen. Materialistisch geht es bei Warhol weiter mit der sicheren Feder-, Filzstift- und Grafitzeichnung einer „Roll of Dollar Bills“ ebenfalls von 1962 (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD). Von ihm stammen diesmal außerdem der mit Acryl übergangene Siebdruck „Self-Portrait“ in Rot, Grün und Lila von 1965 (Taxe 1 bis 1,5 Millionen Dollar), der künstlerische Kommentar eines „Tunafish Disaster“, der sich 1963 vornehmlich in einer Vergrößerung des Corpus delicti und seiner beiden weiblichen Opfer äußert (Taxe 1,5 bis 2 Millionen USD), und ein abstraktes piss painting, vornehm „Diamond Dust Oxidation Painting“ genannt, von 1978 (Taxe 350.000 bis 550.000 USD).

Ein schönes, von Ordinärem ebenso wie von Zynischem freies Werk ist David Hockneys „California Art Collector“, eine frühe Hommage an den Lebensstil der dem jungen Engländer im Entstehungsjahr 1964 noch recht fremden Amerikaner. Auch der in seinem Gesamtwerk so obligate Swimmingpool ist im Hintergrund anzutreffen. Zu Recht sieht die Forschung in dem Bild, dessen Hauptbestandteil eine rosa Laube mit einer darin sitzenden Sammlerin ist, auch eine Reminiszenz an die Malerei der Florentiner Frührenaissance (Taxe 5 bis 7 Millionen USD). Einen Blick in die Kunstgeschichte wagt auch Jasper Johns 1957 mit seinen wie in Beton eingegrabenen „Gray Numbers“. Es erinnert in seiner schachbrettartigen Struktur an die Werke der frühen Konkreten Kunst, etwa Piet Mondrians, kennzeichnet aber zugleich auch das Wesen des Minimalismus, das dem Künstler nicht ganz fremd ist. Vor sechs Jahren bei Christie’s in New York für 4,7 Millionen Dollar zugeschlagen, soll die in Enkaustik bearbeitete, nicht besonders große Leinwand jetzt 5 bis 7 Millionen Dollar kosten.

Doch es bleibt nicht bei dieser edlen Haltung. Mit Jeff Koons sind wir bald wieder in den Niederungen menschlicher Obsessionen angekommen. Kaum einer der jüngeren Künstler betrieb die Selbstvermarktung so schonungslos und zugleich so souverän wie Koons. Berühmt geworden ist er nicht zuletzt durch seine wilde Ehe mit der skandalumwitterten Sexdarstellerin Ilona Staller. Beide präsentieren sie sich ungeniert in eindeutiger Pose in der Ölgrafik „Ilona on Top“. Das Werk war 1990 Teil der Installation „Jeff and Ilona (Made in Heaven)“ auf der Biennale in Venedig. Im Mittelpunkt des Raumes stand damals eine große Porzellanplastik, darum herum waren die sechs jeweils acht mal zwölf Fuß, also in der Breite rund 365 Zentimeter messenden Leinwände aufgehängt (Taxe 2 bis 3 Millionen USD). Ironischerweise folgt direkt auf dieses junge Glamourpaar ein „Old couple“ des jungen John Currin aus dem Jahr 1993 (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen USD). Gemeine Geheimnisse dürften sich hinter Richard Prince’ „Doctor’s Nurse“ von 2002 verbergen (Taxe 1 bis 1,5 Millionen USD).

Wie schon in der Sammlung Myers entstammen viele Werke den abstrakten Tendenzen der Nachkriegszeit jenseits des Teiches. Joan Mitchell ist noch einmal mit zwei ihrer bisweilen riesigen Farbkompositionen für bis zu 3,5 Millionen zugegen, Mark Rothko schickt die kleine Farbfeldmalerei „Orange, Red, Orange“ aus den frühen 1960er Jahren für 2 bis 3 Millionen Dollar, und sogar Jackson Pollock darf es mal mit einer kleinen Tuschespritzerei ohne Titel von circa 1951 bei 1 bis 1,5 Millionen Dollar versuchen. Die Variante der französischen Kunst dieser Richtung vertritt Jean-Paul Riopelle mit der flirrend kleinteiligen Ölmalerei „Filets Frontière“ aus dem Jahr 1951 (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen USD). Jean Dubuffet schlug dagegen eine andere Kunstsprache ein. Seine „Trinité-Champs-Elysées“ von 1961 wirkt kindlich, entschlackt von jeglicher Bildung und damit umso ursprünglicher und eindrücklicher. 4 bis 6 Millionen Dollar stehen hier auf dem Etikett.

