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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

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Gemälde des 19ten Jahrhunderts im Wiener Dorotheum

Der wahnsinnige König



Eugen von Blaas, Die Spinne und die Fliege, 1889

Eugen von Blaas, Die Spinne und die Fliege, 1889

Gefälliges prägt die rund 170 Losnummern der Abendauktion Neuere Meister im Wiener Dorotheum am 7. Oktober. Dass dies freilich nicht immer das Günstigste sein muss, beweist schon zu Beginn Eugen von Blaas mit seinem Gemälde „Die Spinne und die Fliege“, ein kleines Gesellschaftsstück aus dem einfachen Volk in Italien voller Charme und Verschämtheit: Allenfalls halb widerwillig lässt sich eine junge Maid von einem bärtigen Landarbeiter umwerben. Die 1889 datierte Leinwand rangiert mit 150.000 bis 180.000 Euro bei Blaas-üblichen Preisen. Die Stars der Auktion aber heißen Ferdinand Georg Waldmüller und Friedrich Gauermann. Von letzterem gelangt gleich ein ganzer Stapel Bilder zum Aufruf, so für 30.000 bis 40.000 Euro ein alter Baum mit Andachtsbild zwischen den Zweigen, jeweils 150.000 bis 180.000 Euro kosten das größere Leinwandformat einer beendeten Jagd mit Jägern, Treibern und Hunden samt erlegtem Hirsch sowie eine dramatische Szene in felsigem Wald: Vier Hunde fallen in einem Bach über zwei Hirsche her, ein Hund liegt schon verletzt im Wasser, doch mindestens das männliche Rentier hat sein Leben schon verwirkt. Ruhiger geht es bei der Ernteszene im Voralpenland zu, die Gauermann 1835 in sonniges Licht hüllte (Taxe 100.000 bis 120.000 EUR).


Auch bei Ferdinand Georg Waldmüller sind unterschiedliche Preisklassen vertreten. Wer 30.000 bis 40.000 Euro investiert, erhält vielleicht ein schönes Kinderbildnis in einer Parklandschaft aus dem Jahr 1833. Dargestellt ist die anmutige Antonia Seemann mit Rosen in ihrem Schoß. 300.000 bis 400.000 Euro werden wohl für sein 1854 datiertes, mit charakteristischer Wirklichkeitsnähe gemaltes Genrebild „Kinder schmücken den Hut eines Konskribierten“ notwendig und damit der höchste Betrag des Abends. Eindrucksvoll bezieht der Waldmüller die Lichtführung in diese Darstellung ein, bei der die lieben Kleinen einen Brauch der Erwachsenen paraphrasieren und persiflieren.

Erst im Dezember 2008 wurde Carl Adolf Gugels Mädchen mit Mandoline aus dem Jahr 1848 bei Sotheby’s in Amsterdam für brutto 5.000 Euro verkauft, nun steht es mit 9.000 bis 11.000 Euro erneut zur Verfügung. Friedrich von Amerling, dessen Mädchen mit Strohhut vor einem Jahr noch 1,3 Millionen Euro erbracht hat, begibt sich mit seinem „Modell Menecuccio mit Matrosenkappe“ wieder auf ein Normalmaß von 15.000 bis 20.000 Euro herab. Auch Natale Schiavoni gehört zu den Bildnismalern des Biedermeier. In seinem Gemälde „Morgentoilette“ stellt er mit erotisch entblößter Schulter eine junge Frau beim Kämmen dar, die den Betrachter mit ihren Augen fixiert (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Johann Peter Krafft gesellt sich mit dem Ovalbildnis der Anna Obermayer von etwa 1819 zu ihnen (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Einer der besten Portraitisten der Gründerzeit war Friedrich August von Kaulbach. Seine leichte und elegante Malweise scheint eine feine Dame mit gelben Rosen derart angesprochen zu haben, dass auch sie sich auf einem lebensgroßen Bildnis festhalten ließ (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR).

Eine interessante Offerte der Landschaftsmalerei bildet das Werk eines Architekten: Leo von Klenze, Vorreiter und Hauptvertreter des bayerischen Klassizismus und ebenso anpassungsfähiger wie durchsetzungsfähiger Hofbaumeister Ludwigs I., betätigte sich auf seinen zahlreichen Reisen insbesondere gen Süden auch als Maler. An der Küste von Amalfi weilte er um 1830, ein technisch durchaus überzeugendes Mitbringsel dieses Aufenthalts soll jetzt 40.000 bis 60.000 Euro kosten. Die niederländische Vedutenmalerei vertritt Willem Koekkoek mit einem altmeisterlichen, jedoch ungeschönten Blick in einer Gracht von Amsterdam auf das Rembrandt-Haus (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Auf weite Reisen begab sich 1842 der aus Erfurt stammende Ferdinand Konrad Bellermann und brachte aus Lateinamerika badende Schönheiten an einem Fluss mit nach Hause (Taxe 22.000 bis 28.000 EUR).

Damit ist man bei der Orientmalerei angekommen. Otto Pilnys Bilder sind zwar weder schön noch künstlerisch herausragend, aber ebenso erotisch wie exotisch in Sujet und Lichtgestaltung und darum auch sehr teuer: 45.000 bis 55.000 Euro werden für seine 1927 datierten Tänzerinnen in der Wüste erwartet. Da ist man dann doch froh, etwa Franz Xaver Koslers unaufdringliche Bildnis eines Orientalen (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR) oder Adolf Schreyers wildes Reitergefecht vor den Toren einer arabischen Stadt zu sehen (Taxe 18.000 bis 25.000 EUR). Teurer wird es mit eine Ansicht der Koutoubia-Moschee in Marrakesch aus der Hand Jacques Majorelle: Stattliche 80.000 bis 100.000 Euro sind für die Gouache auf Papier angesetzt.

