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Rhythmisierte Wellenmuster und energetisch aufgeladene Op-Art: Das Goslarer Mönchehaus Museum zeigt Gemälde und Papierarbeiten der diesjährigen Kaiserringträgerin Bridget Riley

Sehen als Erfahrung



Bridget Riley, Rattle, 1973

Bridget Riley, Rattle, 1973

Ein festliches Mahl in der romanischen Halle im Hospiz „Großes Heiliges Kreuz“, Fackeln, Kerzen, historische Kostüme, ein Bürgermeister mit Amtskette, Kunstprominenz, bekannte Redner und schließlich – am nächsten Morgen – die feierliche Übergabe eines goldgefassten Aquamarinrings mit dem Porträt Kaiser Heinrich IV. (1050-1106) in der historischen Goslarer Kaiserpfalz. Die Verleihung des Kaiserrings gehört seit 1975 zu den wichtigsten Ehrungsriten des internationalen Kunstbetriebs. In diesem Jahr erhält ihn die britische Malerin Bridget Riley, Jahrgang 1931. Der jährlich verliehene Kunstpreis ist zwar undotiert, zählt aber aufgrund der überaus illustren Schar der bisherigen Preisträger zu den höchsten Ehrungen der Kunstwelt. Henry Moore, Max Ernst und Willem de Kooning, Joseph Beuys und Cindy Sherman oder zuletzt Matthew Barney und Andreas Gursky – was alle diese Künstler eint, ist die schon zu Lebzeiten erkennbare Relevanz und Zukunftsfähigkeit ihres Werkes. Und damit die hohe Qualität des Preises auch weiterhin garantiert ist, leistet sich die Stadt Goslar eine hochkarätig besetzte Fachjury, die zur Zeit unter anderem mit Wulf Herzogenrath, Direktor der Kunsthalle Bremen, Marion Ackermann, Direktorin der Kunstsammlung NRW, und Werner Spies, pensionierter Direktor des Pariser Centre Pompidou und Kunstkenner par excellence, besetzt ist.


Mit Bridget Riley, der virtuosen Malerin von dynamischen Wellenbildern und pulsierenden Punktemustern, ist ganz sicher eine würdige Preisträgerin gefunden. Wulf Herzogenrath, der Vorsitzende der Jury, lobte die Kontinuität ihres Werkes und dessen Echo in der jüngeren Kunstgeschichte: „Dies Gesamtwerk ist ohne modische Zeitbezogenheit. Es wurde nicht zuletzt auf Grund der Retrospektive 2003 in der Londoner Tate Britain gerade von der jüngsten Malergeneration begeistert aufgenommen als ein aktueller Beitrag zu der oftmals beschworenen Wiederkehr der Malerei.“

15 ihrer großformatigen Gemälde und rund 70 Arbeiten auf Papier sind jetzt im Goslarer Mönchehaus Museum zu sehen. Gerade die Kombination von Rileys im Endergebnis perfektionistischen Bildern mit den in dieser Fülle zuvor noch nie ausgestellten Studien und Konstruktionszeichnungen vermittelt dem Betrachter auch einen Einblick in die Entstehungsgeschichte ihrer Werke. Jedes ihrer Bilder wird in Zeichnungen auf Millimeterpapier, Gouachen und Papiercollagen akribisch geplant und vorbereitet.

Die junge Bridget Riley war in den frühen 1960er Jahren der weibliche Malerstar überhaupt. Ihre Teilnahme an der Ausstellung „The Responsive Eye“ 1965 im New Yorker Museum of Modern Art markierte ihren internationalen Durchbruch. Gleichzeitig begann damals aber auch die Ausbeutung ihrer Kunst: Rileys energetisch aufgeladene Op-Art-Muster entsprachen dem Zeitgeist. Der Mainstream vereinnahmte ihr Farb- und Formenrepertoire und kommerzialisierte ihr Werk. Überall in New York tauchten ihre das Auge irritierenden Punkte und Spiralen in den Schaufenstern von Boutiquen und auf den Stoffen der aktuellen Modekollektionen auf. Für die junge Künstlerin ein geradezu schockartiges Erlebnis. Enttäuscht fliegt sie nach England zurück. Obwohl sie in New York von namhaften älteren Künstlerkollegen wie Josef Albers und Ad Reinhardt mit Anerkennung geradezu überschüttet wird, sieht sie ihrer Zukunft pessimistisch entgegen: „Es wird mindestens zwanzig Jahre dauern, bevor irgendwer meine Bilder wieder ernsthaft ansieht.“

Doch so schlimm kam es nicht. Auch wenn Modemacher wie der für seine bunten Streifenmuster bekannte Londoner Designer Paul Smith ihre Motive nach wie vor aufgreifen und die Kunstgeschichtsschreibung sie allzu voreilig in enge Schubladen wie Op-Art oder Neo Geo stecken will: Bridget Riley hat mit ihren rhythmisierten Wellenbildern, ihren geradezu aus der Leinwand hervorquellenden, pulsierenden Mustern, ihren Streifen- und Rautenbildern immer wieder die Wahrnehmung des Betrachters auf die Probe gestellt. Was ist gemalt, und welche Bilder, Nachbilder oder Sinnestäuschungen entstehen erst im kognitiven Verarbeitungsprozess des Betrachters? Man muss sich schon lange vor die Bilder der Britin stellen, um deren eigenartige Dialektik von Präzision und Illusion zu ergründen. In Goslar ist das jetzt bis Ende Januar 2010 möglich.

Die Ausstellung „Bridget Riley“ ist bis zum 31. Januar 2010 zu sehen. Bis dahin werden in Goslar auch Arbeiten des diesjährigen Kaiserringstipendiaten Mariusz Tarkawian vorgestellt. Das Mönchehaus Museum hat dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 5 Euro, für Jugendliche 1,50 Euro. Der 88 Seiten starke Katalog kostet 15 Euro.

Kontakt:

Mönchehaus Museum für moderne Kunst Goslar

Mönchestraße 1

DE-38640 Goslar

Telefax:+49 (05321) 42 199

Telefon:+49 (05321) 29 570



07.10.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Veranstaltung vom:


03.10.2009, Bridget Riley - Kaiserringträgerin der Stadt Goslar 2009

Bei:


Mönchehaus Museum Goslar

Bericht:


Wenn das Auge schwindelt

Bericht:


Galerie Koch präsentiert Bridget Riley

Bericht:


Goslarer Kaiserring an Bridget Riley

Variabilder:

Bridget Riley,
 Rattle, 1973
Bridget Riley, Rattle, 1973

Variabilder:

Bridget Riley – Trägerin des Kaiserrings der Stadt Goslar 2009
Bridget Riley – Trägerin des Kaiserrings der Stadt Goslar 2009

Variabilder:

Bridget Riley,
 Pause, 1964
Bridget Riley, Pause, 1964

Variabilder:

Bridget Riley vor einem ihrer Werke
Bridget Riley vor einem ihrer Werke







Bridget Riley – Trägerin des Kaiserrings der Stadt Goslar 2009

Bridget Riley – Trägerin des Kaiserrings der Stadt Goslar 2009

Bridget Riley, Pause, 1964

Bridget Riley, Pause, 1964

Bridget Riley vor einem ihrer Werke

Bridget Riley vor einem ihrer Werke

Bridget Riley – Die frisch gebackene Kaiserring-Preisträgerin beim Signieren

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Bridget Riley, Rattle, 1973

Bridget Riley, Rattle, 1973




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