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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Die Auktion von Impressionisten und Moderne bei Sotheby’s ist trotz Krise immer noch von beeindruckender Qualitätsfülle

Lauter Hüte



Man wundert sich nicht, dass das materielle Gesamtvolumen der Impressionisten- und Moderneauktion bei Sotheby’s in New York gegenüber der Herbstauktion 2008 deutlich, um fast zwei Drittel, zurückgegangen ist. Erstaunlich wirkt im Gegenteil eben doch noch die stattliche Schar an Gemälden und Skulpturen, die sich trotz aller Krisenstimmung zur Abendauktion am 4. November eingefunden hat und zu Recht gelegentlich auch Erwartungen von zweistelligen Millionenpreisen weckt. 68 Losnummern listet der Katalog, etwas über 100 Millionen Dollar sollen sie insgesamt einspielen, was immerhin einem Durchschnittspreis von rund 1,5 bis 1,6 Millionen Dollar entspricht.


Bewährte Altstars der New Yorker Abendauktionen stehen ganz oben auf der Preisliste. Alberto Giacometti geht mit einer seiner grazil-labilen Bronzekörper an den Start, „L’homme qui chavire“ aus dem Jahr 1950 in einer von sechs Ausführungen 1951. Ein ganz ähnliches Werk nach einem Entwurf von 1947, ebenfalls eines von sechs Exemplaren, erzielte im Mai 2007 bei Christie’s 16,5 Millionen Dollar, damals freilich zu Hochzeiten des Marktgeschehens. Jetzt gibt sich Sotheby’s mit einer Schätzung von 8 bis 12 Millionen Dollar vergleichsweise bescheiden. Für jeweils 1,5 bis 2 Millionen Dollar stehen von Alberto Giacometti weiters eine Büste des Bruders Diego von 1961 und noch mal eine Männerbüste, diesmal 1964/65 allerdings in Öl gemalt, zur Verfügung.

Den gleichen Schätzbetrag wie Giacomettis Toplos trägt Pablo Picassos „Buste d’homme“, entstanden in einem Akt impulsiver Malerei am 15. Oktober 1969. Vergleichbar ist dieser Mann mit Hut und einigen altertümlichen Attributen beispielsweise dem „Homme à l’Epée“, der im vergangenen Juni bei Sotheby’s in London 6,2 Millionen Pfund erreichte, oder dem „Mousquetaire à la pipe“ von 1968 für 13 Millionen Dollar im Mai bei Christie’s. Mit 8 bis 12 Millionen Dollar rangiert das vorliegende, knapp zwei Meter hohe Bildnis also im traditionell hohen Wertbereich dieser manischen Spätwerke des Meisters. Picasso stellt mit acht Losnummern im Übrigen den größten Anteil an der Auktion, darunter das Kinderbildnis seines gerade zwei Jahre alt gewordenen Sohnes Claude vom 9. Juni 1949 (Taxe 5 bis 7 Millionen USD) und das Portrait seiner zeitweiligen Geliebten Françoise Gilot als „Femme au chapeau vert“ von 1947 (Taxe 4 bis 6 Millionen USD).

Weitere herausragende Werke der klassischen Moderne französischer Herkunft sind Fernand Légers blockhafte „Les trois musiciens“ von 1932 (Taxe 2 bis 3 Millionen USD) und Joan Mirós abstrakt-surreale „Femme, oiseau“ von 1972 (Taxe 3 bis 4 Millionen USD). Platz drei der Auktion belegt – dies zumindest ist nicht alltäglich – Kees van Dongen. Sein „Jeune Arabe“ entstand 1910 während eines Aufenthalts des Künstlers in Nordafrika. In seiner reduzierten Formensprache und der unmittelbaren Konfrontation von halb entkleidetem Modell und Betrachter ist es ein klassisches Produkt aus der expressionistischen Phase des Künstlers (Taxe 7 bis 10 Millionen USD). Nebenbei gibt es sein kleineres Ölbild „Nu au chapeau noir“, also wieder eine hutbekleidete Dame, die um 1906 noch deutlicher vom malerischen Impressionismus beeinflusst ist als ihr junger Kollege aus den arabischen Ländern (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen USD).

Die Italiener, denen bei den Zeitgenossen in London ein eigener Katalog zugebilligt worden war, rücken bei den Modernen in New York zurück ins Glied. Amedeo Modiglianis lebensunfrohes Frauenbildnis „La Fantesca“ von 1915 ist hier zu nennen (Taxe 3,5 bis 5 Millionen USD), ferner zwei Pferdebildnisse Marino Marinis, einmal als „Grande teatro“ 1958/60 in Öl und einmal als „Cavaliere“ mit gekappten Beinen und Armen in einer Bronze von 1951 (Taxen je 700.000 bis 900.000 USD), sowie von Giorgio de Chirico eine maschinistische Interpretation von „Ettore e Andromaca“ aus den 1920er Jahren (Taxe 1,8 bis 2,5 Millionen USD).

Für französischen Impressionismus zeichnet zu einem Gutteil derjenige Sammler und Galerist verantwortlich, der sie schon im Paris des späten 19ten und frühen 20sten Jahrhunderts einem breiten Publikum zugänglich gemacht hat: Paul Durand-Ruel. Im Besitz seiner Nachfahren befand sich seit den Lebzeiten der jeweiligen Künstler bis heute ununterbrochen eine Folge von sechs Gemälden, ein weiteres, Alfred Sisleys beschaulich-stille „La Seine à Argenteuil“ von etwa 1870, kam erst 1938 hinzu und ist daher in seiner bei Sammlern so begehrten Marktfrische etwas beeinträchtigt (Taxe 1,5 bis 2 Millionen USD). So stehen also Camille Pissarros „Le pont Boieldieu et la garde d’Orléans, Rouen, Soleil“ von 1898 (Taxe 2 bis 3 Millionen USD) und sein winterlicher Blick auf den Tuilerienpark mit dem Pavillon de Flore von 1899 (Taxe 1,25 bis 1,85 Millionen USD) erstmals seit über einem Jahrhundert wieder zur Disposition. Die drei Gemälde von Pierre-Auguste Renoir, „Baigneuse“ von 1893 (Taxe 700.000 bis 1 Millionen USD), „Nature morte aux pommes et poires“ von 1890 (Taxe 350.000 bis 450.000 USD) und „Femme au chapeau blanc“ von 1892 (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD), waren sogar nie öffentlich ausgestellt, letztere beiden nicht einmal publiziert.

Einige andere Werke wurden dagegen erst vor nicht allzu langer Zeit versteigert, so Odilon Redons „Fleurs“ von etwa 1905 im Mai 2006 bei Sotheby’s für 800.000 Dollar (Taxe 600.000 bis 800.000 USD) und Edgar Degas’ Rennreiter „Avant la course“ aus den 1880er Jahren im Mai 2004 ebenfalls im hiesigen Haus für 3,9 Millionen Dollar. Nun sollen 4 bis 6 Millionen Dollar dabei herausspringen. Einen deutlichen Zugewinn erhofft sich der Einlieferer von Claude Monets dichtem Blumenbild „Clématites“ aus dem Jahr 1887. Vor elf Jahren hat er es in London für 600.000 Pfund, umgerechnet gut 1 Million Dollar, ersteigert, nun will er es für 2,5 bis 3,5 Millionen Dollar wieder abstoßen. Auch Spanien steuert etwas Passendes bei: Joaquín Sorolla y Bastidas „La Siesta en el jardin“ von 1904 für 1,8 bis 2,5 Millionen Dollar. Die Abkehr vom klassischen Impressionismus vollzieht dagegen André Derains tupfenartig aufgebautes Gemälde „Barques au port de Colloiure“ von circa 1905, mit 6 bis 8 Millionen Dollar eines der Hauptwerke der Auktion. Ein Jahr jünger ist Raoul Dufys fauvistische „Promenade sur la Jetée“ mit eleganten Personen (Taxe 1 bis 1,5 Millionen USD). Noch aufgewühlter und expressionistischer schildert Chaïm Soutine um 1920 die „Paysage de Gréolières“ (Taxe 800.000 bis 1.200.000 USD).

