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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Erfolge mit moderner Kunst, Misserfolge mit Design bei Nagel in Stuttgart

Frauenteppich nicht willkommen



Lovis Corinth, Kind zu Pferd, 1920

Lovis Corinth, Kind zu Pferd, 1920

Das heterogene, von einigen Höhen gekennzeichnete Angebot moderner Kunst bei Nagel stieß am 17. Oktober in Stuttgart wieder auf eine bieterfreundliche Kundschaft. Mehr als die Hälfte der rund 730 Losnummern fand einen Abnehmer, eingerechnet die unter Vorbehalt zugeschlagenen Objekte waren es sogar rund 60 Prozent. Teil II listete die teuren Kostbarkeiten. Eine der ersten war Max Ackermanns blautönige titellose Farbfeldmalerei aus dem Jahr 1964, schon vom Künstler selbst als unverkäuflich hochgeschätzt. Sie bestätigte mit 33.000 Euro souverän die hohen Ansprüche (Taxe 25.000 EUR). Bald darauf folgte der expressive Karton „Kind zu Pferd“ von Lovis Corinth aus dem Jahr 1920: 40.000 Euro bedeuteten den zweiten Platz der Rangliste (Taxe 35.000 EUR). Dicht dahinter lag mit 36.000 Euro ein attraktives Tuschfederaquarell Lyonel Feiningers, das eines seiner filigranen, flächig komponierten Segelschiffe auf dem Meer von 1935 zeigt (Taxe 25.000 EUR).


Jeweils 30.000 Euro kamen bei einem Margeriten-Aquarell Edouard Manets um 1880 (Taxe 30.000 EUR) und einer nächtlichen Stadtlandschaft mit Kirche und Friedhof Arnold Topps aus dem Jahr 1917 heraus. Letzteres Gemälde, ein beeindruckendes Zeugnis des erst neuerdings wieder ins Rampenlicht rückenden Künstlers auf der Schnittstelle zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion, war erst kürzlich wiederentdeckt und lediglich mit 10.000 Euro bewertet worden. Der deutsche Expressionismus avancierte mit Emil Noldes Aquarell „Zwei Männer im Profil“ auch zum Star der Auktion. Mit nur 22.000 Euro veranschlagt, landete das kleine Blatt, das stark an die Frühphase des kurzzeitigen „Brücke“-Künstlers erinnert und zu den sogenannten „Ungemalten“ Bildern während Noldes Malverbots 1938/45 gehört, schließlich bei starken 57.000 Euro.

Auch kleinere Arbeiten wurden honoriert, darunter einige mit französischer Affinität: Lucien Adrions um 1930 im Stil des Impressionismus gemalte Seineansicht in Paris mit Eiffelturm im Hintergrund für 6.000 Euro (Taxe 5.500 EUR), eine quirlige Pariser Straßenszene des gebürtigen Letten Ludolf Liberts’ für 10.000 Euro (Taxe 3.000 EUR) und Paul Signacs aquarellierte Bleistiftzeichnung „Vue de Paimpol“ von 1925 für 9.000 Euro (Taxe 8.000 EUR). Überraschend auch die 9.000 Euro, die der 1977 jung verstorbene Kroate Miljenko Stancic mit seiner in Öl gemalten Traumvision eines verlassenen Dorfes erzielte, durch das ein Mann mit seinem Hund wandelt. Auf dem Etikett hatten 1.900 Euro gestanden. Eine Ansicht vom Lago Maggiore aus dem Jahr 1937 und ein Blumenstillleben der Zeit um 1928, beides spätimpressionistische Arbeiten Manfred Henningers, kosteten 4.500 und 2.200 Euro (Taxen 1.500 und 2.300 EUR).

