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Ergebnisse: Schweizer Kunst bei Christie’s

Die Macht erhabener Berge



Ferdinand Hodler, Eiger, Mönch und Jungfrau von Beatenberg aus, 1910

Ferdinand Hodler, Eiger, Mönch und Jungfrau von Beatenberg aus, 1910

Ferdinand Hodler hat es wieder einmal geschafft. Mit seinen stilisierten Landschaftsrhythmen hat er sich fest im Herz der Eidgenossen verankert und bezaubert auch manchen Sammler aus dem Ausland. Das konnte er in der Auktion „Schweizer Kunst“ bei Christie’s wieder einmal unter Beweis stellen. Hodler trat dort mit der 1910 gemalten Sicht auf „Eiger, Mönch und Jungfrau von Beatenberg aus“ in Erscheinung. Ohne dass er dem Menschen oder seinen Kulturäußerungen einen Beitrag zugestehen würde, lässt er die Dreiheit der Berggipfel majestätisch in den Himmel aufragen. Monumental schichten sich die Farben auf dem größten Gemälde einer Serie von fünf Bergwelten, die Hodler 1910 von Beatenberg aus festhielt. Lukas Gloor, Direktor der Züricher Sammlung Bührle, sieht gerade in solchen Alpenlandschaften den Grund dafür, dass „Hodler noch heute unbestrittenermassen als der Schweizer Maler von nationaler Bedeutung gilt“. So war ihm denn auch der erste Platz in der Versteigerung beschieden. Zwar kamen mit dem Zuschlag von 3,5 Millionen Franken die Erwartungen von 4 bis 6 Millionen Franken nicht ganz zusammen, doch gehört das Bild immer noch zu den teuersten Werken Hodlers und notiert so hoch wie zu besseren Zeiten auf dem Kunstmarkt.


Ferdinand Hodler belegte auch den zweiten Platz der Auktion. Dafür musste ein Schweizer Privatsammler die in der Natur tänzelnde „Femme joyeuse“ von 1909 – eine Darstellung von Holders Geliebter Valentine Godé-Darel – opfern, die sich wie das Bergbild ebenfalls seit 1938 in Familienbesitz befand und bis dato nicht mehr das internationale Auktionsparkett betreten hatte. Auch hier fehlten 500.000 Franken, um die untere Schätzgrenze von 3 Millionen Franken einzustellen. Hodler konnte das Defizit aber ausgleichen. Zuerst schoss das frühe Gemälde „Der kleine Fischer“ von etwa 1879 auf 420.000 Franken (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR), dann legte sein „Selbstbildnis“ um 1912 mit Schlaglicht von rechts bei 1 Million Franken nach. Hier standen nur 250.000 bis 350.000 Franken auf dem Etikett. Nun gilt es als das teuerste Selbstportrait des allseits geliebten Schweizers.

Mit einer losbezogenen Verkaufsquote von knapp 80 Prozent, nach Wert sogar von 96 Prozent, und einem Bruttoumsatz von 16,3 Millionen Franken konnte Christie’s die Versteigerung in Zürich erfolgreich abschließen und die Bilanz vom Dezember 2008 verdoppeln. „Dieses Auktionsergebnis zeugt von einem stetigen Interesse an Schweizer Kunst, vor allem für Werke der besten Qualität und die frisch auf den Markt gekommen sind. Christie’s konnte heute Abend zahlreiche neue Kunden begrüssen und freut sich, vier neue Auktionsrekorde aufgestellt zu haben“, kommentiert Hans-Peter Keller, Spezialist für Schweizer Kunst bei Christie’s, die Auktion vom 21. September. Die ließen sich etwa von Giovanni Giacomettis „Mattino d’inverno“ von 1914 begeistern. Dieses verloren geglaubte Werk stellt die Aussicht vom Haus des Künstlers in Stampa auf den Piz Duan an einem Wintermorgen dar und wurde zum Doppelten der oberen Taxe bei 1,8 Millionen Franken verkauft. Auch sein kräftiges Bildnis eines Bauern ließ die Schätzung von 130.000 bis 150.000 Franken locker hinter sich und ging erst bei 240.000 Franken in Schweizer Privatbesitz über. Sein farbintensives Aquarell des „Piz del Forno“ von 1909 folgte bei guten 45.000 Franken (Taxe 25.000 bis 35.000 SFR).