Da sich Gerhard Richter zur Abendauktion nicht eingefunden hat, müssen Anselm Kiefers monumentale materialreiche „Ausgießung“ von 1986/91 (Taxe 700.000 bis 900.000 USD) und Sigmar Polkes Kombination aus Rasterbild und Zeichnung „Opiumraucher“ von 1983 die Repräsentation deutscher Künstler übernehmen (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen USD). Für Spanien tut dies Juan Muñoz mit der Gruppe „Five Seated Figures“ von 1996. Teil der in ihrer humoristischen, aber auch kühlen Art für Muñoz typischen Installation ist ein Spiegel, in dem sich die Konferenz selber bespiegeln kann (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen USD). Die größte Leuchtkraft entfaltet Bruce Nauman in seiner bunten Neonröhreninstallation „Violins Violence Silence“ aus den frühen 1980er Jahren. 2,5 bis 3,5 Millionen Dollar soll sie kosten. Da kann Dan Flavin mit seinem symmetrischen „Monument for V. Tatlin“ in reinem Weiß aus dem Jahr 1969 nicht ganz mithalten (Taxe 600.000 bis 800.000 USD). Zurück zu den Wurzeln der Skulptur begibt sich Anish Kapoors spiegelblank polierter Stahlkoloss „Turning the World Upside Down #4“ von 1998 (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen USD).

Das Angebot in den Tagesauktionen am nachfolgenden Donnerstag ist noch einmal gewaltig. Viele der Namen zumal jüngerer Künstler, die man vielleicht in der Abendauktion vermisst hat, tauchen erst hier auf: Cecily Brown mit expressiven „Figures in a Garden“ in noch erkennbaren Posen von 2003 (Taxe 400.000 bis 600.000 USD), Damien Hirst mit einem neuesten rosa Schmetterlingsbild namens „Fun Lovin’“ von 2008 (Taxe 450.000 bis 650.000 USD), Ed Ruscha mit dem nachtblauen Breitband „1981 – Future“ (Taxe 400.000 bis 600.000 USD), Richard Serra, dessen minimalistisches plastisches Werk seinen Niederschlag in der fast komplett eingeschwärzten Papierarbeit „St. Louis I“ von 1982 fand (Taxe 250.000 bis 350.000 USD), und Frank Stella, der die gleiche Kunstrichtung, wenn auch symmetrisch befangen, unter anderem in den rot-blau-gelben Farbskalen von „Bampur“ 1966 praktiziert (Taxe 200.000 bis 300.000 USD).

Der ganz eigenen Ästhetik Wayne Thiebauds, eines dezidierten Gegenständlers mit starken Verbindungen zur Pop Art, kann man gleich mehrmals folgen. Unbestrittener Höhepunkt ist aber seine „Supine Woman“, die schachmatt und erledigt von ihrer Rolle als Büro- und Hausfrau seit 1963 in den Himmel starrt (Taxe 700.000 bis 900.000 USD). Der späte Robert Rauschenberg hat, wie schon am Abend zuvor, hier ebenfalls einen kleinen Auftritt mit der Fotocollage „Foot Not [Anagram (A Pun)]“ von 1997 (Taxe 250.000 bis 450.000 USD). Gerhard Richter-Fans dürfen sich jetzt freuen: auf sein kleines Abstraktes Bild Nummer 889-4 in Rotgrün von 2004 für 350.000 bis 550.000 Euro. Eva Hesse hat als 20jährige ebenfalls abstrakt gemalt. Eine unbetitelte Leinwand, farbenfrohe Leinwand lässt eine Erinnerung an eine Landschaft wach werden (Taxe 200.000 bis 300.000 USD).