Den wichtigsten Beitrag zur Kunst aus Deutschland leistet die Sammlung des amerikanischen Psychiaters Arthur M. Sackler in Form von Wassily Kandinskys abstrakter Komposition „Krass und mild“ aus dem Jahr 1932, ein Musterbeispiel der verspielten, von jeglicher ästhetischen Dogmatik freien Spätkunst des ehemaligen „Blauen Reiter“- und späteren Bauhauskünstlers. 6 bis 8 Millionen Dollar soll das mittelgroße Ölbild kosten. „Flatterhaft“ wirkt eine ein Jahr zuvor entstandene Öl- und Temperamalerei vor allem wegen des irisierenden Kreideuntergrundes (Taxe 1 bis 1,5 Millionen USD). Den Expressionismus vertritt Emil Nolde mit einem seiner charakteristischen Blumenbilder in Öl. Der glühende „Üppige Garten“ wirkt wie der frohgemute Neuanfang nach schwerer Zeit, entstand es doch im Kriegsendjahr 1945 (Taxe 2 bis 3 Millionen USD). Künstlerisches Vorbild für Nolde war Edvard Munch, der 1917 zwei weibliche Akte sich gegenüber sitzend konfrontiert (Taxe 1,25 bis 1,75 Millionen USD).

Gut zweihundert weitere Werke versammelt die Tagesauktion am 5. November, auch dies ein Querschnitt durch die europäische Kunst seit dem späten 19ten Jahrhundert. Gustave Caillebottes unscheinbare „Prarie au pont d’Argenteuil“ aus den 1880er Jahren (Taxe 300.000 bis 400.000 USD) sowie einige neoimpressionistische Arbeiten wie Henri Martins „Le pont de Labastide-du-Vert“ (Taxe 200.000 bis 300.000 USD) und Théo van Rysselberghes um 1887 in der Theaterloge sitzende aufmerksame „Madame Edmond Picard“ (Taxe 400.000 bis 600.000 USD) sind erwähnenswerte französische Arbeiten der älteren Künstler. Die jüngere Generation repräsentieren Albert Marquet mit seinen „Voiliers à Sète“ von 1924 (Taxe 400.000 bis 600.000 USD), Jean Metzinger mit dem kubistischen Stillleben „Cafetière, deux bouteilles et salade“ von 1921 aus der Sackler-Sammlung (Taxe 120.000 bis 180.000 USD), Louis Valtats Feldblumenstrauß in grüner Vase von 1917 (Taxe 50.000 bis 70.000 USD) und der junge Robert Delaunay mit seinem „Arc en ciel“, entstanden farbenfroh und schon fast gegenstandslos im September 1914 (Taxe 350.000 bis 450.000 USD).

Stärker als die deutschen Künstler – im oberen Bereich rangieren lediglich Gabriele Münters Landschaft mit Einödhof um 1914 (Taxe 500.000 bis 800.000 USD) sowie eine abstrakte Komposition des hierzulande noch immer weitgehend unbekannten, jenseits des Ozeans aber durchaus geschätzten Rudolf Bauer von 1918 (Taxe 150.000 bis 200.000 USD) – ist die österreichische Kunst vertreten. So durch eines der seltenen frühen Portraits Oskar Kokoschkas, „Hugo Schmidt“ von 1911 (Taxe 100.000 bis 150.000 USD), sowie zwei Zeichnungen Egon Schieles für bis zu 250.000 Dollar. Die wichtigsten plastischen Arbeiten sind Henri Laurens’ deformierte „L’Aurore“ von 1944 (Taxe 350.000 bis 500.000 USD), Camille Claudels symbolistische „La valse (deuxième version)“ von 1895 (Taxe 300.000 bis 500.000 USD), Aristide Maillols kopflose „La nymphe“ von 1930 (Taxe 500.000 bis 700.000 USD), Rembrandt Bugattis kraftstrotzender „Léopard marchant“ von 1911 (Taxe 350.000 bis 450.000 USD) und Lynn Chadwicks kantiges „Sitting couple“ bereits aus dem Jahr 1990 für geschätzte 300.000 bis 400.000 Dollar.

Kontakt:

Sotheby’s New York

1334 York Avenue (at 72nd Street)

US-NY 10021 New York

Telefon:+1 (212) 606 70 00

Telefax:+1 (212) 606 71 07



31.10.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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