Der dritte Schweizer Künstler der klassischen Moderne, über den sich die Bieter freuten, war Félix Vallotton. Er war ebenfalls mit mehreren Werken vertreten, worunter sich der lange, mit Zypressen bestandene Treppenaufgang zum Kloster San Francesco del Monte bei Perugia am besten präsentierte. Vallotton fertigte das Gemälde Ende September 1913 bei einem Urlaub mit seiner Frau Gabrielle in der umbrischen Hauptstadt. Obwohl es im Werkverzeichnis unter der falschen Bezeichnung als Konvent San Marco gelistet ist, spendierten die Käufer hier 680.000 Franken (Taxe 300.000 bis 500.000 SFR). Sein Pariser Seebild „L’île du lac Saint-James“ mit zwei einsamen Schwänen gestaltete Vallotton 1922 ebenfalls in seiner typischen kühl-distanzierten Malweise. Hierfür sprangen aber nur 185.000 Franken heraus (Taxe 200.000 bis 300.000 SFR). Für sein Frauenbildnis einer „Martiniquaise“ von 1915 waren es dann taxgerechte 160.000 Franken, für die „Femme lisant à la fenêtre“ von 1904 gute 55.000 Franken (Taxe 35.000 bis 45.000 SFR). Auch sein reiches grafisches Werk wurde fast vollständig übernommen, darunter der posthume Holzschnitt „Le Mont-Blanc“ von 1892 bei 9.500 Franken (Taxe 5.500 bis 7.000 SFR) und sechsteilige Folge zur Weltausstellung von Paris des Jahres 1900 bei erwarteten 18.000 Franken. Nur seine zwölf Spielkartenentwürfe zu einem Wettbewerb der Zeitschrift „L’Art décoratif“ von 1898 wollte bei 120.000 bis 180.000 Franken niemand haben.

Daneben traten aus der klassischen Moderne etwa noch Cuno Amiet mit einem schlichten Garten im Frühling von 1928 bei 30.000 Franken (Taxe 20.000 bis 25.000 SFR), Marius Borgeaud mit „Le fumoir“, dem Rauchsalon des Hotels Lecadre in der Bretagne von 1912, zur unteren Taxe von 50.000 Franken, Walter Helbig mit einer Holder nahe stehenden Sicht auf den Piz Platta mit dem schneebedeckten Piz Plavna Dadaint von 1909 zum neuen Auktionsrekord von 70.000 Franken (Taxe 30.000 bis 50.000 SFR) oder Alice Bailly mit ihrer Tuschestudie zu „Marval au Bal van Dongen“ von 1914 bei 8.600 Franken in Erscheinung (Taxe 3.000 bis 4.000 SFR). Für Albert Schmidt, der symbolhafte Menschenbilder in flächiger Malweise schuf, gab es einen weiteren Spitzenpreis. Seine „Mère et enfant“ von etwa 1917 belegen nun mit 70.000 Franken die erste Position in seinem Auktionsranking (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR).

Aber auch die älteren Meister trugen zum positiven Resultat der Auktion bei. Gut absetzten konnte Johann Heinrich Füssli seine drei unheimlichen Visionen: „Fairy Mab“ von 1793 und das „Schweigen“ einer Mutter mit ihren beiden Kindern in der dunklen Stube, die beide dem 47teiligen Gemäldezyklus zu John Miltons epischer Dichtung „Das verlorene Paradies“ angehören, bei 180.000 Franken und 150.000 Franken (Taxen zwischen 180.000 und 300.000 SFR) und die etwas heitere „Vision des Dichters“ von 1806/07 bei 220.000 Franken (Taxe 120.000 bis 180.000 SFR). Dem wollte Frank Buchser nicht nachstehen. Während seine romantische Szene „Hirtenleben im andalusischen Hochland“ von 1859 noch genau den unteren Schätzwert von 90.000 Franken einstellte, verwandelte sich die schöne Unbekannte in seinem fünf Jahre älteren „Bildnis Mrs. S.“ zum teuersten Werk auf dem Auktionsmarkt. 240.000 Franken wurden gezahlt (Taxe 80.000 bis 100.000 SFR).