Mit Rudolf von Alt ist man wieder in europäischen Gefilden angekommen, auch die Preise sinken wieder. Ob zu Recht, wird sich zeigen müssen, handelt es sich bei seiner Innenansicht der Frarikirche in Venedig 1845 doch um ein vollwertiges Ölbild, 20.000 bis 25.000 Euro werden schon für seine Aquarelle gezahlt, mit den sich der Wiener Vedutenmeister sein Renommee erwarb. 12.000 bis 15.000 Euro könnten auch für Giuseppe Bernardino Bisons Ansicht der Piazza von San Marco gegen den Campanile und die Dogenkirche mit elegant gekleideten Herren und Damen zu wenig sein. Dass Venedig gerade im 19ten Jahrhundert Anziehungskraft auf viele Maler ausübte, beweisen auch noch Ascan Lutteroth mit seinem Blick auf San Giorgio Maggiore und Santa Maria della Salute (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR) und Pietro Fragiacomo, der sich ein einsames Boot in der Lagune bei diesigem Wetter zum Motiv nahm (Taxe 9.000 bis 12.000 EUR).

Historische Themen waren im 19ten Jahrhundert beliebt. So widmet sich der Belgier Albrecht Frans Lieven Vriendt dem wahnsinnigen Karl VI. von Frankreich, wie er mit seinem Hofnarren Karten spielt, während seine Mätresse Odette von Champdivers zu Boden neben ihm lagert (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Der niedersächsische Maler Georg Bergmann kostümierte 1854 den abgedankten Kaiser Karl V. zurecht, wie er als alter weißhaariger Mann in seinem düsteren Kloster Yuste auf den Tod wartet. Erst vor wenigen Jahren trennte sich das Haus Hannover von diesem monumentalen Schinken des Düsseldorfer Akademiegewächses (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR). Eugen Adam zog es 1870 zu den einfachen Menschen. Treffend charakterisierte er die unterschiedlichen Völker des Habsburgerreiches in einem Feldlager in Dalmatien (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR).

Nur wenige französische Künstler haben sich in die Auktion geschlichen. Ungewöhnlich für den Historienmaler Gustave Doré ist eine unprätentiöse, aber abendlich verklärte Ansicht des Matterhorns mit Tannen im Vordergrund aus dem Jahr 1878 (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Die Genremalerei vertreten diesmal etwa Rudolf Schuster mit der Rodelpartie in einem verschneiten Dorf des Riesengebirges von 1886 (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR), Josef Kinzel mit „dem Geheimnis“ zwischen Magd und Bauernbursch (Taxe 15.000 bis 17.000 EUR) und Ernst Nowak mit seinem Gemälde „Der neue Orden“, den ein junger Herr stolz vier jungen Damen zeigt (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Das kleinste Bild stammt übrigens von Hugo Kauffmann: Nur acht mal sieben Zentimeter misst sein kleines Holztäfelchen, auf dem er 1893 heimlich einen „Dorfwirth“ beim Zeitungslesen beobachtete. Der Rahmen ist dafür doppelt so dick, und mit 4.000 bis 6.000 Euro ist der Flächendurchschnittspreis auch nicht zu verachten.

Die Auktion beginnt am 7. Oktober um 17 Uhr. Die Vorbesichtigung findet bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 17 Uhr und sonntags von 10 bis 17 Uhr statt. Der Katalog ist in Internet unter www.dorotheum.com abrufbar.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



01.10.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Gustave Doré, Blick auf das Matterhorn, wohl 1878

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Taxe: 25.000 - 30.000 EURO

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Losnummer: 403

Friedrich Gauermann, Ernteszene im Voralpenland, 1835

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Taxe: 100.000 - 120.000 EURO

Zuschlag: 200.000,- EURO

Losnummer: 480

Johann Peter Krafft, Bildnis Anna Obermayer, um 1819

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Taxe: 6.000 - 8.000 EURO

Zuschlag: 6.500,- EURO

Losnummer: 383

Franz Xaver Kosler, Bildnis eines Orientalen

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Taxe: 15.000 - 18.000 EURO

Zuschlag: 10.000,- EURO

Losnummer: 439

Willem Koekkoek, Gracht in Amsterdam mit Blick auf das „Rembrandt huis“

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Taxe: 60.000 - 80.000 EURO

Losnummer: 421

Natale Schiavoni, Morgentoilette

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Taxe: 25.000 - 30.000 EURO

Losnummer: 379

Pietro Fragiacomo, Boot in der Lagune

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Taxe: 9.000 - 12.000 EURO

Zuschlag: 30.000,- EURO

Losnummer: 358

Ferdinand Georg Waldmüller, Das Mädchen Antonia Seemann vor einer Berglandschaft, 1833

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Taxe: 30.000 - 40.000 EURO

Zuschlag: 85.000,- EURO

Losnummer: 390

Giuseppe Bernardino Bison, Ansicht der Piazza San Marco, Venedig, mit figürlicher Staffage und der Basilika im Hintergrund

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Taxe: 12.000 - 15.000 EURO

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Losnummer: 353

Eugen Adam, Feldlager in Dalmatien, 1870

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Taxe: 25.000 - 30.000 EURO

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Taxe: 10.000 - 15.000 EURO

Losnummer: 378

Ferdinand Georg Waldmüller, Kinder schmücken den Hut eines Konskribierten, 1854

Ferdinand Georg Waldmüller, Kinder schmücken den Hut eines Konskribierten, 1854

Taxe: 300.000 - 400.000 EURO

Zuschlag: 420.000,- EURO

Losnummer: 475




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