Schwelgen kann man zudem noch einmal in der Sammlung Myers. Auch hier dominiert Abstrakt-Expressives der älteren Schule: Ad Reinhardts frühes buntes „Abstract Painting No. 11“ von 1943 (Taxe 150.000 bis 200.000 USD), Hans Hofmanns geometrisch gefestigteres „L’objet“ von 1950 (Taxe 250.000 bis 350.000 USD) und rot glühendes „Flaming Nucleus“ von 1962 (Taxe 300.000 bis 400.000 USD) oder Helen Frankenthalers Erinnerung an „Tuscany“ von 1963 – um nur Einige zu nennen. Dass die Myers aber auch dezidiert gegenständlichen Positionen gesammelt haben, machen etwa Alfred Leslies Kartenlegerin „Instant Pictures“ von 1981 (Taxe 25.000 bis 30.000 USD) oder im Skulpturalen Katsura Funakoshis Männerbüste „Schwarzer Berg“ von 1994 (Taxe 100.000 bis 150.000 USD) oder Claes Oldenburgs bekannte Vergrößerung „Typewriter Eraser“ von 1977 deutlich (Taxe 300.000 bis 400.000 USD).

Die Nachmittagsauktion beginnt mit einer wunderbaren Fotografieserie aus dem Besitz des Kunstsammlers Martin Z. Margulies. Darunter sind Arbeiten von Andreas Gursky, Thomas Struth, John Baldessari, Bernd und Hilla Becher sowie fernöstlicher Künstler, allen voran eine systemkritische Arbeit des Chinesen Zhang Huan aus neun Teilen unter dem Titel „Family Tree“ von 2001 (Taxe 180.000 bis 220.000 USD). Hier kommt jetzt die jüngere Künstlergeneration der Dreißig- und Vierzigjährigen zum Zuge. Richard Phillips führt die Kunst der glätten und schönen Oberfläche 1998 in dem Gemälde „Girl and Mirror“ fort (Taxe 100.000 bis 150.000 USD). Kelley Walker greift auf vorhandenes Bildmaterial aus der Presse zurück und verfremdet es wie in „Black Star Press (Rotated 180 Degrees); Star“ durch Drehen und aufgeschüttete Farbpfützen (Taxe 150.000 bis 200.000 USD).

Jin Meyerson schwelgt 2005/06 in „Raft“ in einem Motivfetzenreichtum, der sich ums Segeln für Reiche und Flüchtlinge dreht (Taxe 60.000 bis 80.000 USD). Dan Attoe bezieht sich in seinem Neonröhrenbild „War“ auf Nauman, ruft aber direkter zum gesellschaftspolitischen Einsatz auf (Taxe 15.000 bis 20.000 USD). Torben Giehler bleibt in seinem Gemälde „Definitely Maybe“ lieber distanziert abstrakt (Taxe 12.000 bis 18.000 USD). Als Weiterführung der Pop Art präsentiert Tom Sachs die lustige Menükarte der Cateringfirma „Hooters“, groß gedruckt auf einem Sperrholzparavent (Taxe 100.000 bis 150.000 USD). Als Sprachbildhauer tritt Jenny Holzer mit dem beschrifteten Marmortisch „Selections from Truisms: A single event...“ von 1999 in Erscheinung (Taxe 250.000 bis 350.000 USD).

Kontakt:

Sotheby’s New York

1334 York Avenue (at 72nd Street)

US-NY 10021 New York

Telefon:+1 (212) 606 70 00

Telefax:+1 (212) 606 71 07



07.11.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


11.11.2009, Contemporary Art Evening Auction

Veranstaltung vom:


12.11.2009, Contemporary Art Day Auction

Bei:


Sotheby's

Bericht:


Her mit den Dollarscheinen!










Copyright © '99-'2019
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce