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Das Haus der Photographie in den Hamburger Deichtorhallen präsentiert das Werk des Fotoreporters Max Scheler

Ein Leben für die Fotografie



Los Angeles 1961: Zwei attraktive Blondinen mit Marilyn Monroe-Frisur relaxen an einem Swimming Pool. Eigentlich kein ungewöhnliches Bild im sonnenverwöhnten Kalifornien. Wären da nicht die großen Buchstaben, die das Publikum zum Betreten des Grundstücks aufrufen: „Atombombe! Bunker zu besichtigen. Kommen Sie rein.“ Diese Aufnahme des deutschen Pressefotografen Max Scheler (1928-2003) entstand während einer Reportage über die Vereinigten Staaten in Zeiten des Kalten Krieges. Zusammen mit rund 140 weiteren Arbeiten ist sie jetzt im Haus der Photographie in den Hamburger Deichtorhallen zu sehen. Mit der Ausstellung „Max Scheler: Von Konrad A. bis Jackie O.“ würdigen die Deichtorhallen das zu Unrecht in Vergessenheit geratene Werk eines deutschen Nachkriegsfotografen der zu Lebzeiten in Medien wie Stern, Paris Match, Life oder Look mit seinen Aufnahmen sehr präsent war.


Die Ausstellung beschränkt sich dabei auf drei große Themenkomplexe: Fotografien aus Deutschland, China und den USA vermitteln einen ersten Eindruck von Schelers stets von journalistischer Neugier befeuertem Blick auf seine unmittelbare Erfahrungswelt in der Heimat, aber auch auf die Welt da draußen, die ihn ständig lockte. „Ich fotografiere, um reisen zu können, und reise, um zu fotografieren“, beschrieb er seinen Drang, sich mit der Kamera die Welt zu erobern.

Max Scheler kam als Sohn des gleichnamigen Philosophen im Jahr 1928 in Köln zur Welt. Vater und Sohn lernten sich jedoch nicht kennen, da der Vater noch vor der Geburt seines Sohnes verstarb. Dennoch ergriff auch der junge Max nach dem Abitur zunächst die akademische Laufbahn und studierte Philosophie, Literatur und Kunstgeschichte in München und an der Pariser Sorbonne. Durch die frühe Freundschaft mit Herbert List, einem der Klassiker der Fotografiegeschichte, entwickelte sich Schelers Interesse an dem Medium Fotografie. Er assistierte List, begleitete ihn auf ausgedehnten Reisen und wurde so auch selbst zum gefragten Fotografen.

In den 1950er Jahren wurde er Mitglied der renommierten Pariser Fotoagentur Magnum. Max Scheler bereiste von nun an die Welt. Er war dabei, als amerikanische Truppen 1958 in Taiwan landeten, er fotografierte 1964 Martin Luther King und seine Familie beim Sonntagsspaziergang oder ein Jahr zuvor Jackie und John F. Kennedy bei einem Staatsempfang für den marokkanischen König. Sein Blick auf Deutschland zeigt den Alltag in Ost und West. Eine ästhetisch besonders gut gelungene Aufnahme zeigt drei Schornsteinfeger auf den Dächern Münchens, die ihre Seile so kunstvoll schwingen als wären es Lassos.

Daneben interessiert sich Max Scheler immer wieder für die deutsche Teilung. Eine junge, leicht versonnen blickende Frau mit modischem Trenchcoat und Kopftuch wartet in einem DDR-Imbiss auf ihre Bestellung. Die Aufnahme, über die spiegelnde Oberfläche des Tresens geschossen, könnte ebenso im Westen entstanden sein. Doch das überdimensionale Porträt des Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht verortet das Bild eindeutig auf der anderen Seite des Eisernen Vorhangs. Auf Schelers häufig mit Emotion aufgeladenen Aufnahmen stehen immer der einzelne Mensch, seine Lebenssituation, die zeitgeschichtlichen Koordinaten seiner Existenz im Zentrum.

Nachdem er fotografierend die Welt bereist hatte, von Kriegen und sozialen Katastrophen ebenso berichtet hatte wie von Gina Lollobrigida und Liz Taylor, begann Scheler in Hamburg eine zweite Karriere: Gemeinsam mit seinem Kollegen Rolf Gillhausen gründete er 1975 das Reportagemagazin Geo – bis heute ein riesiger verlegerischer Erfolg. Später ging Scheler dann zu Merian. Die Betreuung des fotografischen Nachlasses von Herbert List, die Organisation von List-Ausstellungen und die Herausgabe von Katalogen zum Werk des bereits 1975 verstorbenen Jahrhundertfotografen standen in den 1990er Jahren im Zentrum seiner Tätigkeit. Das eigene fotografische Werk hatte Scheler seit der Gründung von Geo nicht weiter verfolgt. Umso wichtiger ist daher diese Ausstellung, die nun einen der ganz großen Reportagefotografen der Bundesrepublik und die erstaunliche Tiefe seines Werks wiederentdeckt.

Die Ausstellung „Max Scheler: Von Konrad A. bis Jackie O. Fotografien aus Deutschland, China, USA“ ist bis zum 15. November zu sehen. Die Deichtorhallen Hamburg – Haus der Photographie haben täglich außer montags zwischen 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 9 Euro, ermäßigt 5 Euro. Der Katalog ist im Schirmer Mosel Verlag erschienen und kostet 39,80 Euro.

Kontakt:

Deichtorhallen Hamburg

Deichtorstraße 1-2

DE-20095 Hamburg

Telefon:+49 (040) 32 10 30

Telefax:+49 (040) 32 10 32 30

E-Mail: info@deichtorhallen.de



29.09.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


11.09.2009, Max Scheler: Von Konrad A. bis Jackie O. Fotografien aus Deutschland, China, USA

Bei:


Deichtorhallen Hamburg

Bericht:


Max Scheler im Münchner Stadtmuseum

Künstler:

Max Scheler










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