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Der Bremer Maler Norbert Schwontkowski wird mit einer Abschiedsausstellung an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg geehrt. Nach fünfjähriger Lehrtätigkeit zieht es ihn nun häufiger in die Ferne

Produktive Langeweile im Nirgendwo



Auf einem der neuen Gemälde Norbert Schwontkowskis ist die „Art Academy“ als eine Mischung aus Holzschuppen und Arche Noah mit einem Wellblechdach und schwarzen Bullaugen dargestellt. Auf dem Dach ist ein eiförmiges UFO gelandet, von links lugt etwas scheu eine Art Antilope hervor. Die Kunstakademie in Hamburg – das ist der Ort, an dem der Bremer Maler fünf Jahre lang gelehrt hat. Und dies überaus erfolgreich. Seine Klasse formte er zu einer eingeschworenen Gemeinschaft, die gemeinsam Ausstellungen auf die Beine stellte wie im letzten Winter in der Städtischen Galerie Delmenhorst die Gruppenausstellung mit dem schönen Titel „Ein Pferd frisst keinen Gurkensalat“. Gleich mehrere Schwontkowski-Schüler stellen mittlerweile in der renommierten Hamburger Produzentengalerie aus, die ersten haben bereits den Sprung nach New York geschafft.


Norbert Schwontkowski hat sich jetzt von der Hochschule für bildende Künste (HFBK) verabschiedet. Er kündigte seine unbegrenzte Professur, um sich wieder mehr seiner eigenen Kunst zu widmen. Vor allem aber plant er, ausgedehnte Reisen zu unternehmen. „Es reizt mich, dass man sich selber hingibt auf Reisen und Langweile aushält“, sagt Schwontkowski. Er ist gerade 60 Jahre alt geworden und möchte sich einfach die Freiheit nehmen, das unbestimmte Sich-Treiben-Lassen, losgelöst von bürokratischen Fesseln und festgezurrtem Terminplan, mal wieder auszuleben. An so unterschiedlichen Orten wie Neapel, New York, Los Angeles, Auckland, Tahiti und Sydney erwarten ihn in nächster Zeit Ausstellungseröffnungen, intensive Arbeitsphasen in Druckwerkstätten und in Ateliers auf Zeit, aber auch Phasen des Nachdenkens, der Alltagsbeobachtungen und der Notizen am Rande. „An solchen Orten fange ich dann an, für mich zu schreiben“, sagt er.

Diese Art von literarischen Notizen hält dann Einzug in sein Werk. Satzfragmente, Namen und kleine Textbotschaften tauchen immer wieder auf Schwontkowskis Bildern auf. „Ich schreibe so ähnlich wie ich male, und ich male so ähnlich wie ich schreibe“, so Schwontkowski. Als Abschiedsgeschenk hat die HFBK dem scheidenden Professor in der Hochschulgalerie eine nur wenige Tage dauernde Einzelausstellung eingerichtet. Zu sehen sind rund ein Dutzend klein- und großformatige Bilder. Auf dem 2001 entstandenen Gemälde „Wie die Herde zusammenhalten – wie den Tieren die Wolle nehmen“ ist ein ganz und gar in einen grauen Umhang gehüllter Schäfer zu sehen, der von seiner Herde umringt ist. Die Schäflein tragen die Namen berühmter Maler wie Francisco de Goya, Giotto, Jan van Eyck oder Rembrandt. Die melancholisch-kontemplative Atmosphäre dieses alten Motivs der Schäferidylle wird bei Norbert Schwontkowski durch die Markierung der Schafe mit den kunstgeschichtlich bedeutsamen Namen ironisch aufgebrochen. Der Titel des Gemäldes ist auch der Titel der gesamten Ausstellung und kann als literarisch-lakonische Reflexion über die Lehrtätigkeit an einer Kunstakademie gelesen werden.

Auch Schiffe tragen bekanntermaßen Namen. Schwontkowski taufte sie kurzerhand auf die Namen berühmter Dichter. Auf dem Gemälde „Auf Reede III“ von 2003 sind schlanke, kreuzende Frachter zu sehen, keine klobigen modernen Containerschiffe, sondern elegante Schiffsformen, wie man sie aus früheren Zeiten kennt. Sie tragen Namen wie Dostojewski, Dante oder Victor Hugo. Weltliteratur verbindet sich hier mit dem Sehnsuchtsmotiv des Fahrens auf den Weltmeeren. Die Fracht der Schiffe scheint kein profanes Handelsgut zu sein, sondern geistiges Kulturgut oder Bildungsnahrung. Auch dem Denkenden und Schreibenden steht die ganze Welt offen.

Für Norbert Schwontkowski steht als nächstes die Eröffnung seiner Einzelausstellung in der Galerie Raucci/Santamaria in Neapel auf dem Programm. Seine Hochschulklasse hat der Berliner Künstler Anselm Reyle übernommen. Schwontkowski geht im Frieden und in gutem Einvernehmen und blickt keineswegs im Zorn zurück auf die letzten fünf Jahre an der Hamburger Kunstakademie. Auch er hat von dem intensiven Austausch mit seinen Studenten profitiert: „Vieles von dem jugendlichen Leichtsinn, den ich auch einmal hatte, ist mir dort wieder entgegen gekommen. Ich finde, das ist eine sehr gute Kraft. Das war ein Gegenprogramm gegen das Älterwerden und Erstarren.“

Die Ausstellung „Wie die Herde zusammenhalten – wie den Tieren die Wolle nehmen. Ausstellung zum Abschied von Prof. Norbert Schwontkowski“ ist bis zum 17. Oktober zu sehen. Die Galerie der HFBK hat täglich außer sonntags von 16 bis 18 Uhr, samstags von 14 bis 16 Uhr geöffnet.

Kontakt:

Hochschule für bildende Künste Hamburg

Lerchenfeld 2

DE-22081 Hamburg

Telefon:+49 (040) 428 989 205

Telefax:+49 (040) 428 989 206

E-Mail: presse@hfbk-hamburg.de



16.10.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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