Den Übergang zu den Zeitgenossen markierte im Katalog Hans Erni, der dieses Jahr seinen 100sten Geburtstag feiert. 16 Positionen seines Frühwerks aus den 1920er und 1930er Jahren waren vertreten, als er inspiriert von der französischen Formenwelt und der griechischen Kultur seine Arbeiten mit „François Grèques“ signierte. Teuerstes Gemälde wurde sein kubistisches „Stillleben mit Gitarre und Klarinette“ von 1933 bei 45.000 Franken (Taxe 18.000 bis 25.000 SFR). Insgesamt kam ein Erlös von 178.680 Franken zusammen, der der gemeinnützigen Stiftung zur Unterstützung des kulturellen Lebens in Luzern zugeht. Daneben machten noch Max Gubler mit einer „Sommerlandschaft bei aufziehendem Gewitter“ von 1941 bei 58.000 Franken (Taxe 30.000 bis 50.000 SFR) und Meret Oppenheim mit der Wachstumsassemblage „Das Leben entdeckt ein Geheimnis“ von 1971 bei 45.000 Franken auf sich aufmerksam (Taxe 15.000 bis 20.000 SFR).

Die jüngsten Künstler hatte Christie’s wieder zu Beginn der Auktion platziert. Gleich die erste Losnummer, ein Leuchtkasten mit einer perforierten blauen „Hand“ von Daniele Buetti, hatte es den Sammlern angetan, die schließlich 13.500 Franken spendierten (Taxe 4.000 bis 6.000 SFR). Peter Fischlis und David Weiss’ großformatiger Inkjetprint gelber Krokusse in blauem Schnee reüssierte bei 15.000 Franken (Taxe 8.000 bis 12.000 SFR), Not Vitals vier gestapelte Silberkuben unter dem Titel „Herd“ von 2005 bei 35.000 Franken (Taxe 18.000 bis 25.000 SFR), Pipilotti Rists Spielzeugzimmer „The Room“ mit Videofilm von 1994 bei 68.000 Franken (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR), und Christine Streulis ornamentale Blumencollage „Cyclame“ von 2007 bei 13.000 Franken (Taxe 8.000 bis 10.000 SFR). Zum teuersten lebenden Schweizer der Auktion avancierte John Armleder, selbst wenn seine goldbestäuben Farbverläufe „Aruncus aethusifolius“ von 2008 mit 77.000 Franken die Schätzung knapp verfehlten.

Darauf folgten noch einige Klassiker wie Jean Tinguely und seine Maschinenplastik „Nasobem von 1988 bei 65.000 Franken (Taxe 50.000 bis 80.000 SFR) und die Konkreten. Max Bill schlug etwa die Leinwand „1-4 um weiss“ von 1969 für 60.000 Franken (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR), die „doppelfarben (im kreuz 1:2:3:4)“ von 1968 für 80.000 Franken (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR) und die Rautenform „roter kern“ von 1972/74 für 75.000 Franken los (Taxe 50.000 bis 70.000 SFR). Und für Hans Hinterreiter, der seine konstruktiv-konkrete Gestaltungsweise ohne Kontakt zur der damaligen Züricher Avantgardeszene entwickelte, gab es mit der stellaren Farb- und Formkomposition von 1941, die in der wichtigen Ausstellung der Künstlergruppe „Allianz“ des selben Jahres im Kunsthaus Zürich zu sehen war, den neuen Auktionsrekord bei 40.000 Franken (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Christie's

Steinwiesplatz

CH-8032 Zürich

Telefon:+41 (044) 268 10 23

Telefax:+41 (044) 268 10 11



14.10.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Taxe: 18.000 - 25.000 SFR

Zuschlag: 18.000,- SFR

Losnummer: 102

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Taxe: 80.000 - 100.000 SFR

Zuschlag: 240.000,- SFR

Losnummer: 53

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Taxe: 300.000 - 500.000 SFR

Zuschlag: 680.000,- SFR

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Taxe: 3.000.000 - 5.000.000 SFR

Zuschlag: 2.500.000,- SFR

Losnummer: 100

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Taxe: 700.000 - 900.000 SFR

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Taxe: 250.000 - 350.000 SFR

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