Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 02.12.2017 Kunstauktion 2. Dezember 2017

© Auktionshaus Stahl

Anzeige

Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach

Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von  Stuck

Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von Stuck
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner
© Galerie Neher - Essen


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Ausstellungen

Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Wuppertal zeigt Claude Monet quer durch alle Schaffensphasen in einer sehenswerten Retrospektive

Neubeginn der Malerei



Claude Monet, Seerosenteich, Spiegelung von Trauerweiden, 1916/19

Claude Monet, Seerosenteich, Spiegelung von Trauerweiden, 1916/19

Bilder von Claude Monet sind omipräsent. Von der Kunstliteratur bis zur Postkarte, vom Geschenkpapier bis zum Poster, überall finden sich seine Motive. Längst gehören sie zu den Inkunabeln liebreizender Künste. Umso mehr mag es überraschen, dass es in Deutschland noch nie eine umfassende Retrospektive gab, die alle Abschnitte und Facetten des Klassenprimus unter den Impressionisten vorstellt. Bisher standen lediglich Einzelaspekte im Fokus, zuletzt die „Felder im Frühling“, präsentiert 2006 von der Staatsgalerie Stuttgart. Bedingt durch einen Ringtausch ergab sich für das Wuppertaler Von der Heydt-Museum die Chance, als Gegenleistung für bedeutende expressionistische Gemälde rund 30 Werke Claude Monets aus dem Pariser Musée Marmottan ins Bergische Land zu holen. Zusammen mit drei Gemälden des hauseigenen Bestandes sowie vielen weiteren Leihgaben aus 40 hochkarätigen Kollektionen bietet sich hier erstmals ein fulminanter Überblick. Er versammelt 101 meisterliche Gemälde aus insgesamt rund 2000, die uns Claude Monet hinterlassen hat.


1873 malt Claude Monet das Bild „Impression – soleil levant“ (Sonnenaufgang), das er um ein Jahr vordatiert. 1874 stellt er es im Pariser Atelier des Fotografen Nadar aus, zusammen mit Arbeiten von Pierre-Auguste Renoir, Edgar Degas, Alfred Sisley, Paul Cézanne und weiteren innovativen Kollegen. Die Ausstellung wirkt skandalös. Sie wird als Affront gegen das Ausstellungssystem der Salons mit ihren akademisch-großbürgerlichen Gepräge aufgefasst. Die Malweisen der jungen Künstler befremden durch aufgehellte Töne, kurzen, pastosen Stichen oder Tupfern. Die Sujets tauchen im flirrenden Licht ab. Der gefürchtete Kunstkritiker Louis Leroy verspottet im Bezug auf Monets Bild die Künstler als „Impressionisten“. Unwillentlich ist Monet der Namensgeber einer neuen künstlerischen Bewegung. Das maßgebliche Gemälde jedoch wird niemals vom Musée Marmottan ausgeliehen und findet sich daher auch nicht in Wuppertal.

Der elf Säle umfassende Parcours ist chronologisch angelegt. Er startet und endet mit Monets kunsthistorisch bedeutenden Epochenwerken, den Seerosenbildern. Ein oval geschwungener Saal stellt den Wallfahrtsort aller Monet-Fans nach, die Rotunde der Pariser Orangerie. Die tapetengroßen Seerosengemälde, das erste Environment in der Kunstgeschichte, ersetzen in Wuppertal Großfotografien. Beiseite gestellt sind die Anfänge: Karikaturen, Zeichnungen aus den Jahren um 1858, die der junge Künstler für bis zu 20 Francs verkauft.

Claude Monet, der 1840 in Paris als Sohn eines Kolonialwarenhändlers das Licht der Welt erblickt, zieht im Jahr 1845 mit der Familie nach Le Havre. Auf einer Privatschule erlernt er hier zwischen 1851 und 1856 das Zeichnen. Ab 1856 darf er seine Erstlingsarbeiten im Schaufenster eines Rahmenhändlers der nordfranzösischen Hafenstadt ausstellen. 1858 trifft er den Landschaftsmaler Eugène Boudin, der ihm die Freilichtmalerei beibringt. Um 1860 vervollständigen Studien an der freien Académie Suisse in Paris seine Profession. Hier trifft er auf Camille Pissarro. Ab 1862, nach dem krankheitsbedingten Ausscheiden aus der Armee, verdingt er sich als selbständiger Maler. Motive bieten sich im Wald von Fontainebleau, an der Küste der Normandie oder die Marine.

In den ersten Sälen führen Werke von Zeitgenossen, Vorbildern und Freunden in das zeitliche wie malerische Umfeld ein. Die industrielle Veränderung der Welt, Einblicke in die Arbeitswelt, Landschaften von Eugène Boudin, Johan Barthold Jongkind, Jean-Baptiste Camille Corot, Gustave Courbet, Charles-François Daubigny gesellen sich darunter. Frühe Gemälde Monets schließen sich an, zunächst noch beeinflusst vom strengen Akademiestil in abgedunkelten Farben und der Schule von Barbizon. Schon um 1860 entfernt er sich von Plastizität und Schattensetzung, spielt mit Flächen innerhalb scharf umrissener Formen, verfeinert die Töne. Jeder Strich oder Fleck erhält eine autarke Kraft, die Farbe beginnt über das Licht zu dominieren. Die um 1870/71 entstandene Ansicht des Strandes von Trouville führt überdeutlich die aufgehellte Farbpalette in lockerer Gelöstheit vor Augen.

Es folgen Landschaftsmotive der Gegend um Argenteuil, wo Claude Monet 1871 ein Haus mietet, sowie ein separater Saal mit Ansichten von Vétheuil. Leuchtende Obstgärten, Wiesen, Flussläufe signalisieren die landschaftlich idyllische Lage des Dorfes an der Seine, in das der Maler 1878 umzieht. Ihm geht es jetzt nur noch darum, mittels seiner Malkunst den unmittelbaren Natureindruck eines flüchtigen Augenblicks zu fixieren. Augenfällig sind die Korrespondenzen zu Vincent van Goghs Blumenfeldern mit Windmühlen.

In der zweiten Hälfte der 1880er Jahre beschreitet Monet völlig neue Wege in der Form serieller Malerei. Aus dem Interesse an wechselnden wetter- und lichtbedingten Erscheinungsformen malt er die selben Motive zu unterschiedlichen Tages- oder Jahreszeiten. Anschaulich kann man in der Ausstellung die Wandlungen von Lichtverhältnissen und Stimmungen nachvollziehen. Ansichten des Flusses Creuse, Variationen rauer zerklüfteter Felsformationen an der Belle-Île, Pappelreihen am Flüsschen Epte oder die um 1890 datierte Serie der Heu- und Getreideschober mit deren ausgreifenden Schattenwürfen. Die Begegnung mit Monets Heuballen auf einer „französischen“ Ausstellung in Moskau des Jahres 1895 beeinflusst Wassily Kandinsky nachhaltig. Das Nichterkennen der flirrenden Motive inspiriert ihn intensiv, abstrakte Bilder ohne konkret greifbare Gegenstände zu gestalten. Doch bis es soweit ist, vergehen noch rund zwei Jahrzehnte.

Eindrucksvoll gestaltet sich in Wuppertal die Aufreihung dreier Varianten der Kathedrale von Rouen, von denen weltweit 30 verstreut sind. Dessen Portal taucht in Morgenstimmung bläulich, tagsüber rotgelblich und zur Abendzeit grau schattiert auf. Bis zur Absolutsetzung der malerischen Mittel ist es nicht mehr weit, betrachtet man die in überaus pastosen Farbaufspachtelungen sich fast völlig auflösenden Konturen der in den Jahren zwischen 1892 bis 1894 gestalteten Kathedralserie oder auch die verschwimmenden, nur noch schemenhaft erahnbaren Umrisse der Londoner Parlamentsarchitektur im Glanz der Sonne. Die drei ebenfalls nebeneinander platzierten Gemälde aus den Jahren 1903 bis 1905 stammen aus einer grandiosen Serie, die 84 Versionen umfasst. In Wuppertal ist das Parlamentsgebäude in Gewitterstimmung, im Nebel und in den Spiegelungen der Themse zu erleben.

Seit 1870/71 wird Monet vom Galeristen Paul Durand-Ruel vertreten. Dieser geht 1882 in die USA und organisiert in New York Ausstellungen impressionistischer Maler. Damit steigt auch Monets Erfolg schnell an. Die gesicherten finanziellen Verhältnisse erlauben 1883 den Umzug in das 300 Seelen große Dorf Giverny 60 Kilometer nördlich von Paris. Die zweiten 43 Jahre seines Lebens verbringt er hier bis zu seinem Tod 1926. Die Garten- und Wiesenlandschaften halten viele von Monet favorisierte Sujets bereit. 1890 kann er das angemietete Anwesen erwerben, das er kurz darauf durch Zukäufe erweitert. Der vorbeifließende Bach Epte gestattet die Anlage eines Wassergartens mit Seerosenteich und japanischer Brücke. Dies beflügelt Monet zu den Seerosenbildern, seiner wohl berühmtesten Werkgruppe.