Unter den Skulpturen sicherte sich Jakob Wilhelm Fehrles dunkel im Bronzeton patinierte Eichenholzfigur „Renate“ aus dem Jahr 1959 die veranschlagten 6.000 Euro. Jeweils 8.000 Euro spielten die beiden in geschichteten Acrylcollagen in Plexiglaskästen ein, die Ferdinand Kriwet in den 1970er Jahren als Ausdruck einer stark textuell orientierten Kunstrichtung schuf (Taxen je 5.000 EUR). Von 1.600 auf 4.000 Euro erhöhte sich der Wert einer unbetitelten Abstraktion des heuer verstorbenen Rudolf Schoofs aus dem Jahr 1996. Manches exotische, dabei aber qualitativ etwas disparate Werk erntete dagegen eher Achselzucken. André Brasiliers teppichartige Malerei „3 jeunes femmes sur l’arbre“ à la Gauguin, 1966 mit rund einem halben Jahrhundert Verspätung entstanden, stoppte bereits bei 7.000 Euro, nicht einmal die Hälfte der Schätzung. Eine unbetitelte Abstraktion Georg Meistermanns aus dem Jahr 1986 in Blau-Weiß mit mehrfarbigen Unterschichten sowie Wladimir Nikolajewitsch Nemuchins verspätete Konstruktion „Interieur Nr. 3“ von 1991 scheiterten ebenfalls an jeweils 15.000 Euro, und auch für eine späte Kringelgouache Ernst Wilhelm Nays von 1962 hatte niemand 28.000 Euro übrig.

Die ganz großen Bietgefechte gab es in Teil I mit den kleinen, überwiegend dreistelligen Preisen nicht. Einige vierstellige Beträge mussten aber doch entrichtet werden, so für zwei südländische Stadtimpressionen Eduard Bargheers in Aquarell 1.000 und 1.600 Euro. Ein streng geometrisch aufgefasstes „Kaufhaus-Objekt Lichtschalter elox“ Rolf Glasmeiers von 1973 kam auf 1.200 Euro, ein freundlicher „Blick von der Fuchsrainhütte zum Burgholz“ Felix Hollenbergs von 1915 auf 1.400 Euro, Adolf Hölzels sich verkapselnde figürliche Komposition als Kohlezeichnung auf 1.110 Euro und eine weitere Pariser Straßenszene Jean Constant Raymond Renefers, diesmal mit Blick auf die Kathedrale Notre Dame, auf 1.200 Euro. Komplett abgesetzt wurde eine Sammlung Grafiken, Malereien und Zeichnungen des im vergangenen Jahr gestorbenen K.R.H. Sonderborg, mit einer 1963 entstandenen Acrylmalerei ohne Titel für 2.400 Euro als Höhepunkt.

Ein weniger glückliches Händchen hatte Nagel allerdings mit seiner ersten Spezialauktion Design. Nur rund ein Sechstel der circa 340 Losnummern konnte sicher vergeben werden. Zuviel Nippes hatte sich unter die zum Teil hochkarätigen Möbel und Einrichtungsgegenstände geschlichen, etwa die hundert Vasenobjekte aus der Serie „100 % make-up“, die Alessandro Mendini 1989/92 durch verschiedene Künstler anfertigen und dann vervielfältigen ließ. Nur wenige dieser dekorativen Stücke wurden übernommen. Den Höchstpreis erreichte gleich zu Auktionsbeginn ein dreiteiliges Art Déco-Ameublement der englischen Firma Epstein Co., bestehend aus zwei Sesseln und einem Sofa. 6.000 Euro zahlte ein Bieter für das elegante Ensemble (Taxe 4.000 EUR). Ein Satz von sechs Stühlen nach Entwurf Arne Jacobsens um 1955, hier in einer wenig späteren Ausführung von Fritz Hansen, schaffte 2.600 Euro (Taxe 1.800 EUR), und eine gleich große Gruppe von Holzstühlen Massimo Scolaris um 1990 kam auf taxgerechte 3.000 Euro.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Nagel Auktionen

Neckarstraße 189-191

DE-70190 Stuttgart

Telefax:+49 (0711) 649 69 696

Telefon:+49 (0711) 64 96 90

E-Mail: contact@auction.de



29.10.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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