In der Flucht der Enfilade hängt das 1899 geschaffene Bild mit der Brücke über den Seerosenteich, das aus dem New Yorker Metropolitan Museum den Weg nach Wuppertal fand. Es lenkt in den letzten, ausschließlich von Nymphéas beherrschten Saal. So sehr dieser Zyklus des Spätwerkes flüchtig wie spielerisch konzipiert erscheint, so präzise durchdacht verbirgt sich ein streng austariertes, idealisiertes Konstruktionsprinzip dahinter. Gärtner mussten die Seerosen nach genauen Anweisungen des Malers immer wieder neu arrangieren. Magisch verschwimmen die vielen blauen, violetten, blaugrünen Töne vor den Augen der Betrachter. Was ist Wasseroberfläche, was ist Wassertiefe, wo liegt der Himmel mag sich mancher fragen. Merkwürdige Kippeffekte tragen zu einer Endgrenzung der Bilder bei, oben und unten lösen sich auf. Genau sie stellen die größte Leistung Monets dar. Barnett Newman, Sam Francis, Ellsworth Kelly oder Mark Rothko scheinen plötzlich nicht mehr allzu fern.

Die Ausstellung „Monet“ ist noch bis zum 28. Februar 2010 zu besichtigen. Das Von der Heydt-Museum ist täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 10 Euro. Zur Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog erschienen, der an der Museumskasse 25 Euro kostet, ferner eine DVD für 15 Euro.

Kontakt:

Von der Heydt-Museum

Turmhof 8

DE-42103 Wuppertal

Telefon:+49 (0202) 56 36 23 1

Telefax:+49 (0202) 56 38 09 1

E-Mail: von-der-heydt-museum@stadt.wuppertal.de

www.monet-ausstellung.de



03.11.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 18

Seiten: 1  •  2

Events (1)Adressen (1)Berichte (4)Variabilder (10)Künstler (1)Im Verkauf - Events (1)

Veranstaltung vom:


11.10.2009, Monet

Bei:


Von der Heydt-Museum

Bericht:


Gerhard Finckh bleibt Museumschef in Wuppertal

Bericht:


Ein Künstler zwischen Boheme und Bourgeoisie

Bericht:


Bielefeld widmet sich dem deutschen Impressionismus

Bericht:


Lichtzauber zum 20. Geburtstag

Variabilder:

Claude Monet, Die roten Boote – Argenteuil, 1875
Claude Monet, Die roten Boote – Argenteuil, 1875

Variabilder:

Claude Monet, Seerosenteich, Spiegelung von Trauerweiden, 1916/19
Claude Monet, Seerosenteich, Spiegelung von Trauerweiden, 1916/19

Variabilder:

Claude Monet in seinem Garten in Giverny, 1895
Claude Monet in seinem Garten in Giverny, 1895







Claude Monet, Die roten Boote – Argenteuil, 1875

Claude Monet, Die roten Boote – Argenteuil, 1875

Claude Monet in seinem Garten in Giverny, 1895

Claude Monet in seinem Garten in Giverny, 1895

Claude Monet, Am Strand von Trouville, 1870/71

Claude Monet, Am Strand von Trouville, 1870/71

Claude Monet, Der Seerosenteich – linker Teil, 1917/19

Claude Monet, Der Seerosenteich – linker Teil, 1917/19

Claude Monet, Seerosen, 1915

Claude Monet, Seerosen, 1915

Claude Monet, Spaziergang bei Argenteuil, 1873

Claude Monet, Spaziergang bei Argenteuil, 1873

Claude Monet, Getreideschober im Spätsommer – Morgenstimmung, 1891

Claude Monet, Getreideschober im Spätsommer – Morgenstimmung, 1891

Claude Monet, Brücke über den Seerosenteich, 1899

Claude Monet, Brücke über den Seerosenteich, 1899

Claude Monet, Pappeln an der Epte, 1891

Claude Monet, Pappeln an der Epte, 1891




Copyright © '99-'2017
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce